Mercedes GLC Coupé Testbericht

Komfortabel, sportlich und elegant, kann das mit der Verbindung von SUV und Coupé funktionieren? Das Mercedes GLC Coupé, das bei gut 50.000 Euro startet, versucht das. Die normale SUV-Variante haben wir hier bereits getestet. Nun folgt das heiß diskutierte Coupé im Fahrbericht. Von Thomas Majchrzak




Exterieur

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Horizontale Linien, der auffällige Mercedes-Stern und schöne Chromverzierungen am Kühlergrill zeichnen die Front aus. Dazu kommen optionale LED-Frontleuchten (Serie Halogen). Dadurch, dass der Kühlergrill ein wenig weiter vorne liegt als die Leuchten, erscheint die Front noch präsenter. Entlang der Seite befindet sich eine Designlinie unterhalb der Türgriffe. Serienmäßig sind 18 Zoll Felgen mit an Bord, die auf 19 bis 20 Zoll maximiert werden können, wie hier auch auf unseren Fotos zu sehen. Wir zeigen Brilliant-Blau, Hyacinth-Rot, Diamant-Silber und Weiß (GLE 350e Plugin-Hybrid).

Coupé-charakteristisch fällt die Dachlinie herab und bildet den runden Coupé-Abschluss, das ist der große Unterschied zum GLC SUV. Optional kann man sich die gezeigten Trittbretter für die Seite ordern, die den Look dramatisieren. Am Heck besteht der größte Unterschied darin, dass die Heckleuchten des GLC Coupé wie bei allen Mercedes Coupés horizontal in die Breite gezogen sind. Die mit Chrom ausgestatteten Auspuffrohre sehen sehr schön aus und harmonieren geradezu perfekt mit der Karosserie.

In der gezeigten AMG-Version sind die Pins am Diamantengrill mit Chrom ausgestattet, alternativ kann man sich für Hochglanz-Schwarz entscheiden. Zudem sind serienmäßig 19 Zoll Felgen dabei, die sich ebenfalls, wie bei der Basisvariante, auf bis zu 20 Zoll vergrößern lassen, natürlich gegen Aufpreis versteht sich. Die Schweller rund um das Fahrzeug sind ausgeprägter, um einen sportlicheren Look zu erzeugen. Ferner sind die Testfahrzeuge mit dem Night-Package ausgestattet, das bedeutet dann schwarze Außenspiegelkappen und schwarze Umrandungen der Fenster (anstatt Chrome).

Interieur

Preislich liegt das Mercedes GLC Coupé gut 5.000 Euro über der SUV-Variante, kommt aber direkt mit etwas mehr Ausstattung. So sind wie schon beschrieben 18 Zoll Felgen mit dabei (anstatt 17 Zoll Standard beim SUV), und so geht es auch im Interieur weiter. Im Coupé ist zum Beispiel die Rückfahrkamera Standard.

Während beim GLC SUV von Haus aus Stoffsitze mit dabei sind, startet das GLC Coupé in Serie mit den Artico-Kunstledersitzen in Schwarz. Ohne Aufpreis kann man diese auch in Beige erhalten. An dieser Stelle sei diese Produktpolitik von Mercedes ausdrücklich gelobt, kein anderer Premium-Hersteller setzt nicht nur in den Basis-Varianten, sondern auch in den höherwertigen Ausstattungslinien so sehr auf nachhaltige Materialien und attraktive Tierhaut-Alternativen wie Mercedes. Auch für Armaturenbrett und Türinnenseite wird das langlebige Kunstleder verwendet. Wer doch das Abziehen von Haut unterstützen möchte, findet dies lediglich in der Aufpreisliste. Das Testfahrzeug ist mit den optionalen Designo-Ledersitzen ausgestattet. Optisch sieht der Kontrast Weiß/Schwarz sehr gut aus, aber man kann wie beschrieben auch mit Artico eine Zweifarbigkeit erzielen.

Optional kann man sich beim Interieur für die AMG-Line entscheiden, bei der die Sitze dann in der Form sportlicher gestaltet und in der Mischung Ledernachbildung Artico außen und Mikrofaserstoff Dinamica innen bezogen sind. Eine perfekte Kombination, da man so im Sommer nicht so leicht schwitzt und im Winter nicht so leicht friert.

Interessant: Selbst in der Exclusive-Line, die gewöhnlich mit echter Tierhaut einsteigt, bietet Mercedes für das GLC Coupé attraktive nachhaltige Optionen an. So ist auch die Exclusive-Line mit Artico bestückt, wahlweise dann auch in Espresso-Farbe. Außerdem gibt es hier eine weitere interessante Komfort-Variante mit der Kombination Artico außen und Stoff innen, letztere würden wir empfehlen.

Ob sich in einem GLC Kunstleder-Sitze oder Echtleder-Sitze befinden, erkennt man übrigens sofort an der Anzahl der unterteilten Elemente an der Sitzrückenlehne. Bei wenigen Elementen handelt es sich um Artico, bei vielen Unterteilungen um die Tierhaut-Variante.

