1952 Jaguar XK120 Roadster Ecurie Ecosse

1952 Jaguar XK120, Foto: Bonhams

Bonhams versteigert eine Serie von unglaublich wertvollen Rennwagen, die vor Schönheit und Einzigartigkeit nur so glänzt. Hier stellen wir den 1952er Jaguar XK120 Roadster vor. Von Thomas Imhof

Schätzwert: 240.000 – 480.000 Euro
Realisierter Auktionspreis: 856.001 Euro
Amtliches Kennzeichen: LXO 126
Chassis: 660578
Motor: W28687

Dieser XK 120 steht für die Gründungsphase der Ecurie Ecosse und wurde von einem der Co-Gründer des Teams, Sir James Scott-Douglas, pilotiert. Der wunderschöne Jaguar gilt als einziger Überlebender von ursprünglich drei XK 120, mit denen David Murray ab April 1952 die Rennaktivitäten seiner jungen Rennmannschaft aufnahm.

Mit dem schottischen Aristokraten Scott Douglas am Steuer erlebte der Jaguar XK 120 ‘LXO 126’ am 29. Juni 1952 bei einem Rahmenrennen des für Formel-2-Rennwagen ausgeschriebenen GP von Frankreich seine Sternstunde. Bei herrlichem Sommerwetter wurde der als bon vivant bekannte Douglas nach 358 Rennkilometern und 2:17.50,3 Stunden hinter Stirling Moss im werksunterstützten Jaguar C-TYPE und Guy Mairesse im Talbot-Lago T26 Grand Sport als Dritter abgewunken. Es war jenes Rennen, das mit dem ersten Sieg eines mit Scheibenbremsen bestückten Sportwagens in die Geschichte eingegangen ist. Nach dem Zieleinlauf trank Sir Douglas nach Zeugenaussagen erst einmal drei Flaschen Cola am Stück – und schaute nach weiteren aus! Die Ferrari-Fahrer Ascari und Farina gratulierten den beiden Briten und erwähnten so ganz nebenbei, dass sie einen XK 120 Jaguar bestellt hätten!

Für 1953 verwandelte Scott Douglas den XK 120 in einen Straßensportwagen. Doch nachdem der Ecurie Ecosse C-Type Jaguar ‘MVC 630’ im Training zum 1.000-km-Rennen auf dem Nürburgring bei einem Ausritt irreparabel derangiert worden war, wurde der XK für das Rennen noch einmal reaktiviert. Die Mechaniker demontierten über Nacht alle überflüssigen Teile und zogen noch schnell renntaugliche Rennreifen auf. Mit diesem umgestrickten Straßenmodell kamen Scott Douglas und Ninian Sanderson auf Platz zehn im Gesamtklassement, Platz vier in der Klasse und trugen entscheidend zum Gewinn des Team-Preises durch die Ecurie Ecosse bei.

1952 Jaguar XK120, Foto: Bonhams

1952 Jaguar XK120, Foto: Bonhams

Sir James Louis Fitzroy Scott Douglas Bt. Neffe des Duke of Beaufort, lebte sein Leben in vollen Zügen und baute sogar einen Zerstörer in eine private Yacht um! Mit seinen zusammen mit dem Grand Prix-Fahrer Harry Schell betriebenen Geschäften erlitt er aber Schiffbruch und starb im Alter von nur 39 Jahren am 16. Juli 1969.

Den XK120 hatte er schon 1960 erkauft. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde der Wagen in einem sehr erbärmlichen Zustand in einer Londoner Hinterhofgasse entdeckt. Er trug schon einen Warnhinweis, der eine Beseitigung und Verschrottung des Wagens binnen sieben Tage androhte. Zum Glück erstand der bekannte Jaguar-Enthusiast Tom May das heruntergekommene Schmuckstück gerade noch rechtzeitig. Er veranlasste eine Rundum-Restaurierung samt Montage eines Zylinderkopfes aus dem mächtigen D-TYPE. May fuhr das Auto bei Clubrennen, zeitweise auch mit Scheibenbremsen, ehe er es 1978 an Tony Hildebrand von der Firma Straight-Six weiterverkaufte. Dick Skipworth schließlich verleibte den XK 120 1993 seiner Sammlung ein.

Hier geht es zum Sammel-Artikel und den weiteren einzelnen Autos.

Text: Autogefühl, Thomas Imhof
Fotos: Bonhams


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