Suzuki Grand Vitara X30 1.9 DDiS Testbericht

Suzuki Grand Vitara, Foto: Suzuki

Schöne neue SUV-Welt: Immer mehr Kompakt-SUVs bieten moderne Vorzüge, schickes Design und einen angenehmen Auftritt im Straßenverkehr. Doch es gibt auch noch die Vertreter, die aus einer Geländevergangenheit schöpfen und einen bulligeren Auftritt haben – und eher in die Richtung der Reduktion aufs Wesentliche gehen. Ein Vertreter davon ist der Suzuki Grand Vitara. Von Thomas Majchrzak

Knapp 3.000 Suzuki Grand Vitara wurden im Jahr 2013 in Deutschland neu zugelassen, man kann also keineswegs davon sprechen, dass sich dieses Modell schon überlebt hat. Die meisten Suzuki-Modelle liegen im Gegensatz zu anderen Herstellern von den Neuzulassungszahlen her recht homogen beieinander – wobei sich bei Suzuki nun vieles in Richtung des neuen Suzuki SX4 S-Cross verschieben wird (hier der Bericht dazu bei der Einführung und hier mit Allrad-Fokus im Schnee).

Suzuki Grand Vitara Sondermodell X30, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara Sondermodell X30, Foto: Suzuki

Während der neue Suzuki SX4 S-Cross die Käufer-Klientel der modernen und stadttauglichen Kompakt-SUVs bedient, gehört der Suzuki Grand Vitara vergleichsweise zum alten Eisen – was seine Vor- und Nachteile hat.

Den Vorgänger Vitara gab es von 1988 bis 1998, dann startete die erste Generation des Suzuki Grand Vitara und lief bis 2005. Im Herbst 2005 kam dann die neue und im Prinzip heute noch aktuelle Version auf den Markt, 2012 gab es ein kleines Facelift.

Suzuki Grand Vitara Sondermodell X30, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara Sondermodell X30, Foto: Suzuki

So ist das im Prinzip neun Jahre alte Auto von außen auf dem neusten Stand: Ein Geländewagen-betonter kantiger Auftritt, aber mit modernen Linien wie vorne bei den Scheinwerfern und rundherum bei den schicken Alufelgen. Der Innenraum mutet dagegen etwas überholt an. Nicht minderwertig, aber doch ein wenig in die Jahre gekommen.

So versprüht der Suzuki Grand Vitara eher den Charme der guten alten Zeit, in der Geländewagen noch fürs Gelände gekauft wurden. Seine Allrad-Fähigkeiten sind unumstritten:

Suzuki Grand Vitara Sondermodell X30 Innenraum mit Ledersitzen, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara Sondermodell X30 Innenraum mit Ledersitzen, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara Geländefähigkeit

Die normale permanente Allrad-Einstellung für den Suzuki Grand Vitara bedeutet: 50 Prozent des Drehmoments über die Vorderachse, 50 Prozent über die Hinterachse – mit Abweichungen nach vorne und nach hinten, maximal 100 Prozent vorne oder 100 Prozent hinten. Im 4H Lock Modus kann man das Mitteldifferenzial sperren, um Offroad mehr Ruhe und kontrollierten Vortrieb zu gewährleisten. Mit 4L Lock gibt es zudem noch eine Geländeuntersetzung, die die Gänge so ändert, dass sie auf Geländeanstieg, mehr Drehmoment an den Rädern, aber auf geringere Geschwindigkeit ausgelegt sind.

Suzuki Grand Vitara, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara, Foto: Suzuki

Nutzen wir den Suzuki Grand Vitara im Stadtverkehr, so fällt direkt auf, dass er tatsächlich auch ein wendiges Kompakt-SUV ist, was niemand so richtig erwartet. Von außen sieht er aus wie ein Full-Size-Geländewagen, und auch das Platzangebot im Innern ist üppig. Doch selbst der Fünftürer ist nur 4,5 m lang, knapp 5 cm länger als ein VW Tiguan. So heißen die Konkurrenten Nissan Qashqai, Kia Sportage oder Ford Kuga, was man angesichts der größeren Erscheinung gar nicht glauben mag.

