Volkswagen Touareg Facelift 2015 Testbericht

VolkswagenTouaregFacelift2015

Das neue Volkswagen Touareg Facelift 2015 rundet das überzeugende Full-Size-SUV ab: Ein geschärftes Äußeres, ein Stück weit mehr Exklusivität im Innenraum und eine Aktualisierung des bekannten V6 Diesels machen den Touareg mehr denn je zur ersten Wahl im Bereich der großen SUVs. Von Thomas Majchrzak





Seit 2002 wurde der VW Touareg 750.000 Mal verkauft, davon die aktuelle zweite Generation gut 300.000 Mal. Verkauft wird der Touareg überwiegend in China, Russland, den USA und auch in Europa. Hierzulande beträgt der Anteil am bekannten Dieselmotor 90 Prozent.

Exterieur und Interieur

Das VW Touareg Facelift ist äußerlich an der neu designten Frontpartie mit serienmäßigen Bi-Xenon-Scheinwerfern (für V8 TDI und Hybrid serienmäßig mit Kurvenfahrlicht und LED-Tagfahrlicht) zu erkennen. Dabei betonen vier horizontale Lamellen die Breite des Autos, die zwei unteren leiten als Designhighlight weiter über in die Scheinwerfer. Auch die Heckpartie wurde leicht abgeändert – mit den in einem Facelift unvermeidlich geänderten Heckleuchten. Zusätzlich sind einige neue Farblackierungen und Felgen im Angebot, unser Favorit eindeutig: Reef Blue Metallic. Für alle Modelle gibt es neben dieser noch folgende neue Farben: Sand Gold Metallic, Black Oak Brown Metallic und Moonlight Blue Perleffekt.

Im Interieur gibt es neue Bedienelemente und Beleuchtungslösungen, neue Dekore und neue Farben der Lederausstattungen. Die Alu-Schalter sollen nun so aussehen, als wären sie aus einem Block gefräst. Die Drehknöpfe mit schraffierter Feilenoberfläche erinnern stark an Konzernschwester Audi. Und überhaupt: Volkswagen wird nach und nach echt Premium. Die Zeit der “Volks”-Wagen scheint vorbei, bei einem Touareg muss man keine Abstiche vom Luxus machen. Und genau das macht ihn so attraktiv: Kürzer als der Panzer Audi Q7, günstiger und nicht so protzig wie ein Porsche Cayenne und deutlich hochwertiger als alle Importeursmarken, abgesehen vom Range Rover.

VolkswagenTouaregFacelift2015011

VolkswagenTouaregFacelift2015010

VolkswagenTouaregFacelift2015007

VolkswagenTouaregFacelift2015008

An Motoren steht neben dem V6 TDI mit 204 PS (Basispreis Facelift: ab 52.125 Euro) auch ein neuer V6 TDI mit 262 PS zur Verfügung (ab 55.625 Euro). Die Diesel bieten nun auch eine Segelfunktion (Freilauf mit Motorabschaltung), was sehr gut funktioniert. Man merkt es hauptsächlich beim Fahren daran, dass der Drehzahlmesser zurückspringt und es etwas leiser wird. Die Motoren sollen nun weniger verbrauchen, beide offiziell nur 6,6 l / 100 km – selbst beim stärkeren V6 Diesel. Im Testverbrauch notieren wir knapp 8 Liter. Der kleinere ältere Diesel wird trotzdem noch als günstigere Einstiegsversion angeboten, diese bisherige Version hatten wir im Fahrbericht mit dem 3 Diesel bereits ausführlich beleuchtet. Ein neuer Katalysator soll nun gefährliche Stickoxide weiter verringern. Nach oben hin bietet die Motorenpalette noch einen V8 TDI und einen Hybrid (V6 TSI plus Elektromotor), wobei in Europa eigentlich fast ausschließlich die Diesel verkauft werden. In den USA spielen dann V6 und V8-Benziner die führende Rolle (Startpreis knapp unter 45.000 Dollar).

Zusätzliche Style-Pakete

Um sich seinen Touareg noch weiter individualisieren zu lassen, sind verschiedene Pakete erhältlich. Das R-Line Exterieur-Paket sorgt u.a. durch spezifische Stoßfänger, Schwellerverbreiterungen und einem schwarz glänzenden Diffusor für mehr Dynamik. Mit dem Interieur-Paket erhält auch der Innenraum eine sportive Note. Ein “Chrom & Style”-Paket setzt Akzente u.a. mit einer tiefen umlaufenden Chromleiste. Der Aufpreis dafür liegt bei knapp 1.000 Euro – und es lohnt sich, weil die Chrom-Elemente dem Touareg sehr gut stehen. Passend dazu gibt es auch 20 Zoll Felgen in Chrom-Hochglanz, diese Metropolitan-Felgen sind allerdings mit über 3.000 Euro sehr teuer – und 20 Zoll ist auch nicht ganz so bordsteingeeignet.

Darüber hinaus ist auch der neue Touareg Exclusive ab sofort bestellbar. In dem eleganten Sondermodell sind ausgewählte Ausstattungen bereits passend zusammengestellt: Dazu zählen u.a. die 20-Zoll-Leichtmetallräder „Talladega”, die silber eloxierte Dachreling, Dekoreinlagen in Edelholz „Olivesche” sowie Einstiegsleisten mit Schriftzug „Touareg Exclusive”. Dieses Sondermodell ist ab 63.025 Euro erhältlich.

