1956 Jaguar D-Type Shortnose Ecurie Ecosse

1956 Jaguar D-Type, Foto: Foto: Bonhams

Bonhams versteigert eine Serie von unglaublich wertvollen Rennwagen, die vor Schönheit und Einzigartigkeit nur so glänzt. Hier stellen wir den 1956er Jaguar D-Type Shortnose vor. Von Thomas Imhof

Schätzpreis: 3,0 bis 4,2 Millionen Euro
Realisierter Auktionspreis: 3.120.271 Euro
Amtliches Kennzeichen: MWS 303
Chassisnummer: XKD 561

Der bekannteste Rennwagen aus dem Team Ecurie Ecosse, der von Bonhams angeboten wird, ist der Jaguar Short Nose D-Type “MWS 303” Baujahr 1956. Ein D-TYPE ohne die bekannte Heckfinne, der von Ron Flockhart gesteuert wurde.

D-TYPE Jaguar holten zwischen 1955 und 1957 einen Hattrick beim 24 Stunden Rennen von Le Mans. 1955 gewann ein Werks-Wagen mit „langer Nase”, 1956 dann ein Ecurie Ecosse-Modell mit kurzer Schnauze und 1957 ein ebenfalls im berühmtem Flag Metallic Blue-lackiertes Modell mit wiederum langer Bugpartie.

1956 Jaguar D-Type, Foto: Foto: Bonhams

1956 Jaguar D-Type, Foto: Foto: Bonhams

Ecurie Ecosse setzte zwischen 1955 und 1957 insgesamt sechs D-TYPEs mit den Chassisnummern ‘XKD 501’, ‘502’, ‘504’, ‘561’, 603′ und ‘606’ an. Das von Bonhams zur Auktion stehende Modell ist Chassis 561, ein Shortnose mit Kennzeichen ‘MWS 303’ .

Im Mai 1955 hatte David Murray die ersten beiden Modelle – ‘XKD 501’ und ‘502’ – in Empfang genommen. In der ersten Saison bestritt Ecurie Ecosse damit 20 Rennen, von denen man sechs gewann.

Beim hier abgebildeten Wagen handelt es sich um den dritten und letzten von der Ecurie georderten Shortnose-D-TYPE, brandneu aus dem Werk Coventry im März 1956 geliefert.

Das Auto kam 1956 in nur zwölf Rennen zum Einsatz und brachte seinen Fahrern zwei Siege und fünf zweite Plätze ein.

D-TYPE “XKD 561“-Einsätze in der Saison 1956

25. März – Snetterton – Ron Flockhart – zwei Rennen (Platz 1+2)
2. April – Goodwood – Ron Flockhart – Platz 1
14. April – Oulton Park – Ron Flockhart – Platz 2 Vorlauf, Platz 7 Finale
21. April – Aintree – Desmond Titterington – Platz 2
29. April – Charterhall – Peter Hughes – zwei 2. Plätze
5. Mai – Silverstone – Ron Flockhart – Platz 55
13. Mai – Spa-Francorchamps – Desmond Titterington – Ausfall
21. Mai – Goodwood – Jock Lawrence – Ausfall
23. Juni – Aintree – Ninian Sanderson – Ausfall
8. Juli – Rouen-les-Essarts – Desmond Titterington – Platz 7
14. Juli – Silverstone – Ron Flockhart – Platz 3
3. September – Charterhall – Jock Lawrence – Ergebnis nicht bekannt

Ron Flockhart Sieg beim allerersten Einsatz ging auch auf das Konto der neuen Scheibenbremsen – schon bei Halbzeit des Rennens ließ er George Abecassis in einem mit Trommelbremsen bestückten HWM mit D-TYPE-Motor hinter sich und gewann bei seinem ersten Einsatz für die Ecurie Ecosse und dem ersten auf einem D-TYPE souverän. Bei einem über zehn Runden gehenden Handikap-Rennen am Nachmittag holte er dann drei Sekunden pro Runde auf den Sieger Peter Gammon in einem Cooper-Climax auf, reduzierte den Rückstand auf diesen bis zum Ziel von immerhin 36 auf 18 Sekunden und belegte einen mehr als ehrenwerten zweiten Platz.

Am Ostermontag schlug Flockhart in Goodwood dann nochmal zu; ließ dann noch einen zweiten Platz bei einem Vorlauf und Platz sieben im Finale des Meetings in Oulton Park folgen. In Aintree musste sich Desmond Titterington im ‘561’ nur Roy Salvadori im Werks-Aston Martin DB3S beugen. Und auch im Rahmenprogrammrennen zum GP von England in Silverstone am 14. Juli stand er auf dem Treppchen: P3 hinter Stirling Moss im Werks-Maserati 300 S und (erneut) Salvadoris Aston.

Anfang 1957 verkaufte David Murray ‘XKD 561’ an den jungen und noch unerfahrenen Max Trimble. Nach zwei Versuchen in Aintree und Goodwood beschädigte dieser dann beim Training zu einem Sportwagen-Rennen in Spa Anfang Mai das Auto bei einem Unfall nachhaltig.

Im unreparierten Zustand ging der Wagen an den walisischen Jaguar Spezialisten Maurice Charles, der ihn 1959 wieder ins Renngeschehen zurückbrachte. Immerhin belegte das Auto im Rahmenrennen zum GP von England in Aintree einen achten Platz gegen durchweg leichtere und schnellere Gegner wie Cooper Monaco, Lister-Jaguar und Lotus 15. Danach holte Maurice Charles beim Kentish ‘100’ in Brands Hatch noch einen siebten Platz vor Mike Anthony in einem PS-gewaltigen Lister-Chevrolet und Michael Salmon in einem weiteren D-TYPE.

1960 setzte Charles den „Jag“ dann nur noch gelegentlich ein – zu Buche steht u.a. ein siebter Platz beim BRDC-Meeting in Silverstone im Mai. Danach verkaufte er das Auto an Clive Unsworth aus Lancaster, der den D-TYPE für die nächsten acht Jahre als Straßenfahrzeug nutzte, ehe er es für 26 lange Jahre wegschloss. Erst nach seinem Tod 1994 kam dieses extrem originalgetreue Exemplar dann wieder ans Tageslicht. Schon damals war Skipworth interessiert, doch ging das Auto zunächst an einen Dr. Julio Palmas, der den „Jag“ vom führenden britischen Jaguar Experten John Pearson generalüberholen ließ.

Als ‘XKD 561’ dann 2002 erneut zum Verkauf stand, schlug Skipworth zu. Wie der C-TYPE ist auch der D-TYPE heute ein Stammgast bei den wichtigsten Rennmeetings der Klassiker.

Hier geht es zum Sammel-Artikel und den weiteren einzelnen Autos.

Text: Autogefühl, Thomas Imhof
Fotos: Bonhams


2 Responses to 1956 Jaguar D-Type Shortnose Ecurie Ecosse

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