Suzuki Grand Vitara, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara, Foto: Suzuki

Und so punktet der Suzuki Grand Vitara mit der Tatsache, dass er zu einem günstigen Preis ein Gefühl eines großen SUV/Geländewagen vermittelt. Nur sollte man auf das eher klassische Gefühl “back to the roots” stehen. Denn hier nagelt zum Beispiel noch der Diesel und rüttelt der Schaltknüppel. Auch die Schaltvorgänge des manuellen Getriebes gestalten sich keineswegs butterweich. Technisch ist das ohne Bedenken, aber man ist von frischeren Modellen anderes gewöhnt. Auch die Knopf-Landschaft mutet etwas old-fashioned an, dafür hat man aber den Vorteil, dass alles sehr übersichtlich ist. Wer auf den neuen Schnick-Schnack der technisch überladenen Fahrzeuge verzichten möchte, findet hier Purismus, der sich aufs Wesentliche konzentriert.

Suzuki Grand Vitara, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara Preisübersicht

Den Suzuki Grand Vitara 3-Türer gibt es ab 19.990 Euro.
Den Suzuki Grand Vitara 5-Türer gibt es ab 25.790 Euro.
Und den Suzuki Grand Vitara 5-Türer “X30” gibt es ab 29.990 Euro.

Das Sondermodell X30 mit Vollausstattung wurde in limitierter Auflage von 450 Einheiten hergestellt und basiert auf der höherwertigen Ausstattungslinie Comfort. Preisvorteil: 1.000 Euro.

Suzuki Grand Vitara Innenraum-Alternative mit Stoffsitzen, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara Innenraum-Alternative mit Stoffsitzen, Foto: Suzuki

Während es für den Einstiegs-3-Türer noch einen kleinen Benziner gibt und für den normalen 5-Türer einen großen Benziner, ist der Suzuki Grand Vitara X30 als Top-Modell ausschließlich mit dem 1,9 Liter Diesel mit 129 PS verfügbar. Der angegebene Kraftstoffverbrauch liegt bei 6,6 l/100 km und 13,2 Sekunden benötigt er von 0 auf 100 km/h.

Abmessungen 5-Türer

Länge 4.500 mm
Breite 1.810 mm
Höhe 1.695 mm
Radstand 2.640 mm

Suzuki Grand Vitara im Schnee-Einsatz, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara im Schnee-Einsatz, Foto: Suzuki

Ausstattungsliste Suzuki Grand Vitara X30 1.9 DDiS

Privacy Glass hinten
18-Zoll-Alufelgen
Navi, Bluetooth und USB-Anschluss
7 Lautsprecher
Keyless Entry
Elektrisches Glas-Schiebedach
Lederlenkrad
Ledersitze
Sitzheizung
Holzoptik im Interieur
Rückfahrkamera

Suzuki Grand Vitara im Schnee-Einsatz, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara im Schnee-Einsatz, Foto: Suzuki

Für den Preis eines voll ausgestatteten Suzuki Grand Vitara X30 geht es bei manch anderem SUV gerade erst mal beim Einstiegspreis los.

Das Fahrgefühl ist SUV-typisch hoch und souverän, das Fahrwerk könnte bei zügig überfahrenen Bodenwellen etwas mehr Toleranz bieten. Ansonsten ist das Fahrverhalten entspannt, während der Diesel genügend Vortrieb bietet.

Den ein oder anderen Fan hat sicher die Heck-Klappe, die typischerweise aufgrund des früher dort thronenden vollwertigen Ersatzrades nicht nach oben geklappt wird, sondern zur Seite schwenkt.

Suzuki Grand Vitara im Schnee-Einsatz, Foto: Suzuki

Suzuki Grand Vitara im Schnee-Einsatz, Foto: Suzuki

Fazit: Der Suzuki Grand Vitara ist die falsche Wahl für Freunde ganz moderner Stadt-SUVs, die mit dem Lifestyle-Trend gehen möchten. Da würde markenintern die Wahl auf den neuen Suzuki SX4 S-Cross fallen. Aber der Grand Vitara ist die richtige Wahl für Freunde klassischer Offroader und einfacher Bedienung. Belohnt wird das Besinnen aufs Wesentliche mit einem sehr attraktiven Preis.

Autogefühl: ***

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Suzuki


One Response to Suzuki Grand Vitara X30 1.9 DDiS Testbericht

  1. […] dann durch den Grand Vitara abgelöst. Nun ist es genau andersherum, der neue Vitara ist da und der Grand Vitara ist ausgelaufen. Dabei zielt der neue Suzuki Vitara mit einer Länge von 4,17 m erneut in die […]

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