Ford Fiesta ST Testbericht

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Der Ford Fiesta ST ist der bisher stärkste Fiesta und liegt noch oberhalb des jüngst dazu gekommenen Ford Fiesta Sport. Wir testen den 182 PS starken Kleinwagen, der schon vielfach ausgezeichnet wurde. Zurecht? Von Thomas Majchrzak

Der aktuelle Ford Fiesta ST wird seit Februar 2013 gebaut, und zwar im deutschen Ford-Stammwerk in Köln. Deutschland ist in der Tat auch ein wichtiger Absatzmarkt für den kleinen Flitzer, darüber hinaus sind Großbritannien, die Schweiz sowie Japan und China wichtig. Zentrales Element des Konzepts ist der Ford EcoBoost-Motor (Turboaufladung) mit 1,6 Litern Hubraum und 182 PS. 240 Nm Drehmoment zieht der Fiesta ST daraus und schafft den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,9 Sekunden. Damit ist er minimal langsamer als ein VW Polo GTI.

Los geht es mit dem Fiesta ST bei 19.990 Euro. Zum Vergleich: Ein Polo GTI ist mit 22.275 deutlich teurer und wird effektiv mit Ausstattung und abzüglich jeweiligen Rabatt noch weiter vom Fiesta ST entfernt sein.



Exterieur

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Farblich hat sich Ford einiges einfallen lassen, so gibt es die Exklusiv-Farben Lava-Rot Metallic und Performance-Blau Metallic, das wie man auf den Fotos sieht einen Lila-Stich hat und dadurch besonders auffällig ist. Zusätzlich wird das Fiesta Top-Modell in Frost-Weiß, Race-Rot und Panther-Schwarz angeboten.

Beim Styling fällt zunächst der trapezförmige Kühlergrill mit Wabengitter-Struktur auf, der einen aggressiven Look verleiht. Da der aktuelle normale Fiesta-Frontgrill aber durchaus auch schon aggressiv daher kommt, fällt der Unterschied an der Front vergleichsweise gering aus. Ein schönes Detail: Die Wabenstruktur vorne besteht nicht aus Matt-Plastik, sondern trägt in der Tat schwarzen Hochglanz, der auch erfühlbar ist. Am Heck gibt es einen Diffusor, eine Auspuffanlage und vergleichsweise breit ausgestellte Radläufe. Der Heckspoiler verlängert die Dachlinie prominent nach hinten – das auffälligste Merkmal, bei dem sich beim Geschmack wahrscheinlich die Geister scheiden. Wie auch bei der Konkurrenz üblich sitzt die Sportversion 15 mm tiefer. Optisch sieht man das nicht allzu stark, aber man fühlt es, mehr dazu später. Im optionalen Performance-Paket I sind ferner auch rot lackierte Bremssattel enthalten, die wir hier auch sehen.

Interieur

Für 1.000 Euro Aufpreis gibt es das Leder-Sport-Paket. Darin enthalten sind beheizbare Premium-Recaro-Sportsitze mit Leder-Stoff-Polsterung, ein Audio-System von Sony mit Ford SYNC und Notruf-Assistent und eine Klimaanlage.

In unserem Testwagen sind, wie man auf den Fotos sieht, die Recaro-Sportsitze verbaut. Sie bieten einen krassen Seitenhalt, man wird eher an echte Rennwagen erinnert. Für schnelle Manöver ist das perfekt. Allerdings können größer gewachsene Fahrer dadurch auch schneller Rückenschmerzen bekommen. Es gibt sie, die Sportsitze, die mehr Halt bieten und (dadurch) gleichzeitig auch auf Langstecken komfortabler sind. Hier schießen die Sportsitze über das Ziel allerdings hinaus. Für den Rennstrecken-Einsatz wie gesagt sicher gut – und auch optisch dramatisch. Aber für den Alltag eher ungeeignet.

Das Cockpit setzt sich aus einem Mix von Materialien und Formen zusammen. Rundungen, Halb-Rundgungen, Ecken – dazu viele verschiedene Schwarz- und Grautöne… es sieht so aus, als hätten die Interieur-Designer nicht gewusst, wofür sie sich entscheiden müssen. Die prominente Mittelkonsole ragt in den Innenraum hinein und präsentiert sich mit allzu viel Knöpfen, die das recht kleine Display kontrollieren. Für den neuen Ford Mondeo wurde da schon Abhilfe geschaffen, hier im aktuellen Fiesta noch nicht.

