Kia Sportage Facelift Fahrbericht 1.6 GDI

Der Kia Sportage hat ein Konzept, das in der heutigen Zeit einfach funktionieren muss: Ein sportlich-attraktives Design mit einem attraktiven Preis gebündelt in einem Kompakt-SUV. Wir zeigen das Facelift in unserem Testbericht. Von Thomas Majchrzak

Der Kia Sportage ist trotzdem in der Liste der erfolgreichsten SUVs in Deutschland nicht mehr weit oben zu finden. Standen zum Halbjahr 2013 noch 6.394 Neuzulassungen hierzulande an, waren es zur Jahreshälfte 2014 “nur” 5.756. Das ist immer noch ein ordentliches Niveau, aber die meisten Wettbewerber hingegen legten ordentlich zu und überholten den Kia Sportage.

Kann das Facelift den Trend vielleicht wieder herumreißen? Viele Kunden wurden schließlich erst auf die Marke Kia aufmerksam, weil sie einen Sportage auf der Straße gesehen haben und ihn besonders schick fanden.

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Den Kia Sportage gibt es als Modell schon seit 1994, damals noch als hässliches Entlein. Seit 2010 ist dann mit der dritten Generation das Design eingezogen. Technisch basiert er auf dem Hyundai ix35 (Hyundai ist schließlich auch die Konzernmutter). So teilt man sich auch einige der verfügbaren Motoren. Gebaut wird der Kia Sportage übrigens in der Slowakei, man kann sich also von der Denke verabschieden, dass dies alles koreanische Autos sind – was Hyundai und Kia übrigens auch gerne in der Kommunikation vorantreiben. Beim Euro NCAP-Crashtest bekam der Kia Sportage die Maximalwertung von fünf Sternen.

Im Facelift 2014 erhielt der Sportage einen überarbeiteten Kühlergrill, neue LED-Heckleuchten mit LED-Effekt, einen überarbeiteten Innenraum mit neuen Sitzen und Oberflächen sowie eine verbesserte Geräuschdämmung. Des Weiteren sind noch oben hin noch mehr Optionen verfügbar, etwa ein beheizbares Lenkrad.

Ausstattungsvarianten

Los geht es mit dem Kia Sportage bei 20.290 Euro. Die Ausstattungslinien beginnen bei Attract und gehen weiter mit Vision (ab 22.590 Euro) und Spirit (ab 26.490 Euro).

Attract
– 16-Zoll-Leichtmetallfelgen (Bereifung 215/70 R16)
– Bordcomputer
– Elektrische Fensterheber vorn und hinten
– Handschuhfach klimatisiert
– Kia CD-Radio mit RDS- und MP3-Funktion
– Klimaanlage, manuell
– Reifendruckkontrollsystem
– Schaltpunktanzeige
– Tagfahrlicht
– USB- und AUX-Anschluss

Vision (zusätzlich)
– 17-Zoll-Leichtmetallfelgen (Bereifung 225/60 R17)
– Abbiegelicht (statisch)
– Außenspiegel elektrisch anklappbar
– Dachreling
– Fahrersitz mit Lendenwirbelstütze
– Kühlergrill Chrom mit Keildesign
– Lederlenkrad
– Lederschaltknauf
– Nebelscheinwerfer
– Parksensoren hinten
– Regensensor
– Tagfahrlicht LED
– Türgriffe in Chromoptik

Spirit (zusätzlich zu Vision)
– 18-Zoll-Leichtmetallfelgen (Bereifung 235/55 R18); außer 1.6 GDI
– Bluetooth-Freisprecheinrichtung
– Privacy-Verglasung (dunkel getönte Scheiben ab B-Säule)
– EcoDynamics (Start-Stopp-System/ISG) bei 1.6 GDI & 1.7 CRDi
– Infinity Premium Soundsystem mit Subwoofer und externer Endstufe
– Kia Kartennavigation (7 Zoll) inkl. 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update
– Klimaautomatik, 2 Zonen
– Lenkrad beheizbar
– Rückfahrkamera (Bildübertragung auf Navigationsbildschirm)
– Scheinwerferreinigungsanlage
– Sitzbezüge Stoff mit Lederapplikationen
– Sitzheizung vorn und hinten (äußere Sitze)
– Smart Key und Startknopf
– Xenon-Scheinwerfer

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Eindruck vom Interieur

Wir schauen uns das mittlere Niveau “Vision” an. Hier entdecken wir grundsätzliche eine solide Verarbeitung. Die Knöpfe wirken qualitativ mehr als in Ordnung, die Übergänge zwischen den einzelnen Elementen sind ebenfalls stattlich. Zwar kommt kein Premium-Feeling auf, da doch recht viel schwarzes Plastik verwendet wird. Aber für diese Preisklasse ist das völlig in Ordnung. Insgesamt wirkt das Cockpit völlig zweckmäßig, ohne aber billig zu wirken. Hier hat Kia den Mitbewerbern aus Japan einiges voraus.

Die Stoffsitze sind liebevoll gemacht, tragen an der Rückenwand runde Zierkreise und geben an den Seiten ausreichend halt. Durch das weit hineinragende Armaturenbrett mit der Multimedia-Einheit wird das Platzgefühl vorne allerdings eingeschränkt.

