Volvo XC60 Testbericht

Volvo XC60 in Inscription Crystal Weiß-Perleffekt, Foto: Autogefühl

Der Volvo XC60 ist das erfolgreichste Modell von Volvo in Deutschland. Er sorgt dafür, dass hierzulande schon die Hälfte aller Neuzulassungen des schwedischen Herstellers aus dem SUV-Segment kommt – Tendenz steigend. Wir haben uns angesehen, wo und wie der Volvo XC60 überzeugt. Von Thomas Majchrzak





Den ersten Volvo XC60 gab es 2008; Mitte 2013 folgte eine optische Überarbeitung, die dem XC60 sehr gut getan hat: Die neue Frontschürze wirkt dynamischer und moderner, die neuen Scheinwerfer unterstreichen dabei den Gesamtauftritt. Damit gehört der Volvo XC60 zu den schicksten Kompakt-SUVs auf dem Markt.

Volvo XC60 in Inscription Crystal Weiß-Perleffekt, Foto: Autogefühl

Volvo XC60 in Inscription Crystal Weiß-Perleffekt, Foto: Autogefühl

Nun ist die größte Neuheit der “Drive-E” Motor D4, ein 2 Liter Vierzylinder-Diesel mit 181 PS, der trotz Leistungssteigerung in die Effizienzklasse A+ aufsteigt. Den Volvo XC60 mit Frontantrieb bringt er in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das ist so viel Power, dass bei voller Beschleunigung und gleichzeitigem Lenkeinschlag die Vorderräder durchaus leicht werden. Gerade noch so viel Power, wie man über die Vorderräder auf die Straße bringen kann. Aus gutem Grund ist der nächstgrößere Diesel nicht nur optional, sondern ausschließlich mit Allradantrieb erhältlich.

Volvo XC60 Felgen, Foto: Autogefühl

Volvo XC60 Felgen, Foto: Autogefühl

Der D4 Diesel mit 181 PS stellt den guten Kompromiss zwischen Sparsamkeit und Power dar, mit diesem Motor hat man jederzeit Kraftreserven, um zum Beispiel mal schnell auf einer Autobahnauffahrt zu beschleunigen – und natürlich auch genügend Spaß. Es macht sich keine große Diesel-Gedenksekunde breit. Das neue 8-Gang-Automatik-Getriebe schaltet ohne groß merkbare Schaltvorgänge zügig hoch und runter. Den offiziell angegebenen Verbrauch von 4,7 l / 100 km erreichen wir jedoch nicht, da muss man sich realistischerweise eher auf 6 bis 7 Liter einstellen.

Volvo XC60 - die Volvo-Mittelkonsole eignen sich stets hervorragend als Fotomotiv, Foto: Autogefühl

Volvo XC60 – die Volvo-Mittelkonsole eignen sich stets hervorragend als Fotomotiv, Foto: Autogefühl

Ansonsten steht das Fahrgefühl ganz auf Komfort. Schnelle Kurvenfahrten muss der Volvo XC60 nicht haben, wobei man das Adaptive Fahrwerk (Aufpreis 1.250 Euro) auf Sport oder Advanced stellen kann und damit dann etwas mehr Seitenhalt hat. Der Unterschied der einzelnen Fahrmodi macht sich allerdings nicht so stark bemerkbar wie etwa beim Wettbewerber VW Tiguan.

Volvo XC60, Foto: Autogefühl

Volvo XC60, Foto: Autogefühl

Dafür punktet der Volvo XC60 mit seinem Design – außen wie innen. Schon das Exterieur ist unverwechselbar. Keiner hat hinten so geschwungene Heckleuchten und keiner schaut uns so mit einem weit geöffneten dynamischen Mund an. Vom Stylo-Faktor wäre da vielleicht noch der Range Rover Evoque als Konkurrent zu nennen.

Volvo XC60 in Inscription Crystal Weiß-Perleffekt, Foto: Autogefühl

Volvo XC60 in Inscription Crystal Weiß-Perleffekt, Foto: Autogefühl

Die Wirkung unseres Testwagens wird durch das betörende Inscription Crystal Weiß-Perleffekt verstärkt. Von weitem ein strahlendes Weiß, in der Detailansicht funkeln dann kleine Sternchen auf der Lackoberfläche.

Noch stärker unterscheidet sich Volvo im Innenraum. Dort herrscht skandinavisches Design mit klaren, geschwungenen Linien. Klassisch die Kopfstützen, die in der geschwungenen Form mit der Mittelkonsole harmonieren. Besondere Exklusivität vermittelt die zentrale Kontrolleinheit, wenn sie mit der Echtholzeinlage (Aufpreis 650 Euro) versehen ist. Das passt auch zu Volvo, nach dem Motto: bodenständig und edel zugleich.

Volvo XC60 Mittelkonsole mit Holzinlet, Foto: Augefühl

Volvo XC60 Mittelkonsole mit Holzinlet, Foto: Augefühl

Die Bedienung des Infotainments hat man schnell heraus, auch die Fahrer-Instrumente sind in der Top-Ausstattung digitalisiert. In diesem Fall kein Nachteil, denn die Auflösung ist hoch und die Funktionen sind vielseitig, aber immer noch einfach genug.

