VW up! Facelift 90 PS TSI & beats Edition Test

Der Volkswagen up! erhält ein Produktupdate mit vielen neuen Design-Paketen und optional mehr Power unter der Haube. Was der kleine Stadtwagen in der Überarbeitung drauf hat, und inwiefern er sich von Konkurrenzmodellen unterscheidet, zeigt unser ausführlicher Testbericht. Von Thomas Majchrzak

Seit Einführung 2011 wurden bereits 700.000 up! weltweit verkauft. Ab 9.850 Euro kann man den up! beziehen, das ist im Listenpreis gut 1.000 Euro mehr als bei den Konzernschwestern Seat Mii und Skoda Citigo, wobei in großen Leasingangeboten der up! dann häufiger wieder günstiger ist. Der Listenpreis steigert sich je nach ausgewählter Variante auf gut 15.000 Euro in höchster Ausstattung und Motorisierung. Die Ausstattungsniveaus heißen take up!, move up!, und high up!. Ganz neu ist das Sondermodell up! beats, das ab 13.150 Euro erhältlich ist.





Exterieur

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Von außen wirkt das Facelift freundlich und markanter, da die Frontleuchten etwas nachgeschärft wurden. Sie sind weniger abgerundet, sondern zeigen die ein oder andere Kante. Serienmäßig kommt der up! nun mit LED-Tagfahrlicht. Die Karosserie ist grundsätzlich nach dem Motto „form follows function“ gestaltet. Am Heck trägt der up! die charakteristische Glas-Heckklappe in Schwarz, die für ein bisschen Exklusivität sorgt. Farblich stehen nun 13 Außenfarben zur Verfügung, die auf Wunsch auch noch mit drei Dach-Kontrastfarben kombiniert werden können (schwarz, grau, weiß). Zudem heitern einige speziell abgestimmte Design-Pakete den Tag etwas auf, etwa was die Farbigkeit von Außenspiegeln und Felgen angeht. Serienmäßig wird das VW up! Facelift mit 14-Zoll-Stahlfelgen ausgeliefert, optional gibt es 15- und 16-Zoll Alufelgen (15 Zoll Serie beim up! beats), die Spitze markieren 17 Zoll Räder im R-Design, sehr groß, aber auch sehr schick für so ein kleines Auto. Insgesamt stehen 17 verschiedene Felgen-Designs zur Verfügung.

In der Länge ist der up! mit dem Facelift um 6 cm gewachsen, das liegt an den etwas längeren Überhängen. Für 500 Euro extra gibt es übrigens vier Türen, das macht den up! noch mal deutlich praktischer. Und für die Nutzfahrzeug-Freunde steht der load up! zur Verfügung, der dann auf die Rücksitzbank verzichtet und einen ebenen Ladeboden vorweist.

Interieur

Betritt man den Innenraum, so hat man von Haus aus Stoffsitze mit an Bord, eine Echt-Lederausstattung ist sinnvollerweise nicht erhältlich. Unsere Fotos zeigen verschiedene Stoff-Kombinationen, besonders interessant ist die beats Edition mit einer geometrischen Struktur, diese sieht nicht nur gut aus, tatsächlich sorgt die Struktur auch für noch ein wenig mehr Sitzkomfort. Optional steht auch Alcantara für die Innenseite der Sitzflächen zur Verfügung, später wird auch ein kompletter Kunstleder-Sitz zur Verfügung stehen. Insgesamt sieht man, dass Volkswagen beim up! ganz auf Nachhaltigkeit setzten, auch bei den Innenraum-Materialien.

Wie bei der Volkswagen-Gruppe gewohnt, sind die Materialien auch hochwertig verarbeitet. Das Interieur ist in der Aufteilung schlicht und einfach gehalten, für emotionale Kontraste sorgen dann Interieur-Farben und Abdeckungen fürs Armaturenbrett, etwa in Hochglanz-Weiß oder sogar mit verschiedenen Mustern. Eine willkommene Abwechslung zum üblichen schwarzen Hartplastik.

Überdurchschnittlich groß ist die Geschwindigkeitsanzeige im up!, so wie es auch schon beim Vor-Facelift der Fall war. Neu zur Verfügung stehen ein beats Audio-System und eine zusätzliche Handyhalterung, die am Armaturenbrett angedockt ist. Das ist eher weniger spektakulär, wenn man bedenkt, dass sowieso ein großer Teil der Autofahrer bereits eine eigene Halterung nutzt, um dann z.B. mit Hilfe von Google Maps von A nach B zu kommen. Beim VW up! ist das Radio composition phone (130 Euro Aufpreis) in Verbindung mit der speziellen Halterung (170 Euro) dann für die spezielle App Maps & More vorgesehen, die Navigation und Fahrzeuginfos darstellt. Die Verbindung erfolgt über Bluetooth, der Stecker ist nur für den Ladevorgang gedacht. Man kann aber immer auch noch ganz normal das Handy per Bluetooth verbinden, ohne die App zu nutzen. Die Navigation funktioniert grundsätzlich passabel, nur auf Autobahnen sieht man schlecht, was noch vor einem liegt, weil das Handy horizontal gemounted ist. Bei VW will man aber noch an einer vertikalen Verstellbarkeit arbeiten.

