Opel Insignia Test Fahrbericht

Der Opel Insignia kann nach seiner umfangreichen Überarbeitung Mitte 2013 europaweit enorme Zuwachsraten verzeichnen. Wir wollen im Fahrbericht herausfinden, was hinter dem neuen Erfolg des Mitteklasse-Modells steckt. Von Thomas Majchrzak

Im Jahr 2014 konnte Opel auf dem Hauptmarkt Deutschland deutlich über 20.000 Insignia absetzen, das ist eine Steigerung von gut einem Drittel gegenüber 2013. In Großbritannien, Spanien und den Niederlanden ist Opel mit dem Insignia nach eigenen Angaben sogar zum Klassenprimus aufgestiegen. In Deutschland macht der Gewerbekundenmarkt den Insignia stark, fünf von sechs Insignia werden gewerblich zugelassen. Genau dasselbe Verhältnis besteht beim Diesel-Anteil, und in der Tat hängen diese zwei Faktoren auch meistens zusammen. Ein Sechstel wird mit Allrad bestellt.

Seit 2008 wird der Mittelklasse-Wagen verkauft. 2013 gab es ein größeres Facelift bzw. eine Modellüberarbeitung, je nachdem, wie man das definieren möchte. Der Hersteller selbst redet gerne von der 2. Generation, die Fachwelt kann sich dem aber nicht gänzlich anschließen. Jedenfalls wurden die Frontscheinwerfer verändert und sind seitdem mit LEDs bestückt. Stoßfänger und Heck wurden ebenfalls verändert, hinten ist nun z.B. auch eine Chromleiste zu finden. Unter der Haube gab es eine Reihe von neuen Motoren.

Zudem gibt es seit 2013 das Performance Modell Insignia OPC und den Crossover-Kombi Country Tourer.





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Modell-Übersicht Opel Insignia

Die folgenden Basis-Preise verstehen sich mit dem 1.4 Liter Basis-Benziner mit 140 PS.

Insignia 4-Türer – 24.515 Euro
Insignia 5-Türer – 24.905 Euro
Insignia Sports Tourer – 25.605 Euro
Insignia Country Tourer – 31.245 Euro (hier direkt mit 1.6 Liter Benziner mit 170 PS)

Der Aufpreis für den 5-Türer beträgt also knapp 400 Euro, der Aufpreis für den Kombi gut 1.100 Euro.

Opel Insignia Country Tourer - Foto: Opel

Mehr zum Opel Insignia OPC und Opel Insignia Country Tourer haben wir hier.

Der Unterschied zwischen 4- und 5-Türer liegt darin, wo die Heckklappe ihren Hebelpunkt hat: Das fünftürige Schrägheck hat keinen separaten Kofferraum, weil sich die Befestigung am Dach befindet, die Heckklappe des viertürigen Stufenhecks ist unterhalb der Heckscheibe angeschlagen und formt somit dann einen separaten Kofferraum. Ein Längenunterschied besteht nur zwischen Limousine (4,84 m) und Kombi (4,91 m).

Serienausstattung

Die preisliche Einstiegsvariante, die Business Edition, bietet u.a. folgende nennenswerte Details:
– Lendenwirbelstütze
– Tempomat
– Einparkhilfe vorne+hinten akustisch
– adaptives Fahrwerk
– 7 Lautsprecher
– Navi
– Blueetooth-Freisprecheinrichtung

Und das macht auch direkt den günstigen Preis des Opel Insignia klar. Während der Einstiegspreis durchaus, aber nur geringfügig unterhalb der Konkurrenz liegt, vergrößert sich der Abstand, wenn man gleiche Ausstattungen hinzuzieht.

