Adrenalin – 50 Jahre BMW-Tourenwagenstory

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Über 50 Jahre lang hat BMW dem nationalen und internationalen Tourenwagen-Sport seinen Stempel aufgedrückt. Tim und Nick Hahne haben nun unter dem Titel Adrenalin einen abendfüllenden Film über die Geschichte der BMW-Tourenwagen produziert. Dazu haben sie neben ihrem Onkel Hubert Hahne 29 weitere Piloten und Strippenzieher interviewt. Und die Gespräche durch teils nie gezeigte Filmszenen aus dem Archiv sowie mit hohem Qualitätsanspruch gedrehte Sequenzen ergänzt. Herausgekommen ist ein filmisches Muss für alle Motorsportfans. Und all jene, die ein wenig der „guten alten Zeit“ hinterhertrauern. Von Thomas Imhof

Die bayrischen Motorenwerke können mit Fug und Recht als Urgestein des Tourenwagenrennsports gelten. Ob 2000 TI, 2002 turbo, 3,0 CSL, 635 CSi, M3 (E30), 320i, Z4 oder zuletzt die aktuellen M3 und M4 – immer wieder aufs Neue dominierten Tourenwagen aus München das Geschehen auf den Rennpisten der Welt. Anfang und Ende des gut zwei Stunden langen Films schlagen mit Aufnahmen des DTM-Auftakts 2014 in Hockenheim einen modernen Rahmen. Dazwischen gibt es vor allem historische Motorsport-Aufnahmen und 30 Interviews mit ehemaligen und aktuellen BMW-Piloten sowie Rennstrategen wie Jochen Neerpasch (Gründer der BMW Motorsport GmbH) oder Charly Lamm (Schnitzer). Gewürzt mit zum Teil herrlichen Anekdoten. “Wenn ich am Start stand, stand das Adrenalin Oberkante Unterlippe”, bekennt “Strietzel” Stuck, der sich seine ersten Sporen auf einem Koepchen-BMW verdiente und mit diesem als 19-jähriger 1970 das erste 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewann. Und so wie ihm ging es wohl allen Protagonisten von Adrenalin, die in chronologischer Reihenfolge den Betrachter auf eine phantastische Zeitreise nehmen.

Erstmals unter 10 Minuten auf der Nordschleife: Hubert Hahne im BMW 1800 TI - Foto: BMW

Erstmals unter 10 Minuten auf der Nordschleife: Hubert Hahne im BMW 1800 TI, hier bei einem Rennen im Jahr 1964 – Foto: BMW

In Nahaufnahme ziehen sich zu Beginn die aktuellen BMW-DTM-Fahrer ihre Helme auf, um in Hockenheim auf Zeitenjagd zu gehen. Wir sind im Jahr 2014 mit all seiner High-tech, doch gleich darauf erfolgt die Reise zurück ins Jahr 1966. Auf den Nürburgring. In Schwarz-Weiß sehen wir Szenen aus dem Rennen, in dem Hubert Hahne als erster Tourenwagen-Fahrer auf einem BMW 2000 TI die Nordschleife in unter zehn Minuten umrundete. Sehen einen noch sehr jungen Streckensprecher Rainer Braun, der den Zuschauern von der Fabelrunde (9.58,5 Minuten) berichtet. Faszinierend zu sehen, wie flüssig Hahne die in jeder Kurve leicht querstehende Limousine um den Eifel-Kurs scheucht. Angefeuert von den Zuschauern, die offenbar merken, dass da gerade Nürburgring-Geschichte geschrieben wird. „Die Formel 1 war zu dieser Zeit eher langweilig, was wir boten, war dagegen ein echtes Spektakel“, stuft der gebürtige Moerser die Rennen von damals ein.

Hahnes BMW war im Grunde ein Großserienfahrzeug, das technisch kaum verändert werden durfte. Es gab weder einen Überrollkäfig noch ein modifiziertes Fahrwerk, sogar der Aschenbecher musste im Auto bleiben. Ergo reisten viele Fahrer mit Frau, Kind und jeder Menge Ersatzreifen im Rennwagen an. Vor dem Start klebten sie nur die Startnummern auf – und los ging’s! Sogar das Nummernschild (siehe Foto oben) durfte montiert bleiben!

„Das Auto ist ein Instrument, und dieses richtig zu bedienen ist eine Kunst”, sagt der zu seiner Glanzzeit frisch mit der Schauspielerin Diana Körner liierte Hahne. Und erklärt den Reiz, den der Rennfahrerberuf wohl schon immer auf Teile des weiblichen Geschlechts ausgeübt hat: “Ich hatte mal einen Beifahrer in Spa-Franchorchamps, der ging zu jeder Frau und sagte: ‘I’m a racing-driver and I love you'”. Er selbst bekennt: “Als Rennfahrer denkt man nicht an Frauen, wenn man arbeitet, aber vorher und nachher – warum nicht?”