Im Fond bleibt trotz nur 3 Türen (Fiesta ST ist ausschließlich als 3-Türer erhältlich) erstaunlich viel Platz. Wir befinden uns in der Kleinwagen-Klasse, trotzdem kann man hinter dem Fahrer als Erwachsener sitzen, ohne sich groß die Beine oder den Kopf zu stoßen. Hier wurde für den begrenzten Platz wirklich alles ausgenutzt. Auch der Kofferraum ist natürlich nicht allzu riesig, aber von den Ausmaßen her nicht unpraktisch.

Besonders positiv fallen die soliden Handgriffe an den Türen auf – von außen. Diese machen einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Von innen dagegen hat man einen recht unpraktischen Winkel, um die Tür zu schließen. Zudem wirken die Materialien an den Innenseiten der Türen im Griffbereich eher minderwertig.

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Fahrverhalten

Hier trumpft der Ford Fiesta ST in seiner Sportlichkeit auf: Der 182 PS starke Motor leistet mehr, als man je von einem Kleinwagen erwarten würden. Dabei klingt er auch noch so richtig knackig und macht dadurch umso mehr Freude. Es ist herrlich, den Ford Fiesta ST um die Kehren zu scheuchen. In der Tat wäre er auf der Rennstrecke nicht fehl am Platze.

Nominell soll der Fiesta ST 5,9 Liter verbrauchen, aber wenn man gerne ein wenig sportlich fährt, ist es keine große Kunst, sich eher an 10 Litern zu orientieren – kein Witz. Das 15 mm tiefer gelegtere Fahrwerk ist nicht wie beim Polo GTI adaptiv zu steuern und per Sport-Taste härter zu machen. Es ist direkt knüppelhart. Auf ebenen Straßen und in Kurven macht das wirklich viel Spaß und trägt zum ungeheuerlichen Handling bei. Doch im Alltag, im Geradeauslauf und auf der Autobahn wird es zum Teil nervig. Zu hart für den Alltag. Denn die Dämpferkennung wurde bewusst abgeändert. Auch die geschwindigkeitsabhängige Lenkung wurde auf sportlich getrimmt. So fügt sich die Lenkung in das insgesamt spaßige Handling wunderbar ein, auch wenn die Oberfläche des Lenkrads etwas hart wirkt.

Die Traktionskontrolle (ESP) ist übrigens dreistufig abschaltbar. Wobei durchdrehende Vorderräder sicher nicht so viel Spaß machen wie durchdrehende Hinterräder. Damit in der Regel alles richtig und passgenau dreht, hat der Ford Fiesta ST eine von größeren Sportwagen bekannte Torque Vectoring Control. Heißt: Das Drehmoment an den einzelnen Rädern wird in der Kurve so angepasst, dass man besser durch die Kurve kommt, z.B. indem mehr Drehmoment auf die kurvenäußeren Räder gelegt wird. Zu empfehlen ist der mittlere Modus ESC Sport, der dann etwas mehr Spin an den Vorderrädern erlaubt, aber das Ganze noch recht gut unter Kontrolle behält.

Wenn dabei übrigens mal etwas schief gehen sollte: Der Ford Fiesta ST ist recht üppig mit Airbags ausgestattet, Front-Airbags für Fahrer und Beifahrer, Knie-Airbag für den Fahrer, Kopf-Schulter-Airbags vorn und hinten sowie Seiten-Airbag für Fahrer und Beifahrer.

Fazit: Der Ford Fiesta ST ist eine kleine Spaßmaschine, die knüppelhart aber mit einem krassen Handling für einen annehmbaren Preis kommt. Wer weniger Geld ausgeben möchte als für einen VW Polo GTI, die aggressivere Optik schätzt sowie das grundsätzlich harte Sportfahrwerk, der liegt genau richtig. Wer dagegen eher die dezente Variante schätzt und für den Alltag einen gemächlichen Geradeauslauf wünscht, der wird mit dem Fiesta ST weniger glücklich. Ford hat eine kleine Spaßmaschine geschaffen, die eigentlich sogar eher auf die Rennstrecke gehört.

Autogefühl: ***

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Video: Autogefühl, Michel Weigel

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6 Responses to Ford Fiesta ST Testbericht

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