Infiniti Q50 2.0t Test – mehr Europa wagen

Die Nissan-Nobelmarke Infiniti soll in Deutschland endlich Fuß fassen. Daher wurde der Sportlimousine Infiniti Q50 ein neuer kleiner Benzinmotor verpasst und mit dem Q30 wird demnächst ein Einstiegsmodell zu haben sein, gebaut auf der Plattform der Mercedes A-Klasse. Bisher waren die Fahrzeuge vor allem für den US-Markt und Asien optimiert, jetzt wird für Europa designed. Von Holger Majchrzak

Den 2.2 Liter Diesel im Infiniti Q50 hatten wir hier bereits getestet, bei der ersten Vorstellung konnten wir zudem den Hybrid in Augenschein nehmen.

Der neue kleine Benziner hat vier Zylinder, 211 PS, 350 Nm und ein 7-Gang-Automatikgetriebe. In der Mitteklasse haben Benziner bei den drei großen Konkurrenten von Infiniti derzeit Anteile von 15 % (BMW 3er und Audi A4), 35 % (Audi A5) und sogar 47 % bei der Mercedes C-Klasse. Das ist begründet durch den im Anschaffungspreis günstigeren Otto-Motor und den niedrigeren Gewerbekundenanteil von gut zwei Dritteln bei Mercedes gegenüber Audi und BMW mit gut vier Fünfteln. Wenn Infiniti hier noch mehr mitspielen will, ist der Benziner also nicht zentral, aber wichtig, um das Portfolio abzurunden. Passend dazu ist es tatsächlich auch ein Mercedes-Motor, der von Infiniti da übernommen wird.

Das Fahrgefühl des neuen Turbo-Motors reicht von entspannt – wenn man den normalen Fahrmodus wählt – bis zu wild nach vorne strebend im Sport-Modus. In 7,2 Sek. gelingt der Spurt von 0 auf 100 km/h, bei 245 km/h Spitze hört der Spaß auf. Das Auto ist ganz gemütlich zu fahren, kann aber auch problemlos und sicher um Kurven gejagt werden. Hier bietet der Infiniti Q50 aber genau das, was seine Konkurrenten auch haben.

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Den Unterschied macht die weltweit erste aktive Spurüberwachung in Verbindung mit der Steer-by-wire-Lenkung aus. Wer das Gefühl mal kennenlernen will, bei weit über 100 km/h auf der Autobahn die Hände vom Lenkrad zu nehmen und das Auto kilometerweit autonom lenken zu lassen, der Infiniti Q50 macht es möglich. Gedacht ist die Spurüberwachung aber natürlich vor allem als Sicherheits-Feature bei Übermüdung des Fahrers. Die vollelektronische Lenkung kann der Fahrer mit 96 (!) Einstellungen genau auf seinen Bedarf zuschneiden, von superhart bis kuschelig weich, wobei diese Vielfalt eher eine Spielerei für Technik-Freaks ist. Für den normalen Fahrer reichen drei, vier, maximal zehn Möglichkeiten sicherlich aus. Theoretisch könnte diese Lenkung sogar ohne Lenksäule auskommen, frei platzierbar sein, eine ziemlich utopische Vorstellung für den Auto-Innenraum. Zukunftsmusik…

In der harten Gegenwart ist der Infiniti Q50 ein Auto aus vielen Welten. Im Design noch stark asiatisch, bei den Motoren europäisch, fortschrittlich bei den Assistenz- und Unterhaltungssystemen, die über ein Touchscreen gesteuert werden, das bei der Generation Smartphone sofort akzeptiert ist (siehe dazu das ausführliche Video zum Q50). Ein Auto, das in dieser Mischung polarisiert und dem man ansieht, dass die wichtigen Märkte bisher in Amerika und in Asien lagen.

Infiniti Q50 Innenraum, Foto: Infiniti

Kein Wunder, dass Infiniti mit dem Infiniti Q30 nun ein Fahrzeug in der Pipeline hat, das kleiner, preiswerter und vor allem europäischer sein wird. 2015 soll das Auto in Sunderland/Nordengland gebaut werden. Design und Entwicklung finden in Europa statt. Gleichzeitig will Infiniti das arg dünne Händlernetz in Deutschland enger knüpfen.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird Infiniti zudem seine Modellpalette um 60 Prozent erweitern und sein Motorenangebot mehr als verdoppeln. Der Angriff auf die deutschen Premium-Marken ist also gestartet. Es wird schwer werden, aber Konkurrenz mit flotten Ideen wie bei Infiniti mit der Lenkung und der Spurüberwachung tut dem Markt bestimmt gut.

Der Infiniti Q50 Benziner kostet in der Grundversion 39.260 Euro, kommt mit ein paar nicht unwichtigen Extras aber an die 50.000 Euro Region heran. Audis Sportlimousine S4 beginnt bei 55.900 Euro.

Text: Autogefühl, Holger Majchrzak
Fotos: Infiniti

Einen weiteren Bericht zum Q50 gibt es bei der-auto-blogger.de

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6 Responses to Infiniti Q50 2.0t Test – mehr Europa wagen

  1. […] Infotainment-System ist noch nicht so aktuell wie bei beim Infiniti Q50. Es gibt also den einen zentralen Screen, der sowohl per Touch als auch mit einem Steuerkreuz […]

  2. […] und testeten schon mehrere der hübschen japanischen Premium Fahrzeuge. Der Q50 2.0 wurde in diesem Artikel getestet. Ebenfalls wurde dort auch schon über den Q50 2.2d geschrieben. Reinschauen lohnt […]

  3. […] Infotainment-System ist noch nicht so aktuell wie bei beim Infiniti Q50. Es gibt einen zentralen Screen, der sowohl per Touch als auch mit einem Steuerkreuz direkt vor dem […]

  4. […] Radstand als etwa der A4 oder Mercedes Benz CLS, sondern auch als Nischen-Konkurrenten wie der Infinit Q50 oder Lexus GS. Die Karosserie des Kia Stinger misst eine Länge von 4,83 Metern und eine Breite […]

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