Neues Smart fortwo Cabrio Test

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Nachdem wir uns bereits ausführlich mit der neuen Smart-Generation in fortwo und forfour beschäftigt haben, steht nun das neue Smart fortwo Cabrio an. Die wohl kleinste Art, Cabrio zu fahren. Von Thomas Majchrzak

2015 hat Smart weltweit 120.000 Fahrzeuge verkauft, eine Steigerung um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr – was natürlich maßgeblich an der Einführung der neuen Generation lag. Nun geht das Cabrio in die Neuauflage. Hauptmärkte dafür sind Großbritannien (gut ein Viertel Cabrio-Anteil beim Smart), Deutschland, Kalifornien und Italien (Rom als smart-Hauptstadt).

Während der normale Smart fortwo bei 10.425 Euro beginnt, startet das Cabrio bei Euro 15.650 Euro. Dieser große Preisunterschied ist aber darin begründet, dass das Cabrio zumindest vorerst nur direkt mit Doppelkupplungsgetriebe und dem etwas kräftigeren Motor erhältlich ist. Dies bereinigt bleibt ein Aufschlag für das Cabrio von 3.400 Euro.




Exterieur

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Brabus Tailormade

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Die zweite Smart fortwo Generation verfolgte noch das Design-Konzept der “one box”, also ein Seitenprofil ohne eine separate Motorhaube. Der Smart fortwo der dritten Generation folgt dem Konzept des “One and a half box”, so zeigt er eine kleine Motorhaube vorne. Dadurch sieht der Smart fortwo ein wenig mehr “normal” aus und eben wie andere Autos. Aber es gibt auch Vorteile, zum Beispiel unterstützt diese Bauweise die modernen Anforderungen an den Fußgängerschutz. Die Front ist durch die plattere Schnauze kräftiger geworden, insgesamt sieht der neue Smart fortwo bulliger aus. Dazu passen auch die muskulösen Schultern. Das Wachstum von etwa 10 cm in der Breite sorgt dafür, dass er etwas kräftiger auf der Straße steht. Die Gesamtbreite beträgt 1,66 m, die Länge 2,69 m.

Beim neuen Smart fortwo Cabrio gibt es keine neue Verdeck-Konstruktion, hier hat man das alte System übernommen. Schade, vielleicht hätte man es noch ein wenig vereinfachen können. Von Smart heißt es dazu, eine neue Konstruktion wäre erstens zu teuer gewesen und zweitens seien die Kunden damit zufrieden gewesen. Grundsätzlich sind mehrere Stufen des Offenfahrens möglich: Zunächst kann man das Stoffverdeck wie ein Schiebedach elektrisch zurückfahren. In der zweiten Stufe kann man den hinteren Part auch noch herabsenken. Witzigerweise sorgt das gefühlt für bessere Windeigenschaften als beim geschlossenen Level. Wenn die festen Seitenholme zudem manuell entnommen werden, steht dem Freiluftvergnügen nichts mehr im Wege. Die Holme kann man an dafür vorgesehen Stellen in der Heckklappe verstauen. Wie genau das funktioniert, erklären wir in unserem ausführlichen Video. Das Stoffverdeck ist übrigens in den Farben red, denim blue und black erhältlich, also Rot, Jeansblau und Schwarz.

Speziell für das Cabrio, weil ja die obere Stabilisierung der Karosserie nun fehlt, wurden die maßgeblichen Karosserieteile um 15 Prozent verstärkt. Die Außenhülle dagegen bleibt aus Plastik, was zunächst billig klingt, aber sinnvoll ist: Erstens macht das das Auto leicht, zweitens kann man die Plastik-Paneele bei kleinen Remplern sozusagen eindrücken, ohne dass etwas passiert.

