Aston Martin DBS V8: Letzter seiner Art gefunden

In der Kultserie „Die Zwei“ (Original: The Persuaders) spielte ein „Bahama Yellow“ lackierter Aston Martin DBS als Auto von Lord Brett Sinclair (gespielt von Roger Moore) eine von zwei automobilen Hauptrollen. Nun ist in England der letzte jemals gebaute Typ dieses Modells aufgestöbert worden. Von Thomas Imhof

Der letzte jemals gebaute Aston Martin DBS V8 wurde in einer Scheune in der Grafschaft Surrey aufgespürt, in der er seit 1980 im Dornröschenschlaf lag. Nun soll er am 10. März bei den „Spring Classics“ von COYS in London (Beginn 17:30 Uhr) versteigert werden. Zuvor ist er noch bis zum Montagmorgen im Aston Martin Showroom W-ONE in der Londoner Park Lane (Mayfair) zu bestaunen.

Der Fund gilt als wichtige Facette der Aston Martin Geschichte. Chris Routledge von COYS sagt zum Zustand: „Die Fenster sind zersprungen, die Innenraumverkleidung  weitgehend verschwunden und auch Rost macht sich breit. Doch alle wichtigen Dinge sind vorhanden und wir verzeichnen schon ein großes Interesse in der weltweiten Sammlergemeinde. Der Wagen wird auf 25.000 bis 40.000 Pfund (34.000 bis 55.000 Euro) geschätzt, doch könnte er aufgrund seiner Herkunft auch für deutlich mehr über den Tisch gehen.“

Der in der Originalfarbe “Dubonnet Rosso” lackierte Aston weist sich mit Chassisnummer 5829R als letzter, im September 1972 gebauter DBS aus. Er stand seit 1980 ungenutzt herum und wurde nur noch einmal 1990 einem kleinen Service unterzogen.Das Auto verfügt über ein Automatikgetriebe, ein Waso Lenkradschloss und eine Voxon Stereoanlage. Er wurde 1975 von einem gewissen Bass Senior aus Thames Ditton gekauft – ein Aston Martin-Liebhaber, der auch Eigner eines seltenen DBS3 war. Seitdem blieb der nur knapp über 40.000 Meilen (64.000 km) weit bewegte Sportwagen immer in Familienbesitz.

Aston Martin DBS: Key Visual an der Front warten die vier gleich runden Hauptscheinwerfer - Foto: COYS

DBS V8 im Aston Martin Showroom in London Mayfair: Key Visual an der Front waren die vier Hauptscheinwerfer. Man beachte auch die Lufthutze für den V8 – und – typisch britisch- den gepressten Heuballen (rechts) und die Strohreste am unteren Rand der Windschutzscheibe! – Foto: COYS

Aston Martin entwickelte den DBS und DBS V8 aufgrund von Kundenwünschen nach einem etwas geräumigeren und komfortableren Sportwagen. Nach Problemen mit dem eigentlich geplanten V8-Motor wurde der DBS bei seiner Weltpremiere auf der London Motor Show im Oktober 1967 zunächst notgedrungen mit dem bekannten 4,0 Liter Reihensechszylinder vorgestellt. Er leistete 282 und in einer Vantage-Version dank Weber-Vergaserbatterie 325 PS. Insgesamt baute Aston Martin bis Sommer 1972 787 Einheiten des DBS Sechszylinders. Drei Jahre lang liefen sein Bau und die Produktion des alten DB6 noch parallel.

Zwei Jahre später kam dann endlich der V8 zum Zug, bestückt mit einem 5,3 Liter Triebwerk mit 350 PS, das in insgesamt 402 Exemplare wanderte. Laut auto motor und sport fuhr ein solcher DBS V8 dann 240 km/h schnell. Doch zugleich genehmigte sich der damals schnellste Viersitzer der Welt bis zu 28 Liter Sprit pro 100 Kilometer!

Nur rund 65.000 Kilometer auf der Uhr - Interieurs des fast 45 Jahre alten Exemplars - Foto: COYS

Nur rund 65.000 Kilometer auf der Uhr – Interieur des fast 45 Jahre alten Exemplars – Foto: COYS

Der DBS war der letzte noch unter der Regie von Firmengründer David Brown gebaute Aston Martin. Er basierte auf einer verlängerten DB6-Plattform, jedoch angereichert um eine de Dion-Hinterachse mit Wattgestänge und Längslenkern. Die elegante Außenhaut war das Werk des englischen Designers William Towns, der sich nach eigenen Angaben vom Chevrolet Camaro inspirieren ließ. Als sehr charakteristisch für den DBS galten neben dem eleganten „Fastback“ die vier gleich großen Frontscheinwerfer; die Heckleuchten hingegen stammten vom – profanen – Massenmodell Hillmann Hunter.

Der Aston Martin DBS V8 erhielt Leichtmetallfelgen anstelle der zuvor beim Sechszylinder benutzten Drahtspeichenräder sowie innenbelüftete Scheibenbremsen. Als Alternative zum Fünfgang-Schaltgetriebe gab es die auch im Scheunenfund installierte Wandlerautomatik. Der DBS V8 wurde bis Mai 1972 gebaut und dann vom AM V8 mit nur noch zwei Hauptscheinwerfern ersetzt.

Im Vergleich zu anderen Aston Martins spielte der Aston Martin DBS V8 in James Bond keine überragenden Rollen. Seinen prominentesten Auftritt hatte er 1969 in „Im Auftrag Ihrer Majestät“ mit George Lazenby in der Rolle des 007. Doch anders als beim berühmten DB5 von Sean Connery verfügte das Auto bis auf eine im Handschuhfach verborgene Befestigung für ein Gewehr mit Zielfernrohr über keinerlei „Gadgets“ Im darauf folgenden Bond „Diamantenfieber“ mit Sean Connery ist ein DBS sogar nur noch in einer Szene zu sehen: Während Bond am Telefon mit „Q“ spricht, wird das im Hintergrund mit Raketen bestückt.

In „Die Zwei“ hingegen durfte der DBS neben dem Ferrari von Roger Curtis regelmäßig ein Mal pro Woche auch im deutschen Fernsehen glänzen. Beim Dienstauto von Lord Brett Sinclair handelte es sich um einen DBS-Sechszylinder, den die Filmcrew mit Alufelgen und unterschiedlichen „Badges“ zum DBS V8 hochstilisiert hatte. Auch die Lackierung war außer der Reihe: „Bahama Yellow“, eine Mischung aus gelben und goldenen Farbtönen.

Text: Autogefühl, Thomas Imhof
Fotos: COYS



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