Neuer Honda Jazz Test Fahrbericht

In Japan und den USA nennt man den Honda Jazz “Fit”, und auf dem Heimatmarkt ist er in dieser Ausführung auch schon seit 2013 erhältlich. 2015 ist die dritte Generation des Honda Jazz auch zu uns gekommen, und nun testen wir den neuen Kleinwagen auf seine Praxistauglichkeit. Von Thomas Majchrzak

Der Einstiegspreis für den neuen Honda Jazz liegt bei 16.000 Euro, hoch geht es bis gut 19.000 Euro in höchster Ausstattung, aufgrund nur einer verfügbaren Motorisierung ist das sehr übersichtlich.





Exterieur

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Während die Vorgänger-Generation noch recht ulkig-bullig mit den großen Front-Scheinwerfer aussah, trägt der Honda Jazz nun die neue Signature-Front von Honda, bei der Scheinwerfer und Kühlergrill eine Einheit formen. Im Seitenprofil sorgt eine geschwungene Sicke für eine gewisse Dynamik. Und am Heck fallen die Rückleuchten als Design-Highlight senkrecht ab. Gegenüber dem Vorgänger ist der Honda Jazz um 9,5 cm in der Länge gewachsen. Insgesamt versprüht der Kleinwagen aufgrund der abgerundeten Schnauze und dem aufrechten Heck eher eine Art Mini-Van-Charakter, und tatsächlich werden wir Elemente davon auch im Innern wiederfinden.

Interieur

Der Innenraum hat sich in der neuen Generation radikal geändert. War der Vorgänger noch davon geprägt, dass die gesamte Mittelkonsole sehr weit in den Innenraum hineinragt, ist die gesamte Oberfläche nun flacher und zurückgezogener, dadurch ergibt sich ein großzügigeres Platzgefühl. Und auch auf dem Papier haben alle Passagiere an Platz hinzugewonnen. Tatsächlich hat man als großer Mensch auch vorne überhaupt keine Probleme, und es kommt im Vergleich zu anderen Kleinwagen ein Van-Gefühl auf. Überall finden wir pfiffige Details, wie den Flaschenhalter für den Fahrer links neben dem Lenkrad. Das Armaturenbrett ist in der gezeigten Top-Ausstattung Elegance mit Kunstleder bezogen, das wirkt hochwertig. An den Innenseiten der Türen ist ein Teil angenehm mit Stoff bezogen. Ansonsten finden wir klassengemäß auch viel Hartplastik, etwa an den Innenseiten der Türen rund um den Textilpart oder am Armaturenbrett unterhalb der Scheibe. Man hat sich aber tatsächlich auf einige Bereiche beschränkt.

Als einziger Kleinwagen hat der Honda Jazz nach wie vor die so genannten Magic Seats, bei denen man die Sitzfläche hochklappen kann. Somit ist man noch flexibler beim Transport hoher Gegenstände. Das generelle Platzangebot für die hinteren Passagiere ist für dieses Segment überragend, vier große Erwachsene können locker Platz nehmen. Selbst bei 1,90 m Fahrer und hinterem Passagier bleibt noch eine Handbreit Kniefreiheit.

Der Kofferraum weist eine sehr niedrige Ladekante auf, zudem lassen sich die Sitze vom Fond oder vom Kofferraum aus manuell umklappen und es entsteht eine ebene Ladefläche, weil die Sitzbank gleichzeitig etwas nach unten rutscht – wieder eine clevere Lösung.

Die Ausstattungsniveaus heißen Trend, Comfort und Elegance.

Trend
– Bluetooth-Freisprecheinrichtung
– Tempomat
– Regensensor

Comfort (zusätzlich, plus 1.000 Euro)
– Einparkhilfe vorn und hinten
– Verkehrszeichenerkennung
– Spurhalteassistent

Elegance (zusätzlich, noch mal plus ca. 2.000 Euro)
– Klimatisierungsautomatik
– Leichtmetallfelgen 16-Zoll
– Rückfahrkamera
– keyless entry

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Motoren

Die Motorenauswahl ist recht einfach, denn es gibt nur den 1.3 Liter Sauger-Benziner mit 102 PS und Vorderradantrieb. Wählen kann man zwischen einem 6-Gang-Handschalter und einer CVT-Automatik (11 oder 12 Sekunden von 0 auf 100 km/h). Vorteil des Saugers: Es gibt eben keinen Turbo, der kaputt gehen kann. Und die Honda-Saugermotoren sind für ihre Langlebigkeit bekannt.

In den USA hat man dagegen den 1.5 Liter Benziner mit 130 PS für den Jazz / Fit vorgesehen.

Fahrverhalten

Wir fahren den 1.3 Liter Benziner mit 102 PS mit der optionalen CVT-Automatik. Diese stufenlose Automatik kennen wir z.B. von einigen Subaru-Modellen. Der Vorteil dabei ist, dass bei geringen Lasten keine Schaltvorgänge auffallen, das Fahrzeug fährt also quasi “ganglos” und geschmeidig. Tritt man allerdings so richtig aufs Gaspedal, ist das Verhalten eher ungewohnt. Grundsätzlich bleibt der Motor eher bei einer konstanten Drehzahl, bei gut 2.000 Umdrehungen, wenn man es langsam angehen lässt, und durchaus bei 6.000, wenn man ihn richtig tritt. Die Drehzahl bleibt dann so und die Beschleunigung geht nahtlos weiter. Fazit: Wenn man den Jazz ruhig fährt, ist die CVT eine sehr angenehme Automatik und hilft gerade im Stadtverkehr. Höchstleistungen in Richtung Sportlichkeit sollte man aber nicht erwarten. Dasselbe gilt für das Fahrwerk. Sportlicher können andere Konkurrenten im Segment besser, der Honda Jazz ist eher soft gefedert. Das hilft aber auch nicht über das Poltern über Schlaglöcher hinweg, das Fahrwerk ist insgesamt nicht die Stärke des Jazz. Durch das Van-artige Gefühl ergibt sich dafür auch beim Fahren eine sehr gute Übersicht. Zusammen mit der angenehmen Sitzposition und der guten Platzausnutzung zeigt sich der Jazz durchaus tauglich für längere Strecken, mit und ohne Fahrgäste, mit und ohne Gepäck.

Abmessungen

Länge: 3,99 m
Breite: 1,69 m
Höhe: 1,52 m
Radstand: 2,53 m
Leergewicht: 1.066 kg

Fazit: Der Honda Jazz bietet mit seiner intelligenten Platzausnutzung und den cleveren Ideen im Innenraum ein Alleinstellungsmerkmal, ist der Van unter den Kleinwagen mit dem vielleicht besten Package. Der Sauger-Benziner verspricht zudem eine lange Haltbarkeit. Nur sportlich sollte man nicht unterwegs sein wollen, das können andere besser. Die Verarbeitung stimmt, und auch das Äußere hat etwas Eigenes, das man allerdings auch mögen muss. Im Vergleich zum Vorgänger hat der Honda Jazz nun noch mehr Platz, ist aufgeräumter und stringenter designed und gebaut. Wer viel Wert auf Praxistauglichkeit und Langlebigkeit legt, sollte ihn auf jeden Fall berücksichtigen.

Autogefühl: ***

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak

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3 Responses to Neuer Honda Jazz Test Fahrbericht

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  3. […] fast 1,90 m, aber mit den Knien funktioniert dann nichts mehr. Das können andere besser, etwa der Honda Jazz. Der Kofferraum ist dagegen geräumig, er hat zwar eine hohe Ladekante, dafür kann man ihn maximal […]

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