Mazda3 Limousine Benziner vs 5-Türer Hatch Diesel Test

Das Kompaktklasse-Modell Mazda3 gibt es in verschiedenen Ausführungen, einmal als klassisches Stufenheck mit vier Türen und einmal als Hatch/5-Türer. Wir haben beide verglichen und auch den Vergleich Benziner gegen Diesel aufgestellt. Von Thomas Majchrzak

Der Mazda3 5-Türer (hatchback) startet bei 17.690 Euro in der Basisausstattung Prime-Line, die nächst höhere Ausstattung Center-Line kostet 20.690 Euro. Der Mazda4 4-Türer (Limousine) beginnt erst mit der Center-Line und liegt dann bei 21.190 Euro, 500 Euro Aufpreis also für das Stufenheck. Bei der Limousine ist die Motorenauswahl etwas eingeschränkt. Hoch geht es mit viel Ausstattung bis knapp unter 30.000 Euro, ebenso bei unserem Testfahrzeug.





Exterieur

Limousine

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Hatch

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Der Mazda3 hat seit der Einführung 2013 für die Marke viel verändert. Die moderne Formsprache aus dramatischen Linien und Einschnitten ist vielleicht nicht die zeitloseste, aber findet in der kontemporären Gesellschaft viel Anklang. Zudem hat es Mazda als einer der wenigen japanischen Hersteller geschafft, ein Design zu kreieren, dass auf der ganzen Welt geschätzt wird. Vorne zeigt der Mazda3 einen für die Kompaktklasse weit geöffneten Kühlergrill, ehe die Scheinwerfer den Blick nach hinten ziehen. 16 Zoll Felgen sind Standard für die Limousine, die Sport-Version trägt 18 Zoll, wie bei uns auf den Fotos der Limousine zu sehen. Im Vergleich zum 5-Türer ist der 4-Türer ganze 12 cm länger, er trägt dann das klassische Stufenheck und kann so schon in der Kompaktklasse eine gewisse Eleganz zeichnen. Allerdings fehlt es der Limousine im Vergleich zu anderen Modellen an einer gewissen Länge am geraden Kofferraum, das Limousinen-Design hätte hier noch stärker werden können. Von hinten sieht das Heck durch die stark in die Horizontale gezogenen Leuchten breiter aus und erinnert somit schon eher an ein Mittelklasse-Modell. Der 5-Türer, der in Europa deutlich beliebter ist, zeichnet sich gar nicht so sehr vom Design der Limousine ab. Ihm fehlt nur die kleine Verlängerung des Kofferraums. Durch die identische Gestaltung von Rückleuchten unterscheiden sich die beiden Versionen noch weniger als bei anderen Modellen.

Interieur

Grundsätzlich mach das Cockpit einen sehr soliden und aufgeräumten Eindruck. Alle Steuerungen sind selbsterklärend, man hat das Auto schnell verstanden. Auch das Design kommt gut ohne Schnickschnack aus. Highlight sind die sportlich eingefassten Instrumente und in der Sportversion die Carbon-artigen Abdeckungen an den Schalterleisten der Türen oder am Lenkrad. Zudem trägt der Mazda3 hier eine gebürstete waagerechte Alu-Leiste.

Im Hatch sind dagegen in der Center-Line (mittleres Ausstattungsniveau) schwarze Klavierlack-Paneele verbaut, die grundsätzlich auch gut aussehen, aber empfindlicher gegen Fingerabdrücke und Kratzer sind. Aber man merkt ansonsten, dass man nicht unbedingt den Top-Ausstattungslevel wählen muss.

Die Klimaeinheit ist separat, ansonsten wird alles über den zentralen Touchscreen gesteuert. Hier hat man sich für die Lösung entschieden, sowohl die Bedienung über Touch als auch über einen Dreh-Drück-Regler in der unteren Mittelkonsole zu ermöglichen. Während der Fahrt ist es z.B. leichter, den Regler in der Mittelkonsole zu benutzen, im Stand oder für den Beifahrer ist der Touchscreen einfacher.

Qualitätsmäßig wirkt alles auf den ersten Blick solide, nur in der Detailbetrachtung bleibt noch Luft nach oben. So lässt sich die Mittelkonsole zum Beispiel relativ stark hin und her rütteln, noch auffälliger wird dies, wenn man die Armauflage nach oben klappt.