Das Film-Plakat mit dem legendären CSL-Coupé von 1973 - Foto: Screen

Das Film-Plakat mit dem legendären CSL-Coupé von 1973 – Foto: Stereoscreen

„Bei langweiligen Rennen wie auf der Avus in Berlin hatte ich auch mal eine Banane im Handschuhfach, ich bekam ab und zu Hunger”, erzählt Hahne im Interview zu Adrenalin weiter aus dem Nähkästchen. Und nach den Rennen wurde ausgelassen auf Party gemacht. „Wir hatten große Lust, zu feiern. Man hatte ja immerhin das Rennen überlebt”, erzählt der heute 79-jährige Hahne, der es bis in die Formel 2 brachte, aber 1970 nach mehreren tödlichen Unfällen von Kollegen seine Formel-1-Ambitionen und seine gesamte Motorsportkarriere spontan beerdigte.

Es sind solche Interviews, die dem Film eine Tiefe geben, die ihn zu einem Muss für alle Motorsportbegeisterten macht. Auch für jene, die nicht ständig die BMW-Brille aufhaben. Doch die Marke gehört einfach zum Tourenwagen-Sport, wie der elf Jahre lang für BMW als Werksfahrer tätige Brite Steve Soper so erklärt: “Wenn du Formel 1-Fahrer bist, willst du für Ferrari fahren, wenn du ein Tourenwagen-Fahrer bist, möchtest du für BMW fahren!” Zwar gewann BMW bekanntlich mit Nelson Piquet und Brabham die Formel-1-WM, doch der Tourenwagensport ist seit jeher die DNA der Marke. Denn wie kann man die Botschaft „Freude am Fahren“ wohl besser transportieren als mit (mehr oder weniger) seriennahen Autos auf der Rennstrecke?

Stuck im CSL mit allen Vieren in der Luft - Nürburgring 1973 - Foto: BMW

Stuck im CSL mit allen Vieren in der Luft – Nürburgring 1973 – Foto: BMW

Etwa ein Jahr lang war das zwölfköpfige Filmteam für Adrenalin in ganz Europa unterwegs, drehte bei aktuellen DTM-Rennen und durchstöberte Archivmaterial aus fast 50 Jahren Tourenwagengeschichte. „Es war uns wichtig, die Rennfahrer in den Vordergrund zu stellen. Denn außer den Autos sind es vor allem die Menschen, die diesen Sport prägen”, so Nick Hahne.

Bei der Recherche hoben die Filmemacher auch bislang unveröffentlichtes Material. Das sind zum Teil sehr private Momente, wie ein gemütliches Beisammensein im Fahrerlager. „Wir haben in den Boxen gesessen, Cola gesoffen und Fritten gefressen – so war das halt früher”, beschreibt zum Beispiel Hans-Joachim Stuck das Rennfahrerleben in den 70ern.

Offenbar wurde aber nicht nur Limonade getrunken: Einige Zeitzeugen berichten in den Interviews von wilden Nächten zwischen Reifenstapeln und Werkzeugkästen, in denen “bis morgens um vier Uhr gezecht” wurde. Als Schlafplatz diente anschließend oft eine wackelige Campingliege. Stuck: “Früher hatten wir keine Physiotherapeuten, die uns massierten, oder Trainer, die uns Mineralien und Drinks gegeben haben.”

Der 3.0 CSL während des 24-Stunden-Rennens von Spa - Foto: BMW

Der 3.0 CSL während des 24-Stunden-Rennens von Spa – Foto: BMW

Nach den Erfolgen mit dem 2002 und dem bärenstarken, aber defektanfälligen 2002 Turbo ging BMW ab 1972 mit der Gründung der Motorsport GmbH den werksseitigen Rennsport noch professioneller an. Es war jedoch kein Bayer, der in München alles auf den Kopf stellte, sondern ein Krefelder, sprich „Preuße“, namens Jochen Neerpasch. Abgeworben vom Erzkonkurrenten Köln, der mit seinem Capri (noch) die BMW vernaschte.

Stuck gehörte zur Fahrermannschaft und erinnert sich an diese Jahre: “Wir hatten eine WG – ich mit dem Neerpasch in einer Bude und dem Martin Braungart. Wenn wir unsere Wäsche gewaschen haben – wir hatten ja keine Ahnung. Da kamen die buntesten weißen Hemden raus – und wir haben natürlich auch tollen Motorsport geboten.”