Optische Highlights in der Exclusive-Line sind ferner die Holzverzierungen Mittelkonsole und Türinnenseiten, man kann jedoch auch Aluminium oder Hochglanz-Schwarz als Paneele wählen. Bei der AMG-Line wird zum Beispiel vorwiegend Klavierlack-Schwarz verwendet. Generell wurden, wie bei Mercedes üblich, hochwertige Materialien verwendet. Die indirekte Beleuchtung rund um die Mittelkonsole und der Türen schafft für Stimmung im Dämmerlicht. Über das Menü lässt sich die Farbe anpassen (Gelb, Weiß, Blau).

Das angesprochene Menü des Infotainmentsystems wird weiterhin über einen Button in der Mittelkonsole kontrolliert. Optional kann ebenfalls ein Touchpad bestellt werden. Zu unserm Bedauern ist der Bildschirm an sich nicht mit Touch ausgerüstet, dazu kommt ebenfalls, dass dieser eher draufgesteckt wirkt, d.h. er ist nicht wirklich in das Interieur eingegliedert.

Vorne gibt es für größere Menschen keine Probleme. Die Sitzposition ist genauso komfortabel wie im GLC SUV. Die Kniefreiheit ist ebenfalls gleich, im Vergleich zum Vorgänger GLK ist diese deutlich gewachsen. Ein Raumwunder ist der GLC dennoch nicht. Im Coupé wird dann noch der Kopfraum eingeschränkt. Mit 1,86 m kommt man noch zurecht, aber da wird es schon relativ knapp. Noch eingeschränkter ist der Kofferraum. Zunächst hat man, resultierend aus dem Exterieur-Design, eine sehr hohe Ladekante. Ferner ist die Höhe des Laderaums extrem eingeschränkt. Der doppelte Ladeboden kann dies nur zum Teil lösen.

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Motoren

Für das Mercedes GLC Coupé sind folgende Benziner verfügbar:

Vierzylinder 2.0 l GLC 250 4Matic
211 PS
7,3 l/100 km (kombiniert)
50.000 Euro
7,3 Sek. 0-100 km/h

Vierzylinder 2.0 l GLC 300 4Matic
245 PS

Hinzu kommt eine Hybrid- Variante mit Benziner:

GLC 350e 4Matic
211 PS (Verbrenner) + 116 PS (Elektromotor)
Preis vermutlich ca. 57.000 Euro
5,9 Sek. 0-100 km/h

Mit dem Hybrid lassen sich bis zu 34 Kilometer rein elektrisch fahren, der Verbrenner setzt dazu automatisch bei höheren Geschwindigkeiten ein. An einer Ladestation beträgt die Ladezeit 2 Stunden und an der heimischen Steckdose rund 4 Stunden. Aufgrund der geringen Reichweite lohnt sich der Hybrid für den Innenstadtbereich und nicht für längere Strecken.

Für den AMG wird es folgenden Benziner geben:

3.0 V6 GLC 43 4Matic
367 PS
Preis vermutlich ca. 66.000 Euro
4,9 Sek. 0-100 km/h

Des Weiteren gibt es diese Dieselmotoren:

Vierzylinder 2.2 l GLC 220d 4Matic
170 PS
5,4 l/100 km (kombiniert)
50.000 Euro
8,3 Sek. 0-100 km/h

Vierzylinder 2.2 l GLC 250d 4Matic
204 PS
5,4 l/100 km (kombiniert)
51.000 Euro
7,6 Sek. 0-100 km/h

3.0 l V6 GLC 350d 4Matic
258 PS
6,2 Sek. 0-100 km/h

Alle Verbrauchswerte sind Herstellerangaben. Um einen realistischen Wert zu bekommen, sollte man zwei bis drei Liter jeweils addieren. Des Weiteren sind alle Motoren mit einem 9G-Tronic Automatikgetriebe serienmäßig ausgestattet, außer der Hybrid, der mit der 7G-Tronic Plus kommt.

Fahrverhalten

Grundsätzlich erhält das Mercedes GLC Coupé ein Sportfahrwerk, das für eine straffere Gangart als bei der SUV-Variante sorgt. Optional erhält man die Dynamic Body Control, das adaptive Fahrwerk, bei dem man dann über einen Schalter das Fahrwerk auf die aktuelle Vorliebe einstellen kann. Zweite Ausbaustufe ist die Air Body Control (Luftfederung), mit der man gefühlt über der Straße schwebt. Ferner kann sie das Fahrzeug bis zu 50 mm weiter anheben und somit fürs Offroadfahren optimieren.

Wir fahren das Luftfahrwerk und das adaptive Fahrwerk ohne Luftfederung. Beide Fahrwerke sind ausgezeichnet, schon das adaptive Fahrwerk bietet einen großen Komfort. Wer das Fahrzeug kauft und lange halten will, sollte evtl. sogar darüber nachdenken, auf das Luftfahrwerk zu verzichten, denkt man an spätere Reparaturen. Wer das aber nicht scheut oder das Fahrzeug least, wird mit der Luftfederung noch mehr Komfort-Freude haben. Beide optionalen Fahrwerke sind über die Fahrmodi verstellbar, so dass man auf Alpenpässen nicht so sehr hin und her schaukelt. Gerade im Sport-Modus ist das Mercedes GLC Coupé angenehm sportlich zu fahren, so dass keine großen Wankbewegungen auftreten.

