Neuer Nissan X-Trail 2014 Test Probefahrt

Neuer Nissan X-Trail, Modelljahr 2014, Foto: Nissan

Ein neuer Nissan X-Trail bedeutet für die Marke nun die Abrundung der modernen SUV-Palette. Bisher war der X-Trail ein SUV mit kantigem Design und geringer Anziehungskraft für alle, die den Offroad-Look nicht insbesondere schätzten. Der komplett neue X-Trail hat kaum noch was vom dem alten Offroader, sondern ist äußerlich zum aufgeblasenen Qashqai mutiert, zum Crossover für die große Familie mit bis zu sieben Sitzen. Ein wenig Geländetauglichkeit ist geblieben, aber im Kern hat Nissan ein bequemes Reiseauto konstruiert. Von Holger Majchrzak

Wir haben das Beste aus zwei Welten genommen, versichert Nissan. Der neue Nissan X-Trail soll den alten X-Trail und den Qashqai+2 – die verlängerte Version des beliebten Kompakt-Crossovers – ersetzen. Also gleichzeitig SUV und Crossover sein und beide ehemalige Käufergruppen ansprechen. Nach den ersten Eindrücken wird aber schnell klar, dass zumindest die alte X-Trail-Zielgruppe nicht mehr die Hauptansprechpartner sein werden.

Neuer Nissan X-Trail, Modelljahr 2014, Foto: Nissan

Neuer Nissan X-Trail, Modelljahr 2014, Foto: Nissan

Neuer Nissan X-Trail, Modelljahr 2014, Foto: Nissan

Neuer Nissan X-Trail, Modelljahr 2014, Foto: Nissan

Der neue X-Trail verfügt zwar nach wie vor über Offroad-Fähigkeiten und wird auch in einer Allrad-Version angeboten. Wir haben den Wagen ohne Probleme über Naturpfade gelenkt. Aber eigentlich ist der Wagen viel zu schick für Schlamm und Schotter.

Nissan SUV-Modellpalette mit (von links) Juke Facelift, dem neuen Qashqasi und dem neuen X-Trail. Foto: Nissan

Nissan SUV-Modellpalette mit (von links) Juke Facelift, dem neuen Qashqasi und dem neuen X-Trail. Foto: Nissan

Nissan SUV-Modellpalette mit (von links) Juke Facelift, dem neuen Qashqasi und dem neuen X-Trail. In der Heckansicht sieht man gut die Größenunterschiede. Foto: Nissan

Nissan SUV-Modellpalette mit (von links) Juke Facelift, dem neuen Qashqasi und dem neuen X-Trail. In der Heckansicht sieht man gut die Größenunterschiede. Foto: Nissan

Konzipiert für optimale Bewegungsfreiheit

Bereits beim ersten Einstieg sehen wir: Der neue Nissan X-Trail soll Raum bis zum Abwinken anbieten. Vorne und in der zweiten Reihe herrscht reichlich Freiheit – auch zum Hinflegeln. Der Kofferraum verfügt über einen doppelten Ladeboden und kann eben bis hinter die Vordersitze verlängert werden – falls nötig sogar über den Beifahrersitz. Das ergibt eine Ladefläche von 2,60 Metern – ein Anhänger für den Baumarkt ist jetzt nicht mehr notwendig. Die Heckklappe ist auf Wunsch elektrisch bedienbar.

Nissan X-Trail Innenraum, Foto: Nissan

Nissan X-Trail Innenraum, Foto: Nissan

Die Sitze bieten die Bequemlichkeit eines Fernsehsessels und sind ganz klar im Vorteil, wenn der Fahrer ermüdungsfrei und bequem über Stunden Kilometer abspulen will und auch die anderen Insassen bei Laune bleiben sollen. Bei schnellen Kurvenfahrten wird dann aber auch schnell eine Grenze erreicht. Auf stabilerem Seitenhalt wurde zu Gunsten des Komforts verzichtet. Das ist hier aber auch in Ordnung, der X-Trail soll ja kein Sportwagen sein.

Nissan X-Trail Fond, Foto: Nissan

Nissan X-Trail Fond, Foto: Nissan

Luftig und sicher

Das schöne Raumgefühl im neuen Nissan X-Trail wird ergänzt durch ein Panorama-Glasschiebedach. In Kombination mit der erhöhten Sitzposition – auf den Rücksitzen thront man sogar noch etwas höher als vorne – ergibt sich fast das Gefühl des über der Straße Schwebens.

