1960 Cooper-Climax Monaco T49 Mk II

1960 Cooper T49 Monaco, Foto: Foto: Bonhams

Bonhams versteigert eine Serie von unglaublich wertvollen Rennwagen, die vor Schönheit und Einzigartigkeit nur so glänzt. Hier stellen wir den 1960er Cooper-Climax Monaco T49 Mk II vor. Von Thomas Imhof

Schätzpreis: 240.000 – 360.000 Euro
Realisierter Auktionspreis: 266.206 Euro
Amtliches Kennzeichen: DS 228
Chassis Nummer: DM/773/W

Der Cooper Monaco wurde neben Bruce Halford und Tommy Dickson und von keinem Geringeren als dem späteren dreifachen Weltmeister Jackie Stewart pilotiert. Es waren Siege auf diesem Wagen, die Stewart auf den Radarschirm seines späteren Mentors und Ziehvaters Ken Tyrrell brachte. Der ihn zuerst für seinen Formel 3- und später Formel-1-Stall verpflichtete.

Für die Ecurie Ecosse war es der erste Einsatzwagen mit einem im Heck installierten Motor. In diesem Fall einem 2,5-Liter Coventry Climax FPF mit Doppelnockenwellen-Vierzylinder. Die Jungfernfahrt ging am 28. Mai 1960 beim Flugplatzrennen im schottischen Chaterhall über die Bühne – auf Anhieb gewann Tommy Dickson zwei Rennen. Es folgten weitere Siege in Goodwood (6. Juni) und erneut Charterhall (3. Juli),gefolgt von einem Ausfall in Silverstone beim britischen Grand Prix (16. Juli).

Danach trat der Cooper eine Reise über den Atlantik an. Bei einem Formula Libre-Rennen im amerikanischen Watkins Glen (Bundesstaat New York) belegte Roy Salvadori hinter zwei Formel 1 mit Moss (Lotus 18) und Brabham (Copper-Climax T53) einen exzellenten dritten Platz. Danach ging es per Cargo-Flieger weiter an die Westküste, wo der Ecosse-Wagen beim jährlichen ‘Los Angeles Times’ Grand Prix für Sportwagen in Riverside antrat. Nach einem Dreher zur Halbzeit reichte es dort nur zu Platz sechs. Danach wurde der Wagen dem inzwischen zweifachen Formel-1-Weltmeister Jack Brabham anvertraut, doch sah der Australier beim Pacific Grand Prix in Laguna Seca nach einem Reifenplatzer und daraus resultierendem Schaden an einer Hinterradbremse nicht das Ziel.

Für die Saison 1961 ging es zurück nach England. Mit Tommy Dickson am Volant reichte es zu einem dritten Platz beim Ostermontag-Rennen (Sussex Trophy) von Goodwood hinter zwei Lotus 19, zwei vierten Plätzen in Oulton Park und Aintree, einem Sieg in Charterhall am 23.April und einem weiteren vierten Platz in Silverstone am 6. Mai.

Danach lud David Murray den früheren Maserati-, Lister- und BRM-Fahrer Bruce Halford ein, den Cooper beim Whit-Monday Goodwood Meeting zu probieren. Der bedankte sich mit einem Sieg und fuhr danach zusammen mit Dickson das ADAC 1000-km-Rennen am Nürburgring. Wo man aber mit Aufhängungsschaden strandete.

Am 10. Juni 1961 folgte dann Le Mans, mit Halford und Dickson als Fahrer. Hierfür musste der Wagen laut Reglement mit einer unschönen, weil deutlich höheren Windschutzscheibe und einem „Kofferraum“ über der hinteren Motorverkleidung versehen werden. Nachdem David Murray sein ganzes diplomatisches Geschick aufgebracht hatte, um den von den Kommissaren als zweisitzigen Rennwagen deklarierten Cooper durch die technische Abnahme zu bringen, ließ sich das Rennen gut an. Doch nur bis zum Abend, als Halford in seiner 34. Runde unter der Dunlop-Brücke böse abflog. Während der Monaco mit hoher Geschwindigkeit an der Streckenbegrenzung zerschellte, wurde der Fahrer auf die Fahrbahn geschleudert. Wie durch ein Wunder überlebte Bruce Halford den Crash, und auch der Ecurie Ecosse Cooper wurde wieder instand gesetzt. Schon am 7. August tauchte er wieder in Aintree auf, wo ihn Dickson auf Platz drei steuerte. Die Saison 1961 endete mit zwei Siegen von Dickson am 24. September auf der Ecurie Ecosse-Hausstrecke von Charterhall.

1960 Cooper T49 Monaco, Foto: Foto: Bonhams

1960 Cooper T49 Monaco, Foto: Foto: Bonhams

Nachdem der Wagen in den Besitz des langjährigen Ecurie Ecosse-Förderers Major Gordon Thompson übergegangen war, blieb er – seines Motors beraubt- für 1962 arbeitslos. Doch 1963 wurde der alternde Monaco reaktiviert, kam mit Halford beim Silverstone-Meeting im Mai auf Platz sechs, ehe dann Jimmy Blumer drei dritte und einen neunten Platz bei Rennen in Ouston, Charterhall, Snetterton und Oulton Park (alle im Zeitraum Juni/Juli) errang.