In der Tat: Mit dem zwischen 1973 bis 1980 als Geschäftsführer der Motorsport GmbH tätigen Neerpasch fuhr BMW schnell in die Erfolgsspur. Zunächst beendete man unter seiner Leitung die Dominanz von Ford in der Tourenwagen-WM. 1973 erhielt das 3.0 CSL Coupé einen Flügel-Kit, der das Auto ab dann fast unbesiegbar machte. „Das Jahr 1973, als die Giganten BMW und Ford zum Teil mit Unterstützung von Formel-1-Piloten gegeneinander antraten, war vielleicht die beste Tourenwagen-Saison aller Zeiten!“, schwärmt im Rückblick Insider Rainer Braun. Und Stuck ergänzt: „Da gab es Berührungen, da hat es gestunken nach Gummi, da hat es geraucht, das war einfach richtig cooler Motorsport!”

Schnitzer 2002 turbo nach Gruppe 5 - mit einem 1,4-Liter-Turbo und 360 PS rund 60 PS stärker als die neuen 320i-Sauger des Junior Teams. Gesteuert u.a. von Walter Röhrl und Klaus Ludwig - Foto: BMW

Schnitzer 2002 turbo nach Gruppe 5 – mit einem 1,4-Liter-Turbo und bis zu 400 PS deutlich stärker aber weniger standfest als die 320i-Sauger des Werks-Teams. Gesteuert 1977 u.a. von Walter Röhrl und Klaus Ludwig – Foto: BMW

Es folgte das erfolgreiche Abenteuer mit dem CSL Coupé in der amerikanischen IMSA-Serie. Am Ende der Saison wussten die US-Fans, wofür das Acronym BMW stand – Bavarian Motor Works. Darüber hinaus war der zuvor selbst als Rennfahrer (u.a. für Porsche) erfolgreiche Neerpasch einer der ersten, der vor der Saison ein Fitnesstraining für Rennfahrer einführte. In Adrenalin sehen wir die drei Mitglieder des neu gegründeten BMW Junior Teams – Eddie Cheever, Marc Surer und Manfred Winkelhock – beim Skilanglauf und Ergometer-Training. Die jungen Wilden Surer und Winkelhock sorgten bei ihrem ersten Auftritt in Zolder 1977 dann mit dem ersten und dem dritten Platz auch gleich für einen Paukenschlag. Ihr Auto für die Deutsche Rennsportmeisterschaft war auch eine scharfe Waffe: ein 840 kg leichter 320i mit dem 305 starken BMW-Formel2-Motor, der bis zu 9650/min drehte.

Als die Junioren dann einmal am Norisring Kleinholz besorgten, wurden sie von Neerpasch für ein Rennen gesperrt. Stattdessen schickte er in Diepholz ein BMW Gentlemen Team an den Start, mit Stuck, Ronnie Peterson und David Hobbs – das dann aber für noch mehr Schrott sorgte!

Die mit dem Mittelmotor-M1 im Rahmen der Formel 1 ausgetragene Procar-Serie (1979/80) gilt als letzter große Marketing-Coup Neerpaschs. Im Interview mit Filmemacher Hahne schildert der früher immer so introvertiert wirkende Neerpasch auf für ihn ungewöhnlich anekdotenreiche Weise, wie diese Serie zunächst als Notnagel ersonnen schnell zu einem Mega-Hit wurde. Auch Rainer Braun verneigt sich noch heute: „So etwas wie die Procar-Serie, wo die fünf Trainingsschnellsten der Formel 1 in die M1 stiegen, um gegen ebenfalls auf dem Mittelmotor-Coupé sitzende Tourenwagen-Spezialisten anzutreten, wird es nie mehr geben!” Marc Surer, der später bis in die Formel 1 aufgestiegene Schweizer, war ebenso wie Niki Lauda regelmäßiger Procar-Starter. “BMW hat da schon Zeichen gesetzt, es war eine tolle Zeit. Nur wenn man’s selbst erlebt, ist es einem nicht bewusst!”

Jägermeister-BMW 635 CSi des Brun-Teams in Hockenheim (1984) - Foto: BMW

Jägermeister-BMW 635 CSi des Brun-Teams in Hockenheim (1984) – Foto: BMW

In Adrenalin folgen als nächste Kapitel der in der Tourenwagen-EM mit Dieter Quester und dem Schnitzer-Team erfolgreiche 635 CSi und die unglaubliche Erfolgsstory des M3 (E30), der in der „alten“ DTM und auch in der Tourenwagen-WM seine langen Spuren hinterließ. Speziell diese Passage ist eine Hommage an die “Flegeljahre” der Serie und ihrer Stars. “Du könntest Manöver fahren, die andere nicht konnten. Weil das nur mit dem M3 möglich war“, erinnert sich noch heute Steve Soper. Aus dieser Zeit stammen drei noch heute kurios wirkende und in Adrenalin natürlich gezeigte Szenen.

