Lexus RC F Carbon 5,0 l V8 Fahrbericht

Der Lexus RC F ist die Topversion des Sportcoupés RC von Leuxs, der noch einen klassischen V8 Sauger unter der Haube hat. Wir haben ihn in der dramatischsten Top-Version „Carbon“ getestet. Von Thomas Majchrzak

Der Lexus RC F ist seit Ende 2014 erhältlich. Der RC basiert grundsätzlich auf der Mittelklasse-Limousine Lexus IS, die RC-Modelle sind also die Coupé-Modelle des Lexus IS, so wie sich ein BMW 4er Coupé zum 3er verhält. Und der RC F wäre dann der BMW M4. Das hintergeschaltete “F” steht übrigens für den Fuji Speedway, wo Lexus seine Hochgeschwindigkeitstests durchführt. Der Grundpreis für die kräftigste Version liegt bei 75.000 Euro, die hier gezeigte Maximal-Ausstattung Carbon bei 88.000 Euro. Diese hat – dem Namen nach – viele Carbonteile und auch schon das Navi mit inkludiert.





Exterieur

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Selten haben wir eine so extrovertierte Optik gesehen. Hier kann man kaum davon sprechen, dass das Auto mit ein oder zwei Designlinien geschaffen wurde, vielmehr konnten sich die Designer so richtig austoben. Und das macht den RC und insbesondere den RC F einzigartig. Kennzeichnend für den Sportwagen Lexus RC F ist zunächst einmal der Lexus-typische trapezförmige Grill (Diabolo), der eine besonders aggressive Optik zeichnet. In der F-Version ist dieser komplett mit einer Wabenstruktur in Hochglanz-Schwarz bezogen. Daneben thronen große Lufteinlässe. Seitlich steigt die hintere Fensterlinie etwas an und die Dropping Line auf Höhe der Handgriffe geht über die Heckleuchten, die als 3D-Effekt etwas herausstehen. Direkt am Heck befindet sich ein kleiner Spoiler, der bei Bedarf ausgefahren wird.

Der RC F wirkt insgesamt extrem flach, was er auch ist. Für Motorhaube, Dach und Heckspoiler wurde zur Gewichtsreduzierung bei der Carbon-Version kohlefaserverstärkter Kunststoff(CFRP) eingesetzt, der sich wie man auf den Fotos sieht auch stark kontrastierend absetzt. Etwas zu viel für unseren Geschmack, der RC F würde edler aussehen, wenn die Wagenfarbe einheitlich ist. Das geringere Gewicht spürt man aber z.B. selber, wenn man die Motorhaube öffnet. Serienmäßig steht der Lexus RC F auf 19 Zoll Felgen wie auch hier auf unseren Fotos in Kombination mit Winterreifen. Vorsicht ist bei den Felgen geboten, denn selbst schon mit Winterreifen stehen die Alus relativ weit heraus, so dass man aufpassen muss, keine Kratzer hinzuzufügen.

Interieur

Im Innenraum gibt es serienmäßig 2-Zonen-Klimaanlage, Sportsitze im Alcantara/Kunstleder-Mix und Sportpedalerie. Die Option mit Voll-Tierhautsitzen gibt es auch und ist in unserem Testwagen verbaut, macht aber natürlich keinen Sinn. Die Sitze haben eine durchgehende Kopfstütze und sind tendenziell sportlich-straff gepolstert und bieten viel Seitenhalt.

Im Interieur finden wir typische Lexus-Elemente wie das bullige Lenkrad und die analoge Uhr. Untypische Struktur ist die eher gerade, horizontale Anordnung des Armaturenbretts. Die Zusammenstellung des Interieurs wirkt insgesamt etwas unruhig, da verschiedene Stile und Formen gemischt werden. Während optisch noch Luft nach oben bleibt, ist die Verarbeitung super. Und wir finden pfiffige Detail-Lösungen wie die matte, etwas raue Oberfläche der Plastikabdeckungen, die dadurch sehr hochwertig wirken. Auch beim Drehen der Knöpfe erlebt man die ein oder andere Überraschung, so ist der Lautstärke-Knopf zum Beispiel geschmeidig ohne Widerstand drehbar, was anders ist als bei der deutschen Konkurrenz.

Das Navigationssystem zeigt auf der Karte eine veraltete Darstellung. Die Bedienkonstruktion ist spektakulär, aber von der Handhabung her fragwürdig. In einem Touchpad in der unteren Mittelkonsole kann man mit dem Finger herumfahren und dann auf das Pad drücken. Somit steuert man dann alle Funktionen im Screen. Gerade während des Fahrens ist das sehr kompliziert, auch wenn es zunächst einen technischen Wow-Effekt erzeugt.

