Neuer Audi Q2 Fahrbericht

Audi möchte ein neues kleines SUV unterhalb des Q3 etablieren, den Audi Q2. Dieser ist 19 cm kürzer als ein Audi Q3 und sogar noch 4 cm kürzer als ein Audi A3. Der neue Audi Q2 kommt im Herbst auf den Markt, wir konnten ihn nun fahren. Von Thomas Majchrzak

Los geht es mit dem neuen Audi Q2 bei gut 23.000 Euro, das liegt 5.000 Euro unterhalb des Audi Q3. Mit größeren Motoren und Extras kann man mit dem Q2 aber auch locker bis an die 40.000 Euro Grenze kommen.




Exterieur

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Äußerlich zeigt der neue Audi Q2 kantigere Formen als so mancher Wettbewerber. Gerade in der Klasse der kleinen SUVs setzen viele Hersteller auf rundliche Designs. Zudem trägt der Audi Q2 mehr mutige Design-Highlights, der neue Audi-Designchef Marc Lichte wollte sich hier wohl mit einem Einstiegs-Design verwirklichen.

An der Front des Q2 begrüßt uns der große und robust wirkende Kühlergrill, dessen Leuchten optional mit LED-Technologie ausgestattet werden können.

Entlang der Seite des Q2 befindet sich eine horizontale Designlinie auf der Höhe der Türgriffe sowie eine tiefere Einkerbung im hinteren Türbereich. Hier wollte man noch etwas Besonderes schaffen. In der Basisversion befinden sich 16 Zoll Felgen am Fahrzeug, die bis auf maximal 19 Zoll vergrößert werden können. Unsere Fotos zeigen die S-Line in Tango-Rot mit 18 Zoll Felgen. In der S-Line sind die Radhäuser in Wagenfarbe lackiert, ansonsten tragen sie schwarzen Plastik-Kontrast. Auffälligstes Designmerkmal ist die kontrastierende C-Säule in Silber, aus Kunststoff. Diese ist alternativ auch in Hochglanz-Schwarz erhältlich.

Spoiler oben und Diffusor unten sollen am Heck die Sportlichkeit betonen. Die Heckleuchten sind ebenfalls kantig gehalten und harmonieren mit den horizontal angerichteten Designelementen des Hecks.

Audis Kompakt-SUV basiert wie Audi A3 und Audi Q3 auf dem Modularen Querbaukasten (MQB). Der Q2 wird neben der Basisversion in den Ausstattungslinien „sport“ und „design“ verfügbar sein. Sowohl die Designausstattung als auch die Sportausstattung beinhalten 17-Zoll Aluminium-Felgen und das Glanzpaket, welches ein breites Spektrum von Hochglanz-Farben beinhaltet. Überhaupt sind beim neue Q2 deutlich mutigere Farben erlaubt, etwa Ara Blau oder Vegas Gelb, das macht Spaß.

Interieur

360° Überblick (mit der Maus bewegen oder mobiles Gerät bewegen)

 

Audi verwendet im Q2 hochwertige Materialien, die wie gewohnt exzellent verarbeitet wurden. Die Fahrerkabine ist sehr aufgeräumt und klar strukturiert. So wurden die horizontalen Designelemente von außen nach innen übertragen. Besonders beim Audi Q2 ist die farbenfrohe Ausgestaltung, so kann man sich z.B. rote Kontraste aufs Armaturenbrett holen. Optional steht auch eine Ambientebeleuchtung zur Verfügung, die dann von unten gegen die halbtransparenten Zierleisten scheint. Diese Option ist beim Q2 „design“ bereits serienmäßig mit an Bord. In der design und sport Ausstattung ist zudem serienmäßig ein Multifunktionslenkrad dabei.

Der neue Breitbild-Bildschirm lässt sich nicht herunterfahren, diese Funktion wurde laut Audi so ziemlich nie genutzt, daher hat man sich künftig gegen den teuren Mechanismus entschieden. Der Bildschirm, maximal 8,3“ groß, lässt sich im Übrigen serienmäßig nur über den Dreh-Drück-Knopf in der Mittelkonsole bedienen, was vor allem beim Eingeben von Straßennamen zu Frustrationen führen kann. Gegen Aufpreis kann man ein Touchpad bestellen, um dieses Problem zu umgehen. Dann lassen sich Buchstaben wie mit einem Stift mit dem Finger schreiben. Ebenso gibt es optional eine Sprachsteuerung und einen W-LAN-Hotspot.

Optional kann man auch das Virtual Cockpit und das Head-up-Display beziehen. Das Virtual Cockpit ist in dieser Fahrzeugklasse sicherlich ein Highlight, die individuelle digitale Konfiguration der Instrumente macht es her – geht aber auch ins Geld. Auf das HUD kann man verzichten, denn die Informationen werden nicht direkt in die Scheibe projiziert, sondern auf eine separate Plastikscheibe, die nicht weit oberhalb des Armaturenbretts sitzt. Der Vorteil des Blickwinkels hält sich also in Grenzen.

