Im Test: Mercedes S-Klasse Coupé S500

Das Mercedes S-Klasse Coupé ist noch recht frisch und gehört zweifelsohne zu den exklusivsten Automobilen auf dem Markt. Es zieht sich über 5 Meter Länge und hat damit die Ausmaße der Oberklasse, ist aber von Konzept und Sportlichkeit nicht nur als Oberklasse-Limousine gedacht, sondern als Oberklasse-Sportwagen. Wir testen das neue Mercedes-Highlight als Mercedes S-Klasse Coupé S500 und erklären, warum es womäglich das derzeit beste Auto der Welt ist. von Thomas Majchrzak

In welchem Sinne „Das beste Auto der Welt“?

Vorweg sei gesagt: Das grundsätzliche Konzept, einen weitgehend zweitsitzigen Wagen auf 5 Meter zu strecken, ihn für Tiefgaragen & Co. unpraktisch zu machen und ihn gut ausgestattet für etwa 150.000 Euro zu verkaufen, kann natürlich mehr als bezweifelt werden. Für die meisten Menschen kommt so ein Auto nicht in Frage. Ein Sportwagen wäre auch sportlicher, ein SUV noch bequemer und ein kleineres Auto praktischer. Auch ist das vom Preis-Leistungs-Verhältnis beste Auto der Welt natürlich ein anderes. Aber uns geht es in dieser Betrachtung darum: Ohne auf den Preis zu achten, welches ist das beste Auto der Welt in Sachen Technologie, Design und Komfort? Und das glauben wir hier gefunden zu haben. Und bewusst wählen wir das Coupé und nicht, wie von Mercedes selber beschrieben/gewünscht, die S-Klasse Limousine.

Einstiegsversion mit V8

Ein Mercedes S-Klasse Coupé S500 bedeutet die Einstiegsversion, wenn man das so nennen kann. Ein V8 mit 455 PS. Darüber hinaus gibt es noch zwei AMG-Versionen. Direkte Konkurrenz gibt es kaum, da kommt eigentlich nur ein Bentley Continental GT in Betracht, das Cabriolet (GTC) hatten wir hier bereits einmal getestet. BMW M6 oder Audi RS7 sind eigentlich eher im Bereich des Mercedes CLS 63 AMG. Auch der Bentley ist schon 20 cm kürzer. Und ein Aston Martin DB9 hat noch mal 10 cm weniger. Trotzdem kommen diese beiden Fahrzeuge wohl am ehesten für die Käufergruppe in Betracht. Der Maserati GranTurismo würde längenmäßig auch noch halbwegs passen. Und der Rolls-Royce Wraith ist sogar ein Stück länger als das S500 Coupé. Da stellt sich die Frage: Bewegt sich das neue S-Klasse Coupé in einer eigenen Klasse – oder ist es als Außenseiter tendenziell zu lang? Kann das noch sportlich sein? Neu ist die Idee keineswegs, nur die Namensgebung. Der Vorgänger Mercedes CL hatte zwar den CL-Namen, basierte aber auf dem S-Klasse Vorgänger. Und nun basiert das S-Klasse Coupé ebenfalls auf der S-Klasse Limousine. Insofern ist die Namensgebung nun deutlich logischer und wertet das Fahrzeug gleichzeitig auf.




Varianten und Motorenübersicht

S500 – V8 mit 4,7 Liter und 455 PS, 700 Nm – 4,6 Sek. 0-100 km/h
(9 l offizieller Verbrauch, Testverbrauch 11,5 l / 100 km)
Canvansitblau Metallic
Mercedes-Benz S-Klasse Coupe/S63AMG Coupe, Toskana 2014
designo diamantweiß bright
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S63 AMG – V8 mit 5,5 Liter und 585 PS, 900 Nm – 4,2 Sek. 0-100 km/h
(10 l offizieller Verbrauch)
Mercedes-Benz S 63 AMG Coupé (C 217) 2014

S65 AMG – V12 mit 6 Liter und 630 PS – 1.000 Nm – 4,1 Sek. 0-100 km/h
(12 l offizieller Verbrauch)
Mercedes-Benz S 65 AMG Coupe´(BR 217), 2014

S500 und S63 AMG gibt es auch mit Allradantrieb.
Die serienmäßigen Felgengrößen betragen aufsteigend 18, 19, 20 Zoll.