Platz bleibt vorne mehr als genug, lediglich der Fond ist eher als Notsitz-Fond zu bezeichnen. Der Kofferraum ist für ein Mittelklasse-Auto dagegen recht normal und bietet daher einen großen Vorteil gegenüber reinrassigen Sportwagen ohne Platzangebot.

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Motoren

Der 5,0 Liter V8 Sauger leistet 477 PS. Geschaltet wird über ein 8-Stufen-Wandler, die Kraft geht natürlich auf die Hinterräder. In 4,5 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h. Eine Launch Control ist für den Lexus RC F nicht verfügbar. Wie unser Video zeigt, kommt er aber auch so ohne Probleme auf Touren. In gut 13 Sekunden geht es sogar von 0 auf 200 km/h. Auch ohne diese Spielereien sind 14 l Verbrauch / 100 km aber gut drin.

Komischerweise besitzt der Lexus RC F die Adaptive Sound Control (ASC), die die Geräusche möglichst knackig in den Innenraum leitet. Bei einem Hybrid vielleicht verständlich, aber bei einem V8? Jedenfalls arbeitet das System im Sport+ Modus des Fahrmodus-Schalters. Man hört dann ungefähr zur Hälfte den echten und zur Hälfte den generierten Sound aus dem Extra-Bauteil. So seltsam das Konzept allerdings klingen mag, so gut klingt es dann tatsächlich. Der Sound ist nicht von schlechten Eltern, wobei wir in der Tat schon knackigere V8 gehört haben.

Es gibt übrigens auch zivile Versionen des Lexus RC:
RC 200t (245 PS) – 45.500 Euro ist dann der Grundpreis
RC 300h (Hybrid)

In den USA gibt es als Einstiegsversion einen 3,5 l V6.

Fahrverhalten

Was direkt auffällt: Der Lexus RC F ist von Optik, Dynamik und Fahrleistungen zwar zweifelsohne ein Sportwagen, aber er ist deutlich bequemer als ein reinrassiger Renner. Man merkt, dass man noch auf einer Mittelklasse-Limousine fußt, und das tut dem Auto auch gut. Ein- und Ausstieg sind nicht allzu beschwerlich und das Cockpit vermittelt mit Sitzen, Aufbau, Sicht und Lenkrad ein insgesamt wohliges Gefühl. Es fühlt sich sogar fast ein bisschen seltsam an, der Lexus RC F lädt nämlich vom Gefühl her eher zum Cruisen ein.

Anders sieht es dann aus, wenn man kräftig aufs Gaspedal tritt. Dann legt der V8 los und beschleunigt mehr als zügig, aber sehr harmonisch. Das macht natürlich Freude. Während ein Snow-Modus und eine Eco-Fahrstufe für die langsame Gangart oder für schlechtes Wetter gedacht sind, reicht ein Druck auf den Modusschalter und man ist wieder im Normal-Modus. Nach rechts gedreht kommt man dagegen zum Sport-Modus und schließlich in den Sport+ Modus, bei dem dann auch der Soundgenerator aktiv ist. Zudem hält sich die Stabilitätskontrolle hier zurück, weshalb man auch bei trockener Straße damit das Heck ein wenig ausbrechen lassen kann.

Doch auch in der normalen Fahrstufe hat man immer Freude mit RC F. Eine gute ausgewogene Mischung aus Komfort und Sportlichkeit.

Positiv zu erwähnen ist noch, dass der Lexus RC F mit einer automatischen Notbrems-Funktion ausgestattet ist (Pre-Crash Safety System PCS).

Abmessungen

Länge: 4.70 m
Breite: 1.84 m
Höhe 1.39 m
Radstand: 2.73 m
Gewicht: ca. 1.800 kg

Fazit: Der Lexus RC F bringt mit seinem V8 die klassische grollende Freude mit sich und sorgt für einen guten Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort, weil er ja noch auf einer Mittelklasse-Limousine fußt. Somit ist er ein durchaus nutzbarer Alltags-Sportwagen. Das Exterieur ist unverwechselbar dramatisch und man fällt damit garantiert auf. Im Interieur fehlt es etwas an Entschiedenheit beim Design, aber bei der Qualität ist man ganz vorne mit dabei.

Autogefühl: *****

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak

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3 Responses to Lexus RC F Carbon 5,0 l V8 Fahrbericht

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  2. […] Lexus GS F fahren wir denselben V8-Sauger, den wir bereits im Lexus RC F getestet haben. Ein Motor der klassischen Schule, der mit seiner souveränen und harmonischen […]

  3. […] In der Sitzposition und in der Anmutung erinnert der Nissan GT-R uns ein wenig an einen Lexus RC-F. […]

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