Hier zum Vergleich drei Konkurrenten:
Skoda Superb 25.290 Euro (bisherige Version)
Volkswagen Passat 25.875 Euro
Ford Mondeo 27.150

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Opel Insignia Motoren

Folgende Motoren stehen zur Verfügung:

– 1.4, 1.6 oder 2.0 Liter Benziner mit 140, 170 und 250 PS (und 2,8 Liter V6 im Insignia OPC mit 325 PS)
– 2.0 Liter Diesel mit 120, 130, 140, 163, 170 und 195 PS
– und eine Autogas-Variante

Nehmen wir beispielhaft einen 2.0 Liter Diesel mit 170 PS, Automatik und der mittleren Ausstattungsvariante “Edition”, so kommen wir auf gut 32.000 Euro. Ein guter Preis, auch wenn man bedenkt, dass man als Kunde in der Regel beim Opel-Händler noch mehr Rabatt bekommt als beim Freundlichen von VW.

Exterieur

Der Insignia bietet, gerade als Limousine, ein zeitgemäßes, aber nicht zu dramatisches Designbild. Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz setzt er mehr auf Rundungen, etwa bei den Scheinwerfern und am hinteren Kotflügel. Auch die gesamte Schnauze ergibt ein eher rundliches Bild. Seitlich schließt das Profil coupéartig hinter den Seitentüren ab, was dem Insignia die Eleganz verleiht. Das Heck ist dadurch betont, dass der untere Teil seitlich betrachtet etwas weiter herausragt als der obere Teil. Der praktische Fünftürer behält die Limousinenform, bietet aber gleichzeitig eine kombiartige Heckklappe, bei der der Kofferraum nicht abgetrennt ist. Eine sehr gute Lösung, mit der sich Optik und Praktikabilität verbinden lassen.

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Interieur

Unser Testfahrzeug ist mit der Business Edition ausgestattet, also der günstigen Variante, die aber wie oben beschrieben schon einige Features inkludiert hat. Denn obwohl die Business Edition günstiger ist als das eigentliche Einstiegslevel Selection, ist z.B. das Navi schon mit dabei. Im Hinblick aufs Preis-Leistungs-Verhältnis raten wir also zur Business-Edition.

Neben dem schnittigen Äußeren überrascht der Opel Insignia auch positiv im Innenraum. Die optionalen Ledersitze erzeugen nicht den Eindruck von Premium-, sondern von Luxusklasse. Wenn die zentrale Lüftungseinheit unterhalb der Scheibe die Form nicht unterbrechen würde, hätte man am Armaturenbrett sogar einen durchgehenden yachtartigen Zierbogen wie bei einem Jaguar XJ. Innovative Designelemente finden sich an vielen Stellen, etwa die bogenartig geformten Türgriffe von innen, die mit ihrer Alu-Gestaltung futuristisch aussehen, nur leider von der Bedienung her nicht ganz praktisch sind.

Alle Knöpfe und Bedienelemente machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Hier gibt es zumeist sogar gar keinen Unterschied zu den Premium-Herstellern, Opel hat hier die Hausaufgaben gemacht. Lediglich die Auflösungen des digitalen Tachometers und der Rückfahrkamera könnten etwas besser sein. Ansonsten geben beide Bildschirme alles sehr übersichtlich wieder.

Das bullig Lenkrad weist eine weiche Oberfläche auf und ist sehr sportlich zu bedienen, vermittelt ein positives haptisches Gefühl. In dem Mittelklasse-Gefährt fühlt man sich auch komfortmäßig direkt wohl und stellt sich auf längere Fahrstrecken ein.

Im Fond bleibt auch bei großen Fahrern und Beifahrern genügend Beinfreiheit für erwachsene Passagiere. Lediglich bei der Kopffreiheit kann es ab 1,90 m Größe hinten eng werden, da bräuchte man dann den Kombi, um nicht die herabfallende Dachlinie zu haben. Im Segmentvergleich haben wir aber auch hinten noch wirklich viel Platz, auch für Erwachsene. Auch der Kofferraum punktet, geht noch mal tief hinein, so dass man auch hohe Gegenstände verstauen kann. Bei diesem Ausmaß muss man den Kombi gar nicht haben, und schließlich kann man den 5-Türer ja praktisch beladen.