Im Sondermodell VW up! beats ist das beats Audio-Soundsystem mit sieben Lautsprechern und 300 Watt Leistung serienmäßig an Bord. Exklusiv für Volkswagen wurde das Soundsystem abgemischt. Und tatsächlich bietet es einen tollen Sound für einen Kleinwagen. Wie man von beats Produkten gewöhnt ist, liegt der Schwerpunkt beim ordentlichen Bass.

Trotz der geringen Größe des Fahrzeuges ist der Kofferraum durchaus geräumig, da dieses Abteil eher in Kastenform konstruiert ist und man somit den Platz fast maximal ausnutzen kann. Am praktischsten wird der up!, wenn man ihn als 4-Türer bezieht, das erleichtert nicht nur das Einladen von Gegenständen, sondern macht auch den Einstieg für Mitreisende im Fond deutlich angenehmer. Dank der aufrechten Sitzposition ist das Mitfahren im up! sogar angenehmer als im größeren Polo, mit vier großen Erwachsenen kann man problemlos fahren, für Knie- und Beinfreiheit ist auf vier Plätzen gesorgt.

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Motoren

Für den up! steht der folgende Sauger-Benziner wie gewohnt zur Verfügung: 1 Liter Hubraum mit 60 oder 75 PS. Doch Highlight des Facelifts ist der neue 90 PS starke TSI Motor, der bis zu 185 km/h schnell gefahren werden kann und in 9,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Die Sauger liegen in der Beschleunigung zwischen 13 und 15 Sekunden. Der Preis für den neuen 1.0 TSI (Turbo) beginnt bei 12.350 Euro, denn dazu muss man schon das mittlere Ausstattungsniveau “move” gewählt haben.

Übersicht Benziner:
3-Zylinder MPI 1,0 l
60 oder 75 PS

3-Zylinder TSI 1,0 l
90 PS

Der effektive Verbrauch, den wir bei unseren Fahrten gemessen haben, lag für beide Motoren bei gut 5 l / 100 km. Ein passabler Wert, der auch nicht allzu weit von der offiziellen Angabe entfernt ist.

Wahlweise kann man sich für die Sauger entweder für ein 5-Gang Getriebe oder ein 5-Gang Sequenzielles-Schaltgetriebe ASG entscheiden. Den 90-PS-Turbo gibt es nur als Schalter, das ist auch gut so, denn ein automatisiertes Schaltgetriebe ist nicht zu empfehlen.

Ferner gibt es weiterhin eine Erdgasvariante, welche dem Eco up! vorbehalten ist. Diese besitzt wie der Benziner 1 Liter Hubraum. Mit 68 PS liegt er PS-mäßig zwischen dem kleineren und größeren Benziner. Deutlich geringer fällt beim Eco-Motor der Verbrauch aus: Laut Hersteller sollen 2,9 l/100 km möglich sein, wobei man den Verbrauch von Sprit und Erdgas auch nicht direkt vergleichen kann. Der Erdgasmotor ist nur mit manuellem 5-Gang-Getriebe verfügbar. Grundsätzlich ist der eco up! eines der umweltfreundlichsten Fahrzeuge der Welt, denn in der Gesamt-Energiebilanz steht er auch noch besser dar als Elektrofahrzeuge, weil die Batterieproduktion noch so energieintensiv ist.

Der e up! (Elektro) steht für das Facelift bald auch zur Verfügung, an der Reichweite ändert sich dafür allerdings nichts. Eine massive Erweiterung der Reichweite ist dann für die ganz neue Generation des up! geplant, die vermutlich gen 2018 oder 2019 erscheint.

Fahrverhalten

In Sachen Lenkung und Fahrwerk hat sich beim Facelift nichts getan, aber das war auch gar nicht notwendig. Das Fahrwerk ist im Segment Spitze, und selbst mit den großen 17-Zoll-Felgen haben wir nichts zu klagen.

Für den Innenstadtbereich ist der up! äußerst nützlich, da man mit ihm keine Probleme hat, in Parklücken hineinzukommen. Dazu zählt auch, dass der Wendekreis sehr gering ist, wodurch das Fahrzeug noch ein Stückchen flexibler ist.