Dieses Gefühl der puren Leichtigkeit kann natürlich zu fahrerischem Leichtsinn führen. Aber da hat der X-Trail gleich eine ganze Batterie an Assistenzsystemen an Bord: Bei Nissan heißt das Safety Shield. Und da wären: Autonomer Notbrems-Assistent, der in Verbindung mit einem Abstands-Radar Zusammenstöße verhindert, Müdigkeitserkennung, Verkehrszeichenerkennung, Spurhalte-Assistent, Toter-Winkel-Warner, Bewegungserkennung (etwa für spielende Kinder hinter dem Heck) und ein Fernlicht-Assistent. Im Test erwiesen sich auch Bremsen, Fahrwerk und Lenkung als überzeugend. Beim Abstellen hilft ein Rundumblick-Monitor mit Einpark-Assistent.

Nissan X-Trail Laderaum normal, Foto: Nissan

Nissan X-Trail Laderaum normal, Foto: Nissan

Nissan X-Trail Laderaum mit umgeklappten Sitzen und entfernter Bodenabdeckung, Foto: Nissan

Nissan X-Trail Laderaum mit umgeklappten Sitzen und entfernter Bodenabdeckung, Foto: Nissan

Design: fließende Formen und ein Hauch von Luxus

Setzte der alte X-Trail noch auf eine robuste Design-Sprache, kommt der neue fluffig leicht daher mit weichen, gefälligen Formen, die – abgesehen von der Nissan-typischen Frontpartie – sich nicht übermäßig von anderen aktuellen Crossover-Modellen absetzen. Zurückhaltende Eleganz, aber kein Auto, zu dem man sich verwundert umdreht und über die Gestaltung philosophieren möchte.

Das setzt sich im Innenraum fort. Praktische Anordnung der Instrumente, hier und da ein Tupfer edler Materialien – im Gesamteindruck ein Interieur ohne Schwächen, aber auch ohne Höhepunkte. Das Auto will sich optisch nicht aufdrängen, wirkt wertig, aber in keinem Punkt protzig.

Nissan X-Trail Innenraum, Foto: Nissan

Nissan X-Trail Innenraum, Foto: Nissan

Nissan X-Trail 2014 nur mit Turbo-Diesel

Zum Verkaufsstart des Nissan X-Trail am 22. Juli 2014 ist das Auto ausschließlich mit einen 1,6-Liter großen Turbodiesel (130 PS und 320 Nm Drehmoment) motorisiert. Wegen der Verwendung hochfester Stähle und anderer Leichtbaukomponenten muss der Diesel einen im Vergleich zum Vorgänger um fast 100 kg leichter gewordenen X-Trail bewegen. In 10,5 Sekunden ist er von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 188 km/h. Im Test fanden wir den Dieselmotor nicht übermäßig leise und im unteren Drehzahlbereich etwas schlapp. Die Folge: Es heißt kräftig aufs Pedal treten und fleißig schalten, um flott voran zu kommen. 2015 will Nissan dann auch einen Turbobenziner anbieten.

Neuer Nissan X-Trail, Modelljahr 2014, Foto: Nissan

Neuer Nissan X-Trail, Modelljahr 2014, Foto: Nissan

Die schon reichhaltig ausgestattete Grundversion des Nissan X-Trail wird für 26.550 Euro zu haben sein, für 34.650 Euro gibt es die Vollausstattung mit vielen Premium Merkmalen. Sicher eine Möglichkeit, für einen guten Preis ein richtig großes SUV zu fahren.

Autogefühl: ***

Text: Autogefühl, Holger Majchrzak
Fotos: Nissan


4 Responses to Neuer Nissan X-Trail 2014 Test Probefahrt

  1. […] AutogefühlNeuer Nissan X-Trail 2014 Test Probefahrt – Nissan Qashqai im Maxi-FormatAutogefühl – das Auto Blog! http://www.autogefuehl.de Ein neuer Nissan X-Trail bedeutet für die Marke nun d… […]

  2. […] Verarbeitung setzt Nissan beim neuen X-Trail klare Schwerpunkte. Der X-Trail ist jetzt ein Qashqai im Maxi-Format. Das unterstreicht Nissan auch mit dem Wegfall des Qashqai +2, der Um- und Aufsteiger vom Qashqai […]

  3. […] Artikel zum X-Trail: Vorstellung allgemein […]

  4. […] auf den Markt geschoben, mit dem ganz neuen Qashqai der riesige Verkaufserfolg fortgesetzt und der X-Trail neu aufgelegt, aber in Geländesachen auch weichgespült. Der Pathfinder wird nun eingestellt, der Murano ist das […]

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