Jaguar E-TYPE, Aston Martin DB5 als Briefmarken

Jaguar E-TYPE 1961 Briefmarke, Foto Royal Mail

Die britische königliche Post Royal Mail hat eine Briefmarkensonderserie mit englischen Auto-Ikonen der 60er und 70er Jahre herausgebracht. Ikonen wie der Jaguar E-TYPE, der Aston Martin DB5 oder Lotus Esprit wurden dafür eigens neu abgelichtet. Von Thomas Imhof

Als „All-Time-Greatest” wählten die Postler den Kurvenstar der 60er Jahre namens Jaguar E-TYPE, den aristokratisch-snobistischen Rolls Royce Silver Shadow, den aus den 007-Filmen bekannten Aston Martin DB5, den kernigen MG B, dessen noch knorrigeren Roadster-Kollegen Morgan Plus 8 und den keilförmigen, von Giugiaro in Italien gestylten Lotus Esprit.

Der 1961 erstmals in Genf enthüllte Jaguar E-TYPE gilt als einer der schönsten und erotischsten Modelle der gesamten Automobilgeschichte. Es gab ihn als Roadster und Coupé sowie mit Reihensechs- und V12-Motoren. Selbst Enzo Ferrari outete sich als Bewunderer; und ein Jaguar E-TYPE Roadster steht sogar als Kunstwerk in der Dauerausstellung des New Yorker Museum of Modern Art.

MG MGB 1962 Briefmarke, Foto: Royal Mail

MG MGB 1962 Briefmarke, Foto: Royal Mail

Der MGB von 1962 verband den typisch britischen Roadster-Charme mit volkstümlichen Preisen. Bis zu seinem traurigen Ende im Jahr 1980 avancierte er mit über 500.000 gebauten Exemplaren zum weltweit erfolgreichsten Roadster.

Rolls-Royce Silver Shadow 1965, Foto: Royal Mail

Rolls-Royce Silver Shadow 1965, Foto: Royal Mail

Der Rolls-Royce Silver Shadow von 1965 gilt als Inbegriff automobiler Oberklasse-Eleganz. Er vereinte traditionelle britische Holz-und-Leder-Gemütlichkeit mit einem starken Schuss Understatement in der Linienführung und Neuerungen wie einer selbsttragenden Karosserie, Scheibenbremsen, Einzelradaufhängung und Niveauregulierung.

Morgen Plus 8 1968 Briefmarke, Foto: Royal Mail

Morgen Plus 8 1968 Briefmarke, Foto: Royal Mail

Der Morgan Plus 8 sieht heute noch fast genauso aus wie der Briefmarken-Held von 1968. Schon bei seiner Einführung galt das Design des auf einem Holz-Chassis aufbauenden „Moggies” als „retro“. Trotzdem überlebte das Urviech aus Malvern Link alle Zeitläufte sowie alle Abgas- und Crashgesetze und überzeugt bis heute durch ein zwar hartes, aber ehrliches Fahrerlebnis.

Aston Martin DB5 1963 Briefmarke, Foto: Royal Mail

Aston Martin DB5 1963 Briefmarke, Foto: Royal Mail

Der Aston Martin DB5 von 1963 errang unsterblichen Ruhm durch seine Rolle als Dienstfahrzeug von Sean Connery im 007-Streifen „Goldfinger”. Wie der E-TYPE schaffte auch der Sportler aus Newport Pagnell locker 240 km/h – mit den von „Q“ gelieferten Goodies wie dem berühmten Schleudersitz gibt es „JB 007“ jedoch als bis heute unverändert beliebtes Modellauto.

