Audi TT Cabriolet – Roadster der 3. Generation im Test

AudiTTRoadster_autogefuehl_230hp

Das neue Audi TTS Cabriolet haben wir hier bereits vorgestellt. Die meisten Kunden werden sich jedoch nicht für die Sportversion entscheiden, sondern den „normalen“ TT nehmen, der nun auch mit einer neuen Basis-Motorisierung verfügbar ist. Wir haben das Audi TT Cabriolet der 3. Generation getestet. Von Thomas Majchrzak

Der neue Basispreis des Audi TT Cabriolet liegt bei 34.500 Euro. Dafür gibt es den 1.8 Liter TFSI mit 180 PS, der in 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Man ist also auch schon mit der Basis-Motorisierung flott unterwegs. Weltweit am beliebtesten (und auch verfügbar) wird allerdings weiterhin der 2.0 Liter TFSI mit 230 PS sein, den wir hier testen – mit S-Line Paket für Exterieur und Interieur.



Exterieur

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_018

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_019

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_012

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_010

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_007

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_009

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_014

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_013

Die Front wirkt deutlich schärfer als beim Vorgänger, die Design-Kanten sind ausgeprägter. Die neuen Frontleuchten zeigen eine neue Signatur, die daraus besteht, dass horizontale und vertikale Linien im 90-Grad-Winkel aufeinander treffen. In Anlehnung an den Audi R8 sind die Audi-Logo-Ringe vom Kühlergrill auf die Motorhaube gewandert.

Allerdings wirkt die Designänderung nicht so stark wie beim Schritt von der ersten auf die zweite Generation. Es ist keine Änderung, bei der man sagt, dass man die zweite Generation nicht mehr kaufen möchte. Gleich geblieben ist auch die klassische gebogene Designlinie oberhalb der vorderen Kotflügel.

Am Heck zeigt sich das neue Äußere ebenfalls etwas schnittiger, die neuen Heckleuchten stemmen sich optisch etwas gegen das runde Heck.

Der Audi TT Roadster der dritten Generation ist 2 cm kürzer als der Vorgänger (nun 4,17 m), hat allerdings einen um 4 cm längeren Radstand (nun 2,50 m). Das neue TT Cabriolet ist nun 1,35 m hoch und damit 3 mm niedriger und 1,83 m breit und damit 1 cm schmaler. Die Karosserie-Maße sind dabei gleich geblieben, lediglich würden die Bleche anders ausgeformt.

Die Karosserie besteht aus einem Stahl-Aluminium-Mix. Der neue TT Roadster wiegt ohne Fahrer 1.320 kg, der TTS Roadster gut 100 kg mehr – wegen der serienmäßig größeren Felgen (18 statt 17 Zoll) sowie der Mehr-Ausstattung. Ein Roadster muss dabei wegen der fehlenden festen Dachkonstruktion in seiner Karosserie noch steifer sein. So wurde im neuen Audi TT(S) Roadster im Vergleich zum Coupé in der A-Säule ein zusätzliches festes Stahlrohr verbaut. Auch die waagerechten Haupt-Karosserieteile wurden verstärkt.

Produziert wird der neue TT übrigens im Audi-Werk in Ungarn, wo auch alle A3 Limousinen und A3 Cabriolets vom Band laufen.

S line-Paket

Wer sich seinen Audi TT Roadster optisch aufwerten möchte, kann wie hier auf den Fotos gezeigt zum S-line-Exterieur-Paket greifen, für 1.500 Euro:

– Stoßfänger vorn und hinten, seitliche Schwellerleisten, seitliche Kühlergitter sowie Diffusoreinsatz in sportlich-markantem Design
– Kühlergrill in Schwarz hochglänzend
– Diffusoreinsatz in Platinumgrau lackiert
– Einstiegsleisten mit S line-Schriftzug
– S line-Emblem auf den vorderen Kotflügeln

Vorteil: Man hat einen attraktiven sportlichen Look. Nachteil: Die breiten und tieferen Schweller können leichter den Boden berühren, wenn man Rampen befährt oder Berliner Kissen und ähnliches. Praktischer für den Alltag wäre es also, auf das Designpaket zu verzichten.

