Neuer Opel Corsa OPC Test Fahrbericht

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Im Opel Performance Center (OPC) werden seit 1999 aus den Standard-Modellen Rennmaschinen gezüchtet. Das jüngste Kind ist der Opel Corsa OPC der neuen Generation, mit 230 km/h Spitze der schnellste Corsa aller Zeiten – und mit 207 PS Leistung für einen Kleinwagen geradezu unvernünftig hoch motorisiert. Doch der Corsa OPC bringt das gut auf die Straße und das Auto ist sogar bequem. Und wenn man gemächlich fahren will, hat er überraschende Allround-Fähigkeiten, wie unser Fahrbericht zeigt. Von Holger Majchrzak

Opel hat mit dem Corsa OPC eine neue Marke im Segment der superschnellen Kleinwagen gesetzt, überbietet die Werte der direkten Konkurrenten: den VW Polo GTI mit 192 PS, den Ford Fiesta ST mit 182 PS, Seat Ibiza Cupra mit 180 oder den Renault Clio RS mit 200 PS. Man stellt sich natürlich die Frage, warum diese typischen Zweitwagen zum Einkaufen oder Kinder chauffieren überhaupt so stark motorisiert sein müssen. Aber der letzte Corsa OPC wurde immerhin 23.000 Mal verkauft. Es gibt also einen Markt für diese Krawall-Zwerge. Wobei Opel gar nicht verschweigt, dass die Kundschaft vorwiegend männlich ist, ganz im Gegensatz zum „normalen“ Corsa. Wir würden sogar noch weitergehen: vorwiegend junge Männer, die ein bisschen Nürburgring-Nordschleife im Alltag erleben wollen.

Da kann es nicht verkehrt sein, diesen Heißspornen nicht nur ein spurtstarkes, sondern auch sicher zu fahrendes Auto an die Hand zu geben. Und tatsächlich lässt sich der Opel Corsa OPC trotz aller Sportlichkeit sehr schön steuern und er neigt nicht zu baulich bedingten Eskapaden beim Beschleunigen und in Kurven.





Exterieur

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Beginnen wir mit dem äußeren Eindruck. Opel hebt den Corsa OPC vor allem durch die Lufteinlässe und die Hutze auf der Haube vorn und die Doppel-Abgasanlage hinten optisch ab, ohne dass das Fahrzeug gleich wie ein Rennauto aussieht. Der Grundpreis für dieses Auto: 24.935 Euro.

Wer den Corsa OPC auch optisch in ein Rennauto verwandeln will, muss zum Performance Paket für 3.150 Euro Aufpreis greifen. Dafür gibt es 18-Zoll-Räder mit Reifen von Michelin und einen Hingucker-Heckspoiler. Das Paket liefert aber auch unsichtbare, für den Freund flotter Fahrweise unverzichtbare Features wie eine mechanische Lamellen-Differenzialsperre für eine bessere Traktion, eine sportlichere Fahrwerksabstimmung und eine Hochleistungsbremsanlage. Insgesamt finden wir die geradezu dezente Variante eines Rennzwerges schöner als auf Krawall gebürstete Modelle.

Interieur

Opel Corsa OPC

Opel Corsa OPC

Corsa OPC


War der alte Opel Corsa OPC innen noch mit einer an ein Flugzeug-Cockpit erinnernde Flut an Bedienelementen ausgestattet, zeigt sich der neue hier sympathisch zurückhaltend. Für das Motorsport-Ambiente sorgen ausgesprochen bequeme und doch besten Halt gebende Recaro-Sitze, das unten abgeflachte Leder-Lenkrad und die Sport-Pedalerie.

Beherrscht wird das Cockpit vom Infotainment-System. Serienmäßig mit Radio, MP3/WMA-tauglichem CD-Laufwerk, Freisprecheinrichtung via Bluetooth-Schnittstelle und USB-Anschluss. Für 300 Euro zusätzlich wird IntelliLink mitgeliefert und damit die Teil-Integration der Smartphone-Welt von Apple iOS- und Android-Geräten. Die Navigations-App BringGo zeigt sich deutlich verbessert zu unserem Test bei der Markteinführung des Opel Corsa, grafisch kann man aber sicher noch nacharbeiten. Weiterhin können wir uns mit dieser Kabellösung aber nicht anfreunden.

Neben weiteren Apps kann zudem die Siri Eyes Free-Sprachsteuerung genutzt werden. Auf diese Weise kann sich der Fahrer eingehende Textnachrichten vorlesen lassen und selbst SMS oder E-Mails diktieren, während die Hände stets am Lenkrad bleiben. Sagt Opel, das haben wir nicht überprüft.

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Motoren und Fahrverhalten

Wie schon erwähnt, setzt sich der Opel Corsa OPC mit seinem Motor an die Spitze des Wettbewerbsfeldes. Der 1,6-Liter-Turbo mit 207 PS und bis zu 280 Nm Drehmoment beschleunigt von 0-100 km/h in 6,8 Sekunden, im fünften Gang ist der Fahrer von 80 auf 120 km/h in 6,4 s. Den Verbrauch und CO2 Ausstoß gibt Opel im kombinierten Zyklus mit 7,5 l/100 km und 174 g/km an. Klar dürfte sein: Wer das Auto sportlich fährt, wird in ganz andere Bereiche vorstoßen.

Wir haben oben ebenfalls kurz erwähnt, dass der Opel Corsa OPC bei aller möglichen Sportwagen-Fahrdynamik auch in geradezu familientauglicher Ruhe und Bequemlichkeit zu nutzen ist. Verantwortlich hierfür ist die neue FSD-Dämpfer-Technologie (Frequency Selective Damping), eine Neuerung gegenüber dem Vorgänger. Andererseits ist der Opel Nordschleifen getestet und erzielt dort für die Fahrzeugklasse beachtliche Werte. Mehr muss man über das Kurvenverhalten kaum sagen. Auch im sportlichen Fahrens Ungeübte kommen mit Lenkung und Ansprechverhalten des Gaspedals gut zurecht.

Kurz noch was zu den Assistenzsystemen, die ja mittlerweile auch im Kleinwagensegment zum guten Ton gehören: Frontkamera mit Verkehrsschild-, Fernlicht- und Spurhalteassistent sowie Abstandsanzeige und Frontkollisionswarner gibt es für 700 Euro dazu. Das finden wir preiswert. Serie sind Geschwindigkeitsregler und –begrenzer. Und das ist bei einem so beschleunigenden Auto auch gut so.

Fazit: Opel erneuert mit dem OPC die sportliche Speerspitze der Corsa-Familie; das Fahrzeug, das vor allem die männliche Kundschaft anlocken soll. Ohnehin verkauft sich der neue Corsa bestens – der Hersteller spricht von über 22 Prozent Zuwachs zu den Vorjahreszahlen – und der OPC wird seinen Teil dazu beitragen. Verarbeitungsqualität, Fahrverhalten und Design stimmen. Wenn es denn schon ein Krawallzwerg sein muss, ist der Corsa OPC eine gute Wahl. Ab Mai 2015 soll er beim Händler stehen.

Autogefühl: ***

Text: Autogefühl, Holger Majchrzak
Fotos: Opel

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2 Responses to Neuer Opel Corsa OPC Test Fahrbericht

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