Sensationsfunde von Jaguar E-TYPE und Jaguar XK120

Dieser Jaguar E-TYPE (Bj 1961) lag seit 1974 im Winterschlaf, Foto: Coys

Es ist erstaunlich, welche automobilen Schätze nach oft jahrzehntelangem Dornröschenschlaf immer wieder aus Scheunen, Schuppen oder Hinterhöfen ans Tageslicht kommen. Highlights der jüngsten Auktionen von Coys waren ein sehr früher Jaguar E-TYPE und zwei ebenfalls mit niedrigen Chassisnummern aufwartende Jaguar XK120. Von Thomas Imhof

Der nahe einer Scheune im französischen Le Mans gefundene Jaguar E-TYPE gilt unter Kennern als eines der wichtigsten Fundstücke der letzten Jahre. Das rechtsgelenkte „fixed-head coupe“ lag seit 1974 im Winterschlaf und war seitdem nie mehr einen Kilometer gerollt. Lediglich der 3,8 Liter große Sechszylinder-Reihenmotor soll zuletzt vor fünf Jahren einmal kurz gelaufen sein.

Dieser Jaguar E-TYPE (Bj 1961) lag seit 1974 im Winterschlaf, Foto: Coys

Dieser Jaguar E-TYPE (Bj 1961) lag seit 1974 im Winterschlaf, Foto: Coys

Erstmals zugelassen wurde Chassis 860040 – der 40. jemals gebaute E-TYPE – im Juli 1961 in Großbritannien. Es gehört zu jenen ersten 500 E-TPYE mit „flachem Boden“, die heute vor allem von Sammlern goutiert werden. Die Kunden (von damals) dagegen beklagten sich über zu wenig Kopffreiheit, woraufhin Jaguar die Bodenbleche samt Sitzen ein paar Zentimeter nach unten rückte.

Der jetzt gefundene E-TYPE wurde 1969 vom zweiten Besitzer erworben, der den britischen Sportwagen dann Anfang 1974 an den Zweitwohnsitz der Familie nach Frankreich überführte. Dort lackierte er ihn um – vom Original-Grau in Aubergine – ließ aber das Interieur (blaue Ledersitze und Armaturenbrett im Aluminium-Finish) unangetastet.

Dieser Jaguar E-TYPE (Bj 1961) lag seit 1974 im Winterschlaf, Foto: Coys

Dieser Jaguar E-TYPE (Bj 1961) lag seit 1974 im Winterschlaf, Foto: Coys

Doch schon kurz darauf legte er den Vollblut-Sportwagen still – aus heutiger Sicht zum Glück unter idealen, weil trockenen Bedingungen. Der Dornröschenschlaf hielt an, bis Coys das Auto unter einer dicken Staubschicht, aber in ansonsten exzellentem Zustand vorfand. Sogar die Türen schließen noch tadellos, ebenso die Motorhaube. Tage wie diese müssen für Auktionäre wie sechs Richtige im Lotto sein.

Zumal seit dem 50jährigen-Jubiläum des E–Types 2011 die Nachfrage nach diesem „All Time Hero“ der Sportwagen-Geschichte noch mal angestiegen ist. Vor allem frühe Chassis der Serie I sind heißbegehrt. Und haben sie einen „flat bottom“ wie der Scheunenfund aus Le Mans – umso besser.

Der 40. Jaguar E-TYPE ist für 88.000 Pfund versteigert worden, also für gut 93.500 Euro – doppelt so viel wie der ursprüngliche Schätzwert. Der Auktionsgewinner möchte anonym bleiben, es ist lediglich bekannt, dass er aus Südengland stammt und den Wagen für seine Privatsammlung aufnimmt.

Jaguar XK 120 Roadster Baujahr 1951, Foto: Coys

Jaguar XK 120 Roadster Baujahr 1951, Foto: Coys

Doch Coys kam neben dem E-TYPE auch noch auf die Spuren von zwei weiteren seltenen Sportwagen aus Coventry: Der Jaguar XK120 Roadster Baujahr 1951, ursprünglich ausgeliefert an einen Besitzer auf der Isle of Man, wirkt ähnlich wie der E-TYPE noch erstaunlich gut erhalten. Auch Chassis 660580 lag lange Jahre offenbar gut verstaut, diesmal in einem Verschlag in der englischen Grafschaft Essex.

Dieser Jaguar XK120 Roadster wird bei Coys nun außerhalb der Auktion verkauft, wobei der Preis noch nicht bekannt ist.

Zweiter Jaguar XK 120 Roadster, Baujahr 1953 - mit Patina... Foto: Coys

Zweiter Jaguar XK 120 Roadster, Baujahr 1953 – mit Patina… Foto: Coys

Ein eher tristes Bild gab dagegen ein im April diesen Jahres bei Coys unter den Hammer gekommener Jaguar XK120 Competition Roadster ab. Der Wagen mit Baujahr 1953 war von einem gewissen Douglas Potter – nicht verwandt mit Harry – neben alltäglichen Fahrten an Wochenenden auch bei Rennen eingesetzt worden. Nach Beendigung der Aktivitäten stellte ihn Mister Potter dann 43 Jahre lang in seine Garage in Surrey. Auch wenn dieser XK im Vergleich zum zwei Jahre älteren Coys-XK-Fund wie ein Haufen Schrott daherkam, lag der Erlös von 85.000 Pfund deutlich über dem Schätzwert von 15.000 bis 25.000 Pfund. Für eine fachmännische Rundum-Restaurierung werden aber nochmals mindestens 100.000 Pfund an Restaurierungskosten fällig.

Was beweist, wie begehrt selbst auf den ersten Blick ziemlich heruntergekommene Scheunenfunde unter Jaguar-Fans sind.

Text: Autogefühl, Thomas Imhof
Fotos: Coys


One Response to Sensationsfunde von Jaguar E-TYPE und Jaguar XK120

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