Neuer Seat Leon ST Cupra 280 Fahrbericht

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6,1 – 250 – 280 – 1470 – 33860 – Diese Zahlen müssen Sie sich merken. Sie markieren die Eckpunkte des neuen Seat Leon ST Cupra 280. Will heißen: 6,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. 250 km/h Höchstgeschwindigkeit, 280 PS Leistung, 1470 l Laderaum und 33.860 Euro Einstandpreis. Ist das alles sinnvoll und alltagstauglich? Lesen Sie selbst. Von Thomas Blachetzki

 

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Deutschland gleich Kombi-Land. In den beliebten Klassen der Kompakt- und Mittelklassefahrzeuge sind es, je nach Hersteller, bereits annähernd 70 Prozent, die die Hersteller als Kombis verkaufen. Und auch bei Seat wird der Kombianteil immer größer. Ausschlaggebend sind die optisch attraktiven „Rucksack-Varianten“ von Ibiza und Leon. Klar gezeichnet, voller Spannung und Dynamik, bedienen sie die Käufer, denen der VW Golf oder der Skoda Octavia nicht gefällt.





Dem Leon ST spendierte man nun auch noch den Topmotor aus dem Cupra. Eine reizvolle Kombination für alle, die etwas mehr Gepäck transportieren wollen, aber trotzdem sportwagenähnliche Fahrleistungen haben wollen. Und zugleich der leistungsstärkste und schnellste Transporter, den Seat zu bieten hat. Mehr als 3.000 Euro teurer als sein direkter Konkurrent, der Skoda Octavia RS Combi (220 PS), aber immer noch rund 9.000 Euro preiswerter als der VW Golf R Variant, der aber immerhin ausschließlich mit Allrad und DSG ausgeliefert wird und zudem nochmals 20 PS mehr hat. Seat schließt also die Lücke geschickt, die die Schwestermodelle offen gelassen haben. Ein „Schnapp“ ist der Leon deswegen trotzdem nicht.

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Wie gewohnt bedient sich Seat dem erfolgreichen Baukastenprinzip des VW-Konzerns und schafft es trotzdem, dass sich der Leon ST Cupra 280 anders anfühlt, als z.B. der Skoda Octavia RS Combi. Der Grundmotor ist zwar der Gleiche, wurde aber sowohl was Software, aber auch was einige Anbauteile angeht, modifiziert. Da er zugleich der leichteste seiner Klasse ist und zudem etwas kürzere Überhänge hat, profitiert er mit einer höheren Dynamik. Obwohl man geneigt ist zu sagen, dass 280 PS für einen Kompaktfronttriebler das Ende der Fahnenstange sein sollte, überrascht der Leon ST Cupra mit einer tollen Performance. Die elektronische Vorderachs-Differentialsperre, die Progressivlenkung oder das Dynamic Chassis Control DCC garantieren für jederzeit sicheres Fahrverhalten, extreme Beschleunigungen und hohe Kurventempi. Zumindest, wenn die Fahrbahn trocken ist. Die 235/35er Reifen auf schicken 19 Zoll-Felgen jedenfalls krallen sich jederzeit der Kraft von 350 Nm entgegen, auch wenn sie manchmal verlieren.

Auf Wunsch kann der geneigte Sportwagen-Fahrer noch das Performance-Paket gegen Aufpreis ordern und bekommt dann anstelle der serienmäßig schon guten Bremse eine Brembo 4-Kolben-High-Performance-Bremsanlage mit innenbelüfteten und gelochten Bremsscheiben der Dimension 370 x 32 mm vorne. Diese dürfte die Verzögerungswerte noch einmal verbessern. Seat bietet aber noch weitere Individualisierungsmöglichkeiten an. Zum Beispiel Farb-Pakete mit exklusiven Farben. Die Farben für das Außenspiegelgehäuse, die Umrandung des Kühlergrills, die Räder und der CUPRA-Schriftzug auf der Heckklappe sind in weiß (White Line), schwarz (Black Line) und orange (Orange Line) verfügbar und verleihen dem CUPRA einen individuellen Touch – insbesondere in orange, der Farbe des Leon Cup Racer. Auch bei den Unterhaltungssystemen hat Seat nachgelegt. Für die Leon CUPRA Modelle steht jetzt das Navigationssystem High, das neue Infotainment-Spitzenmodell von SEAT, zur Verfügung. Es bietet einen 6,5 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 800 x 600 Pixel und vielen neuen Funktionen: Über Bluetooth können mehrere Handys angeschlossen, deren Benutzerprofile verwaltet, sowie zusätzlich über Mirror Link Textnachrichten vorgelesen werden. Leider bleiben Apple iPhone Besitzer hier vorerst außen vor. Mirror Link geht zur Zeit nur mit bestimmten Android Handys. Der Touchscreen zeigt nun detaillierte 3D-Bilder von symbolträchtigen Gebäuden, schlägt je nach Präferenz alternative Routen vor und zeigt den kürzesten Weg zur nächsten Tankstelle, wenn der Kraftstoff zur Neige geht. Radio, Telefon und Navigationssystem können auch mit Sprachbefehlen bedient werden. Darüber hinaus können die Cover einzelner Titel oder Alben, welche gerade abgespielt spielen werden, zum Beispiel direkt von der integrierten 10 GB Festplatte angezeigt werden. Nicht ganz so schick wie die Navigationssysteme Discover Pro von VW, oder das Columbus von Skoda, aber durchaus brauchbar.

