Neuer Jaguar F-PACE SUV Test Fahrbericht

Wir fahren den neuen Jaguar F-PACE, das erste Jaguar SUV, das schon vorab wegen des Designs viel Zuspruch erhielt. Wie ordnet sich der F-PACE in der Markt ein und wie fährt er sich? Von Thomas Majchrzak

Um zu verstehen, wie Jaguar den neuen F-PACE positioniert hat, schauen wir uns zunächst an, wie es sich für bestehende Jaguar-Kunden verhält, dann schauen wir auf die Konkurrenz.

Ein Jaguar XE, Mittelklasse, ist ab 36.500 Euro erhältlich (mit 2.0 l 163 PS Diesel, Länge: 4,67 m). Ein Jaguar XF, obere Mittelklasse, liegt bei 41.350 Euro (ebenfalls 2.0 l Diesel mit 163 PS, Länge: 4,95 m).

In der Länge liegt der Jaguar F-PACE mit 4,73 m dazwischen, ist damit auch unter den kompakten SUVs eher ein größerer. Preislich beginnt er allerdings in Deutschland oberhalb dieser zwei Jaguar Limousinen. 42.400 Euro kostet der neue Jaguar F-PACE mit 2.0 Liter Diesel mit 180 PS, allerdings auch schon mit einer vorzeigbaren Serienausstattung (s.u.). Hoch geht es bis 84.000 Euro in der Sport-Version.

Nun zur Konkurrenz: Volvo XC60, BMW X3 oder Audi Q5 sind kürzer und kosten auch ein paar Tausend Euro weniger. Am ehesten kommt der neue Mercedes GLC an den F-PACE heran, mit 44.500 Euro Einstiegspreis und einer Länge von 4,65 m (GLC 250 4MATIC mit 211 PS). Somit wird der GLC auch als Vergleich herhalten müssen. Ebenfalls interessant ist ein Vergleich mit dem Porsche Macan, der bei 55.700 Euro beginnt und mit einem 252 PS Benziner kommt. Der vergleichbare V6 Benziner im Jaguar F-PACE mit 340 PS liegt bei 59.000 Euro. Das kommt auch ungefähr hin.

Unser Fazit aus der ersten Marktbeobachtung: Die Einstiegsversion kämpft gegen den Mercedes GLC und ggf. noch gegen den BMW X4 (Coupé-Variante des X3), die Sport-Version gegen den Porsche Macan.




Exterieur

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Der Jaguar F-PACE macht sich daran, den Volvo XC90 als derzeit schönstes SUV abzulösen. Schönheit ist bekanntlich Geschmacksache, aber dem Feedback unser Leser und Zuschauer nach zu urteilen steht es um den F-PACE richtig gut. Bekanntlich besteht das Jaguar Design aus nur wenigen Designlinien, so dass ein unkomplizierter, aber dennoch sinnlicher Eindruck entsteht. Das beginnt beim großen Kühlergrill in der Front. Schade ist hier nur, dass wie schon bei XE und XF das schöne Jaguar-3D-Logo weichen muss, wenn die adaptive Geschwindigkeitskontrolle verbaut ist. Dann gibt es ein plattes 2D-Jaguar-Logo mit einer sensorschützenden Platte. Sieht nicht gerade toll aus, auch wenn die ACC natürlich eine sinnvolle Option ist. Ob man dafür auch eine andere Lösung finden könnte? Mercedes macht es bekanntlich ähnlich mit dem Stern, der dann ebenfalls 2D wird. Die Haupt-Designlinie des Jaguar F-PACE führt seitlich zu breit ausgestellten Schultern, das macht ihn so kraftvoll. In der Seitenansicht wird das hintere Fenster coupéartig aufgefangen. 18 Zoll Alus sind Standard – nicht übel. Optional geht es hoch bis 22 Zoll. Wer unsere Fotos genau betrachtet, wird drei verschiedene Felgen-Größen finden. 19 Zoll beim schwarzen F-PACE, 20 Zoll beim roten und 22 Zoll beim silbernen. Und das Heck schließlich wird von einer Schießscharte als rückwärtiges Fenster betont, da sollte man gedanklich schon mal die Rückfahrkamera einplanen. Aber schick sieht es natürlich aus. Die Heckleuchten wiederum sind inspiriert vom F-TYPE, was wiederum auf den E-TYPE zurückgeht: die Auswölbung der Leuchten nach unten.