Zentraler Punkt beim Fahrverhalten ist der Komfort für große Fahrer und Passagiere. Durch die aufrechte Sitzposition kann man sich im Volkswagen up! durchaus wohler fühlen als im Polo oder teilweise sogar im Golf. Langstrecken sind im up! trotz der geringen Größe gar kein Problem.

Wir testen sowohl den Sauger mit 75 PS als auch den Turbo mit 90 PS. Der Sauger ist für die Stadt völlig ausreichend und wird für die Flottenfahrzeuge weiterhin eine große Rolle spielen. Der Turbo macht dagegen richtig Laune und macht den up! nun auch fit für die Autobahn. Selbst im vierten Gang kann man noch beschleunigen oder das ein oder andere Überholmanöver wagen. Autobahnen mit starken Steigungen verlieren nun auch an Brisanz.

Die Gänge lassen sich geschmeidig einlegen, insofern empfehlen wir auch jeweils das Schaltgetriebe.

Optional kann der ParkPilot Abhilfe beim Einparken schaffen, der den Fahrer durch akustische Signale davor warnt, bevor man einen Gegenstand berührt. Wer noch mehr Hilfe möchte, kann auch eine Rückfahrkamera bestellen, die dann in einem kleinen Bild im unteren Infotainment-System erscheint. Tempomat und City-Notbremsfunktion muss man leider gesondert mit dem so genannten drive pack plus anwählen. Eine ACC (Adaptive Cruise Control) ist nicht optional verfügbar.

Abmessungen

Länge: 3,60 m (+ 6 cm gegenüber Vor-Facelift)
Breite: 1.64 m (ohne Außenspiegel) / 1,91 m
Höhe: 1,50 m

Fazit: Das Volkswagen up! Facelift macht das Mini-Car etwas erwachsener, weil dem Exterieur etwas mehr Kante gegeben wurde. Im Interieur gibt es attraktive neue Individualisierungsmöglichkeiten, die den up! sogar in eine Premium-Ecke rücken – selbst wenn man berücksichtigt, dass in diesem preis-sensitiven Segment noch Komfort-Funktionen wie automatische elektrische Fensterheber (einmal drücken) oder Abdeckungen von Sonnenblenden-Spiegeln fehlen. Insofern hat der up! gerade mit dem Facelift nun wirklich ein Alleinstellungsmerkmal. Er stellt die breite Spanne zwischen Basisausstattung für die Pflegedienstflotte und Lifestyle-Premium-Minicar für den Privatmann/frau dar. Der neue 90-PS-Turbomotor bringt zudem auch in Sachen Beschleunigung viel Fahrfreude mit. Insgesamt behauptet der VW up! die Führung in seinem Segment, bietet bei minimalen Abmessungen maximalen Platz und das in einer sehr guten Verarbeitungsqualität. Wenn man ganz ehrlich ist, braucht man in den seltensten Fällen „mehr“ Auto und der up! steht in vielen Belangen sogar besser dar als Fahrzeuge aus höheren Klassen.

Autogefühl: ****

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak

Weitere Berichte zum VW up! hier:
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7 Responses to VW up! Facelift 90 PS TSI & beats Edition Test

  1. […] VW up! Facelift 90 PS TSI & beats Edition Test, gefunden bei http://www.autogefuehl.de (0 Buzz-Faktor) […]

  2. John Up!dike says:

    Der alte war schöner :( Ehrlich gesagt hab ich noch kein Auto-Facelift gesehen, was keine Verschlimmbesserung dargestellt hat. Das Originaldesign war bemerkenswert sauber und futuristisch. Jetzt kommt der übliche Zierat dran – Schwellung hier, Balken da.

    Insbesondere mochte ich die Geschlossenheit der Front. Das sah aerodynamisch und reduziert aus, wie ein Elektroauto. Die neue Frontschürze dagegen mit dem dicken schwarzen Rand ist optisch zu mächtig. Zusammen mit der jezt abgesetzten Motorhaube gibt das dem Up ein viel normaleres Gesicht. Das war wahrscheinlich die Motivation: dem Kunden zu suggerieren, daß er eine Art kleinen Polo/Golf bekomme. Schade um die Eigenständigkeit.

    Jetzt das Dilemma: Ich hab mich für den neuen 90PS-Motor interessiert, wegen niedertourigen Autobahnfahrens. Aber das Design ist hin.

  3. […] sieht die Vormachtstellung des VW Up! mit dem FaceLift […]

  4. […] damit liegt er preislich ähnlich wie andere Fahrzeuge im Mini-Segment, jüngst hatten wir noch das Facelift des VW up! getestet und den Citroen […]

  5. […] km Reichweite) Der e-up! ist das perfekte elektrische Stadtfahrzeug, als Pkw-Version (nun auch im jüngsten up! Facelift) oder aber auch als e-load up! in der Nutzfahrzeug-Variante ohne Rücksitzbank, dafür mit mehr […]

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