1953 Jaguar C-Type Ecurie Ecosse

1953 Jaguar C-Type, Foto: Bonhams

Bonhams versteigert eine Serie von unglaublich wertvollen Rennwagen, die vor Schönheit und Einzigartigkeit nur so glänzt. Hier stellen wir den 1953 Jaguar C-Type vor. Von Thomas Imhof

Schätzpreis 2,4 bis 3,6 Millionen Euro
Realisierter Auktionspreis: 3.527.026 Euro
amtliches Kennzeichen: KSF 182
Chassisnummer: XKC 042
Motornummer: E1042-8

Der vom älteren der beiden Stewart-Brüder – Jimmy – gefahrene C-TYPE gehört zu einem Kontingent von drei brandneuen Modellen, die der Autohändler Bob Sanderson aus Glasgow 1953 für seinen Sohn Ninian und dessen schottische Teamkollegen erwarb.

Das Modell mit Chassisnummer 042 wurde neben Jimmy Stewart vom späteren Ecurie Ecosse-Le Mans-Sieger Ninian Sanderson, Jock Lawrence und Frank Curtis pilotiert.

Die größten Erfolge Stewarts waren 1953 ein dritter Platz beim Rennen in Charterhall und Platz sechs zusammen mit Lawrence beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring.

1953 Jaguar C-Type, Foto: Bonhams

1953 Jaguar C-Type, Foto: Bonhams

 

C-TYPE „042” Einsätze in der Saison 1953

12. April Charterhall – Ninian Sanderson – Platz 4 – Jock Lawrence – ohne Platzierung
18. April Ibsley – Sir James Scott Douglas – zwei Läufe (3. + 4. Platz)
23. Mai Charterhall – Ninian Sanderson – Platz 2
25. Mai Thruxton – Sir James Scott Douglas – ohne Platzierung
30.Mai Snetterton – Jock Lawrence – ohne Platzierung
18. Juni Douglas, Isle of Man – Ninian Sanderson – 4. Vorlauf, 5. Finale
27. Juni Snetterton – Jock Lawrence – zwei Läufe (2. +3. Platz)
18. Juli Silverstone – Ninian Sanderson – Platz 11
3. August Thruxton – Jock Lawrence – Platz 3
15. August Charterhall – Jimmy Stewart – Platz 3
22. August Goodwood 9 h – Lawrence/Curtis – Platz 5
30. August Nürburgring 1000 km – Stewart/Lawrence – Platz 6

Werks-Jaguar C-TYPE gewannen die 24 Stunden von Le Mans 1951 und 1953. Von den 54 gefertigten Modellen gingen die meisten an Privatfahrer. Den zur Versteigerung stehende Ecurie Ecosse C-Type verkaufte David Murray 1954 an den Amateurfahrer und –Rennstallbesitzer John Keeling. Der nächste Eigner, David Elkan, fuhr mit dem C-TYPE nach seiner Hochzeit über einen Zwischenstopp am „The Ritz“ in Paris mit einer Füllung des 170-Liter-Tanks bis zum Carlton Hotel in Cannes. Nach einem weiteren Stopp im Ritz-Hotel von Barcelona ging es nach einigen Tagen per Fähre hinüber nach Mallorca, wo Elkans Vater ein Anwesen besaß und der Wagen dann die nächsten elf Jahre verbrachte. Elkan: „Ich fuhr dort einige Bergrennen und in den 60er Jahren zählte der Jaguar zu den aufregendsten Autos auf der ganzen Insel!”

Nach seiner Rückkehr nach London trennte sich Elkan dann vom Jaguar und verkaufte ihn an einen Nigel Dawes. Der verwandelte das zuvor rot lackierte Modell nicht nur farblich zurück in den Original Ecurie Ecosse-Stand. In den 70r Jahren war er damit erfolgreich bei Klassikrennen unterwegs. Für eine gewisse Zeit erhielt er sogar einen 3,8-Liter-Motor spendiert, präsentiert sich aber heute wieder mit einem erst im September 2013 nagelneu aufgebauten und erst zwei Stunden lang gelaufenen 3,4 Liter-Reihensechszylinder.

Von Dawes ging der C-TYPE vermutlich 1980 in den Besitz des Australiers Adrian Hamilton weiter, von wo er aber schon 1982 zurück nach Schottland kam. Dick Skipworth schließlich erwarb das Modell am 10. Dezember 1992.

1953 Jaguar C-Type (front view), Foto: Bonhams

1953 Jaguar C-Type (front view), Foto: Bonhams

Seitdem wurde der C-TYPE in zahlreichen Meetings wie Monaco Historic Grand Prix, Mille Miglia Retro, Goodwood Festival of Speed und Revival Meeting oder Classica Italia von Größen wie Sir Stirling Moss, Tony Brooks und Barrie ‘Whizzo’ Williams bewegt. Auch Jackie Stewart war in Erinnerung an seinen 2008 gestorbenen Bruder Jimmy öfters in diesem Auto zu sehen.

Sammler Skipworth hat zu diesem Jaguar eine ganz besondere Beziehung: „Ich betrachte dieses Auto als die zweite Frau in meinem Leben. Immer ansprechbar, mit tadellosen Manieren, aufregend, wenn man sie provoziert, mit wunderschönen Linien, absolut zuverlässig, nicht zu teuer im Unterhalt und einfach zu fahren auch im dichten Stadtverkehr – obwohl sie die offene Straße bevorzugt. Und sie hält sich am liebsten in jüngerer Gesellschaft auf – was ja auch nicht verkehrt ist!

Hier geht es zum Sammel-Artikel und den weiteren einzelnen Autos.

Text: Autogefühl, Thomas Imhof
Fotos: Bonhams


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