Interieur

Das Interieur des neuen Jaguar F-PACE orientiert sich grob an den gezeigten Neuheiten Jaguar XE und Jaguar XF. Highlight im F-PACE ist die geschwungene Designlinie an den Innenseiten der Türen, hinter der auch das Ambiente-Licht Platz findet. Überhaupt darf der F-PACE als SUV mehr geschwungene Linien benutzen und wirkt dadurch von innen insgesamt sanfter als die Limousinen-Kollegen. Die Cockpit-Atmosphäre und der Aufbau ist generell in Richtung sportlich. In dieser Hinsicht teilen sich die modernen SUVs derzeit auf. Die einen wollen eher ein luftiges Gefühl und viel Platz bieten, die anderen möchten eher eine Flugzeug-Cockpit-Atmosphäre anbieten, die an Sportwagen erinnert. Beim F-PACE ist letzteres der Fall.

Im Vergleich zur Vor-Serienversion, die wir statisch begutachten konnten, hat Jaguar an der Qualität des Innenraums noch mal geschraubt. Insgesamt befindet sich alles auf ordentlichem Niveau, auch wenn der Abstand in dieser Hinsicht zu der deutschen Premium-Konkurrenz noch bleibt.

Zur löblich umfangreichen Serienausstattung zählen:

– Regensensor
– Puddle Light / Begrüßungslicht
– LED-Heckleuchten
– 2-Zonen-Klimaautomatik
– Armaturentafeloberseite aus Kunstleder
– Bluetooth
– Autonomer Notbremsassistent
– Einparkhilfe hinten
– Alarmanlage

Prestige und Portfolio sind die höheren Ausstattungen, die in Richtung klassischer schwerer Luxus gehen, R-Sport und S die Sportvarianten, wobei S an die höhere Motorisierung geknüpft ist. Wie kann man Tierhaut vermeiden? Entweder mit reinen Stoff-Sitzen in der Einstiegs-Ausstattung Pure oder mit R-Sport in der Mischung Stoff/Kunstleder. Prestige und Portfolio kommen mit ganzer Tierhaut, S hat immerhin den Mix Tierhaut außen Velours innen.

Das Navi für den inkludierten 8“-Bildschirm (InControl Touch) kostet 600 Euro, der große Bildschirm 10,2“ (InControl Pro) liegt bei 2.150 Euro inklusive Navi. Außerdem sind für 700 Euro auch die vorderen Instrumente digital erhältlich (12,3“). Auf unseren Fotos sehen wir den größeren Screen und die digitalen Instrumente, im Video zeigen wir auch den Unterschied zwischen großem und kleinem Infotainment-Screen.

Im Fond bleibt ausreichend Platz für große Menschen, wobei angesichts der Länge der Platz nicht optimal ausgenutzt ist. So viel Platz hatten wir auch schon in deutlich kürzeren SUVs. D.h. das Platzangebot ist mehr als ausreichend, aber der Platz im Innenraum ist nicht die Hauptstärke des Jaguar F-PACE. Der Kofferraum ist dagegen der mit Abstand praktischste aller derzeitigen Jaguar-Modelle. Eine gerade Ladekante, viel Raum, die Möglichkeit, die Rückbank vom Kofferraum aus umzuklappen… was will man mehr. Auch die elektrische Heckklappe ist vom Sensor so eingestellt, dass sie sensitiv genug ist, wenn Kinder einmal dazwischen kommen. Top.

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Motoren

Diesel

2.0 l 4-Zylinder mit 180 PS
3.0 l V6 mit 300 PS

Für den 180 PS Diesel ist auch ein 6-Gang-Schaltgetriebe erhältlich, ansonsten schaltet immer eine ZF-8-Gang-Automatik (Wandler). Den kleinen Diesel erkennt man außen auch daran, dass zwei Abgasendrohre links platziert sind, die anderen Motorisierungen haben die Endrohre auf rechts und links verteilt. Generell raten wir für den Komfort zur Automatik, dafür werden sich wohl auch die meisten Kunden entscheiden.

Benziner

3.0 l Kompressor mit 340 PS
3.0 l Kompressor mit 380 PS (S-Version)

Fahrverhalten

Wir fahren den neuen Jaguar F-PACE als 2.0 l und als 3.0 l Diesel, sowohl auf der Straße als auch auf der Teststrecke dynamisch. Grundsätzlich kann man sagen, dass der 2.0 l Diesel für das Fahrzeug völlig ausreicht. Mit dem Jaguar F-PACE möchte man eher komfortabel unterwegs sein, es kommt nicht das Gefühl auf, als wolle man um jede Kurve rasen. Wer es also richtig sportlich haben möchte mit seinem Jaguar, sollte lieber auf XF oder XE zurückgreifen. Der F-PACE bietet dagegen die aufrechte Sitzposition und ein entspannteres Reisegefühl. Der kleine Diesel nagelt etwas mehr als der große, wird aber langfristig deutlich Sprit sparen.