Interieur

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Brabus Tailormade

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Rundliche Formen und damit ein poppiges Design bestimmen dieses kleine Lifestyle-Gefährt. Gleichzeitig finden wir viele große und makellose Oberflächen, die in dieser Hinsicht durchaus eine Verwandtschaft mit Mercedes aufbaut. Allerdings nicht zu hundert Prozent bei der Materialqualität, denn premium ist das neue Smart fortwo cabrio nicht, das wäre für den Preis auch vermessen. Dennoch wurde die Materialqualität gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert. Zudem hat sich gegenüber den ersten Smart-Modellen, die wir getestet haben, noch einmal viel an der Qualität getan, diesmal waren wir richtig zufrieden.

Zunächst gibt es ein Basismodell ohne speziellen trim level Namen, früher Prime genannt. Optional kann man dann zwischen drei Ausstattungsvarianten wählen, Passion (plus 1.200 Euro), Prime (plus 1.700 Euro) und Proxy (plus 3.400 Euro). Dazu kommen in der Regel noch Kosten der höheren Motorisierung, denn zusammen mit einer höheren Ausstattungsvariante ist in der Regel verbunden, dass man auch motorenmäßig aufstockt. Das Smart fortwo Cabrio kostet damit bis zu 16.500 Euro.

Passion kommt mit 15-Zoll-Alus, einem schwarzen Kühlergrill, schwarzem oder orangefarbenem Stoff auf den Sitzen und schwarzem Stoff an Instrumententafel und Türmittelfeldern.

Prime kommt automatisch mit Sitzbezügen in chemisch behandelter Kuh-Haut in Schwarz mit weißen Kontrastnähten und Sitzheizung und ebenfalls 15-Zoll-Alus.

Proxy gilt als die expressivste Ausstattung und kommt mit schwarz lackierten 16-Zoll-Alus und einem Blau-Weißen-Schema im Interieur. Die Außenseiten der Sitze sind aus weißem Kunstleder, die Innenseiten aus blauem Stoff, eine tolle Kombination. Außerdem sind hier bereits Audiosystem und Panorama-Dach enthalten.

Unsere Empfehlung: Entweder Passion mit schwarzen Sitzen und schwarzem Armaturenbrett als dezente Variante wie bei uns auf den Interieur-Bilder oder Proxy als expressive Variante mit Kontrast. Gerade beim Cabrio sieht man ja selbst schon von außen viel vom Interieur.

Das optionale Navigationssystem ist übrigens einerseits eine saubere Lösung, andererseits erweist es sich im Test nicht gerade als praixstauglich. Ansagen und Visualisierung kommen immer einen Tacken zu spät.

Motoren

Drei Motoren stehen zur Auswahl, jeweils mit 5-Gang-Schaltgetriebe oder für die beiden stärkeren Motoren auch mit neuem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DCT (Aufpreis gut 1.000 Euro), das hier twinamic getauft wurde. Ein großer Fortschritt gegenüber der unbeliebten tiptronic vom Vorgänger, allerdings verliert man auf dem Papier mit dem Doppelkupplungsgetriebe noch mal an Beschleunigungskraft, eine Sekunde länger braucht die Automatik von 0 auf 100 km/h. Das liegt daran, dass das Doppelkupplungsgetriebe 35 kg Mehrgewicht hinzufügt und auch einen Gangwechsel mehr macht.

1 Liter 3 Zylinder Benziner mit 61 PS, natürlich beatmet (15,6 Sek. 0-100 km/h)
1 Liter 3 Zylinder Benziner mit 71 PS, natürlich beatmet (14,1 Sek. 0-100 km/h)
0,9 Liter 3 Zylinder Turbo-Benziner mit 90 PS (10,4 Sek. 0-100 km/h)

Wer mit seinem Smart auch mal auf die Autobahn möchte, sieht schnell, dass die Wahl des größeren Turbomotors Sinn machen könnte, da der Beschleunigungsunterschied mit 5 Sekunden weniger von 0 auf 100 km/h doch erheblich ist. Auf der anderen Seite ist der Smart ja eher ein Stadtgefährt… und gerade bei vielen kurzen Wegen könnte sich der natürlich beatmete Motor als langfristig haltbarer erweisen.

