Mercedes 300 SL Flügeltürer von 1954 Mitfahrt

Kürzlich konnten wir auf der Teststrecke des Mercedes-Centers Brooklands eine Mitfahrt in der Ur-Legende Mercedes 300 SL Flügeltürer von 1954 machen. Silberpfeil-Lackierung, rotes Leder im Innern und natürlich die charakteristisch öffnenden Flügeltüren, die das Auto zur Legende gemacht haben. Das alte Schätzchen zu fahren, ist aber nicht ganz ohne. Von Thomas Majchrzak

Die äußere Schönheit ist wohl über jeden Zweifel erhaben. Damals wie heute schwärmen Automobil-Enthusiasten über die Formensprache des 300 SL. Dabei benutzte er damals die nun klassische Formel von Design und Sportwagen: Lange Motorhaube, zurückversetztes Cockpit und wenige, aber dafür konsequent durchgezogene Designlinien. Dazu die großen Gitter-Belüftungen für die Trommelbremsen an der Seite, das kleine runde Heck und die Flügeltüren, bei denen man glaubt, das Auto könnte abheben, wenn sie geöffnet sind.

Der Einstieg in den automobilen Schatz ist beschwerlich, weil man zunächst über den breiten Rand steigen muss, auf dem die Flügeltüren aufliegen. Sportwagengemäß sitzt man bodennah. Und der Fahrer kann durch einen kleinen Hebel das Lenkrad klappen, so dass er besser einsteigen kann. Dann lässt man das weiße dünne Plastiklenkrad wieder einrasten. Ansonsten ist der Innenraum von Leder bestimmt: Das komplette Armaturenbrett und die Sitze sind mit rotem Leder bezogen, und es hat bis heute sehr gut gehalten. Die Sitze sind bequem und für heutige Verhältnisse schwammig. Der klassische Lederkoffer auf der Hutablage, festgehalten von Ledergurten, darf natürlich nicht fehlen.

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Beim Tritt aufs Gaspedal heult der Mercedes 300 SL auf, es ist ein brummendes Heulen und vom Sound her einfach einzigartig. Die Schaltwege sind lang, so pausiert man unfreiwillig bei jedem Schaltgang. Das heißt aber nicht, dass der alte SL keine Kraft hätte. Der Vorwärtsschub ist enorm, dafür, dass dieses Auto vor 60 Jahren gebaut wurde.

Da wir auf einer Teststrecke fahren, hat der Motor ordentlich zu tun, und es wird sehr heiß im Cockpit. Die kleinen Ausstellfenster schaffen da kaum Linderung. Damals konnte man die Motorwärme noch nicht so gut vom Cockpit abkanzeln. In den Kurven bleibt der 300 SL erstaunlich stabil, zumindest wenn man ihn mit normalen Pkw aus dieser Zeit oder auch zehn, zwanzig Jahre später vergleicht. Trotzdem ist es ein wilder Ritt, denn Sicherheitsgurte sind in diesem Museumsstück nicht vorhanden.

Das Fahren ist mit dem Verhalten moderner Automobile kaum zu vergleichen, und für den Alltag haben wir uns alle so sehr an den modernen Komfort gewöhnt. Doch zum Anschauen und zum Erleben der Historie wird der Mercedes 300 SL sicherlich immer eines der größten automobilen Kunstobjekte sein.

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak

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