Der große Diesel ist natürlich über jeden Beschleunigungszweifel erhaben. Der mittlerweile schon etwas ältere Motor bringt den Jaguar F-PACE in 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h – das ist nur geringfügig langsamer als die 5,5 Sekunden vom V6 Benziner. Nur bringt der Diesel natürlich nicht dasselbe Sound-Erlebnis. Wir finden also: Entweder den kleinen Diesel nehmen und sparsam und entspannt fahren, oder dann gleich auf die große Benziner-Version gehen. Wobei, wie gesagt, ein V6 Benziner im XF oder XE deutlich mehr Spaß macht als im F-PACE. Den F-PACE holt man sich eher, um mehr Komfort zu haben und den praktischsten Jaguar zu fahren. Deswegen wird er sicherlich auch das meistverkaufte Jaguar-Modell weltweit.

Dabei gibt es durchaus einige Sport-Features für den Jaguar F-PACE: Zum Beispiel sorgt die Aluminium-Architektur dafür, dass der F-PACE gut 300 kg leichter ist als ein Range Rover Sport – das spürt man auch. Ebenfalls liegt die Gewichtsverteilung wie bei einem Sportwagen bei 50:50. Das serienmäßige Torque Vectoring hilft dabei, schneller durch die Kurven zu kommen. Und das adaptive Fahrwerk ist optional oder in der S-Version direkt enthalten.

Abmessungen

Länge: 4,73 m
Breite: 1,93 m / 2,17 m (mit Außenspiegeln)
Höhe: 1,65 m
Kofferraumvolumen: 650 l – 1.740 l
Anhängelast: 2.400 kg

Fazit: Der neue Jaguar F-PACE ist nach unser Meinung und auch nach der Meinung vieler Zuschauer und Leser der neue schönste SUV auf dem Markt. Das Innenraumdesign ist ebenfalls sinnlich, auch wenn die Verarbeitungsqualität auf gutem Niveau, aber etwas hinter der Premium-Konkurrenz liegt. Fahrdynamisch zeigt der neue Jaguar F-PACE ordentliche Leistungen, ist aber im Vergleich zu seinen Limousinen-Brüdern eher auf den komfortablen hohen Fahrgenuss ausgelegt. Ein Schnäppchen ist der F-PACE wahrlich nicht, aber innerhalb der Modellpalette der nun praktischste Jaguar.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel

Mehr zum F-PACE gibt es auch bei motoreport.

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9 Responses to Neuer Jaguar F-PACE SUV Test Fahrbericht

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  3. Schattling says:

    die Ausstattungsvarianten Prestige und Sport haben keine “Tierhaut” auf ihren Sitzen, sondern lediglich Kunstleder (Taurus-Leder). m.E. geht das für einen Jaguar in der Preisklasse gar nicht. Dazu kommt noch eine riesige Kunststoffblende an den hinteren Türeinstiegen. Ich möchte den guten Gesamteindruck nicht schmälern (auch mir gefällt der F-Pace), aber da hat Jaguar noch ein wenig Nachholbedarf.

  4. Schattling says:

    was Tierquälerei, Kinderarbeit u.s.w. angeht, ist es doch keine Frage. Aber dann bitte schön doch konsequent. In der einen Ausstattungsvariante ja, in der anderen nein? Also geht es Jaguar wohl nicht um Tierquälerei bzw. Kinderarbeit, sondern nur um einen möglichst günstigen Preis / Einstieg zu schaffen.
    Das passt doch nicht. Mindestens genauso schrecklich ist das Kunststoffteil an den Türeinstiegen. Was machen die bloß mit solch einem wunderschönen Auto?

    VG
    Bernd

  5. Mikko Jaatinen says:

    A very good and thorough presentation. Just what I was looking for. My present car is the new X5 and definitely nothing wrong with it. It has been perfect. However I have had 16 BMW’s in a row now and ready for a change. This F Pace is actualy the only car that has been able to lure me out of BMW. Mercedes is too glossy, Audi for some reason doesn’t excite, Macan too much Q5/Q3 looks = Audi = not exciting.
    SUV makes sense here where I live.
    This review by Thomas gave me good information to move forward. Close look into details and especially quality was important to me, as that was my worry as a owner of a quality German car. Obviously I will test the car myself but great to have other opinions. First time on this site and Thomas felt a man to trust. Danke schön und herztliche gruessen aus Finnland!

  6. […] zahlt man ca. 84.000 Euro (3.6 l und 380 PS). Somit kommt der Stuttgarter noch etwas teurer als der Jaguar F-Pace S, der in dieser sportlichsten Variante gut 75.000 Euro kostet. Der Mercedes-AMG GLC 43 beginnt […]

  7. […] neuen Jaguar F-PACE, das erste Jaguar SUV, sind wir bereits in beiden Diesel-Varianten gefahren. Nun folgt bei uns der Test der Topversion, dem Jaguar F-PACE S als V6 Kompressor. Die […]

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