Testbericht Ford Kuga Titanium 1.5 EcoBoost 150 PS

Der Ford Kuga Titanium ist die hoch ausgestattete Variante des bekannten Kompakt-SUVs, das weiterhin sehr gute Verkaufszahlen verzeichnet. Wir testen die Variante mit dem 150 PS Turbobenziner. Von Thomas Majchrzak

Seit Frühjahr 2013 ist die zweite Generation des Ford Kuga im Handel, die in Spanien im Werk nahe Valencia gebaut wird. Der aktuelle Basispreis des Ford Kuga liegt bei 24.800 Euro, die Titanium-Ausstattung mit dem 150 PS Benziner gibt es ab 27.600 Euro.

Exterieur

Vorne zeigt der Ford Kuga mit spitz zulaufenden Scheinwerfern eine gewisse Agilität, wobei er noch das ältere Ford-Designschema verfolgt – ohne großen weit aufragenden Kühlergrill wie nun bei Focus, Fiesta & Co. Die hinteren Fensterlinien fließen zwar auch recht spitz zu, doch die Gesamtsilhouette wird eher von einem Van-Charakter bestimmt, weil Ford keinen Platz im Innenraum für einen rundlicheren SUV-Stil verschwenden wollte.

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Interieur

Dem Ford Kuga mangelt es nicht an Hochwertigkeit. Schon beim Einsteigen greift man nach stabilen Türgriffen, die sich herausziehen lassen, ohne dass man sie großartig nach oben und unten rütteln kann. Ein sehr solider Eindruck. Auch der automatische Ein- und Ausklappmechanismus der Spiegel wirkt hochwertig.

Im Innenraum dominiert die wuchtige Mittelkonsole, die sich sehr tief zwischen Sitzen und Scheibe erstreckt. Das behindert auch das Übersichtsgefühl nach vorn. Dafür bietet die große Frontscheibe gute Panoramablicke nach draußen. Optional gäbe es auch noch ein riesiges Panorama-Glasschiebedach, das den gesamten Innenraum erhellt und eben auch zu öffnen ist. Dieses ist in unserem Testwagen diesmal nicht verbaut, was aber den Vorteil hat, das dadurch deutlich mehr Kopffreiheit vorhanden ist.

Bzgl. Multimedia hat der Ford Kuga noch nicht das Ford Sync 2, so dass das alte System noch einen kleineren Bildschirm aufweist und eine entsprechend hohe Anzahl von Knöpfen. Das ist definitiv nicht mehr zeitgemäß.

Die verwendeten Materialien im Kuga machen jedoch alle einen guten und soliden Eindruck. Zwar finden wir auch Hartplastik am Armaturenbrett, welches jedoch ordentlich verarbeitet ist. Highlights in der Titanium-Ausstattung sind die Sitze: Sie zeigen einen Material-Mix aus Stoff und Kunstleder. Manuell lässt sich eine Lendenwirbel-Unterstützung setzen.

Optisch attraktiv sind ferner die Lüftungsdüsen, die größtenteils senkrecht angeordnet sind. Das sieht zwar toll aus, aber effektiv ist es dadurch schwierig, die warme Luft im Winter z.B. auf die Finger am Lenkrad zu richten.

Im Fond bleibt trotz großer Menschen auf den Vordersitzen auch für Erwachsene genügend Platz. Die Beinfreiheit stimmt, und die Kopffreiheit ist selbst für groß Gewachsene auf allen Plätzen mehr als ausreichend, gerade wenn kein Panoramadach verbaut ist. Sowohl die vorderen als auch die hinteren Türen öffnen relativ kompakt, so dass das Ein- und Aussteigen auch in engen Parklücken gut möglich ist.

Bei der optionalen sensorgesteuerten Heckklappe hat man den Schlüssel in der Hosentasche und steht hinten vor der Heckklappe, dann muss man nur den Fuß unter die Mitte des Heckstoßfängers bewegen, damit sich die Heckklappe öffnet. Die sensorgesteuerte Heckklappe ist Bestandteil des Key Free Pakets und kostet 700 Euro.

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Die Ausstattungslinien teilen sich ein in Trend, SYNC Edition, Titanium und Individual.