Vorne gibt es in puncto Bein- und Kopffreiheit genügend Raum. Lediglich die Sitzbreite ist limitiert, wer ein breites Becken hat, liegt hier direkt auf den Seitenwangen auf. Auffallend ist die übersichtliche Sitzposition, da die Seitenfenster relativ weit hinuntergezogen sind. In vielen anderen Autos sitzt man heutzutage eher tief und sportlich, beim Mazda3 hat man sich dagegen eher für eine komfortable, übersichtliche Position entschieden.

Im Fond kann man mit 1,80 m noch wunderbar sitzen, größere Personen könnten dann Probleme bei Kopf- und Beinfreiheit bekommen, wenn der Fahrer auch sehr groß ist. Der Kofferraum ist ein Stückchen länger als beim der Hatch-Version, aber natürlich schlechter zu erreichen und daher unpraktischer. Größere Lade-Elemente sind ausgeschlossen, ebenso ein Fahrrad mit ausgebautem Reifen. Die Rücksitze lassen sich nur vom Kofferraum aus entriegeln, dann muss man herum gehen und sie vom Fond aus herunterklappen. Dann erhält man eine gute ebene Ladefläche.

Ganz anders beim Hatch: Hier kann man den Kofferraum sehr gut erreichen, und wenn man die Laderaumabdeckung entfernt, passen auch sperrige Gegenstände hinein. Zudem ist der Umklappmechanismus der Rückbank einfacher, das klappt auch vom Kofferraum aus.

Neben der Center-Line (gezeigt im 5-Türer) ist für die Limousine nur noch die gezeigte Sports-Line verfügbar (3.000 Euro Aufpreis).

Der 5-Türer beginnt dagegen mit der Prime-Line.

– 4 Lautsprecher
– 1 USB-Anschluss

Zur Serienausstattung mit Center-Line gehört unter anderem:

– 16 Zoll Alu-Felgen
– beheizbare Außenspiegel
– 2 USB-Anschlüsse
– 6 Lautsprecher anstatt 4
– Bluetooth-Verbindung
– Tempomat
– 2-Zonen-Klimaautomatik
– Beifahrersitz höhenverstellbar
– Stoffsitze
– Halogen-Scheinwerfer

Damit kommt man also sichtlich schon sehr gut zurecht.

Die Sports-Line hat dann noch zusätzlich:

– 18 Zoll Alu-Felgen
– Einparkhilfe hinten und vorne
– keyless entry
– 9 Lautsprecher anstatt 6
– Head-up-Display
– Sitzheizung
– Xenon-Scheinwerfer

Für all diese Maßnahmen gehen 3.000 Euro Aufpreis in Ordnung.

Darüber hinaus, was fehlt noch? Das Navi geht wie so häufig extra. Die gezeigten weißen Ledersitze sind optional und aus ethischen Gründen natürlich nicht zu empfehlen. Im 5-Türer haben wir dagegen die Standard-Stoffsitze, die durch besseren Komfort und bessere Klimaeigenschaften überzeugen. Zudem wirken sie vom Sitzgefühl auch nicht so gedrungen.

Eine Traum-Ausstattung Sports-Line mit Benziner und Automatik würde dann bei mindestens 26.000 Euro landen. Zum Vergleich: Ein gut ausgestatteter VW Jetta mit ähnlicher Motorisierung liegt mal glatt ein paar tausend Euro Listenpreis darüber.

Limousine – Sports Line

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Hatch – Center Line

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Motoren

Benziner (Sauger ohne Turbo)
1,5 l Skyactiv-G 100 PS mit 6-Gang manuell (nur 5-Türer!)
2,0 l Skyactiv-G 120 PS mit 6-Gang manuell oder Automatik
2,0 l Skyactiv-G 165 PS mit 6-Gang manuell (nur 5-Türer!)

Diesel
1,5 l Skyactiv-D 105 PS mit 6-Gang manuell
2,2 l Skyactiv-D 150 PS mit 6-Gang manuell (teuerste Option)
beide angegeben mit knapp unter 4 l / 100 km
Beschleunigung des Top-Motors: 8,0 Sek. 0-100 km/h

Außerhalb von Europa werden auch noch ein 2,0 l Benziner mit 155 PS und ein 2,5 Liter Benziner mit 184 PS angeboten, letzteren sind wir in einer etwas anderen Ausprägung bereits im Mazda CX-5 gefahren.

Fahrverhalten

Wir fahren in der Limousine den 120 PS Sauger-Benziner. Dieser ist angegeben mit ca. 5 l Verbrauch auf 100 km und einer Beschleunigung von 8,8 Sek von 0 auf 100 km/h und 10,3 Sekunden mit der Automatik. Erstaunlich, man verliert anderthalb Sekunden mit der Automatik? Wir fahren jedenfalls den Schalter. Die manuelle Schaltung lässt nichts zu wünschen übrig, die Gänge lassen sich schnell und weich einlegen, die Schaltwege sind kurz.