VolkswagenTouaregFacelift2015005

VolkswagenTouaregFacelift2015006

VolkswagenTouaregFacelift2015004

Fahrverhalten

Der Volkswagen Touareg ist für uns womöglich das bequemste Fahrzeug auf dem Markt. Die Sitze sind großartig und man hat das Gefühl, man könnte sofort bis Italien durchfahren. Serienmäßig federt der Touareg mit Stahlfedern, optional ist traditionsgemäß eine Luftfederung verfügbar. Diese kann dem Koloss zum Beispiel im Gelände 30 cm mehr Bodenfreiheit bescheren. Ab einer Geschwindigkeit von 140 km/h wird die Karosserie automatisch wieder abgesenkt. 2.700 Euro Aufpreis kostet der Spaß, der aber unbedingt zu empfehlen ist. Auf der Straße schwebt der Touareg geradezu. In Verbindung mit der nun serienmäßigen 8-Gang-Automatik fährt sich der Touareg so smooth, ein Traum. Der Diesel ist nun noch kultivierter und leiser und so ergibt sich insgesamt ein extrem entspannendes Gefühl beim Cruisen.

Geländefähigkeiten

Mit der Luftfederung und dem erhöhbaren Niveau ist man im Gelände schon gut unterwegs. Den meisten wird das reichen. Man weiß: Mit dem VW Touareg kommt man überall hin. Wer als Förster arbeitet und sich seinen eigenen Offroad-Parcours gebaut hat, der mag auch noch darüber nachdenken, die Grundversion mit Terrain Tech zu wählen. Diese gibt es dann für 2.000 Euro Aufpreis ab 57.625 Euro. Darin enthalten ist die Geländeuntersetzung sowie Sperrdifferenziale für hinten sowie hinten + zentral.

In unserem Geländetest überwinden wir Waschbretter, verschränkte Waschbretter, Steilauffahrten sowie Steilabfahrten. Besonders interessant: Beim Hinauffahren kann man mitten am Berg stehen bleiben und die Elektronik verhindert automatisch, dass das Fahrzeug nach hinten rutscht, ohne dass man etwas tut. Mut haben muss man beim Bergabfahren: Blinkt die grüne Geländeleuchte auf, hat das Fahrzeug erkannt, dass es abwärts geht – und übernimmt das kontrollierte Bremsen. Dann heißt es: Fuß von der Bremse und dem Fahrzeug vertrauen – und es funktioniert.

VolkswagenTouaregFacelift2015001

VolkswagenTouaregFacelift2015002

VolkswagenTouaregFacelift2015000

VW Touareg Abmessungen

Länge: 4,79 m
Breite: 1,94 m
Höhe: 1,70 m
Radstand: 2,89 m
Leergewicht: 2.103–2.315 kg

Der Touareg bleibt also ein vergleichsweise kurzer Vertreter der Full-Size-SUVs, die teilweise ja immer schon 5 Meter lang sind. Das ist gut so, denn mehr braucht man hierzulande eigentlich nicht. Die hinteren Passagiere könnten auch nicht bequemer sitzen.

Fazit: Der Volkswagen Touareg macht sich mit seinem Facelift noch mehr zum Traumwagen. Im SUV-Bereich kann man sich mehr eigentlich nicht wünschen. Dabei ist man trotzdem unauffällig mit Understatement unterwegs, etwas, das gerade in Deutschland sehr gefragt ist. Der neue V6-Diesel ist eine sehr gute Wahl. Und der Premium-Innenraum macht auch beim Fahren Freude. Wer es beim Full-Size-SUV richtig hochwertig und technisch perfekt haben möchte, aber keinen Imageaufpreis für Porsche oder Range Rover zahlen will, der wird im Touareg immer die richtige Wahl finden.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: VW

Und ein weiterer Bericht von Newcarz.

VolkswagenTouaregFacelift2015012

VolkswagenTouaregFacelift2015009

VolkswagenTouaregFacelift2015003


4 Responses to Volkswagen Touareg Facelift 2015 Testbericht

  1. […] Verschränkungen, Gefälle und allerlei weitere Abenteuer in die Tat umsetzten, wie auch Autogefühl […]

  2. JDBrandt says:

    Hallo Thomas

    mit Spannung habe ich den Bericht über den Touareg 2015 gelesen.
    Ich habe den Wechsel von meinem E500 zum Touareg nur deswegen (noch) nicht gemacht, weil er nicht mehr in W12, V10 oder V8 mit Benzinmotor erhältlich ist. Jetzt schreibst Du aber im Bericht
    Darauf hin habe ich mich in den USA umgeschaut um herauszufinden, ob ich den V8 Benziner wenigstens importieren könnte. Aber dort bin ich auch nicht fündig geworden. Einen Diesel mag ich einfach nicht haben.
    Gerne höre ich von Dir.

    • Thomas says:

      Hi!

      Vielen Dank für dein Feedback. Du würdest den Wechsel nicht bereuen, weil du so viel mehr an Komfort gewinnst.

      Was ist denn am V6 verkehrt? Der wird dir sicher reichen. Und wenn du eine praktische Steckdose zu Hause hast und mehr Power willst, wie wäre es mit dem Hybrid?

      LG

      Thomas

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir zur Optimierung Ihres Lesegenusses Cookies verwenden. mehr

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir zur Optimierung Ihres Lesegenusses Cookies verwenden. Aus rechtlichen Gründen müssen wir Sie an dieser Stelle darauf hinweisen. Mehr Details gibt es auch in unseren Datenschutzbestimmungen: http://www.autogefuehl.de/impressum/datenschutzerklarung/

Schließen