SYNC bietet zusätzlich für plus 1.350 Euro gegenüber Trend:
– Erweitertes Audiosystem mit Mobiltelefon-Vorbereitung
– Fußmatten
– Einparkhilfe hinten
– Alufelgen 17 Zoll

Titanium bietet zusätzlich für plus 2.300 Euro gegenüber Trend:
– Erweitertes Audiosystem mit Mobiltelefon-Vorbereitung
– Fahrersitz mit Lordosenstütze
– Zwei-Zonen-Klimaautomatik
– Lederschaltknauf
– Kühlergrill schwarz glänzend
– Leder-Stoff-Mix auf den Sitzen
– Regensensor
– Velours-Fußmatten
– Alufelgen 17 Zoll

Individual bietet zusätzlich für plus 2.900 Euro gegenüber Titanium:
– Auch Beifahrersitz mit Lordosenstütze
– Bi-Xenon-Scheinwerfer
– Einpark-Assistent
– Styling-Kit für außen
– Lederlenkrad
– Einparkhilfe vorne und hinten
– LED-Tagfahrlicht
– 18 Zoll Alus

Motoren

An Motoren stehen ein 1.5 Liter Benziner und ein 2.0 Liter Diesel mit jeweils zwei PS-Ausprägungen zur Verfügung:

1,5 l EcoBoost 2×4 mit 110 kW/150 PS (6-Gang)
1,5 l EcoBoost 4×4 mit 134 kW/182 PS (6-Gang-Automatik)

2,0 l TDCi 2×4 mit 88 kW/120 PS (6-Gang)
2,0 l TDCi 2×4 mit 110 kW/150 PS (6 Gang)
2,0 l TDCi 4×4 mit 110 kW/150 PS (wahlweise 6-Gang oder Ford PowerShift-Automatik)
2,0 l TDCi 4×4 mit 132 kW/180 PS (wahlweise 6-Gang oder Ford PowerShift-Automatik)

Den kleinen Benziner gibt es also nur mit Frontantrieb und manueller Gangschaltung, alle anderen Versionen auch mit Allrad und Automatik.

Fahrverhalten

Wir fahren den 1.5 Liter Benziner mit 150 PS in Titanium-Ausstattung. Ein Rundum-Wunschlos-Auto. Liste liegt dieser Testwagen dabei dann bei knapp 34.000 Euro.

Der kleinste Benziner fühlt sich keineswegs kraftlos an, sowohl für die Stadt als auch für die Autobahn ist dieser Motor zu empfehlen. Schon bei niedrigen Drehzahlen kommt er ohne Mühe, und dreht man ihn höher, macht der Motor sogar einen ansehnlichen Klang. Ein stärkerer Motor oder etwa der Diesel ist also nicht unbedingt notwendig. Auf Allrad kann man in den meisten Regionen Deutschlands in der Regel auch verzichten.

Lediglich der Verbrauch könnte niedriger sein, denn trotz gemäßigter Fahrweise bekommen wir den Ford Kuga nicht unter 10 Liter / 100 km. Immerhin bekommt man eine gute Portion Fahrfreude. Auch die manuelle Schaltung funktioniert reibungsfrei und animiert zu Schaltvorgängen – ein wichtiger Punkt, denn neben der Lenkradberührung ist der Schaltvorgang schließlich einer der zentralen Berührungspunkte von Mensch und Maschine.

Das Fahrwerk überzeugt auf ganzer Linie. Der Kuga ist zwar kein Kurvenwunder, lässt aber niemals ein allzu starkes Wanken aufkommen. Lediglich die Abstimmung von Sitz- und Lenkradposition erfordert etwas Geschick, um auch bei größeren Lenkradumdrehungen nicht allzu schnell am Lenkrad umfassen zu müssen. Zudem fühlt sich der Ford Kuga im Vergleich zu anderen Wettbewerber-SUVs auch etwas schwerfälliger an, man hat das Gefühl, mehr Auto zu bewegen. Dafür bleibt aber auch beim Fahren ein ordentlicher Qualitätseindruck.

Ford Kuga Abmessungen

Länge: 4,52 m
Breite: 1,83 m (ohne Außenspiegel)
Höhe: 1,70 m
Radstand: 2,69 m
Leergewicht: 1.580–1.707 kg

Fazit: Der Ford Kuga bewegt sich in der Titanium-Ausstattung preislich genau zwischen den günstigeren SUVs und den Premium-SUVs. Er bietet somit schon ein hochwertiges und solides Gefühl, ohne aber allzu hohe Preise aufzurufen. Ein Auto, das eigentlich immer eine gute Wahl ist. Beim Fahrverhalten zeigt er sich nicht allzu agil, hat aber durch seine van-artige Form im Innern ein sehr gutes Platzangebot.

Autogefühl: ***

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel

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