Interieur

Serienmäßig gibt es für den Audi TT Roadster leider nicht viel. Immerhin sind die Sportsitze mit den integrierten Kopfstützen ab Werk inkludiert sowie die Progressivlenkung und das Audi virtual cockpit (aber nicht direkt das Navi).

Was Audi im neuen TT Cabriolet wunderbar gelungen ist: Der Kompromiss zwischen einzelnen Tasten und Kontrolle über das Bedien-Terminal. So gibt es die wichtigsten Funktionen wie die Klima-Bedienung noch separat per Knopf- und Drehregler, die meisten weiteren Funktionen dann im zentralen Screen, der in diesem Fall nur direkt im Blick des Fahrers liegt. Ein Nachteil, wenn zum Beispiel der Beifahrer das Navigationssystem bedienen möchte. Immerhin ist das Cockpit nicht tief eingefasst, so dass man durchaus vom Beifahrersitz darauf gucken kann.

Das Audi Virtual Cockpit, das unter dem Namen Active Info Display optional auch beim Volkswagen Passat zum Einsatz kommt, ist hier obligatorisch. Dabei sind die Fahrer-Instrumente komplett digital und individuell einstellbar. Wenn man das teure Navi dazu kauft (2.500 Euro), kann man sogar eine Satelliten-Ansicht für die Kartendarstellung wählen. Allerdings gibt es dazu Diskussionen, inwiefern das den Fahrer ablenkt.

Die Verarbeitung des Cockpits ist mehr als anstandslos und wir finden auch in der Basisversion einige nette emotionale Features, wie etwa die Luftdüsen im Flugcockpit-Design, die man durch drehen der äußeren Ringe verstellen kann. Lüftungsstärke, Temperatur und Lüftungsausgänge können somit innerhalb der Düsen mit Drehen und Drücken kontrolliert werden. Ferner findet sich auch die Bedienung für die optionale Sitzheizung und die neue optionale Nackenheizung in einer Lüftungsdüse, für den Fahrer links vom Lenkrad.

Die Nackenheizung ist übrigens für Tage zu empfehlen, an denen es noch nicht so kalt ist, als dass man eine dicke Winterjacke tragen muss (Nacken wäre da verdeckt), aber an denen es schon so kühl ist, dass man ein wenig mehr warme Luft vertragen kann. Frühling und Herbst, 20 Grad, leichter Wind, das wäre so ein Fall. Insgesamt wird sich der Nutzen vielleicht in Grenzen halten, bzw. die Anzahl der Tage, an denen man das System verwendet. Wer also sparen möchte, kann darauf verzichten. Wenn man es hat – natürlich nicht übel.

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_001

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_004

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_005

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_002

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_003

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_000

Beim Verdeck hat Audi 3 kg an Gewicht eingespart. Es lässt sich bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h öffnen und schließen. Während ein Akustik-Verdeck beim Audi A3 Cabriolet optional ist, kommt es im Audi TT Roadster serienmäßig. Dadurch konnte der Geräuschpegel im Innenraum um bis zu 6 dB gegenüber dem Vorgängermodell gesenkt werden. Das Verdeck birgt unsichtbar die Antennen für den Radioempfang. Zwar bleibt bei einem Soft-Top immer mehr Stauraum, doch 280 Liter sind natürlich dennoch nicht viel. Der Kofferraum ist zwar nicht hoch, geht dafür aber vergleichsweise tief hinein, so dass man z.B., wie man auch auf dem Foto sieht, einen kleinen Trolley hineinschieben kann und trotzdem noch ein weiterer davor passen würde.

Übrigens gibt es auch eine Durchreiche zum Interieur nach vorne, wenn man längere Gegenstände transportieren möchte. Wem das besonders wichtig ist, sollte darauf achten, dass dies in seiner Konfiguration enthalten ist.

Motoren

Neben dem Einstiegsmotor 1.8 TFSI mit 180 PS gibt es auch den stärkeren 2.0 TFSI mit 230 PS, den wir hier fahren, sowie diesen mit 310 PS im TTS Roadster. Auf der Diesel-Seite gibt es einen 2.0 TDI mit 184 PS.

Fahrverhalten

Durch den längeren Radstand ergibt sich im neuen Audi TT Cabriolet der neuen Generation ein geräumigeres Gefühl. Die Sitze haben ebenfalls an Komfort zugelegt, so dass längere Strecken nun mehr Freude machen als beim Vorgänger.

