Peugeot 308 GT im Test Fahrbericht

Mit dem Peugeot 308 GT steht ab sofort eine neue sportliche Version für den Kompaktwagen zur Verfügung, sowohl für das Kurzheck als auch für den Kombi 308 SW. Keine günstige Alternative zum Golf GTI, sondern ein direkter Angriff – mit einer etwas anderen Auslegung, wie unser Fahrbericht zeigt. Zudem ist derweil auch die neue PS-starke Topversion Peugeot 308 GTi erhältlich (zum Vergleich hier). Von Thomas Majchrzak

Schon 150.000 Einheiten Peugeot 308 und Peugeot 308 SW konnten bislang in Europa verkauft werden. Wir hatten zuletzt hier über den Peugeot 308 berichtet.

Nun bietet Peugeot eine neue sportliche Topversion an, die den Zusatz GT (Gran Turismo) trägt. Die genauen Bezeichnungen lauten 308 GT 205 und 308 GT 180. Dahinter verbergen sich die zwei Motoren.

Peugeot 308 GT Motorenübersicht
308 GT 205: 1,6 Liter Benziner mit 205 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe
308 GT 180: 2,0 Liter Diesel mit 180 PS und Sechsgang-Automatik (mit Schalt-Paddles)

Bislang erhielt man den Benziner maximal mit 155 PS und den Diesel mit 150 PS. Damit der Peuegot 308 GT auch von der Kraft mit dem Golf GTI mithalten kann, wird bald schon eine noch kräftigere Version erwartet. Nun kommt zunächst der GT.

Während der Basispreis des Peugeot 308 bei 16.950 Euro liegt, muss man für den Peugeot 308 GT (Benziner) 29.950 Euro hinblättern, erhält dann allerdings nahezu Voll-Ausstattung. Der Diesel mit Automatik kostet 2.000 Euro Aufpreis, der Kombi/SW 1.150 Euro Aufpreis. Dementsprechend ist die Kombination Diesel+Kombi die teuerste und Benziner+Kurzheck die billigste.

Zum Vergleich: Ein Golf GTI mit 220 PS liegt bei 28.675 Euro. Billiger als der Golf möchte man also nicht unbedingt sein. Allerdings sind etwas mehr Features beim Peugeot 308 GT direkt in der Serienausstattung enthalten, etwa das Navi sowie viele Assistenzsysteme.

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Exterieur

Anstatt zwei schwarzer Stäbe trägt der Peugeot 308 GT drei horizontale glänzende Stäbe im Kühlergrill. Der Chrom-Look kommt gut und passt hervorragend zu den chromeingefassten Fenstern. Die Scheinwerfer tragen insgesamt 62 LEDs. Die vorderen Blinker sitzen tief und laufen wie bei neuen großen Audi-Modellen in einer Kaskade von innen nach außen. Unter den Blinkern befinden sich zusätzliche Lufteinlässe, die die aggressivere Optik unterstreichen sollen. Die Außenspiegel sind in Hochglanz-Schwarz lackiert. Serienmäßig mit dem GT gibt es 18-Zoll-Felgen. Am Heck gibt es einen schwarz lackierten Diffusor und ein zweiflutiges Abgasendrohr. Der Diffusor hat allerdings offensichtlich keine Luftfunktion, sondern dient in Hochglanz-Schwarz der Optik.

Als exklusiven Farbton bietet der GT das Magnetic Blue, das wir auch hier auf unseren Fotos sehen. Dieser Farbton soll an alte französische Rennwagen erinnern. Ferner verfügbar sind die Farben Hurricane Grau, Rubi Rot, Artense Grau, Blau Magnetic, Perla Nera Schwarz und Perlmutt Weiß.

Insgesamt ist Peugeot hier ein passendes und abgerundetes Design gelungen, das sportliche Eleganz versprüht. Gerade die Chromflächen sehen schick aus, besonders in Verbindung mit dem neuen Magentic Blue.

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Interieur

Das Interieur des Peugeot 308 ist grundsätzlich wie bei uns schon das ein oder andere mal beschrieben mit angenehmen Features versehen und gerade in der bislang höchsten Ausstattung Allure sehr hochwertig und modern.

Das 308 GT-Interieur zeichnet sich durch einen schwarzen Dachhimmel aus sowie Sitze im Mix Alcantara/Kunstleder und rote Kontrastnähte an Armaturentafel, Türverkleidungen, Schalthebel und Fußmatten. Racing-mäßig gibt es klassischerweise die Alu-Pedalerie dazu. Der Hintergrund der Armaturen ist mit einer Zielflagge unterlegt.

