Range Rover Evoque Fahrbericht

Range Rover Evoque, Foto: Land Rover

Mit dem Range Rover Evoque hat sich Land Rover auf die Erfolgsspur gebracht. Design sells könnte man sagen, doch der Range Rover Evoque transportiert direkt ein ganzes Lebensgefühl. Style, Glamour, Luxus – und ein betörender Duft. Von Thomas Majchrzak

Beim Einsteigen in einen neuen Evoque möchte man zunächst tief einatmen. Das Leder wurde von Geruchsdesignern parfümiert, so dass sich kein klassischer Neuwagenduft, sondern eine frisch-moderne Ledernote verbreitet. Hält auch für mehrere tausend Kilometer. Dieser sensorische Eindruck steht stellvertretend für das gesamte Auto. Der Range Rover Evoque ist unvernünftig, glänzt nicht durch neue oder überragende Technik, sondern durch die Emotionalität.

Range Rover Evoque mit Black Pack, Foto: Land Rover

Range Rover Evoque mit Black Pack, Foto: Land Rover

Gebaut wird der Range Rover Evoque im Werk Halewood in England zusammen mit dem Land Rover Freelander. Ein Hinweis darauf, dass die beiden technisch einiges gemeinsam haben. So ein Evoque kostet aber neu mindestens 5.000 Euro mehr und kommt damit auf einen Listenpreis von 33.400 Euro.

Dafür gibt es jedoch einige exklusive Features. Außen besticht die bullige Front und die Coupé-Linie, die in einer schmalen Heckscheibe gipfelt. Innen überzeugen Leder-Armaturenbrett oder in der Basisausstattung ein spezieller Textilstoff, der wie Leder aussieht und irgendwie eine interessante, sehr wertige Oberfläche hat. Warum ist da noch kein anderer Hersteller drauf gekommen?

Range Rover Evoque mit Black Pack, Foto: Land Rover

Range Rover Evoque mit Black Pack, Foto: Land Rover

Das gesamte Interieur-Design ist ein Benchmark in puncto moderner Eleganz. Der Innenraum ist schlichtweg ein Traum. Ob Kontrastnähte, weiches Leder auf den Sitzen oder das große Panoramadach – Begeisterung pur.

Range Rover Evoque Interieur, Foto: Land Rover

Range Rover Evoque Interieur, Foto: Land Rover

Weniger begeisternd sind allerdings ein paar technische Features. In der Benziner-Variante verbraucht der Evoque immer zweistellige Literzahlen, als Diesel auch stets gut 3 Liter mehr als zum Beispiel wenn im Jaguar XF derselbe Diesel-Motor sitzt. Der Verbrauch ist der größte Schwachpunkt des Evoque, nur was will man bei einer völlig unstromlinienförmigen Form auch erwarten?

Doch der hohe Verbrauch mag das exklusive Gefühl nicht nehmen. Nun, manch einen stärkt das sogar noch in dem Gefühl der schönen Unvernunft. Nach einem Evoque dreht man sich auf der Straße um, auch wenn er mittlerweile sogar gar nicht so selten geworden ist. Attraktiv ist er sowohl für Männlein als auch für Weiblein.

Fahren tut er sich weniger wie ein SUV, sondern mehr wie ein Pkw. Bluetooth übers Handy, USB-Stick mit mp3s, für alles ist gesorgt. Auch das häufig kritisierte Navi tut seinen Dienst, der große Touchscreen beseitigt das häufig bei anderen Marken zu findende Knöpfe-Wirrwarr.

Range Rover Evoque Interieur, Foto: Land Rover

Range Rover Evoque Interieur, Foto: Land Rover

Als Schalter bekommt man mit großen Füßen etwas Probleme, weil man seinen linken Fuß schlecht vorne abstellen kann. Also wer große Füße hat: Eine Automatik-Version kaufen. Überhaupt ist die Automatik-Variante bei allen Jaguar Land Rover zu empfehlen, funktionieren die ZF-Getriebe doch hervorragend in den Fahrzeugen und schalten butterweich.

Offroad ist der Evoque zwar kein luftgefederter Alleskönner, aber wenn man nicht den direkten Vergleich zu einem großen Range Rover hat, dann glänzt der Evoque auch abseits der Straße. Voll geländetauglich ist er allemal, und auf den Land Rover Experience Touren hat er das auch schon in der Praxis bewiesen. Wer gerne einmal Evoque und Co. über Stock und Stein jagen möchte, ist im Experience Center in Wülfrath genau richtig.

Das häufigste Einsatzgebiet bleibt jedoch die Straße. 20 Zöller holt man sich gerne für die Optik, allerdings merkt man dann auch selbst die weißen Streifen auf der Straße. Zu empfehlen als guten Kompromiss aus Optik und Fahrkomfort: 19 Zoll Felgen. Da wirkt der Evoque noch stylisch bullig, aber ist auch nicht zu hart abgestimmt. Überhaupt ist das Fahrwerk eher auf sportliches Fahren aus, wie gesagt, eher Pkw als Lkw-Feeling. Der Evoque erfordert somit auch keinerlei Umgewöhnung für Leute, die noch nie ein SUV hatten.

Range Rover Evoque offorad, Foto: Land Rover

Range Rover Evoque offorad, Foto: Land Rover

Der Range Rover Evoque gehört sicher zu den derzeit schönsten SUV auf dem Markt – natürlich kann man sich über Geschmack streiten, aber den Zulassungszahlen zufolge ist er manchmal gar nicht so strittig, wie man meint. Weltweit wurden schon über 61.000 Evoque verkauft.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Land Rover


One Response to Range Rover Evoque Fahrbericht

  1. […] so mit einem weit geöffneten dynamischen Mund an. Vom Stylo-Faktor wäre da vielleicht noch der Range Rover Evoque als Konkurrent zu […]

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