Beim Verbrauch geht alles! Von runden 7,5l/100km, wenn es auf der Landstraße oder der Autobahn gemächlich vorwärts geht, bis zu 14 l im Schnitt, für den, der es krachen lässt. Und genau so, wie den Verbrauch, lässt sich auch der Fahrkomfort skalieren. Das serienmäßige DCC (Dynamic Chassis Control) bietet die ganze Bandbreite. Von wirklich ordentlichem Fahrkomfort auf schlechten Straßen, wenn man den Wahlschalter auf „Comfort“ stellt, bis zum ordentlich straffen Sportfahrwerk im „Cupra-Mode“. Dann wird auch der Soundaktor dazu geschaltet (generiert knackigeren Sound), die Kennlinien und das Ansprechverhalten des Motors geändert, aber auch das Lichtdesign z.B. von den LED-Leisten der Türverkleidung von weiß auf rot geschaltet. Will heißen: Ich bin bereit! Lass es krachen!

An dieser Stelle ein Rat an alle, die den Seat Leon ST Cupra das erste Mal fahren: Stellen Sie sich den Bordcomputer so ein, dass er die Fahrgeschwindigkeit anzeigt. Zu schnell erliegt man dem Reiz der Leistung und dem Klang des Motors und man erwischt sich das ein oder andere Mal, dass man doch schneller als erlaubt unterwegs ist.

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Für die Freunde des Baumarktes hat der Seat Leon dann auch noch was. Nämlich ein durchaus geräumiges Heckabteil. Auch wenn es mit 1470 l nicht an das des Skoda Octavia Combi (max. 1.740 l) reicht, so ist es dennoch ganz ordentlich und dürfte die meisten Einkäufe, auch wegen seiner Variabilität schlucken. Mit in den Seitenwänden versenkten Griffen lassen sich ruckzuck die Rückenlehnen vom Gepäckabteil aus umklappen und ergeben dann eine nahezu ebene Ladefläche. Und unter dem doppelten Ladeboden bleibt auch noch ein wenig Platz für Kleinkram.

Seat Leon ST Cupra 280

– 2.0 TSI Start&Stop 6-Gang 206 kW (280 PS)
– Preis: ab 33.860 Euro
– Leergewicht 1.440 kg
– Höchstgeschwindigkeit 250 km/h (abgeregelt)
– Beschleunigung von 0 – 100 km/h, mit Schaltgetriebe 6,1s,  mit Doppelkupplungsgetriebe (DSG) 6,0s
– Kraftstoffverbrauch Superbenzin Plus innerorts 8,8l / außerorts 5,6l / kombiniert 6,7l (100km) – offiziell, effektiv mindestens + 2 Liter

Serienausstattung:

u.a. 19 Zoll LM-Felgen mit 235/35er Bereifung, Dynamic Chassis Control (DCC), Fahrprofilauswahl, Regensensor, automatisch abblendender Innenspiegel, Lichtsensor mit automatischer Fahrlichtschaltung und Coming-Home-Funktion, Voll-LED-Scheinwerfer, Progressiv-Lenkung, Vorderachs-Differentialsperre

Die Konkurrenten:

– Skoda Octavia Combi RS TSI (ab 30.790 Euro)
– VW Golf Variant R (ab 42.925 Euro)
– Ford Focus ST Turnier (ab 29.800 Euro)

Fazit: Der Seat Leon ST Cupra 280 ist ein äusserst reizvoller, schneller, dynamischer Sportkombi, der mit beeindruckenden Fahrleistungen aufwarten kann, die vor wenigen Jahren noch reinrassigen Sportwagen vorbehalten waren. Ihm gelingt der Spagat zwischen Sportwagen und Kombi sehr gut. Das macht ihn so variabel und vielseitig. Besonders zu empfehlen ist das große Panoramaglasdach. Es lässt sich elektrisch öffnen, bringt Licht und Luft ins Auto und gibt den Insassen den Blick zum Himmel frei. Ein durchaus akzeptables Ladevolumen und Platz für 5 Personen auf der einen Seite und wenn es auf die Rennstrecke geht, ein echter Sportwagen auf der anderen Seite. Das macht Spaß. Auch wenn es das Gesamtpaket nicht zum Schnäppchenpreis gibt.

Autogefühl: ****

Text und Fotos: Thomas Blachetzki (Autogefühl)
Video: Thomas Majchrzak und Thomas Blachetzki (Autogefühl)

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4 Responses to Neuer Seat Leon ST Cupra 280 Fahrbericht

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  4. […] sind aber dann auch 42.925 Euro fällig, deutlich mehr als ein Skoda Octavia Combi RS oder ein Seat Leon ST Cupra, die beide knapp über 30.000 Euro liegen, aber der Golf R Variant kostet immerhin noch klar […]

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