Audi RS7 Facelift Test

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Mit dem Audi A7 Facelift hat sich Audi in der sportlichen Oberklasse behauptet und unserer Meinung nach mit nach vorne gesetzt. Nun gibt es auch die Top-Sportversion Audi RS7 im Zuge des Facelifts, vorgestellt in unserem Fahrbericht. Von Thomas Majchrzak

Ende 2013 hatten wir die Vor-Facelift-Version des Audi RS7 in den Alpen getestet. Damals blieb uns besonders die souveräne Fahrweise in Erinnerung. Beim neuen Audi A7 Facelift fiel uns dagegen primär auf, dass Audi gerade im Vergleich zu den Konkurrenten wie den Mercedes CLS eine gelungene Modellpflege betrieben hat, die sich auch mit sparsameren Motoren äußert – und der vergleichsweise agilen Fahrweise. Neben den neuen kleinen Motoren gibt es nun auch die aktualisierte Top-Version am Ende der Fahnenstange, Audi RS7.

Dieser zählt international zu einem der am meisten beachteten Audi-Fahrzeuge. Sicher auch deswegen, weil er zu den Audis zählt, die am meisten PS haben (560) und am teuersten sind.

Preisübersicht Audi A7

51.300 Euro A7
82.300 Euro S7
113.300 Euro RS7

Unser Testwagen kostet dagegen gut 150.000 Euro, woran liegt das? Müsste in der Top-Sportversion nicht schon alles enthalten sein? Mehr dazu später.

Audi RS 7 Sportback

Audi RS 7 Sportback

Audi RS 7 Sportback

Exterieur

Grundsätzlich zeichnet sich der Audi RS7 durch sein für ein so kraftvolles Automobil zurückhaltendes Design aus. Understatement ist angesagt. Wir finden keinen bulligen Powerdome auf der Motorhaube und keinen Heckspoiler, die Linie bleibt gewohnt elegant wie beim Basis-A7.

Auf Racing polt sich der RS7 lediglich in den Details: Vorne erkennen wir das schwarze RS-Wabengitter mit dem roten RS-Logo. Auffällig ist zudem der dicke quattro-Schriftzug. Wie kein anderer Audi birgt der A7 schon allgemein eine sehr geschwungene Linie bis zum Heck und zeichnet sich dadurch von den anderen Audi-Modellen ab. Trotz der stark abfallenden Dachlinie ist jedoch ein hoher Praxiswert für den Kofferraum gewährleistet, weil sich die Heckklappe wie bei einem Kombi öffnen lässt und keinen abgeschlossenen Kofferraum bildet. Beim Audi RS7 wird die Optik durch die seitlichen Schweller und die größeren Felgen etwas dramatisiert. Die Karosserie liegt um 20 mm tiefer. Die Scheinwerfer zeigen jeweils zwei horizontale parallele Linien, die zu den Seiten hin nach oben und unten auslaufen. Die neuen Matrix-LED-Scheinwerfer, die auch ein adaptives Fernlicht bieten, sind allerdings optional.

Audi hat sich in den vergangenen Jahren bei der Farbgestaltung sehr überzeugend präsentiert, so auch beim RS7. Zur Auswahl stehen Aluminium matt, Schwarz glänzend, Florettsilber Metallic, Gletscherweiß Metallic, Mythosschwarz Metallic und Sepangblau Perleffekt. Letzteres zählt unser Meinung nach zu den schönsten Farben derzeit auf dem Markt.

