Aston Martin V12 Vantage S Roadster Test Fahrbericht

Der Aston Martin V12 Vantage S Roadster ist die Topversion im kompakten Roadster-Bereich bei Aston Martin, britische Emotionen in der Achsen-Gewichtsverteilung 50:50. Ein Auto, über das man viel sprechen kann, in vielerlei Hinsicht. Wir haben uns das rassige Fahrzeug genauer angesehen. Von Thomas Majchrzak

Grundsätzlich hier ein kleiner aktueller Überblick über die aktuelle Aston Martin Produktpalette und die Erscheinungsjahre der Grundversionen:

– Aston Martin DB9, Gran Turismo, Länge 4,71 m, seit 2004
– Aston Martin Vantage, Coupé/Roadster, Länge 4,38 m, seit 2005
– Aston Martin Rapide, Oberklasse-Limousine, einziger Viertürer, Länge 5,01 m, seit 2009
– Aston Martin Vanquish, Gran Turismo Top-Modell, Länge 4,72 m, seit 2012

Zuweilen ist es schwierig, den Überblick über die verschiedenen Modelle zu haben, da es alle auch noch in verschiedenen Motorvarianten und bis auf den Rapide auch als Cabriolet gibt. Grundsätzlich kann man sich aber merken, dass der Vantage der kleinere Sportwagen ist, der DB9 der GT, der Vanquish der GT mit Top-Ausstattung und sportlicherer Note und der Rapide die viertürige Limousine.

Wir beschäftigen uns in diesem Test mit dem Vantage, genauer mit dem Aston Martin V12 Vantage S Roadster, der Top-Version. Die S-Version kommt direkt mit Features wie adaptiven Dämpfern und Karbon-Keramik-Bremsen.





Exterieur

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Aston Martin lebt vom Design. Der Vantage entstammt der Feder des bekannten Designers Henrik Fisker und zeigt auch heute noch die klassischen Elemente: Fischmaul-Kühlergrill, wenige, aber klare Designlinien im Seitenprofil, muskulöse Schultern und die gebogene Zeichnung der Rückleuchten am Heck. Obwohl der Aston Martin Vantage nicht allzu lang ist, wirkt er aufgrund des Designs länger und kräftiger. So muss Automobil-Design funktionieren: Klare Strukturen, die Emotionen wecken. Dadurch fällt hier keineswegs negativ auf, dass es sich um ein im Grunde genommen altes Fahrzeug handelt. Denn vom Exterieur ist der Vantage wie eh und je auf Höhe der Zeit. Und er wird auch in 20 Jahren noch zeitlos schön sein.

Unser Testwagen trägt übrigens eine auffällige Messe-Sonderfolierung, Puristen sollten sich die Folierung also besser wegdenken.

Interieur

Im Interieur finden wir in unserem Testwagen ein Ledercockpit, wobei für den Vantage zum Glück auch Alcantara-Sitzbezüge erhältlich sind. Die Verarbeitung stimmt und das Design-Schema von außen wird innen weiter geführt. Die kraftvolle Mittelkonsole bietet viel Fläche für alle Schalter und Knöpfe, wobei es noch mehr wirken würde, wenn man die Anzahl der Knöpfe etwas ausdünnen würde. Das Infotainment-System zeigt eine veraltete Darstellung, man findet sich in der Bedienung aber immerhin relativ schnell zurecht. Bei der Klimaeinheit ist die Besonderheit, dass man keine echten Knöpfe hat, sondern Touch-Felder, die dann auf Druck reagieren.

Die Gänge werden ebenfalls über Knöpfe eingelegt, sie sind edel hinter Plexiglas versteckt und zeigen mit einem kleinen Licht, welche Gangart gerade aktiv ist.

Die Sitze sind auch für große Menschen durchaus geeignet und das Platzangebot geht für einen kompakten Roadster in Ordnung. Trotzdem sollte man keine exzellenten Langstreckenqualitäten erwarten. Das Lenkrad könnte einen Tacken sportlicher sein, es wirkt doch etwas angestaubt. Und so findet man im Interieur dann doch einige Hinweise auf die veraltete Technik. Neben dem Navi ist das zum Beispiel der Schalter für den Blinker, der etwas lieblos in der Luft zu hängen scheint und vom Bediengefühl eher an einen gebrauchten Fiat aus den 80ern erinnert. Muss man das wohlwollend als englischen Charme hinnehmen? Für über 200.000 Euro nicht. Dazu kommen kleine elektronische Macken, wie z.B. dass die Handbremse 3x hoch- und runtergezogen werden möchte, bis die Elektronik kapiert, dass die Handbremse nun endlich gelöst wurde.

Wer Imperfektion und britischen Charme sucht, wird hier also fündig. Wenigstens wird man in puncto Design immer wieder belohnt – und natürlich auch vom Sound, dazu später mehr.

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Motoren

Derzeit gibt es folgende Versionen:

V8 Vantage (426 PS)
V8 Vantage S (436 PS)
V12 Vantage S (573 PS)

Diese drei gibt es jeweils auch als Roadster. Der 5,9 l V12 Roadster benötigt 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, das Coupé wäre noch 0,2 Sekunden schneller.

Daneben gibt es noch zwei Coupé-Sondermodelle, N430 und GT12.

Fahrverhalten

Brüllend erwacht der V12 – und weckt Fahrer, Beifahrer und Passanten gleich mit auf. Beim Fahren erleben wir, für wie viel Aufmerksamkeit ein Aston Martin Vantage sorgt. Und das Gute daran: Es ist positive Aufmerksamkeit. Während wir z.B. mit einer Corvette auch negative Rückmeldungen erlebt haben, erliegen hier wohl alle dem britischen Charme des Astons – und schauen, ob James Bond gerade selber fährt.

Der V12 liefert so eine brachiale Power, dass man auch mit eingeschalteter Traktionskontrolle und selbst bei trockener Straße auf seine Hinterräder aufpassen muss. Da kann man gerne mal hier und da das Heck ein wenig herumzirkeln – was bei geübten Fahrern für viel Fahrfreude sorgt. Eins ist klar: Dieses Auto ist nichts für Anfänger, man muss es fahren können. Andere moderne Sportwagen sind da deutlich einfacher zu steuern, selbst ein Audi R8.

Die Lenkung ist bei langsamer Fahrt und beim Einparken zu schwergängig, da könnte die elektronische Unterstützung größer sein. Bei flotter Fahrt dagegen macht die Lenkung richtig Freude, und dann spielt auch das Fahrwerk gerne mit. Der Aston Martin Vantage ist ein richtiger Kurvenjäger und die Verbindung von brutaler Leistung, V12-Sound und des großartigen Handlings macht richtig viel Freude.

Einen Abstrich muss man beim automatisierten Schaltgetriebe mit 7 Stufen machen. Wir verstehen nicht so ganz, warum man hier auf dieses Getriebe setzt und nicht auf eine normale Wandlerautomatik. Das automatisierte Schaltgetriebe sorgt für schwerfällige Gang-Übergänge, es sei denn, man lupft selber das Gas und schaltet dann mit den Paddles hoch. Ein Grund wahrscheinlich, warum sich viele Kunden für den V8 entscheiden, der dann auch ein manuelles Schaltgetriebe bietet.

Abmessungen

Länge: 4,38 m
Breite: 1,86 m
Höhe: 1,25 m
Radstand: 2,60 m
Leergewicht: 1.570 − 1.710 kg

Fazit: Der Aston Martin V12 Vantage S Roadster bietet britisches emotionales Design, ein sportlich-brachiales Handling, einen grollenden Sound und – für über 200.000 Euro – auch ein großes Maß an Exklusivität. Nur auf der technologischen Seite merkt man, dass das Grundmodell in die Jahre gekommen ist – sei es an kleinen elektronischen Sachen, am nicht-überzeugenden automatisierten Schaltgetriebe oder durch das Fahrwerk, das nicht nur sportlich, sondern auch ruppig ist. Die bessere Wahl bleibt somit derzeit der V8 mit manuellem Schaltgetriebe. Die angekündigte Kooperation mit AMG könnte nun neue technische Impulse bei Aston Martin setzen. Denn langfristig kann die Marke nicht nur durch den großartigen Look überzeugen. In den nächsten zwei Jahren soll sich einiges tun, etwa der DB9-Nachfolger DB11 in 2016 und ein neuer Vantage in 2017 – jeweils mit Mercedes-Teilen. Wir sind gespannt.

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel

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