Serienmäßig kann man das so genannte Driver Sport Pack per Knopfdruck aktivieren und erhält dann folgende Features:

– satterer Motorsound
– Kombiinstrument mit roten Anzeigen
– Anzeige von Leistung und Drehmoment, Ladedruck sowie Quer- und Längsbeschleunigung im Kombiinstrument
– straffere und direktere Auslegung der Lenkunterstützung
– direktere Gaspedalkennlinie,
– beim Diesel mit Automatik schneller ansprechendes Getriebe und Lenkradpaddles

Schließlich enthält die GT-Ausstattung auch noch das Driver Assistance Pack, das folgende Assistenten bietet:

– Adaptiver Tempomat
– Frontkollisionswarner
– Automatische Gefahrenbremsung
– Toter-Winkel-Assistent
– Park Assist

Auch der keyless entry ist serienmäßig.

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Optionale Voll-Lederausstattung
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Optional dagegen sind Panoramaglasdach, Rückfahrkamera, Leder-Paket, Sicherheitspaket oder das Komfort-Paket Plus (u.a. mit Sitzheizung vorn).

Durch die Kontrastnähte bringt Peugeot im GT noch ein wenig mehr Exklusivität in den Innenraum. Diese unterstreichen auch das mit Kunststoff bezogene Armaturenbrett, dessen Oberfläche eine ungewohnte und hochwertig wirkende Textur trägt. So kann man auch ohne Leder ein Armaturenbrett attraktiv gestalten.

Das ohnehin sehr kleine Lenkrad im Peugeot 308 wirkt in der GT-Version erst so richtig, denn es passt zur sportlichen Auslegung allein schon optisch. Zusätzlich bringt es haptisch ein richtiges Gokart-Feeling. Die grundsätzliche Verarbeitungsqualität ist ausgezeichnet und man kann sagen, dass die Franzosen hier einen großen Schritt nach vorn gemacht haben. Von der Anmutung muss er sich keineswegs verstecken.

Wichtig für große Menschen: Über 1,80 m ist die Sitzposition vorne nicht mehr ideal. Grundsätzlich sind die französischen Autos nicht ganz so auf größere Menschen ausgelegt wie einige der deutschen Fabrikate. Auch im Fond bleibt im Hatch kaum Platz für Erwachsenen-Beine. Zusammen mit dem an sich schönen Panorama-Glasdach leidet auch die Kopffreiheit. Wer häufiger mit großen Erwachsenen im Fond fährt, sollte die Kombi-Variante wählen.

Fahrverhalten

Grundsätzlich ist die Karosserie vorne um 7 Millimeter und hinten um 10 Millimeter tiefergelegt. “Der 308 GT hebt sich sowohl als Diesel, als auch als Benziner mit seinem Fahrkomfort massiv von der Konkurrenz ab”, behauptet Peugeot Generaldirektor Maxime Picat. Erst kürzlich konnten wir den deutschen Konkurrenten Golf GTI testen und damit vergleichen. Der GTI ist mit 15 mm etwas weiter tiefer gelegt. Das sind zwar nur wenige Millimeter Unterschied, doch ist dieser durchaus symptomatisch. Der Peugeot 308 GT ist im Gegensatz zum Golf GTI eher auf Komfort ausgelegt, auch hier in der Sportversion.

Das muss nicht besser oder schlechter sein, bedient lediglich unterschiedliche Erwartungen. Der Golf GTI vermittelt einen engeren Fahrbahnkontakt, gleicht dafür aber kleinere Löcher nicht ganz so komfortabel aus. Der Peugeot 308 GT dagegen lässt sich durchaus sportlich bewegen, ambitioniert kann man es aber nicht nennen. Er zieht es lieber vor, die Insassen komfortabel voran zu bringen. Wenn es schneller zugeht, reagiert das Peugeot-Fahrwerk allerdings auf die Fahrweise, die Dämpfer sollen bei agilen Fahrmanövern härter werden, um mehr Kontakt zu Fahrbahn zu vermitteln. Das funktioniert durchaus, wenn auch wie beschrieben die Grundausrichtung nicht derart sportlich ist.

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Die Lenkung ist im normalen Modus so ziemlich ohne Widerstand, es erfordert also gar keine Kraft, das Auto einzuparken oder durch enge Kurven zu zirkeln. Auf der anderen Seite gibt es dadurch aber auch kaum Rückmeldung vom Auto, so dass man sich nicht direkt mit dem Fahrzeug verbunden fühlt.

Dafür ist dann der Dynamik-Modus da, der wie oben beschrieben einige Parameter ändert. Zum Beispiel erfolgt die Gasannahme spontaner und die Lenkung wird härter. Allerdings wird sie nicht progressiver, d.h. man braucht immer noch einen ordentlichen Lenkweg. Hier haben die Progressiv-Lenkungen aus dem Volkswagen-Konzern die Nase vorn. Für die GT-Version hätten wir uns hier also eine progressivere Lenkung gewünscht, also eine Lenkung, die mit dem Lenkeinschlag zunehmend auf die Befehle eingeht und so eine sportlichere, aber auch sicherere Fahrweise ermöglicht.

Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft der 205 PS Benziner in 7,5 Sekunden. Dabei möchte er gerne an der Drehzahl hängen. Wenn man z.B. von unten heraus im zweiten Gang wieder beschleunigen möchte, ziert sich der Motor beim Vortrieb. Auch der generierte Sound macht sich erst bei Drehzahlen oberhalb von 4.000 deutlich bemerkbar. Dann motiviert der kernigere Sound auch, die sportliche Fahrweise weiter zu behalten – wobei diese Drehzahlbereiche auf Dauer im Alltag unrealistisch sind.

Damit es auch wieder herunter auf 0 geht, hat Peugeot dem GT auch größere Bremsscheiben spendiert. Offiziell soll der Verbrauch bei 5,6 Litern liegen, realistischerweise muss man aber mit 2 Litern mehr rechnen, wenn nicht mehr. Der Diesel liegt offiziell bei 4 Litern Verbrauch, effektiv dürften wir hier bei fünfeinhalb landen.

Vergleich Hatch vs Kombi

Länge: 4,25 m vs 4,58 m
Radstand: 2,62 m vs 2,73 m
Breite: 2,04 m (inkl. Außenspiegel) / 1,80 m
Höhe: 1,45 m

Kofferraum: 420 l vs 610 l
Laderaum mit Sitzen umgeklappt: 1.228 l vs 1.660 l
Wendekreis: 10,4 m vs 11,2 m

Hatch
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Kombi
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Während bei Mittelklasse-Fahrzeugen der Kombi häufig genauso lang ist wie die Limousine und sich nur durch den Aufbau unterscheidet, ist das hier anders. Der Kombi ist spürbar und faktisch länger und hat auch einen längeren Radstand. Das Platzangebot im Laderaum ist nicht wirklich vergleichbar, der Peugeot 308 SW GT bietet hierbei wirklich richtig viel Stauraum, während man sich beim 308 GT einschränken muss. Der längere Radstand bringt auch mehr Platz im Fond, so dass Erwachsene im 308 SW deutlich besser zurechtkommen als im Kurzheck. Natürlich ist letzteres dadurch aber auch wendiger.

Neue GT-Line nur für Designfeatures

Wer übrigens lediglich an den Design-Features interessiert ist und auf die gewöhnlichen Versionen der Motoren zurückgreift, der kann auf die Allure-Ausstattung ein GT-Line Paket für 1.800 Euro bestellen – ähnlich wie es bei Audi die S-Versionen gibt und die S-Line oder bei BMW die M-Modelle und die M-Line. So sieht die GT-Line dann aus:

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Fazit: Der Peugeot 308 GT ist vom Design her ein echter Hit. Auch das Interieur überzeugt durch Aufgeräumtheit und eine hohe Materialqualität. Gefallen tut uns auch die umfangreiche Serienausstattung. Zusammen mit dem vermutlich etwas höheren Rabatt beim Händler wird man mit einem Peugeot 308 GT letztlich günstiger wegkommen als mit einem Golf GTI. Doch stellt sich mehr die Frage, ob man eher die Sportlichkeit schätzt, oder trotz sportlicher Features den Komfort bevorzugt. Für Menschen oberhalb von 1,80 m ist das Platzangebot nicht optimal, hier wird man mit den deutschen Kompakten glücklicher. Viele Fans wird der Peugeot 308 GT aber schlichtweg dadurch ernten, dass Exterieur, Interieur und die zusätzlichen emotionalen Features sehr gut aufeinander abgestimmt sind und optisch ein sportlich-elegantes Bild liefern.

Autogefühl: ***

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak

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7 Responses to Peugeot 308 GT im Test Fahrbericht

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  3. […] wissen, was im Leben wichtig ist und treffen souveräne Entscheidungen. Erst kürzlich kam der Peugeot 308 GT als sportliche Version, jetzt folgt auch das Peugeot 208 Facelift dem neuen Markenclaim. […]

  4. […] Struktur, die wir gerne noch an weiteren Stellen des Cockpits gesehen hätten. Wie schon beim größeren Bruder Peugeot 308 ist das Highlight das extrem kleine Lenkrad, das schon im Stand ein Gokart-Feeling aufkommen […]

  5. […] wir vor knapp einem Jahr den Peugeot 308 GT vorgestellt haben (205 PS), zeigen wir nun die neue endgültige Top-Version des 308, den Peugeot 308 GTi […]

  6. Philipp says:

    Ihr vergleicht den 308 GT hier ausschließlich mit dem Golf GTI, ein besserer Vergleich wäre wohl mit einem KIA c’eed GT, Citroen DS4 THP200 oder Nissan Pulsar 1.6 DIG-T…

    Wie fällt euer Fazit des 308 GT mit Fahrzeugen, welche preislich und leistungsmäßig unter einem Golf GTI angesiedelt sind aus? Im speziellen würde mich interessieren, wie ihr den 308 GT im Vergleich zu dem von euch ebenfalls ausführlich getesteten Kia c’eed GT einschätzt.

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