Zwei spielen in der DTM-Saison 1990: Dieter Quester verliert in der letzten Runde des Rennens auf der Avus die Kontrolle über seinen M3, überschlägt sich aus der letzten Kurve kommend und rutscht – auf dem Dach liegend – bis über die Ziellinie, wird aber noch als Dritter gewertet. Dann das Drama um Johnny Cecotto im Finale des gleichen DTM-Jahres: Gleich nach dem Start wird der mit 18 Punkten in der Meisterschaft führende Venezuelaner in der ersten Kurve von Hockenheim von einem gewissen Michael Schumacher (Mercedes) abgeschossen – und damit aller Meisterschaftshoffnungen beraubt. Und dann 1987 Marc Hessel, der beim DTM-Finale auf dem Salzburgring vor der Startlinie anhält, um seinen BMW-Markenkollegen Eric van de Poele vorbeizulassen – und so aufgrund eines Missverständnisses die eigene Meisterschaft vergibt und sie dem Belgier schenkt!

"Du konntest mit dem M3 Dinge veranstalten, die mit anderen Autos nicht gingen" (Steve Soper)

“Du konntest mit dem M3 Dinge veranstalten, die mit anderen Autos nicht gingen” (Steve Soper). Im Bild Altfrid Heger 1991 am “Ring” – Foto: BMW

Der M3 (E30) - hier in Bathurst (Australien) - avancierte zum erfolgreichsten Tourenwagen aller Zeiten - Foto: BMW

Der M3 (E30) – hier in Bathurst (Australien) – avancierte zum erfolgreichsten Tourenwagen aller Zeiten – Foto: BMW

Besonders unter die Haut gehen jedoch die Szenen mit Alex Zanardi – der nach einem Horror-Unfall 2001 bei einem Indycar-Rennen auf dem Lausitzring beide Beine verlor. Doch der ewige Optimist stieg schon 2003 wieder in einen Rennwagen, fuhr von 2005 bis 2009 für BMW in der Tourenwagen-WM und feierte in seinem auf Handgas umgebauten Wagen drei Siege. Und bei den Londoner Paralympics holte der Italiener obendrein zwei Gold- und eine Silber-Medaille bei den Handbikes. Eindrucksvoll jene von Hahne in Italien gefilmten Sequenzen, in denen der Ex-Formel-1-Pilot mit seinem per Armmuskulatur angetriebenen Liegefahrrad für die nächsten Wettbewerbe trainiert.

Der Kreis schließt sich für die Filmemacher mit einem Blick auf die BMW Art Cars, GT-Rennen mit dem Z4 und der triumphalen Rückkehr von BMW in die DTM sowie dem Sieg von Bruno Spengler in der Saison 2012. Auch für Marco Wittmans Gesamtsieg 2014 bleiben am Ende noch ein paar Filmminuten übrig.

BMW Art Car nach einem Design von Jeff Koons für die 24 Stunden von Le Mans - Foto: BMW

BMW Art Car nach einem Design von Jeff Koons für die 24 Stunden von Le Mans – Foto: BMW

Noch nie ist die Tourenwagengeschichte von BMW so detailliert und emotional erzählt worden, wie in dieser 120 Minuten langen Dokumentation. Und das Schöne ist: Obwohl die Marke mit dem blau-weißen Propeller im Mittelpunkt steht, wirkt Adrenalin nicht wie ein Werbefilm. Auf der Suche nach Archivmaterial hob das in Duisburg beheimatete Team von Stereoscreen echte Raritäten und wahre Schätze ans Licht.

Der Film soll laut Nick Hahne ähnlich wie das Erstlingswerk „24 hours“-one team, one target“ einen hohen cineastischen Anspruch erfüllen. Schon der Vorspann des in Full-HD gedrehten Films macht klar, dass das Stereoscreen-Team um Tim und Nick Hahne keine Kosten und Mühen gescheut haben. Die Titel-Sequenz wurde im abgedunkelten und abgesperrten BMW-Museum gedreht, das Setting lieferten Renntourenwagen der verschiedenen Epochen, die vor aufwändigen Lichtinstallationen in Szene gesetzt wurden. Den Film-Sound besorgten zwei renommierte Komponisten aus den USA – Tony Anderson und Danny Odom. Auch das in unterschiedlichen Erhaltungszuständen vorliegende Original-Filmmaterial aus Privatarchiven wurde neu aufbereitet. Ein Teil stammt von Helmut Deimel, dem österreichischen Urgestein des Motorsport-Films.

Doch auch das 30-minütige Bonus-Material ist sehr zu empfehlen – nicht nur wegen der genüsslich von Quester und Stuck nacherzählten Streiche, die damals beim “Trio Infernale” Stuck/Quester/Leopold „Poldi“ von Bayern zum Ritual eines jeden Rennwochenendes gehörten. “Es gab Leute, die trotz aller Professionalität immer noch genug Platz im Gesicht zum Lachen hatten”, sagt der heute noch immer bei Classic Car-Events aktive Quester, der nach eigenen Worte vor jedem Start “Schmetterlinge im Bauch hatte.”

BMW M4 mit Wittmann und Spengler führen das Feld in die DTM Saison 2014 - Foto: BMW

BMW M4 mit Wittmann und Spengler führen das Feld in die DTM Saison 2014 – Foto: BMW

Auch wenn Nick Hahne sagt, dass auch der moderne Motorsport für ihn faszinierend sei und selbst ein Striezel Stuck sie zwar als “anders, aber auch schön” beschreibt, bleiben die historischen Filmszenen von Adrenalin am nachhaltigsten hängen. Es war halt noch vieles anders in der guten alten Zeit. Die Fans und die Journalisten kamen viel leichter an die Fahrer heran, es gab weder Pressekonferenzen noch Hospitality-Zelte, dafür einen Rennfahrer Hans Heyer, der außerhalb des Cockpits immer seinen Tiroler-Hut aufsetzte, einen Stuck, der auf dem Siegerpodium einen Jodler ausstieß oder Fahrer wie „Jockel“ Winkelhock („Smoking Joe“), der sich 1995 in der Auslaufrunde eines siegreichen Rennens eine Zigarette reichen ließ und in seinem M3 jubelnd-rauchend die Ehrenrunde absolvierte. “Eigentlich gehört sich das im Motorsport ja überhaupt nicht, aber genossen habe ich sie trotzdem”, sagt Schwabe Winkelhock, einer der wie gesagt insgesamt 30 für Adrenalin interviewten Protagonisten (siehe Liste unten).

Andy Priaulx, dreifacher Tourenwagen-Weltmeister auf BMW und heute Co-Kommentator für Eurosport, denkt ebenfalls gern an frühere Zeiten zurück: „Du konntest Publikumsliebling sein, und gleichzeitig auch noch gewinnen!“ Das Adrenalin als Antriebsstoff bleibt aber durch alle Jahrzehnte das Elixier der Rennfahrer.  Wie sagt doch Bruno Spengler zu Beginn des Films: “Jedes Jahr vor Beginn einer neuen Saison möchtest du dieses Gefühl unbedingt und so schnell wie möglich wiederhaben!” Zugleich lockt das ständige Herantasten an den Grenzbereich: “Was ich am meisten an meinem Beruf liebe, ist das ständige Ausloten des Limits. Denn es gibt kein Limit”, sagt Augusto Farfus, der Brasilianer in BMWs DTM-Team.

„Adrenalin – Die BMW-Tourenwagen-Story”, Tim und Nick Hahne, 123 Minuten, DVD (23,90 Euro), Blue-Ray, (25,90 Euro).

Autogefuehl: *****

Text: Thomas Imhof, Autogefuehl

Fotos: BMW, Stereocreen

BMW 2000 TISA auf der Nordschleife - seit gut 50 Jahren ist BMW im Tourenwagen-Sport an vorderster Front aktiv und erfolgreich - Foto: BMW

BMW 2000 TISA auf der Nordschleife – seit gut 50 Jahren ist BMW im Tourenwagen-Sport an vorderster Front aktiv und erfolgreich – Foto: BMW

INTERVIEWPARTNER

Augusto Farfus / Hubert Hahne / Steve Soper / Joey Hand / Rainer Braun / Dieter Quester / Bruno Spengler / Hans-Joachim Stuck / Andy Priaulx / Paul Rosche / Jochen Neerpasch / Albert Biermann / Marc Surer / Harald Grohs / Joachim Winkelhock / Uwe Mahla / Thomas Girst / Charly Lamm / Prinz Leopold von Bayern / Roberto Ravaglia / Johnny Cecotto / Marc Hessel / Klaus Ludwig / Markus Oestreich / Timo Glock / Herbert Schnitzer / Jörg Müller / Alex Zanardi /Jens Marquardt / Marco Wittmann


3 Responses to Adrenalin – 50 Jahre BMW-Tourenwagenstory

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