Kia cee’d Testbericht: Golf-Herausforderer

Kia ceed, Foto: Kia

Ohne den Kia cee’d wäre Kia in Europa wohl kaum so bekannt, erst das 2007 eingeführte Auto brachte für den koreanischen Hersteller den Durchbruch und zog weitere Modelle mit nach oben. Das aktuelle Modell ist mit 1.500 Neuzulassungen pro Monat in Deutschland der Bestseller aus dem Hause Kia. Das Fahrzeug der Golf-Klasse punktet durch seinen günstigen Preis, bei dem mitnichten an Design und Qualität gespart wird. Von Holger Majchrzak

Die koreanischen Hersteller geben es ja zu: Wir sind nach Europa gekommen um über den Preis Autos zu verkaufen, lautet das ehrliche Geständnis. Und einige der Fahrzeuge sahen dann auch genauso aus. Das ist aber Geschichte. Mittlerweile gucken die Koreaner genau hin, was die Europäer geschmacklich mögen und feilen am Aussehen ihrer Mobile. Beim Preis hingegen ist es – manchmal – noch moderat.

Kia ceed, Foto: Kia

Kia ceed, Foto: Kia

Den Kia cee’d etwa gibt es ab 12.990 Euro. Im Vergleich dazu: Der VW Golf liegt im Basispreis bei 17.175 Euro, das sind in dieser Klasse Welten. Oder auch: Für den Preis eines Basis-Golfs bekommt man schon fast einen Kia cee’d 1,6 CRDi, nämlich ab 19.590 Euro. Wir testen dieses Auto – prüfen, ob der nackte Golf oder der hübsch angezogenen Kia für uns in Frage kommt.

Kia ceed Scheinwerfer, Foto: Kia

Kia ceed Scheinwerfer, Foto: Kia

Sieben Jahre Qualität – Versprechen Nummer eins

Speziell der deutsche Käufer ist an „Wertarbeit“ interessiert, was immer er sich auch darunter vorstellt. Meistens den alten Käfer-Slogan „läuft und läuft und läuft“. Nicht ungeschickt geht Kia auf diesen Wunsch ein mit einer Herstellergarantie von sieben Jahren, sieben Jahren Mobilitätsgarantie, sieben Jahren Navi-Update. Da muss man schon sehr vom eigenen Produkt überzeugt sein und das beeindruckt auch den Käufer. Dass der aktuelle Kia cee’d noch dazu im Gegensatz zum Vorgänger in Europa gebaut wird – in der Slowakei – mag mancher auch noch mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen. Die lange Garantie – Pluspunkt für ein Auto, ohne dass man einen Kilometer gefahren ist.

Kia ceed, Foto: Kia

Kia ceed, Foto: Kia

Premium Tendenz – Versprechen Nummer zwei

Vom Billigheimer zum Premiumhersteller. So weit ist Kia noch nicht, aber der Kia cee’d sei hochwertig bis ins Detail, mit höchsten Sicherheitsstandards und preisgekröntem Design, frohlockt das Unternehmen. Beim ersten Blick in den Kia cee’d kann man durchaus anerkennend nicken. Alles ist sorgfältig gebaut, gefällig angeordnet, mit Metall-Applikationen, Klavierlack-Leisten. Das Auto murmelt dir durch das Interieur leise zu: „Du bekommst was für dein Geld“.

Kia ceed Innenraum, Foto: Kia

Kia ceed Innenraum, Foto: Kia

In Zeiten, in denen die technischen Werte der Autos immer ähnlicher werden, können solche Einflüsterungen kaufentscheidend sein. Ob es zum Beispiel das beheizbare Lenkrad ist? Die Top-Ausstattung „Spirit“ integriert auf jeden Fall fast alles, was das Herz begehrt: Tempomat, 16-Zoll-Alufelgen, beheizbare Außenspiegel, Regensensor, beheizbare Frontscheibe, Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie Sitzheizung vorne. Und auch noch die Rückfahrkamera, optional ist das Panorama-Schiebedach. Außen ist der Wagen konsequent auf die neue Kia Formensprache getrimmt – Tigernase-Kühlergrill ist das Stichwort – und erreicht tatsächlich einen starken Wiedererkennungswert. Ob Schrägheck-Variante oder Kombi, beide wirken dynamisch und sportlich.

Kia ceed Innenraum, Foto: Kia

Kia ceed Innenraum, Foto: Kia

Effizienz und Stärke – Versprechen Nummer drei

Den Kia cee’d 1,6 CRDi gibt es in der so genannten 97g Version. Dieses Auto hat eine CO2-Emission von nur noch 97 Gramm pro Kilometer und soll im Schnitt 3,7 Liter Diesel verbrauchen. Energieeffizienzklasse A+. Die 128 PS machen den Wagen dennoch schön flott, und das im Vergleich zum Vorgänger tiefer gelegte Fahrwerk mit verbreiterter Spur sorgt für vorbildliche Stabilität. Speziell wenn man ihm auf der Autobahn mal so richtig die Sporen gibt, wirkt der Kia cee’d jederzeit gehorsam und sicher. Höchstgeschwindigkeit 197 km/h.

Kia ceed Panoramadach, Foto: Kia

Kia ceed Panoramadach, Foto: Kia

Ein für Familien konzipiertes Auto, das auch dem sportlichen Fahrer in unserer Testversion etwas gibt. Man kann das Auto auch etwas kleiner motorisieren, etwa mit dem 1.4 Liter Diesel mit 90 PS oder dem 1.4 Liter Benziner mit 100 PS oder dem 1.6 Liter Benziner mit 135 PS. Im Vergleich der 1.6 Liter Motoren weist der Benziner 165 Nm Drehmoment auf, der Diesel dagegen schon 260 Nm.

Die Konkurrenz

Der Kia cee’d 1,6 CRDi tritt gegen den VW Golf, aber auch den Hyundai i30, Opel Astra, Toyota Auris, Ford Focus, Peugeot 308, Renault Mégane oder Mazda3 an (Fahrbericht zum Mazda3 hier und zum Peugeot 308 hier). Viel Feind, viel Ehr.

Von Januar bis inklusive September 2013 verzeichnete Kia mit dem ceed schon 13.806 Neuzulassungen – das Zugpferd der Marke läuft weiter sehr gut, übrigens vor dem Kia Sportage (9.583 Neuzulassungen Jan-Sep 2013).

Kia ceed Blinker in den Außenspiegeln, Foto: Kia

Kia ceed Blinker in den Außenspiegeln, Foto: Kia

Technische Daten Kia ceed 1,6 CRDi

1,6 Liter Diesel, 128 PS
Länge: 4.310 mm
Breite: 1.780 mm (ohne Außenspiegel)
Höhe: 1.470 mm
Kofferraumvolumen, Sitze in Normalposition, bis Fensterhöhe: 380 l
Kofferraumvolumen, Rückbank umgeklappt, bis Dachhöhe: 1.318 l
Höchstgeschwindigkeit 197 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 10,9 Sek.
Kraftstoffverbrauch kombiniert laut Hersteller: 3,8 l/100 km
Testverbrauch: 5,6 l / 100 km

Kia ceed, Foto: Kia

Kia ceed, Foto: Kia

Fazit: Der Kia cee’d punktet im Vergleich durch sein markantes Profil, die Ausstattung und die Langzeitgarantie. Ein Auto, dass sich auch Leute, die seit Menschengedenken Golf fahren, mal genauer anschauen sollten.

Autogefühl: ***

Text: Autogefühl, Holger Majchrzak
Fotos: Kia


2 Responses to Kia cee’d Testbericht: Golf-Herausforderer

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