Gleichzeitig wurde an der Agilität gefeilt. So merkt man, dass die Lenkung direkter geworden ist, in der zweiten Generation war sie doch gerade auf den ersten paar Grad Lenkeinschlag etwas weniger feinfühlig. Insgesamt ist das Fahrverhalten einfach eine wahre Wonne, der Audi TT Roadster ist eines der Automobile auf dem Markt, die am meisten Spaß bereiten – übrigens mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder optional mit einer Sechsgang-S-tronic (Doppelkupplungsgetriebe), die dann beim Hochschalten ein schönes Knacken hinterlässt.

Mit geschlossenem Verdeck merkt man das Mehr an Geräuschkomfort, durch das serienmäßige Akustikverdeck bleibt es immer recht leise. Mit offener Kappe kann man sich dann den Wind um die Ohren brausen lassen. Klar bleibt, dass das Audi TT Cabriolet ein Schönwetter-Auto ist – trotz neuer optionaler Nackenheizung. Denn im Gegensatz zum A3 Cabriolet kann man sich auch mit Scheiben oben nicht so gut gegen den Wind abkanzeln.

Fazit: Der neue Audi TT Roadster wirkt außen kantiger und dynamischer, hat noch an Fahrdynamik zugelegt und macht im Innenraum einen noch reiferen und durchdachteren Eindruck. Einige neue Komfortfeatures machen auch längere Strecken angenehmer. Das macht die zweite Generation keineswegs obsolet, aber man kann sagen, dass in jedem Bereich eine kleine Verbesserung vorgenommen wurde. So gehört es sich für eine neue Generation einer Ikone. Im Basispreis könnten allerdings schon mehr Features enthalten sein. Mit vielen Optionen bekommt man das TT Cabriolet wie unseren Testwagen sogar auf 64.000 Euro – sehr teuer im Vergleich zu anderen kleinen Roadstern der Nicht-Premiumklasse, aber im Vergleich zu anderen bekannten Sportwagen à la Porsche, hinter denen sich der TT keineswegs verstecken muss, wiederum günstig. Der Audi TT Roadster setzt den Standard in der Klasse.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Katharina Kruppa

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_016

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_011

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_008

AudiTTRoadster_cabriolet_2016_006


Category: Product #: Regular price:$ (Sale ends ) Available from: Condition: Good ! Order now!

6 Responses to Audi TT Cabriolet – Roadster der 3. Generation im Test

  1. […] Audi TT Cabriolet ? Roadster der 3. Generation im Test, gefunden bei http://www.autogefuehl.de (0.3 Buzz-Faktor) […]

  2. […] AutogefühlAudi TT Cabriolet – Roadster der 3. Generation im TestAutogefühl – das Auto Blog! http://www.autogefuehl.de Das neue Audi TTS Cabriolet haben wir hier bereits vor… […]

  3. Tobias says:

    Vielen Dank für den tollen Bericht!
    Was mich sehr interessieren würde: Hat das Windschott im Vergleich zur 2. Generation eine bessere Wirkung? Es ist ganz klar ein Roasster, trotzdem fand ich dies bei Generation 2 als kaum spürbar..das konnte man sich echt sparen.

    Haben sich die Windverwirbelungen etwas reduziert mit/ohne Windschott?

    Vielen Dank

    • Autogefühl says:

      Hi!

      Vielen Dank! In der Tat muss man sagen: Das Windschott hat keinen großen Effekt, das große Windschott z.B. im Audi A3 Cabriolet hat einen richtig spürbaren Effekt. Der TT Roadster ist ein Sommer-Cabriolet, ganz klar. Wer das ganze Jahr über offen fahren möchte, ist mit dem A3 Cabrio besser beraten.

      LG

      Thomas

      • Tobias says:

        Hi Thomas,

        danke für die Antwort. Lese ich da raus dass die Effektivität des Windschotts also genau gleich zu Generation 2 ist?

        Danke & Grüße
        Tobias

        • Autogefühl says:

          Wer mag das schon beurteilen, das wirst du letztlich nur im Wandkanal herausfinden können. Was man aber merkt ist dass die Effektivität nicht gerade berauschend ist. Wie gesagt, Summertime für den TT!

          LG

          Thomas

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *