Reißverschlussverfahren in Deutschland

Reißverschluss-Verfahren Hinweisschild, Foto: Autogefühl

Die Deutschen sind ja bekannt dafür, Regeln einzuhalten. Preußen lässt grüßen. Parkboxen müssen natürlich auch streng eingehalten werden, Parkzeiten sowieso. Und schon wenn man am Supermarkt nicht mehr ganz auf der Parkbox parkt, sondern ein kleines Stückchen auf dem Einkaufswagengang, fühlt man sich der Todesstrafe nahe. Doch wenn es um das Reißverschlussverfahren geht, gilt keine logische oder preußisch-korrekte Regel mehr – sondern nur noch das Recht des Dümmeren. Von Thomas Majchrzak

Wenn man sich kurz logisch überlegt, was der sinnvollste Verkehrsfluss ist, wenn zwei Fahrbahnen sich zu einer verengen, kommt man schnell zum Schluss:

1. Die beiden Fahrstreifen sollten so lange wie möglich ausgenutzt werden.
2. Dann wechselt man sich bei der Vorfahrt ab, einmal fährt links einer vor, dann einer rechts usw.

Nun beherzigen viele Autofahrer offensichtlich weder Regel 1 noch Regel 2. Nach eigenen Erfahrungen herrscht zumindest des Wissen vor, dass man im Reißverschlussverfahren “auch mal jemanden vorlassen muss”. Allerdings sind sich viele sehr sicher, dass man möglichst früh den Fahrstreifen wechseln muss. Aber wieso?

Wenn jeder kilometerweit vor dem eigentlichen Reißverschluss schon auf eine Fahrbahn wechselt, entsteht ein möglicher Stau deutlich früher und wird deutlich länger, als er eigentlich sein müsste. Da gibt es tatsächlich sogar Autofahrer, die sich beschweren, wenn man sich erst am Ende des Reißverschlusses einfädelt – als wenn man etwas verbrochen hätte. Dabei ist das genau das richtige Verhalten!

In dieser weiteren Aktion von “Deutsche Autoblogger für mehr Verkehrssicherheit” machen heute viele Autoblogger auf die Thematik des Reißverschlussverfahrens aufmerksam – in der Hoffnung, dass sich das Bewusstsein dafür schärft. Denn wenn jeder das Verfahren perfekt beherrscht und beherzigt, kommen wir alle besser voran auf der Straße.

Unser Foto zeigt übrigens in bester Ruhrgebiets-Trash-Romantik ein innerstädtisches Reißverschlussverfahren-Schild.

Und hier die Gedanken der anderen Autoblogs zu dem Thema:

Mikhail Bievetskiy
Jens Stratmann
Matthias Luft
Christian Rath
Matthias Lehming
Drive-Blog
Ulli Pölzlbauer
Oli Walther
Kai Bösel

Text & Foto: Autogefühl, Thomas Majchrzak


8 Responses to Reißverschlussverfahren in Deutschland

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  4. Teilefix says:

    Na klar:
    viele wechseln früh die Spur, um am Hindernis nicht darauf angewiesen zu sein, dass sie ein anderer “gnädigerweise” in seine Spur reinlässt.
    Dies hat zur Folge, dass auf der Spur mit dem Hindernis teilweise hunderte von Metern freie Fahrt herrscht.
    Verhält sich ein Autofahrer dann regelkonform und fährt bis zum Hindernis (weil es gibt ja eigentlich keinen Grund die Spur zu wechseln) ist er der “böse” Drängler.
    Komischerweise sollte jeder Führerscheinbesitzer diese Situation in seiner Führerscheinausbildung gelernt haben . . . ??!

  5. Turbotech24 says:

    Ja, der “böse” Drängler :-)

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