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Fahrverhalten

Wir testen den 1.6 Liter Benziner mit 170 PS. Für den Opel Insignia ist das eine geeignete Motorisierung, denn auf der Verbrauchsuhr erscheinen tatsächlich lediglich knapp 5,5 Liter / 100 km, ein Bestwert für diese Klasse im effektiven Test. Normalerweise erreicht man diese Werte nur mit einem Diesel. Gleichzeitig vermittelt er ein kultiviertes Fahrverhalten und einen ordentlichen Durchzug. Er klingt nie angestrengt, die Geräuschisolierung ist im Leerlauf sogar so gut, dass man denkt, er ist aus (auch ohne Stop/Start).

Das Fahrverhalten ist souverän, heißt: Einerseits ist die Opel Insignia Limousine sportlich zu bewegen, andererseits bügelt das Fahrwerk alles Nötige aus. Wie wir finden ein sehr guter Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit. Das Lenkrad und das Lenkverhalten vermitteln eine gute Verbindung von Fahrer und Maschine, und Opel ist es gelungen, dass alle spürbaren Fahrelemente wie aus einem Guss zueinander passen.

Fazit: Wir können den Erfolg des Opel Insignia in der Mittelklasse gut nachvollziehen, denn je mehr sich die Qualitäten herumsprechen, desto mehr Kunden werden den Insignia auch in Betracht ziehen. Ein attraktives Äußeres, hohe Qualität im Innenraum, ein durchweg überzeugendes Fahrverhalten und ein sehr gutes Raumkonzept gepaart mit einem mehr als konkurrenzfähigen Preis. Zusammen mit dem Skoda Octavia ist der Opel Insignia wohl derzeit das Mittelklasse-Fahrzeug, bei dem es am meisten Auto (und Qualität) fürs Geld gibt.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Opel

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11 Responses to Opel Insignia Test Fahrbericht

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  4. D. Rauh says:

    Erstaunlich objektiver Bericht über den heimlichen Star der oberen Mittelklasse. Ein paar Anmerkungen: In der Motorenübersicht fehlt der 2,8L V6 des OPC mit 325PS. Und die Türgriffe sind nicht Alu-Look sondern tatsächlich gebürstetes Aluminium. Wie auch Teile der Mittelkonsole. Der Fahrersitz in der BusinessEdition ist der hochgelobte AGR-Sitz, mit das Beste, was es für geplagte Rücken im Auto zu kaufen gibt. Top auch der ebenfalls 170PS starke neue 2.0 Diesel mit satten 400NM und erstaunlicher Laufruhe bei minimalem Verbrauch.

  5. bsrhns says:

    ich kann diesem Bericht nur zustimmen. In wenigen Monaten läuft mein Leasingvertrag (Passat) aus und ich suche nach einem geeigneten Nachfolger mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis. Nachdem ich nun erfahren habe, dass ab Modelljahr 2016 eine neues verbessertes Navi und das neue OnStar in den Insignia einzug halten werden, steht für mich fest: es wird ein 170 PS Diesel als Country Tourer mit Lederausstattung und ausziehbarem Gepäckraumboden. Ich freue mich schon darauf. J

  6. […] kein Sporttriebwerk. Für den Außendienst ist hier auf jeden Fall der 2.0 CDTI (170 PS) oder der 1.6 Turbobenziner mit ebenfalls 170 PS eine Überlegung […]

  7. Stefan says:

    Mich würde mal interessieren wie die angeblichen 5.5 Liter Verbrauch zustande gekommen sein sollen. Bei Spritmonitor hat das erwähnte Modell einen Durchschnittsverbrauch von fast 8.5 Litern…

    • Autogefühl says:

      Kommt immer stark auf die Fahrweise an. In der Regel landen bei uns die Autos immer gut 2 Liter über dem angegebenen Verbrauch, aber die Opel-Diesel liegen immer deutlich besser!

      LG

      Thomas

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