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Audi S8 plus mit 605 PS Test Fahrbericht

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Mit dem Audi A8 L W12 gibt es bereits eine Variante der Oberklasse-Limousine, die gut 150.000 Euro kostet – aber mit dem langen Radstand und der Innenausstattung die Chauffeur-Ausrichtung hat. Nun setzt Audi der Sportversion S8 die PS-Krone auf und liefert mit dem Audi S8 plus eine weitere 150.000 Euro Variante – mit 605 PS. Wie fährt sich so ein Oberklasse-Geschoss? Von Thomas Majchrzak

Zunächst stellt sich die Frage, was eigentlich der Zweck eines solchen Gefährts ist. Eine Oberklasse-Limousine kann man sich ja zum komfortablen Fahren kaufen, oder um chauffiert zu werden. Das deckt der Audi A8 voll ab. Die Quadratur des Kreises vollzieht man dann, wenn man Oberklasse-Limousine und Sportwagen zusammenbringen möchte. Das Erschreckende: Das kann sogar funktionieren, wie wir bereits im Audi S8 erlebt haben. Wie verhält sich dazu nun der neue Audi S8 plus?





Exterieur

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Serienmäßig kommen mit dem Audi S8 plus viele sportliche Elemente am Exterieur: So finden wir vorne einen großen Singleframe-Kühlergrill mit Doppelstreben in Schwarz glänzend, Matrix LED-Scheinwerfer mit dynamisiertem Blinklicht, Carbon-Frontlippe, seitliche Spoilerteile aus Carbon, Carbon-Spiegelkappen, abgedunkelte Heckleuchten und eine Spoilerlippe auf dem Heckdeckel (serienmäßig in Wagenfarbe lackiert, auf Wunsch auch aus Carbon wie auf unseren Fotos des Audi S8 Plus in Florett Silber matt). Einen breiten Auftritt machen die 21-Zoll-Bi-Color-Felgen, die aber auch eine Nummer kleiner sein könnten. Die Karosserie des großen Oberklasse-Fahrzeugs wiegt übrigens nur 231 Kilogramm – für eine solche Größe recht human und erste Voraussetzung für eine gewisse Agilität. Mehr dazu auch in unserem exklusiven Video aus der Produktion des Audi A8 in Neckarsulm, wo gut 100 A8 an je fünf Tagen in der Woche das Band verlassen:

Interieur

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Das Luxus-Interieur des Audi A8 wird in dieser Sonderversion durch viele rote Kontrastnähte geschärft. Eigentlich hätten wir bei einer Top-Sportversion auch Alcantara-Sitze erwartet, stattdessen setzt Audi hier fehlgeleitet auf echte Tierhaut. Das hat mit einem sportlichen Fahrzeug nichts zu tun und mit Nachhaltigkeit sowieso nichts.

Die Form der Sitze ist dagegen sehr komfortabel und auch für Langstrecken bestens geeignet. Angenehm ist ferner, dass man für den gesalzenen Preis immerhin tatsächlich alles inkludiert hat, sei es Vierzonen-Klimaautomatik (also für Front und Fond), Bose Surround-Soundsystem oder Navigations-System. Unser Test-Gefährt hat ferner noch ein optionales Bang & Olufsen Sound-System, das mit einer Klarheit im Ton begeistert.

Obwohl der Audi A8 nun auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat (2010 Einführung der aktuellen Generation, 2013 Facelift), ist das Multimedia-System auf der Höhe der Zeit, man kann sogar eine Satelliten-Darstellung für das Navi ordern. Die Bedienung erfolgt noch mehr denn bei den jüngsten Audi-Fabrikaten über einzelne Knöpfe, die allerdings durchaus übersichtlich und sinnvoll auf der breiten Mittelkonsole angeordnet sind.

Startet man das Fahrzeug, fühlt man sich wie in einem Raumschiff: Die Hochtöner des Sound-Systems fahren unterhalb der Windschutzscheibe hoch, der Multimedia-Screen fährt aus und die Instrumente werden erleuchtet und die Zeiger schnellen einmal bis zum Ende der Skala – ein echter Wow-Effekt.

Im Fond bleibt trotz des kurzen Radstands (es gibt ja noch eine L-Version) mehr als genug Platz auch für große Passagiere, anders hätten wir es von einer 5,13 m Oberklasse-Karosse auch nicht erwartet. Dennoch ist die Sitzposition wie üblich bei den Limousinen etwas „liegend“.

Der Kofferraum ist für diese Fahrzeugart sehr geräumig und gut nutzbar, praktische Gepäcknetze halten auch Trolleys fest, die bei 605 PS auch besser dort angegurtet werden.

Motoren

Für die 145.000 Euro Grundpreis erhält man einen 4.0 TFSI V8 mit 605 PS und einem maximalen Drehmoment von 750 Nm. Das sind noch mal 85 PS mehr als beim Audi S8. Erreicht wurde das Leistungsplus durch einen höheren Ladedruck des Turboladers sowie über veränderte Auslassventile am Motor. Die Sport-Abgasanlage gibt zudem sonore Töne von sich, ohne aber zu übertrieben zu klingen.