Und dann vertraute David Murray das Auto einem jungen Newcomer namens Jackie Stewart aus Dumbarton an – jüngerer Bruder des bereits für die Ecurie Ecosse tätig gewesenen Jimmy Stewart. Prompt gewann er in Snetterton (5. August 1963), Oulton Park (31.August), Goodwood (21. September) und Charterhall (29. September) insgesamt sechs Rennen infolge.

Es waren diese Glanztaten in einem nicht mehr ganz taufrischen Auto, die Stewarts Karriere den entscheidenden Anschub gaben. Goodwoods Streckenchef Robin McKay machte Ken Tyrrell und John Cooper auf den jungen Schotten aufmerksam, die ihm daraufhin Testfahrten in Goodwood auf einem für 1964 konstruierten 1,0-Liter-Formel 3 ermöglichten. Der Rest der Geschichte ist bekannt…

Zwischen Mai 1960 und April 1964 bestritt der Ecurie Ecosse Cooper Monaco 32 Rennen, wovon er 16 als Sieger beendete. Doch am 11. April 1964 verlor Jackie Stewart auf kalten Reifen im Training zum Rennen in Oulton Park die Kontrolle und prallte gegen einen Baum. Er kam unverletzt davon, bedauerte aber den Unfall zutiefst: “Denn es war ein wundervolles Auto, in dem ich viele Rennen gewonnen hatte…”

Daraufhin nutzte Ecurie Ecosse die Chance, das Auto in einen offenen Einsitzer für Formula Libre-Rennen umzubauen. Als ‘Ecosse-Climax’ erwies er sich mit einem anderen vielversprechenden schottischen Fahrer, Bill Stein, als weiterhin sehr erfolgreich. Bei Rennen in Schottland und Nordengland errang er neun Siege und drei vierte Plätze, ehe der Wagen Ende 1966 in die Privatsammlung von Major Thompson überging.

Dort blieb er bis zum 27. August 1970, wo er zusammen mit anderen Wagen aus der Thompson Collection bei einer Auktion im Gleneagles Hotel unter den Hammer kam. Unter dem Publikum war eine amerikanische Familie mit einem neujährigen Sohn namens Todd Jenkins. Er überredete seinen Vater, auf den Ecosse-Climax zu bieten. Und der erhielt für £1,160 den Zuschlag.

Daraufhin landete der Wagen in der Tat in der USA, wo ihn der inzwischen erwachsene Todd Jenkins 1995 in seinen Original-Zustand als Sportwagen anno 1960 zurückversetzte. Die Restaurierung übernahm Akin Motorsports aus Ossining, New York. Bob Akin selbst fuhr seit 1972 seinen eigenen Cooper Monaco; alle noch intakten Teile des Jenkins-Autos wurden entweder neu aufgefrischt oder durch originalgetreue Ersatzteile ersetzt. Auch eine neue Aluminium-Karosserie, neue Tanks, ein wiederaufbereiteter Coventry Climax FPF-Motor samt quer eingebautem Cooper-Knight ‘C5S’ Fünfganggetriebe waren Teil dieses Rundum-Erneuerungsprogramms. Zum Schluss erhielt die Karosserie dann noch die Original-Farbe der Ecurie Ecosse – Flag Metallic Blue. Todd Jenkins, der zuvor einige Jahre lang auf Porsche unterwegs war, stellte den wiedergeborenen Ecosse Cooper Monaco auf Anhieb auf die Pole-position für das Lime Rock Park Vintage Festival 1998 – das er danach auch gewann. Gefolgt von einem Klassensieg beim Lime Rock Concours und einem Gesamtsieg im Jahr 2000 bei den SVRA Virginia Beach Air Base-Rennen.

Zum guten Schluss fand der rüstige Veteran den Weg in die Sammlung von Dick Skipworth. Der setzte den Cooper Monaco mit Barrie Williams 2002 und 2006 bei den Monterey Historics in Laguna Seca ein. Weitere Auftritte gab es 2005 bei der Sir Jack Brabham Tribute-Parade beim Goodwood Revival Meeting und 2007 bei der an gleicher Stelle zu Ehren von Roy Salvadori abgehaltenen Parade.

In seinem ersten Leben als Original-Cooper Monaco holte der Wagen 17 Siege, einen zweiten, fünf dritte und 28 Plätze in den Top-Ten – bei nur fünf Ausfällen in zusammen 34 Einsätzen.

Als offener Ecosse-Climax-Einsitzer kamen 1965/66 zwölf Rennen mit Bill Stein und drei mit Bill Dryden hinzu. Stein gewann neun Mal – in Ingliston, Croft und Rufforth – holte dazu einen vierten Platz und fiel nur zwei Mal aus. Dryden fuhr ausschließlich in Ingliston außerhalb von Edinburgh und holte dort zwei vierte Plätze bei nur einem Ausfall.

Hier geht es zum Sammel-Artikel und den weiteren einzelnen Autos.

Text: Autogefühl, Thomas Imhof
Fotos: Bonhams


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