Fahrverhalten

Das Cabrio hat gut 50 kg Mehrgewicht gegenüber der geschlossenen Variante, aber das merkt man zum Glück nicht groß. Im Zentrum steht einmal das agile Fahrverhalten mit dem durchaus straffen Fahrwerk, dem fast nicht vorhandenen Radstand und der direkten Lenkung, zum anderen liegt hier der Fokus natürlich auf dem Offenfahrvergnügen.

Mit abmontierten Holmen kommt echtes Cabriofeeling auf und dem Sommer steht nichts mehr im Wege. Sind die Fenster heruntergelassen, windet es überall durch. Aber sind die Fenster oben, zeigen sich gute Windeigenschaften und das Smart fortwo Cabrio ist gerüstet für den sonnigen Wintertag. Wie bereits angedeutet ist es vom Wind her angenehmer, wenn man den hinteren Soft-Top-Teil herunterlässt auf die zweite Stufe.

Ganz geschlossen merkt man von der Geräuschisolierung, dass man ein Cabrio fährt, gerade vom Bereich des Kofferraums kommen Außengeräusche. Und bei über 100 km/h auf der Autobahn wird es etwas ungemütlich. Der Smart fortwo ist eben kein gutes Autobahnauto. Doch mit dem Turbomotor kommt man eigentlich powermäßig sogar ganz gut zurecht.

Das neue Doppelkupplungsgetriebe funktioniert sehr gut, es könnte nur beim Kickdown etwas schneller reagieren. Ansonsten merkt man von den Schaltvorgängen nicht allzu viel und das ist ja auch gewünscht. Die Kombination aus DCT und 90 PS Turbo ist somit die erste Wahl, kostet aber auch dementsprechend.

Die aufrechte Sitzposition sorgt dafür, dass man sich auch als großer Mensch sehr wohl fühlt und so ertappt man sich bei dem Gedanke, dass man eigentlich gar nicht mehr zum spaßigen Autofahren braucht als ein Smart fortwo Cabrio.

Abmessungen

Länge: 2,69 m
Breite: 1,66 m
Höhe: 1,55 m
Radstand: 1,87 m
Leergewicht: ca. 930 kg

Fazit: Das Smart fortwo Cabrio bietet bestes Offenfahr-Vergnügen zu einem Preis, zu dem man ansonsten kein Cabriolet bekommt. Agilität und Praxistauglichkeit im Stadtverkehr sind ohne Beispiel und in engen Gassen kann man sich nach einer Weile nicht mehr vorstellen, mit irgendeinem anderen größeren Auto unterwegs zu sein. Der fortwo als Cabriolet ist das Stadtauto zum Spaßhaben. Lediglich wer häufig lange Autobahnstrecken fährt, wird damit nicht glücklich. Für alle anderen muss man sich die Frage stellen, ob es überhaupt “mehr” Automobil benötigt, solange man nicht mit großer family unterwegs ist.

Autogefühl: *****

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak; Konstantin Tschovikov (car-to-car); Katharina Kruppa (Social Media)
Kamera (Video): Autogefühl, Katharina Kruppa

Weitere Berichte zum neuen Smart fortwo Cabrio gibt es bei autophorie und mbpassion.

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3 Responses to Neues Smart fortwo Cabrio Test

  1. […] auch den Besonderheiten der Baureihe 453 im direkten Vergleich zum Vorgänger. Angeblich bin ich Thomas durch das Bild gehuscht, vielleicht bin ich in dessen Video zu entdecken. Er hat natürlich auch […]

  2. […] Neues Smart fortwo Cabrio Test, gefunden bei http://www.autogefuehl.de (0.2 Buzz-Faktor) […]

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