Interieur

Audi RS 7 Sportback

Audi RS 7 Sportback

Im Innenraum finden wir das grundsätzlich aufgeräumte Audi-Cockpit, bei dem der große Bildschirm auch passend eingefügt ist und nicht einfach draufgesetzt wirkt. Er lässt sich bei Bedarf auch versenken. Beim Audi RS7 findet man im Basis-Setup keine allzu großen Spielereien oder Holz, das Interieur ist nüchtern und sportlich in schwarz gehalten. Die Zierelemente sind serienmäßig im Carbon-Look, ohne Mehrpreis kann man aber auch mattes Aluminium oder Aluminium im Racing-Look (Kreuzschraffur) erhalten. Und gegen Aufpreis gibt es dann doch noch Holz, wer denn mag. Optisches Highlight ist die Wabenstruktur auf den Sitzen, die das Design des Kühlergrills widerspiegelt. Bei den Sitzen gibt es ferner dann noch zahlreiche weitere Design-Optionen, in unserem Testwagen ist zum Beispiel das Designpaket verbaut (6.000 Euro Mehrpreis), mit dem die Wabenstruktur mit roten Kontrastnähten versehen ist. Außerdem sind die Anschnallgurte rot.

Im Alu-Look kommt dann besonders die Cockpit-umspannende Leiste zum Vorschein, die sich yacht-artig (und an den Jaguar XJ erinnernd) sogar vorne unter die Scheibe zieht – nur jäh unterbrochen durch den fetten Projektionskasten für das Head-Up-Display. Abgesehen von dieser optischen Unannehmlichkeit tut die Projektion in die Scheibe jedoch gute Dienste, man muss den Blick nicht Richtung Armaturen abwenden.

Fahrverhalten

So lang, so schwer, so kraftvoll – und trotzdem so wendig. So kann man das Fahrverhalten des Audi RS7 zusammenfassen. Kaum ein anderes Fahrzeug dieser Klasse lässt sich so spielerisch leicht auf der Straße bewegen – und klebt so auf dem Asphalt. Die direkte Lenkung und das Kurvenverhalten sind wie aus einem Rennbilderbuch gezaubert.

Spaßbereiter für den Vortrieb ist der aggressive 4,0-Liter-V8-TFSI mit 560 PS. Dieser schafft ein maximales Drehmoment von 700 Nm und bringt den RS7 von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden. Diese Kraft kann man nur mit Allrad auf die Straße bringen. Beim Thema Höchstgeschwindigkeit leistet sich Audi eine groteske Aufpreispolitik: Abgesehen davon, dass Geschwindigkeiten oberhalb von 180 km/h auf der Straße rein wegen der menschlichen Physis an Selbstmord grenzen, ist der RS7 in Serien erst bei 250 km/h abgeregelt. Und dann wird es richtig lustig: Mit dem optionalen Dynamikpaket werden daraus 280 km/h, mit dem Dynamikpaket plus dann 305 km/h. Kostenpunkt: 4.500 bzw. 12.500 Euro. Das zahlt man dann natürlich nicht nur für die entsperrte Höchstgeschwindigkeit, sondern für ein Sport-Sperrdifferenzial, die Matrix-Scheinwerfer und eine Dynamiklenkung. Beim Dynamikpaket plus kommen noch Keramikbremsen hinzu.

Trotz der Keramikbremsen wird beim Verzögern klar, dass man eben doch nicht nur ein leichtes Sportauto bewegt, sondern eine Oberklassen-Karosse. Die spielerische Leichtigkeit des Handlings täuscht nämlich über das Gewicht hinweg. Beim Tritt auf die Bremse muss die Masse erst einmal eingefangen werden – daher lautet hier die Devise: Sich nicht überschätzen, der Bremsweg hat auch etwas mit Physik zu tun, selbst mit der teuersten und tollsten Keramik-Bremse.

Für weniger Verbrauch soll übrigens eine Zylinderabschaltung sorgen. So können von den acht Zylindern die Hälfte abgeschaltet werden, wenn man nicht unter Voll-Last fährt.

Fazit: Der Audi RS7 ist die absolute Granate von Audi, die gleichzeitig das höchste Maß an Komfort bietet. Das Handling setzt die Maßstäbe in der sportlichen Oberklasse. Die Optik bleibt außen wie innen im Bereich Understatement ohne viel Prunk. Enttäuscht hat uns lediglich, dass man in der Top-Sportversion für über 100.000 Euro noch viele Extras dazubuchen muss.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Audi

Audi RS 7 Sportback


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2 Responses to Audi RS7 Facelift Test

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