Die Sportsitze geben einen guten Seitenhalt, sind aber zugleich komfortabel. Sie umschließen Fahrer und Beifahrer auf wohlige Art und Weise und laden ein zu einer Langstreckentour. Was die Höhe der Sitzposition betrifft, so kommen die Sitze im Volvo XC60 keinem Stuhl gleich, d.h. die Beine sind nicht wie in manch anderen SUVs so gut wie in 90-Grad-Position. Diese innere Höhe vermittelt also eher das Autogefühl Richtung Pkw. Vermisst haben wir etwas mehr Platz für den Linken Fuß. Die Aufstellfläche neben der Pedalerie ist für Menschen mit großen Füßen etwas zu knapp.

Volvo XC60 digitaler Tachometer in der Top-Ausstattung, Foto: Autogefühl

Volvo XC60 digitaler Tachometer in der Top-Ausstattung, Foto: Autogefühl

Volvo XC60 Preise und Ausstattungen

Los geht es mit dem Volvo XC60 ab 34.250 Euro, dann mit dem D3 Diesel mit 136 PS. Benziner gibt es nur sehr kraftvolle, beginnend mit dem T5 mit 245 PS. Zu empfehlen ist der von uns getestete neue Diesel D4 Drive-E mit 181 PS. Allrad ist dabei kein Muss. Darüber gibt es noch den D5 mit 215 PS (nur AWD).

Die Ausstattung beginnt bei Kinetic, für 2.000 Euro mehr gibt es Momentum und damit zum Beispiel elektrisch einklappbare Außenspiegel, Einparkhilfe hinten und Lederlenkrad. Für wiederum 3.000 Euro zusätzlich bietet die Top-Ausstattung Summum einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz, Frontscheibenheizung, Sitzheizung vorn, digitale Instrumente, Ledersitze, 18-Zoll-Felgen und Dachreling.

Extra kommen in jedem Fall die Holzeinlage für die Mittelkonsole, das Panorama-Glasdach (1.450 Euro), und die Lenkradheizung, die immerhin entgegen manch anderer Optionen nur 250 Euro extra kostet.

Volvo XC60 Kofferraum, Foto: Autogefühl

Volvo XC60 Kofferraum, Foto: Autogefühl

Nehmen wir beispielhaft den 181 PS Diesel mit Automatik und Momentum-Ausstattung plus Schiebedach und Lenkradheizung. Macht 42.000 + 1.450 + 250 Euro = 43.700 Euro für einen guten Kompromiss zwischen Leistung, Komfort und Preis. Mit den Extras wird es natürlich nicht ganz billig, gerade die Summe an Zusatzoptionen schlägt hier zu Buche.

Allerdings: Vergleicht man die Einstiegspreise mit der Premium-Konkurrenz, so liegt ein Mercedes GLK gut 3.000 Euro höher, so auch der BMW X3 und in etwa ein Audi Q5 (in dieser Preis-Reihenfolge). Volvo siedelt den XC60 also preislich etwas unterhalb der Premium-Konkurrenz an, bietet gleichzeitig aber unverwechselbare Merkmale. Und da hätten wir dann auch schon das Entscheidungskriterium für dieses Fahrzeug.

Volvo XC60 Abmessungen

Länge: 4,64 m
Breite: 2,12 m (inkl. Außenspiegel)
Höhe: 1,71 m

Im rückläufigen Auto-Jahr 2013 haben sich 8.774 deutsche Neuwagenkäufer für den Volvo XC60 entschieden, ein Jahr zuvor waren es noch 9.809. Trotzdem stehen die Zeichen bei Volvo ganz auf SUV: Der Volvo XC60 wird an die Erfolge anknüpfen, bedient er doch eines der derzeitigen Trend-Segmente. Wer einen Premium-Kompakt-SUV haben und individueller als andere sein möchte, der liegt hier genau richtig.

Autogefühl: ****

Text, Fotos & Video: Autogefühl, Thomas Majchrzak


5 Responses to Volvo XC60 Testbericht

  1. […] AutogefühlVolvo XC60 Testbericht – Volvos Kompakt-SUV als Designikone aus SchwedenAutogefühl – das Auto Blog! http://www.autogefuehl.de Der Volvo XC60 ist das erfolgreichste Modell von Volvo … […]

  2. […] Autophorie.de hat den XC60 Anfang 2013 als D5 mit Chiptuning von Polestar getestet. Außerdem gibt es bei den Kollegen mehr zum neuen D4 Motor (als Vierzylinder) in Verbindung mit der neuen 8-Gang-Automatik. Autogefühl.de hat den neuen D4 mit 181 PS schon im XC60 gefahren. […]

  3. […] einer Weile konnten wir schon den neuen D4 Diesel mit 181 PS im Volvo XC60 testen, von dem wir auch ein Video gemacht […]

  4. NewCarz says:

    Fahrbericht: Volvo XC60 – Der coole Schwede

    Volvo: Bieder, spießig, langweilig. Diese Attribute mögen noch in so manchen Köpfen verankert sein. Fakt ist aber, dass die Modelle des Hier und Jetzt nordisch kühl, edel und hochwertig daher kommen und den modernen Individualisten auszeichnen. Zu dies…

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