Formel E – Vettel mag sie nicht, doch Nico Rosberg ist neugierig

Spark-renault

Trotz ablehnender bis spöttischer Kommentare von Sebastian Vettel und Bernie Ecclestone nimmt die erste Saison der Formel E zunehmend Gestalt an. Mit dem Virgin-Team von Richard Branson wurde jetzt die neunte von zehn Mannschaften vorgestellt und zugleich der zehn Rennen starke Kalender offiziell abgesegnet. Von Thomas Imhof

Mit dem 2009 und 2010 in der Formel 1 als Hinterbänkler vertretenen Virgin Team des schillernden Richard Branson haben die Macher der ersten elektrischen Monoposto-Rennserie nach der Truppe um Alain Prost das zweite Ex-Team aus dem Zirkus von Bernie Ecclestone verpflichtet. Kurze Zeit zuvor hatte als achte von zehn Mannschaften der indische Autokonzern Mahindra & Mahindra ein Start-Ticket gezogen. Der letzte Teilnehmer für die am 13. September 2014 startende Formel E soll noch vor Weihnachten enthüllt werden – es wird eine weitere Truppe aus Europa sein, jedoch leider nicht das stark interessierte Team Rosberg. Arno Zensen, Teamchef der vor allem für ihr DTM-Engagement bekannten Équipe, sagte der britischen „Autosport“: „Es ist kein Geheimnis, dass dies etwas sehr Interessantes für uns ist“. Auf der IAA habe man sich das Auto angesehen, mit den Organisatoren Details besprochen und spontan eine Bewerbung hinterlegt. Nun sieht es so aus, als müsse sich Rosberg auf das zweite Jahr vertrösten lassen – dann soll der Kalender der Formel E von jetzt zehn auf zwölf oder 13 E-Grand Prixs vergrößert und auch das Teilnehmerfeld aufgestockt werden. Zugleich weichen die im Jahr eins noch verwendeten Einheitswagen Eigenkonstruktionen.

Erste Testfahrten mit Lucas de Grassi am Steuer

Erste Testfahrten mit Lucas di Grassi am Steuer auf dem Kurs von La Ferté Gaucher (Frankreich) Foto: Formula E

Auch Mercedes-Formel-1-Pilot Nico Rosberg steht einer elektrischen Rennserie erstaunlich offen gegenüber: „Es ist mit Sicherheit eine interessante Sache und etwas Neues. Ich weiß, dass es viel Interesse an der Serie gibt und dass es auf jeden Fall ein Stück Zukunft in sich trägt. Ich bin gespannt, wie es sein wird”, so der Deutsche auf „Motorsport.total“. Der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel hingegen kann den sirrenden Rennern bislang nicht viel abgewinnen: „Ich denke nicht, dass das die Zukunft ist. Die Leute kommen zu uns, um die Formel 1 zu spüren – und es gibt nicht viel zu spüren, wenn ein Auto an dir vorbeifährt und du nichts anderes als den Wind hörst. Vielleicht bin ich sehr altmodisch, aber ich denke, die Formel 1 muss kreischen, muss laut sein, es braucht Vibrationen”, so der Heppenheimer auf Motorsport.total. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ätzt sogar regelrecht gegen die vom Weltmotorsport-Verband FIA abgesegnete neue Serie: Er vergleicht die Rennwagen mit „Rasenmähern“ und glaubt sogar, „dass die Formel E nicht stattfinden wird.“ FIA-Präsident Jean Todt bleibt gelassen: „Ich habe großen Respekt vor Sebastian Vettel, aber seine Meinung sollten wir uns nicht zu sehr zu Herzen nehmen.“ Ohnehin sieht er die Formel E nicht als Konkurrenz zur Formel 1. „Die Formel E ist ein anderes Rennen, an anderen Orten für ein anderes Publikum. Die Formel 1 ist ein Marathon im Wald, die Formel E ein Mittelstrecken-Rennen in der City. Es ist alles völlig neu, daher brauchen wir Zeit, um diese neue Kategorie einzuführen und zu entwickeln. Es ist eine Zukunftsvision und umweltfreundlich, was sehr wichtig ist, denn der Motorsport muss der Entwicklung der Gesellschaft folgen. Das geschieht in all unseren Serien. In der Formel 1 führen wir neue Antriebe ein, in der WEC (World Endurance Championship, Die Redaktion) verfügen wir über Hybrid-Technologie. Die Formel E ist ein Teil dieser Entwicklung.“ Wenn es im nächsten September losgeht, vertritt das Audi Sport ABT Formula-E-Team die deutschen Fahrer. Wie es aussieht, mit Piloten aus dem Werksfahrer-Pool von Audi.

Der Formel E in den Farben von Virgin Racing Foto: Formula E

Der Formel E in den Farben von Virgin Racing Foto: Formula E

Die Teams Andretti Autosport (USA) Dragon Racing (USA) China Racing (China) Super Aguri (Japan) Mahindra Racing (Indien) Drayson Racing (Großbritannien) Virgin Racing (Großbritannien) e.dams – Prost (Frankreich) Audi Sport ABT (Deutschland) TBN

Virgin-Teamchef Alex Thai (links) mit Alejandro Agag, CEO Formula E Holding Foto: Formula E

Virgin-Teamchef Alex Thai (links) mit Alejandro Agag, CEO Formula E Holding Foto: Formula E

Die Rennen Peking 13. September 2014 Putrajaya* 18. Oktober 2014 Rio de Janeiro 15. November 2014 Punta del Este** 13. Dezember 2014 Buenos Aires 10. Januar 2015 Los Angeles 14. Februar 2015 Miami 14. März 2015 Monte Carlo 9. Mai 2015 Berlin 30. Mai 2015 London 27. Juni 2015 *Malaysia **Uruguay Text: Autogefühl, Thomas Imhof Fotos: Formula E


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