Preise

S500 121.000 Euro
S63 171.000 Euro
S65 244.000 Euro

Zusammen mit einigen Extras kommen wir in unserem Testwagen locker auf 140.000 Euro und mehr.

Exterieur

Durch das Design wirkt das S-Klasse Coupé (5,02 m) sehr deutlich kürzer als die normale Mercedes S-Klasse (5,11 m), effektiv sind es aber nur 9 cm. Zusammen damit, dass es eben nur zwei Türen gibt, ergibt sich somit der “kleinere” und agilere Eindruck gegenüber der S-Klasse Limousine. Trotzdem ist das S-Klasse Coupé eine Erscheinung. Durch die untere Designlinie, die seitlich nach unten hin fließt, stechen die hinteren Kotflügel etwas hervor. Das Heck wird eher geschwungen von den Heckleuchten umschlossen. Dabei unterstreicht die durchgehende Chromleiste die Breite. In der Front sorgt der senkrecht stehende Kühlergrill für einen markanten Auftritt. Die Motorhaube trägt zwei kraftvolle Designlinien, die zwar keinen Powerdome formen, aber doch die Stärke darunter symbolisieren. Das Mercedes S-Klasse Coupé S500 wirkt wie aus einem Guss und zählt zweifelsohne zu den Design-Highlights auf dem derzeitigen Automobil-Markt. Die Namensgleichheit zur S-Klasse dürfte dem Coupé auch einen noch sichereren Platz in der Rangliste künftiger Klassiker geben. Unser Testfahrzeug ist mit 18 Zoll Felgen und Winterreifen ausgestattet. Das tut ihm optisch nicht gut, 18 Zoll und Sommerreifen wäre sicherlich in Ordnung, da schauen die Reifen dann nicht so ballon-artig aus. Ansonsten können wir aber nicht wirklich zu größeren Felgen raten, denn durch die Breite des Fahrzeugs und die eher schlechte Übersichtlichkeit nach vorne muss man stets auf seine Felgen aufpassen, wenn man in enge Einfahrten fährt. Zwar gibt es optional die 360-Grad-Kamera, doch im Detail ist es immer besser, wenn man Felgenkratzer durch einen Blick aus dem Fenster vermeiden kann. Hier ist das aufgrund der Bauart schwer möglich.

 

 

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Interieur

Für diesen Preis kann man erwarten, dass man nicht viel extra dazubuchen muss. Und so ist es in diesem Fall zum Glück auch. Wohl gemerkt ist das nicht selbstverständlich, einige exklusive und hochpreisige Fahrzeuge lassen sich regelmäßig noch die kleinsten Extras zusätzlich bezahlen. Nichtsdestotrotz kann man so viele weitere Luxus-Features dazu buchen, dass man den Preis noch in ganz andere Höhen schießen kann.

Serienausstattung S500
Sitze mit Memoryfunktion
9-Gang-Automatik
Luftfederung
Aktiver Parkassistent
Rückfahrkamera (nicht erhältlich im S65 AMG)
Notbremsassistent (nicht erhältlich im S65 AMG)
Keyless Go
Soundsystem mit 10 Lautsprechern (nur V8 Modelle)
Panoramadach
Ambientenbeleuchtung in 7 wählbaren Farben
Ledersitze
Tempomat

S500 mit designo Leder Exklusiv Nappa porzellan/espressobraun
Mercedes-Benz S-Klasse Coupe/S63AMG Coupe, Toskana 2014

Mercedes-Benz S-Klasse Coupe/S63AMG Coupe, Toskana 2014

S500 mit designo Leder Exklusiv Nappa kristallgrau/schwarz
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Das Interieur markiert die Spitze des Luxus in einem Automobil. Am auffälligsten ist bei einem Blick nach vorn der fast durchgehende riesige Bildschirm, den wir aus der normalen S-Klasse kennen, sowie die markant in Reihe angeordneten Lüftungsdüsen. Zur sportlichen Note haben wir aber im Coupé zum Glück nicht das Limousinen-Lenkrad mit dem Clownsgesicht, sondern ein sportliches Lenkrad mit abgeflachtem unteren Ende. Für die Größe des Fahrzeug ist es richtig klein und betont dadurch den sportlichen Charakter. Stilvoll sind zur Bedienung von Klima & Co. die Alu-Look-Knöpfe in einer leicht geschwungenen Leiste angeordnet, das meiste wird ohnehin über das zentrale Bedienterminal in der Mittelkonsole gesteuert.

