Michael Schumachers Benetton B191 verkauft

Ohne Titel

Der Formel-1-Rennwagen Benetton B191, mit dem Michael Schumacher zum Ende der Saison 1991 seine ersten WM-Punkte sammelte, sollte im Rahmen des Oldtimer-Grand Prixs bei einer Auktion von COYS unter den Hammer kommen. Es kam anders. Von Thomas Imhof

Update: Der Benetton B191-Ford Cosworth, auf dem Michael Schumacher 1991 seine ersten WM-Punkte einfuhr, wurde noch vor der für Samstag am Nürburgring geplanten Auktion von COYS verkauft. Ein privater Kunde erstand den Formel 1 für 225.000 Euro; künftiger Standort ist ein neues Museum im Nahen Osten.

Hier unser Hintergrund zu der Geschichte:

Der von Rory Byrne und John Barnard konstruierte Benetton B 191 mit Chassisnummer 05 ist ein direkter Vorläufer des B194, mit dem der Kerpener 1994 den ersten von sieben WM-Titeln errang. Beim diesjährigen Jim Clark Revival in Hockenheim zeigte der in Camel-Farben lackierte und mit einem 730 PS starken Ford Coworth-HB-Motor bestückte Formel 1 mit einem Podiumsplatz, das er noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Mehrmals war er auch schon beim Goodwood Festival of Speed live zu bewundern

Benetton begann das Jahr 1991 mit den Brasilianern Nelson Piquet und Roberto Moreno. Piquet hatte das Modell in Kanada zum ersten Sieg gefahren, doch bei Halbzeit der Saison verließ Barnard das Team. Tom Walkinshaw Racing erwarb im Gegenzug Anteile am Team und ersetzte Barnard durch Ross Brawn, in der Folge ständiger Wegbegleiter Schumachers auf dessen unaufhaltsamen Weg nach oben.

Schumi ersetzte nach dem sensationellen Debüt von Spa (im Jordan) bekanntlich nach einer Nacht-und-Nebel-Aktion Moreno im Cockpit des B191 mit Startnummer 19. Schon beim ersten Einsatz in Monza holte der Kerpener mit Platz fünf seine ersten beiden WM-Punkte, ließ danach mit zwei sechsten Plätzen in Spanien und Portugal noch zwei weitere folgen.

Ende 1991 wurde B191-05 seines Motors beraubt und erst einmal in Pension geschickt. Auf die Farben des neuen Benetton-Sponsors Mild Seven umlackiert, diente er noch bis 1995 als Showcar. Ab 2002 tauchte er – inzwischen fachmännisch in seinen Originalzustand samt authentischem „Cossie” zurückversetzt – wieder bei historischen Meetings in England auf. Martin Brundle, der das Auto erstmals 1991 in Estoril testete (er wurde 1992 neuer Teamkollege von Schumacher bei Benetton), feierte 2002 in Donington und 2006 in Goodwood ein Wiedersehen. Sein Kommentar: „Er passte wie ein altes Paar Sportschuhe. Der B191 war schon immer ein sehr einfach zu fahrendes Auto, er geht zwar schon mal gerne hinten weg, doch bleibt er dabei immer gut kontrollierbar.“

Ein weiteres Highlight der COYS-Auktion am kommenden Samstag ist ein BMW/AFM 328 Roadster. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der schon am legendären Vorkriegs-BMW 328 beteiligte Ingenieur Alex von Falkenhausen (AFM) eine Tuninggarage in München eröffnet. Ab 1948 nahm er noch vorhandene 328er-Motoren, um damit seine unter anderen von Hans Stuck Senior gesteuerten AFM-Eigenbauten zu bestücken.

Das nun zum Verkauf stehende Exemplar mit Voll-Karosserie im Stromlinien-Look ging an Günther Bechem, der es unter dem Pseudonym “Bernard Nacke” bei Rennen einsetzte. 1953 traten zwei der silbernen AFM mit Bechem und Stuck sogar beim GP von Deutschland auf dem Nürburgring an. Dort traten die technisch auf dem Stand von 1938 stehenden Wagen gegen weitaus modernere Modelle wie den Ferrari von Ascari an. Der AFM fuhr zuletzt bei einem historischen Rennen in Spa über eine Stunde lang ohne Probleme und wird auf einen Preis von 350.000 bis 380.000 Euro geschätzt.

Auch ein ungewöhnlicher Lancia Aprilia – normalerweise eine große Limousine (1937-1949) der Italiener – geht am „Ring“ unter den Hammer. Denn seine seltene Spider-Karosserie stammt vom Karosserier Riva aus Varese – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Bootsbauer. Der noch heute existierende Betrieb hatte 1946 eine erste Offen-Version auf Basis einer verkürzten Aprilia-Plattform entworfen. In den 80er Jahren nutzte Riva ein zweites noch in seinem Besitz befindliches Chassis für einen exakten Nachbau des Originals. Im Gegensatz zu diesem jedoch mit einem serienmäßigen Aprilia-Triebwerk bestückt. Schätzpreis dennoch: 105.000 bis 120.000 Euro.

Weitere spannende Auktionsgüter in der Eifel: ein Moretti 750 Spider Bialbero Michelotti von 1954 (240.000 bis 280.000 Euro), ein sehr seltenes 1946er Alfa Romeo 6C 2500 S Pininfarina Cabriolet (175.000 bis 190.000 Euro), ein 1930er Alfa Romeo 6C1750 Turismo der Carrozzeria Barbini (250.000 bis 300.000 Euro) und ein 1994er Lamborghini Diablo SE 30th Anniversario – einer von nur 150 gebauten – zu Schätzpreisen zwischen 120.000 und 140.000 Euro.

Auktionshaus: www.coys.co.uk


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