Überraschend viel Platz gibt es dagegen im Fond. Denn die hinteren Türen öffnen extrem weit und ermöglichen einen einfachen Einstieg. Gerade für Familien, die hinten ihre Kinder auf dem Sitz anschnallen ist das überaus praktisch. Doch auch für Erwachsene bietet der Kia Sportage viel Bein- und Kopffreiheit im Fond. Ein deutlicher Pluspunkt.

Trotz der runden Form bleibt der Kofferraum gut nutzbar. Die Fläche, die zur Verfügung steht, wurde gut aufbereitet.

Motorisierungen

Die Benziner heißen GDI (für Direct Injection, Direkteinspritzung des Kraftstoffs), die Diesel CRDi (für Common-Rail-Diesel).

Folgende Motoren stehen zur Verfügung:

1.6 Liter GDI, Benziner mit 135 PS – Basisversion.
2.0 Liter GDI, Benziner mit 166 PS – auch mit Allrad erhältlich.

1.7 Liter CRDi, Diesel mit 115 PS
2.0 Liter CRDi, Diesel mit 136 PS oder auch mit 184 PS – auch mit Allrad erhältlich.

In der Basis-Ausstattung ist ausschließlich der kleine Benziner erhältlich. Alle anderen Motorisierungen starten direkt mit dem Trim-Level “Vision”.

Zwei Drittel der verkauften Kia Sportage in Deutschland gehen derzeit als Diesel an die Kunden. Der günstigste Diesel mit Vergleich, auch als “Vision”, liegt bei 25.590 Euro.

Fahrverhalten

Wir fahren den 1.6 Liter Benziner (135 PS) mit lediglich ein bisschen Sonderausstattung, im mittleren Trimlevel Vision. Da kostet er 25.180 Euro, also knapp 5.000 Euro über Basispreis. Bei diesem Preis steigt ein VW Tiguan erst ein.

Der Benziner mit 135 PS ist für die Stadt in Ordnung, zudem das manuelle Schaltgetriebe reibungsfrei funktioniert. Ein sehr guter Qualitätseindruck beim Getriebe. Sobald es jedoch auf die Autobahn geht oder man in der Stadt etwas schaltfauler unterwegs ist, offenbart der kleine Benziner seiner Schwächen. Mal eben überholen liegt nicht drin. Der Motor macht keineswegs einen schlechten Eindruck, aber wer gerne zügig fährt, der sollte lieber den Diesel nehmen, der mehr Drehmoment verspricht. Selbst mit dem 1.7 Liter Diesel, der weniger PS hat als der Benziner, wird man flotter unterwegs sein.

Zudem überzeugt der kleine Benziner ebenso wenig im Verbrauch: Knapp 9 Liter / 100 km stehen in der Anzeige. Wer also viel fährt, sollte in jedem Fall zum Diesel schwenken.

Das Fahrwerk fällt nicht sonderlich negativ auf, kann aber nicht ganz mit den deutschen Fabrikaten mithalten. Gut, aber nicht sehr gut. Das allgemeine Fahrverhalten liegt gefühlt dem Pkw näher als einem SUV. Wer das schaukelnde Offroad-Gefühl schätzt, ist hier verkehrt. Der Kia Sportage ist eher ein modernes Stadtauto im SUV-Look, und so fährt er sich auch.

Beim Einparken hilft die sehr leichtgängige Lenkung. Beim Fahren jedoch hätten wir uns dann etwas mehr Gefühl in der Lenkung gewünscht. Außerdem fühlt sich das Lenkrad so an, als wäre es oben breiter als unten. Das sorgt für eine etwas seltsame Handhabung.

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Kia Sportage Abmessungen

Länge: 4,44 m
Breite: 1,85 m (2,10 m mit Außenspiegeln)
Höhe: 1,63 m
Radstand: 2,64 m
Leergewicht: 1.380 kg – 1.787 kg (je nach Motorisierung)

Fazit: Beim Kia Sportage macht man sicher einen guten Handel, selbst wenn es vom Händler keinen großen Rabatt geben sollte. Fahrwerk und Lenkung können die deutschen Hersteller besser, doch das lassen sie sich auch teuer bezahlen. Der Kia Sportage ist sein Geld wert. Die moderne Optik macht ihn beliebt, und trotz dieser Optik ist er nicht minder unpraktisch. Lediglich die flache Frontscheibe wirkt etwas sichtbehindernd nach vorne, ansonsten ist im Fond erstaunlich viel Platz und auch der Kofferraum ist gut nutzbar. Ein wendiges modernes Stadt-SUV für die zeitgenössischen Ansprüche. Fahrzeuge, die doppelt so teuer sind, mögen vielleicht im Detail besser sein – aber sind sicher nicht doppelt so gut. Der Kia Sportage ist im Kompakt-SUV-Segment eine gute Wahl, wenn man schon für einen attraktiven Preis viel Ausstattung erhalten möchte.

Autogefühl: ***

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Kia

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3 Responses to Kia Sportage Facelift Fahrbericht 1.6 GDI

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