Lotus Esprit 1976 Briefmarke, Foto: Royal Mail

Lotus Esprit 1976 Briefmarke, Foto: Royal Mail

Auch der Lotus Esprit von 1976 – ein von Colin Chapman mit Hilfe von Italdesign (Giugiaro) in Turin kreiertes Mittelmotor-Coupé – steigerte durch einen Gastauftritt in einem „Bond“ seinen weltweiten Bekanntheitsgrad. Unvergesslich die Szenen aus „The spy who loved me“, in dem der keilförmige Sportwagen nach einem Sprung ins Wasser zum Unterseeboot mutiert.

Sammelbriefmarke British Auto Legends, Foto: Royal Mail

Sammelbriefmarke British Auto Legends, Foto: Royal Mail

Wie es so schön war, gibt die königliche Post als Zugabe noch einen Viermarken-Satz dazu. Er feiert ikonische Arbeitspferde aus britischer Produktion. Allen voran der 1953 und damit fünf Jahre nach der Morris Minor Limousine präsentierte Van – dank seiner kompakten Maße und großen Ladefläche Liebling aller Kleingärtner, Kleingewerbetreibender und Zustelldienste von Land‘s End bis John O‘Groats. Der als Model-Car jedem englischen Kind geläufige Royal Mail Morris Minor wurde sogar zu so etwas wie einem Gegenstück zum gelben deutschen VW-Postler – vor allem dank seiner langen Dienstzeit, die erst in den späten 70er Jahren langsam ein Ende fand.

Der Lebenszyklus des von Eric Bailey (Austin) entworfenen und 1958 eingeführten Austin FX4 Black Can erstreckte sich mit 39 Jahre sogar noch weitaus länger. Das anfangs von einem 2,2 Liter großen Vierzylinder angetriebene Londoner Taxi verfügte noch über ein altmodisches Leiterrahmen-Chassis (statt selbst tragender Karosserie) und war als unverwüstliches, enorm praktisches und leicht zu wartendes Arbeitspferd bei London-Touristen wie Einheimischen gleichermaßen beliebt. Der 1997 von LTI (London Taxis International) herausgebrachte Nachfolger TX1 verlor viel vom rustikalen Charme des Ur-Modells.

Der auch in einem der Harry Potter-Filme (fliegend) auftretende Ford Anglia 105E tritt in der Briefmarken-Sonderserie in Polizeiuniform an. Ansonsten kam der zwischen 1959 und 1967 gebaute Ford dem Wunsch nach einem erschwinglichen, zuverlässigen und leicht zu handhabenden Alltagsmodell entgegen. Zugleich wurde der nicht gerade als klassisch schön zu bezeichnende Anglia dank Zweifarben-Lackierung auch als „Panda-Car“ bekannt.

Der Ur-Defender startete seine Karriere bekanntlich 1948 und wird bis heute in nahezu unveränderter Form gebaut. Den Original Land Rover Defender gab und gibt es mit zahlreichen Karosserieaufbauten und verschiedensten Radständen. Besonders beliebt ist er bei den britischen Streitkräften und bei Farmern, die seine Krabbelqualitäten zu schätzen wissen. Auf der Briefmarke abgebildet ist eine Defender 110-Version für die britische Küstenwache – sie konnte lebensrettendes Equipment auch an unzugängliche Strandabschnitte transportieren.

Bei allen Motiven handelt es sich nicht um zeitgenössische Prospekt-oder Pressebilder. Sondern um aktuelle Sammlerstücke im 1a-Zustand, sorgfältig im Studio ausgeleuchtet und abgelichtet von James Mann.

Die Royal Mail gibt seit fast 50 Jahre immer wieder Sondermarken zur Erinnerung an technologische Meisterleistungen oder zu speziellen Jubiläen heraus. Allein im Vereinigten Königreich gibt es nach Angaben der königlichen Post 2,5 Millionen Briefmarkensammler. Ihre Königliche Hoheit, die Queen, muss übrigens jeder neuen Briefmarke erst ihren Segen geben – sonst rollt die Druckmaschine erst gar nicht an.

Text: Autogefühl, Thomas Imhof
Fotos: Royal Mail


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