Fahrverhalten

Schon nach wenigen Metern ist klar, dass im Oberklasse-Segment wohl keine Limousine sportlicher ist – ohne aber unkomfortabel zu sein. Denn die adaptive Luftfederung hält das Fahrzeug wunderbar in der Waage, auch bei schnellen Kurven, glänzt aber gleichzeitig mit überragendem Abrollkomfort. Man spürt gar nicht so sehr, wie groß und schwer das Fahrzeug eigentlich ist. Dazu trägt auch die Dynamiklenkung bei, die man eher in einem Sportwagen erwartet. In nur 3,8 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h, und das fühlt sich in der Tat seltsam an. Die Performance ist überragend, aber durch den Allradantrieb, den nicht zu übertriebenen Sound und durch die Masse, die bewegt werden will, fühlt sich die Beschleunigung rasant an, aber nicht brutal wie bei einem reinrassigen Sportwagen. Völlig souverän und über jeden Zweifel erhaben. Mussten es noch die 85 PS mehr sein? Natürlich nicht. Das Paket sagt vielmehr: „Das ist das, was maximal möglich ist.“ Und wer das Geld dafür hat, wird das dann auch schätzen. Ein falsches Signal ist dagegen, dass die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h auf 305 km/h entsperrt wurde. Muss das wirklich sein? Angeblich würden die Kunden das wünschen. Aber ein Hersteller muss ja auch keinen Schneeschieber am Frontgrill montieren, nur weil Kunden dies vielleicht wünschen. Irgendwann ist auch mal gut. Der Heckspoiler am S8 Plus wurde übrigens angeblich wegen der entsperrten Höchstgeschwindigkeit verbaut, damit man dann bei den extrem hohen Geschwindigkeiten mehr Abtrieb hat.

Abmessungen

Länge: 5,13 m
Breite: 1,94 m
Höhe: 1,45 m
Radstand: 2,99 m

Fazit: Der Audi S8 Plus ist bereits äußerlich ein sehr beeindruckendes Auto, durchaus schon etwas böse, aber ohne ein brutaler Gangster zu sein. Das Interieur beeindruckt mit einer perfekten Verarbeitung und top Komfort, lediglich die Alcantara-Sitzbezüge fehlen für diese Sportversion. Das Fahrverhalten ist schon bald surreal, denn man fragt sich, wie es möglich ist, ein so großes und schweres Fahrzeug so leicht und agil steuern zu können. Zunächst denkt man sich, was soll das eigentlich, so viel PS in einer Oberklasse-Limousine und dann auch noch eine sportliche Ausrichtung. Aber wenn man den Audi S8 Plus einmal gefahren ist, möchte man ihn nicht mehr wieder abgeben – nur, wenn es ins enge Parkhaus geht.

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak

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4 Responses to Audi S8 plus mit 605 PS Test Fahrbericht

  1. Frank Troche says:

    Lieber Herr Majchrzak, ich teile Ihre Sicht der Dinge zum neuen Audi S8 plus in den wesentlichen Punkten, erlaube mir aber Ihnen doch bei einigen Themen zu widersprechen. Das von Ihnen wiederholt monierte, fehlende Alcantara als Sitzbezug ist keineswegs “nachhaltig”. Beim Herstellungsprozess von Alcantara geht es höchst toxisch zur Sache, erst gegen Ende der Prozesskette zur Produktion soll es dann wieder völlig ungiftig sein – sagt der Hersteller des Alcantara. Obwohl es inzwischen andere Microfaserstoffe gibt mit annähernd gleicher Anmutung wie das Alcantara, und dabei völlig ungiftig in der Herstellung, verbaut nahezu jeder Hersteller Alcantara in seinem Fahrzeugen, weil der “Markt” es verlangt. Alcantara ist durch die Automobilindustie zur bekannten Marke geworden, sozusagen wie das Tempo unter den Taschentüchern. Nun ist es wie bei den Göttern die man rief, die Automobilhersteller setzen weiter auf Alcantara, weil die “Ersatzprodukte” niemand kennt. Audi hat beim RS6-Vorgänger mal einen Versuch gemacht und bot den Himmel in “Microfaser Nardia” an – leider entschied man sich später dann doch wieder für das prestigeträchtige Alcantara. Korrigieren möchte ich Sie auch zu den aus der Schalttafel herausfahrenden “Endstufen”, hierbei handelt es sich um die Hochtöner des Sounsystems von B&O.
    Sie schreiben, in Klammern gesetzt, es gibt ja noch eine L-Version. Sorry, aber den S8 plus bekommt man nur in der “kurzen” Version. Vielleicht kann man Ihre werten Leser auch mit der ergänzenden Information versorgen, dass es den S8 plus auch weniger “böse” gibt. Ohne Aufpreis bekommt man dieses Auto auch im Look des “normalen” S8, dann hat er einen zivileren Auftritt und trägt Chrom anstelle der schwarz glänzenden Zierteile.

    • Thomas says:

      Vielen Dank für die Infos! Das mit den Hochtönern haben wir korrigiert. Interessant auch, dass andere Mikrofaser-Stoffe nachhaltiger sind, gibt es dazu weitergehende Informationen bzw. wo? Wie verhält es sich mit dem Hersteller Dinamica?

      In jedem Fall ist es weniger schädlich als Leder – für Tier, Mensch und Umwelt.

      LG

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