Insgesamt schafft das Cockpit einen Wow-Faktor. Man steigt ein, und ist zunächst im positiven Sinne überwältigt. Die klaren großen Flächen wirken auch hier aus einem Guss. Auch das Design der Sitze mit den Mikro-Waben kann kaum etwas toppen. Wie wir auf den Fotos beispielhaft sehen, gibt es natürlich auch eine farbliche Auswahl beim Interieur – und die Möglichkeit, das Cockpit entweder sportlich mit Alu oder eher klassisch elegant mit Holz zu gestalten. Wünschenswert wären noch Optionen gewesen, auch auf den Sitzen den so genannten Dinamica-Stoff zu wählen, eine besonders hochwertige Mikrofaser analog zu Alcantara, damit man auf Wunsch auch auf Echtleder verzichten kann. Den Dachhimmel gibt es optionsweise in diesem Stoff.

S500 mit Leder Exklusiv Nappa sattelbraun/schwarz
Mercedes-Benz S 500 4MATIC Coupé (C 217) 2013

Mercedes-Benz S 500 4MATIC Coupé (C 217) 2013

Mercedes-Benz S 500 4MATIC Coupé (C 217) 2013

Mercedes-Benz S-Klasse Coupé (C 217) 2013

Mercedes-Benz S-Klasse Coupé (C 217) 2014

Selten haben wir ein Automobil mit so vielen Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten kennen gelernt. Da stellte sich für die Mercedes Designer und Ingenieure die Frage: Wir bekommt man das halbwegs verständlich hin? Und wie kann man so viele Funktionen vergleichsweise übersichtlich bedienen? Die Lösung: Man clustert die Bedienelemente.

So sind die Kontrollen für alle Assistenzsysteme links oben vom Lenkrad neben dem Tacho angeordnet. Dort kann man dann zum Beispiel den Lenkassistent, den Spurhalteassistent usw. aktivieren und deaktivieren. Optional kann auch ein Nachtsicht-Assistent geordert werden, der ein Live-Bild ins digitale Tacho zaubert.

Im digitalen Tachometer sehen wir Geschwindigkeit und Drehzahl, in der Mitte sind die klassischen Info-Anzeigen angeordnet, etwa für Kilometeranzahl, Verbrauch und adaptivem Tempomat.

Zwischen den beiden großen Bildschirmen finden wir senkrecht angeordnet Knöpfe für besondere Bedien-Elemente: So kann man dort auf einen Gurt-Knopf drücken, der dann automatisch die Gurte anreicht, die ja bei einem zweitürigen Coupé immer weit hinten liegen. Weiterhin kann man auf Knopfdruck die hinteren Kopfstützen herabfahren lassen, sollten sie oben stehen. Auch das Heckrollo lässt sich hier elektrisch schließen.

Im zweiten TFT-Screen finden wir alle weiteren Visualisierungen. Hier befindet sich die Kommando-Zentrale des Mercedes S-Klasse Coupé. Gesteuert wird dieser Screen über die zentrale Drück-und-Dreh-Einheit in Griffweite des Fahrers. So erreicht man zum Bespiel die Fahrzeugeinstellungen für tolle Spielreien wie das Ambiente-Licht. Selbst die kleinsten Details kann man verstellen, etwa auch die automatischen Hilfssysteme wie den Gurt-Anreicher. Heißt: Wenn irgendeins der elektronischen Helferlein nervt, kann man sie auch deaktivieren.

Äußerst umfangreich fällt die Sitzbedienung aus. Während die Basis-Einstellungen über erhabene Bedienelemente an den Innenseiten der Türen gesteuert werden (und auch Sitzheizung und Sitzlüftung), nimmt man die Feinfunktionen auch über den TFT-Screen vor. Jeden Winkel des Sitzes kann man separat einstellen – oder sich automatisch eine Massage geben lassen, die schon wirklich Spa-Charakter hat. Selten haben wir eine so intensive und gute Massage in einem Auto erlebt. Das geht hoch bis zu den Schultern. Sogar ein Aktiv-Programm ist möglich, bei dem man sich aktiv gegen den Sitz stemmen soll, um gleichzeitig zu trainieren. Zum Spa-Programm gehört auch der Duft-Spender. So kann man sich eine dezente Duft-Note in den Innenraum zaubern. Beinahe schon surreal.

Schlussendlich gibt es noch die horizontale Knopf-Leiste mit den gesetzlich vorgeschriebenen Knöpfen. So mann man auch schnell mal eben ein paar Grad kälter oder wärmer stellen.

Kleiner Wermutstropfen. Das Panorama-Glasdach ist zwar edel und lässt viel Licht in den Innenraum, doch öffnen kann man es nicht. In der Standard-Version gibt es ein elektrisches Rollo, optional für 4.000 Euro Aufpreis gibt es die vom Mercedes SL bekannte Magic Vision Technologie, bei der ein Strom angelegt wird, um die Partikel im Glas so anzuordnen, dass sie sich entweder zu einem Spiegel formen oder eben zur durchsichtigen Scheibe.

Zum Vergleich: Serienausstattung S63/S65 AMG zusätzlich bzw. anstatt
Massagefunktion
7-Gang-Automatik-Sportgetriebe
AMG Hochleistungsbremsanlage
AMG Sportabgasanlage
Magic Body Control (Kurven-Neigungsfunktion des Fahrwerks)
Ledersitze “Nappa”
Sitzheizung

Da die S500-Ausstattung schon so umfangreich ist, muss man genau hinsehen, um das AMG-Interieur zu erkennen. Dann schließlich kann man dieses auch in mehreren Farben bestellen. Am einfachsten erkennt man es über das AMG-Logo am Lenkrad und das eingestempelte Logo auf der Armlehne. Das S63 AMG Coupé sehen wir hier z.B. mit Karbon-Inlets als Zierelemente.

S63 AMG
Mercedes-Benz S 63 AMG Coupé (C 217) 2014

S65 AMG
Mercedes-Benz S 65 AMG Coupe´(BR 217), 2014

Die Armaturenoberseite ist übrigens sinnvollerweise aus Kunstleder. Das ist beständiger und sieht länger gut aus.

S-Klasse Coupé Abmessungen

Länge: 5,02 m
Breite: 1,89 m (2,10 m mit Außenspiegel)
Höhe: 1,41 m

Fahrverhalten

Wir fahren die heckangetriebene Variante des S500 Coupés. Diese kommt in Verbindung mit einer 9-Gang-Automatik, die überragende Schaltvorgänge zaubert. Die Heckantriebs-Version zeichnet sich dadurch aus, dass sie wie beim Mercedes SL wunderbar mit der elektronischen Stabilitätskontrolle zusammenspielt. So ist es selbst bei eingeschaltetem ESC möglich, mit einem Tritt aufs Gaspedal das Heck ein kleines bisschen herumzuzirkeln, aber eben noch genau so, dass das schwere Fahrzeug jederzeit noch unter Kontrolle bleibt. Das macht Freude. Diese Leichtigkeit zusammen mit dem kleinen Lenkrad lässt das Mercedes S-Klasse Coupé beim Fahren kleiner und leichter wirken, als es wirklich ist.

Das optionale hydraulische Fahrwerk ist ohne Beispiel. Wir sind uns sicher, dass dies das beste und komfortabelste Fahrwerk in der gesamten Industrie ist. Im Komfort-Modus fährt das S500 Coupé über die Straße wie ein Messer durch weiche Butter. Freuden der Sportlichkeit wird das schon zu weich sein, denn wenn man Lastwechsel produziert, schwankt das Fahrzeug richtig – ohne dabei aber instabil zu werden. Durch das adaptive Fahrwerk ist es aber möglich, diese Funktion zu verstellen. Jeder kann es also so fahren, wie er möchte. Die Technologie des Fahrwerks ist dabei gar nicht so einfach erklärt. Denn serienmäßig hat das S500 Coupé die Luftfederung, die an sich schon sehr komfortabel ist.

Doch optional ist für die Hinterrad-Modelle die Magic Body Control verfügbar, die zunächst auf dem Vorgänger ABC, Active Body Control, basiert. Das besagt, dass alle vier hydraulischen Dämpfer (dann also keine Luftfederung) einzeln gesteuert werden können, um sich dem Fahrbahnbelag anpassen zu können. In der neuen Magic Body Control wird dann zusätzlich per Kamerasystem die Straße im Vorfeld analysiert, um das Fahrwerk noch frühzeitiger anzupassen. In diesem System ist exklusiv im S-Klasse Coupé die Kurven-Neigungsfunktion enthalten, oder im Englischen curve tilting. Das funktioniert ähnlich wie beim Motorrad: In der Kurve neigt sich das Fahrzeug zum Kurveninneren, was die Gravitationskräfte für die Passagiere abfangen kann. Die Fahrmodi das Fahrwerks heißen Comfort, Sport und Curve. Comfort ist schwimmend weich, Sport ist ambitioniert härter, aber trotzdem noch sehr komfortabel. Nur bei Curve ist die Kurven-Neigungsfunktion aktiviert, gleichzeitig ähnelt die Einstellung dem Sport-Setup. Das Kuriose: Von außen sieht man es kaum, dass das Fahrzeug sich auf einer Seite leicht absenkt und auf der andere leicht höher geht, insgesamt maximal bis zu einer Schräge von 2,65 Grad. Aber im Innenraum merkt man es mehr als deutlich. Man fühlt keine Schräglage zum Kurveninneren, aber man spürt, dass das Auto sich in einer Kurve nicht nach außen neigt – ein völlig seltsames Gefühl. Es scheint beinahe so, dass das Auto komfortabler wird, je schneller man die Kurve fährt. So eine neue Technologie, die derart überzeugend ist, trifft man nur selten an.

Ansonsten ist auch der Geradeauslauf mehr als überzeugend. Die Komfort-Features mit Massage und Co. machen jede Fahrt zum Erlebnis. Die Geräuschdämmung ist die beste, die wir je in einem Fahrzeug erlebt haben. Mit 180 km/h auf der Uhr glaubt man von der Geräuschkulisse, man würde 30 km/h in der Stadt mit einem anderen Auto fahren. Dazu das exklusive Interieur mit der Mischung als Luxus und klaren, sauberen Flächen – ein einmaliges Fahrerlebnis.

Der V8-Motor zeigt sich mehr als souverän. Er kann einerseits sehr leise sein und kultiviert im Alltag, bietet aber auch stets genügend Kraftreserven. Zwar ist das hier kein Renn-Auto, aber durch das besondere Fahrwerk mit der Kurven-Neigungsfunktion wird es auch zum Spaß-Mobil. Achtung: Die Kurven-Neigungsfunktion gibt es nur mit den Hinterrad-Modellen mit V8. Allrad gäbe es für S500 und den S63 AMG auch, aber dann muss man auf die neue Technologie verzichten. Auch beim S65 V12, der nur Hinterradantrieb hat, aber wohl brachialer daher kommen soll.

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Fazit: Wie eingangs erwähnt, überzeugt das Mercedes S-Klasse Coupé S500 nicht durch das Segment, das in der Natur des Aufbaus nicht die besten Eigenschaften vereint. Doch betrachtet man das Auto für sich, so ist eine perfektere Ausführung wohl kaum möglich. Selten haben wir ein Auto getestet, das so viele Wow-Effekte bietet, so viel Innovation und Luxus liefert und ein derart exklusives Lebensgefühl transportiert. Das Exterieur-Design sticht in der gesamten Mercedes-Modellpalette durch die Form aus einem Guss hervor. Auch die Heckleuchten werden (im Gegensatz zur neuen C-Klasse) einem modernen europäischen Design gerecht. Das Interieur ist das am besten designte und durchdachteste überhaupt. Als Option würden wir uns noch eine Möglichkeit für Alcantara-Sitzflächen wünschen. Abgesehen von der in diesem Fahrzeugsegment nicht vorhandenen aufrechten Sitzposition kann man sich vom Komfort her nicht mehr wünschen – sei es die grundsätzliche Sitzausrichtung oder die Funktionen für Heizung, Kühlung oder Massage. Das Fahrverhalten ist für so ein langes und schweres Automobil fast surreal. Entweder bietet das S-Klasse Coupé den weichsten Komfort, oder auf Knopfdruck ein sportliches Fahrwerk mit der kostenpflichtigen Option für die Magic Body Control mit Kurven-Neigungsfunktion. Letztere ist mehr als beeindruckend und man will immer noch eine schnelle Kurve mehr fahren, um zu realisieren, dass man mit einem komfortablen Auto auf einem mindestens waagerechten Niveau fährt, ohne sich zum Kurvenäußeren zu bewegen. Auch wenn es vielleicht sogar bewundernswerter sein kann, wenn man ein großartiges Auto zu einem vergleichsweise günstigen Preis erreichbar für Jedermann machen kann – durch die technologische Überlegenheit, das Design und die Ausführung in Perfektion ist das Mercedes S-Klasse Coupé S500 in diesem Sinne für uns das beste Auto der Welt. Und wenn man es zu den Konkurrenten vergleicht, die teilweise sogar noch deutlich teurer sind, etwa Bentley oder Rolls-Royce, dann kann man nur sagen: Das S500 Coupé lässt die Luxus-Konkurrenten so dastehen, als würden diese nur Automobil-Produktion spielen.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl (Weißer S500 außen wie innen), Mercedes (AMG-Modelle, blauer S500)

Mercedes-Benz S-Klasse Coupe/S63AMG Coupe, Toskana 2014

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5 Responses to Im Test: Mercedes S-Klasse Coupé S500

  1. Tom says:

    Naja, in der Liga von Bentley und RR spielt das S-Coupe ja dann doch nicht. Dazu dürften die Fensterheberschalter nicht aus Plastik sein und die Monitore müssten harmonischer integriert sein. In der Klasse vom 6er ist er schon richtig angesiedelt. Der A7 ist konzeptmässig übrigens das Pendant zum 5er GT.

    • Autogefühl says:

      Besten Dank für die Rückmeldung! Ich finde für das, was es bietet, schon. Ich gehe da sogar noch weiter. Wir hatten ja im vergangenen Jahr den Continental GT im Test. Und das S-Klasse Coupé ist dem Bentley in wirklich allen Belangen objektiv deutlich überlegen – es sei denn, man hat rein geschmacklich andere Vorstellungen.

      LG

      Thomas

      • Tom says:

        Das mag teilweise so sein, doch kauft man meistens subjektiv Autos, in dieser Preisklasse sowieso. Ich meine um mit diesen elitären Fahrzeugen verglichen werden zu können, bedarf es nicht solcher Patzer wie oben erwähnt.Und schon gar nicht ein Teilbezug des Armaturenbretts mit Kunstleder. Das gäbe es in keinem RR.

        Genauso könnte man einem A6 Fahrer sagen, er könne auch einen Skoda Superb fahren, den objektiv betrachtet, sind die Unterschiede in Qualität etc. marginal.

        • Autogefühl says:

          Klar bei Autos dieser Preisklasse zählt das Gefallen noch viel mehr, der Bentley z.B. kann ja auch einfach durch den britischen Charme überzeugen.

          Bzgl. Kunstleder muss ich widersprechen, weil ich mich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt habe.

          Erstens ist der Einsatz von Echtleder generell moralisch äußerst fragwürdig, da man damit aktiv Mord und Folter von Tieren unterstützt. Dass nur Restbestände und Haut von Schlacht-Tieren verwendet wird, ist ein weit verbreiteter Irrtum.

          Zweitens ist Echtleder ohnehin kein Naturprodukt, sondern steckt voller Chemie, hat mehr Allergene und mehr chemische Ausdünstungen. Kunstleder dagegen schützt Tiere, ist effizienter in der Produktion, ist beständiger, sieht also länger schön aus und hat sogar in jeglicher Hinsicht bessere Eigenschaften. Das Bestehen auf Echtleder ist ein Anachronismus, der jeglicher Logik zuwider steht.

          Im Übrigen ist es für den Klima-Komfort ohnehin deutlich besser, z.B. Alcantara zu verwenden. Dann könnte man sich Sitzheizung- und Sitzkühlung direkt sparen, weil man weder am Sitz kleben bleibt noch kalt wird.

          Übrigens: Auch Jaguar Land Rover verwendet keineswegs durchweg Echtleder. Im Grunde ist bei jedem Autositz nur noch die Sitzfläche aus Echterleder, wenn überhaupt. Außenwangen, Innenverkleidungen und Armaturenbrett sind zu 90 % aus Kunstleder und das hat auch seinen Sinn. Mehr zu dem Hintergrund findest du hier:

          http://www.autogefuehl.de/2014/12/24/echtes-leder-oder-kunstleder-tierschutz-der-automobilindustrie/

          Bzgl. A6 und Superb ergibt sich durch den neuen Superb übrigens tatsächlich die Frage. Hast du schon unsere Coverage zum Superb gesehen? Teilweise überlegen BMW-Fahrer schon, zu wechseln.

          LG

          Thomas

  2. […] Das beste Auto der Welt? Im Test: Mercedes S-Klasse Coupé S500, gefunden bei http://www.autogefuehl.de (0 Buzz-Faktor) […]

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