Wie schon bei der Interieur-Betrachtung bemerkt, fährt man im Mazda3 mit einer sehr guten Übersicht. Man “verliert” sich nicht im Cockpit, sondern bleibt Herr der Lage. Das kann gerade für etwas kleinere Personen ein großer Vorteil sein. Ein Gefühl von Sicherheit macht sich breit.

Bedienung, Lenkung und Fahrverhalten versprühen ferner den Eindruck von Einfachheit, man muss den Mazda3 nicht erst erlernen, ein solides und simpel zu handelndes Auto. Beim Einparken macht sich das vor allen Dingen positiv bemerkbar.

Bei zügigerer Fahrt wird dann klar, dass die Grundabstimmung auf Komfort ausgelegt ist, auf den angenehmen Geradeauslauf. Freunde sportlicher Kompaktwagen kommen weniger zum Zug, denn die Wankneigung ist stärker als bei den sportlicher ausgelegteren Konkurrenten. Hier zählt, was man lieber mag. Auch wenn wir gerne mal sportlich fahren, plädieren wir für den Alltag eher für die komfortablen Fahrzeuge, weil man auf lange Sicht davon mehr hat. Und so taugt der Mazda3 durchaus schon in der Kompaktklasse als angenehmes Langstreckenfahrzeug, weil Bodenwellen gut ausgeglichen werden.

Im Fahrverhalten merkt man keinen Unterschied zwischen Limousine und Hatch. Allerdings vergleichen wir ja auch Benziner und Diesel.

Der 2,0 l Benziner mit 120 PS ist ein geeigneter Motor für das Fahrzeug, wenn man nicht sehr leistungsorientiert fährt. Hier wurde nicht einfach downgesized und ein Turbo verbaut, Mazda setzt weiterhin auf Sauger-Motoren. Und die Verbrauchswerte gehen dafür auch in Ordnung. Mit dem Benziner verbrauchen wir im Schnitt etwas weniger als 7 l / 100 km. In der Stadt vermisst man keine Pferdestärken, lediglich auf der Autobahn könnte man durchaus die 165 PS Version gebrauchen. Dieser ist dann wohl der beste Motor für das Fahrzeug insgesamt. Der 2,0 l Sauger ist nämlich sehr laufruhig.

Der neue Diesel mit 105 PS macht sich auch gut: Er ist leise, laufruhig und bietet für die meisten Gelegenheiten genügend Durchzug, auch etwas mehr als der kleine Sauger-Benziner. Nur wenn es flott auf der Autobahn zugeht, dann wünscht man sich noch mehr Power. Ansonsten punktet der neue kleine Diesel mit einem geringen Verbrauch, knapp unter 5 l / 100 km zeigt der Durchschnitt, man spart also gut 2 Liter gegenüber dem Benziner, aber auch nur so wenig, weil der Benziner schon recht gut liegt.

Um den Unterschied perfekt zu machen, sind wir im 5-Türer Diesel auch die Automatik gefahren. Diese schaltet weich und zuverlässig die Gänge hoch und runter, was will man mehr – auf jeden Fall empfehlenswert für alle Motorvarianten, für die sie zur Verfügung steht.

Abmessungen Mazda3

Länge: 4,46 m (hatch) 4,58 m (Limousine)
Breite: 1,79 m
Höhe: 1,45 m
Radstand: 2,70 m
Leergewicht: 1.265 – 1.480 kg

Fazit: Der Mazda3 ist ein grundsolides Auto, das nicht sehr auffallen möchte. Er bietet schon in der Kompaktklasse einen guten Fahrkomfort, das Fahrwerk ist gerade darauf ausgelegt und nicht aufs sportliche Fahren. Das Styling im Interieur stimmt, hier und da könnte man an Verarbeitungsqualität noch etwas zulegen – und auch bei der Software von Navi & Co. Auf ganzer Linie überzeugen die Mazda-Motoren. Der neue kleine Diesel ist leise und sparsam, doch auch die Sauger-Benziner machen ihre Sache gut und versprechen auch eine gute Haltbarkeit. Insofern bleibt das Sparpotenzial des Diesels gering, aber nur, weil die Benziner schon recht gut liegen. Im Vergleich Limousine und Hatch gewinnt der in Europa beliebtere Fünftürer, weil er einfach deutlich praktischer ist.

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel




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