Ein spürbarer Unterschied zum GLC SUV ist ferner die im GLC Coupé anders abgestimmte Lenkung, die direkter reagiert, kürzere Lenkwege sind möglich. Das gefällt uns sehr gut, wir fragen uns, warum man das nicht einfach auch beim SUV genau so einstellt.

Für den Benziner kann man optional eine Sportabgasanlage beziehen, diese testen wir im GLC 250. Im Sport-Plus-Modus ertönt bei den Schaltvorgängen dann ein sportliches „Plopp“ von der Auspuffklappe. Das hört sich schon kräftiger an, als der Motor eigentlich ist. Mit 7,3 Sek. von 0-100 km/h ist man aber auch mit dem kleinen Benziner schon sehr gut bedient. Auf unser Testfahrt erzielen wir ferner einen Verbrauch von gut 10 l / 100 km.

Mehr Drehmoment verspricht der 3.0 l Diesel, den wir ebenfalls schon gefahren sind. Der Motor ist so gut von der Kabine abgeschirmt, dass man kaum merkt, dass es sich um einen Diesel handelt. Unser Testverbrauch hier liegt bei 7 l / 100 km.

Von Haus aus ist die Adaptive Brake, der Attention Assist und der Collision Prevention Assist Plus mit dabei, also der Autonome Notbremsassistent. Bei zunehmender Müdigkeit oder ständiger Veränderung des Fahrstils schaltet sich der Attention Assist ein, der den Fahrer darauf hinweist, eine Pause zu machen. Der Collision Prevention Assist Plus gibt ein akustisches Signal bei Kollisionsgefahr und reduziert ohne Reaktion des Fahrers die Geschwindigkeit selbstständig. Weitere Features wie der Totwinkel-Assistent oder der Spurhalte-Assist sind optional verfügbar.

Ebenfalls gibt es einen Adaptiven-Fernlicht-Assistenten gegen Aufpreis. Hierbei passen sich die Leuchten an die jeweilige Lichtsituation an. Wählt man die Plus Variante, so ist es ebenfalls möglich durchgehend mit Fernlicht zufahren, ohne dass andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden.

Für das Mercedes GLC Coupé gibt es auch einige Parkhilfen, wie den aktiven Park-Assistenten mit Parktronic. Im Rahmen dieses Systems meldet sich der Bordcomputer, bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h, wenn er einen freien Parkplatz gefunden hat. Die Lenkung übernimmt das System selber, der Fahrer muss nur die Geschwindigkeit und Bremsung vollständig übernehmen, jedoch lenkt das System nur bis zu 10 km/h autonom. Optional gibt es zusätzlich zur serienmäßigen Rückfahrkamera auch eine 360-Grad-Kamera, bei der man einmal rund um das Fahrzeug sich umschauen kann, damit man bspw. seine Felgen nicht zerkratzt.

Abmessungen

Länge: 4,73 m
Breite: 2,10 m (1,89 m ohne Außenspiegel)
Höhe: 1,60 m
Radstand: 2,87 m

Fazit: Der Mercedes GLC Coupé ist das bisher eleganteste SUV-Coupé und wird neue Kunden in dieses Segment holen. Der große Nachteil des Coupé-Designs ist der sehr flache Kofferraum, der trotz doppeltem Boden für alle halbwegs hohen Gegenstände nur schlecht benutzbar ist. Das Cockpit ist wie schon beim GLC SUV ansprechend emotional gestaltet und erfüllt höchste Qualitätsansprüche. Fortschrittlich ist die umfassende Auswahl an Stoff-, Mikrofaser und Kunstlederbezügen für das Premium-Segment, und das auch in höheren Ausstattungsvarianten. Im Fahrverhalten ist das Mercedes GLC Coupé der Komfort-König, egal mit welchem Fahrwerk. Positiv fällt die im Vergleich zum GLC SUV direktere Lenkung auf. Einen neuen Akzent setzt der GLC 350e Plugin-Hybrid, der sich zum einen als Umwelt-Performance-Variante zum AMG präsentiert und als cleveres Pendler-Auto für alle, die eine gute Lademöglichkeit zu Hause und/oder an der Arbeit haben. Insgesamt ist der Mercedes GLC vermutlich das beste Kompakt-SUV. Weh tut es dann nur, wenn man den Listenpreis mit der Vielzahl an Optionen mal schnell verdoppeln kann. Ein Trost: Bereits in der Basisausstattung tut das GLC Coupé beste Dienste.

Autogefühl: *****

Text & Moderation: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos & Video: Autogefühl, Michel Weigel

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One Response to Mercedes GLC Coupé Testbericht

  1. […] also nicht bei jeder schnelleren Beschleunigung im Stadtverkehr sofort um, so wie wir es beim Mercedes GLC Coupé 350e Plugin-Hybrid erlebt haben. Im Beschleunigungsvergleich 0-100 km/h erzielt der Outlander PHEV übrigens ähnliche […]

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