Der Audi Q2 entspricht der Erwartung an ein hochwertiges kleines SUV und zwar, dass man ausreichend Platz für seinen wöchentlichen Einkauf, den Urlaub oder andere Zwecken hat. Jedoch sitzt man in Relation zum Lenkrad und zu Konkurrenzprodukten eher tiefer im Sitz, es besteht also durchaus eine Nähe zum Audi A3. Wer ein deutlicheres SUV-Gefühl haben möchte, muss dann doch noch zum Q3 greifen. Der Audi Q2 bietet also ein Crossover-Gefühl. Vorne hat man ausreichend Platz, auch für größere Menschen. Hinten wird es eng, mit 1,80 m kommt man mit den Knien und auch mit dem Kopf noch gut zurecht, darüber wird es so langsam eng. Im Vergleich zu anderen Kleinwagen-Wundern schneidet der Audi Q2 in puncto Platzausnutzung schlecht ab, aber im markeninternen Vergleich ist er besser als der Audi A3.

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Motoren

Für den Audi Q2 stehen drei Benziner zur Verfügung:

1.0 TFSI
116 PS
6-Gang-Schaltgetriebe, optional Automatik
FWD, optional Allrad

1.4 TFSI COD (Cylinder on demand, Zylinderabschaltung bei Nichtbenutzung)
150 PS
6-Gang-Schaltgetriebe, optional Automatik
FWD, optional Allrad

2.0 TFSI
190 PS
7-Gang-S-tronic
Automatik

Sowohl der 1.0 TFSI als auch der 1.4 TFSI kommen serienmäßig mit Vorderradantrieb, können jedoch optional auf Allradantrieb angehoben werden, gleiches gilt für das Getriebe, das gegen Aufpreis als 7-Gang-S-tronic-Automatikgetriebe daherkommt. Der stärkste Benziner besitzt serienmäßig das Automatikgetriebe und wird ebenfalls von Haus aus mit Allrad angetrieben.

Für Leute, die mit einem Diesel liebäugeln, stehen folgende Varianten parat:

1.6 TDI
116 PS
6-Gang-Schaltgetriebe
FWD, optional Allrad

2.0 TDI
150 PS
6-Gang-Schaltgetriebe
FWD, optional Allrad

2.0 TDI
190 PS
7-Gang-S-tronic
Allrad

Auch hier können der 1.6 TDI und 2.0 TDI mit 150 PS gegen Aufpreis auf Automatikgetriebe und Allradantrieb upgegraded werden.

Fahrverhalten

Wir fahren den 1,4 Liter Benziner mit 150 PS, der uns in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h bringt. Das reicht für alle Belange aus. Bei niedrigen Drehzahlen ist der Motor kaum zu hören, es stellt sich eine angenehme Laufruhe ein. Im Durchschnitt erzielen wit 7 l / 100 km als Verbrauch.

Standardmäßig kommen alle Q2 Versionen mit der Progressivlenkung, bei der die Übersetzung je nach Lenkverhalten variiert, so nimmt diese bei starkem Einschlagen zu. Das ist sowohl für den Stadtverkehr als auch für die agile Überlandfahrt überaus angenehm.

Audi drive select und adaptive Dämpfer, die für einen besseren Fahrtkomfort sorgen, sucht man in der Serienausstattung vergebens, was in Anbetracht der Preisklasse aber nicht gerade überraschend ist. Wir testen das adaptive Fahrwerk und sind angetan von der Mischung aus Komfort aus Sportlichkeit – wobei es die Standarddämpfer auch tun. Überhaupt hat Audi hier in Sachen Fahrkomfort und Agilität die Nase im Segment vorn.

Eingeschränkt ist dagegen die Sicht nach schräg hinten, bedingt durch die großen C-Säulen und die flachen Fensterlinien.

Serienmäßig ist Audis „pre sense front“-System dabei, welches das Auto in Gefahrsituationen autonom zu einer Vollbremsung führt. Es reagiert bei geringerer Geschwindigkeit. Funktionen wie die Adaptive Cruise Control (ACC) mit Stop & Go-Funktion, ein Spurwechsel- und Spurhalteassistent, die Verkehrszeichenerkennung, ein Parkassistent und Querverkehrassistent sind optional erhältlich. Gleiches gilt für den Stauassistenten, der bis zu einer Geschwindigkeit von 65 km/h selbständig die Lenkung kurzweilig übernehmen kann. Diese Features wurden ebenfalls der Oberklasse entnommen, wo sie bereits einen soliden bis sehr guten Eindruck bei uns hinterlassen haben. Auch im Audi Q2 arbeitet der Stauassistent sehr zuverlässig und vor allen Dingen geschmeidig ohne abrupte Übergänge.

Abmessungen

Länge: 4,19 m
Breite: 1,79 m
Höhe: 1,51 m
Radstand: 2,60 m

Fazit: Der neue Audi Q2 wagt einfach mehr, das frischt das ansonsten sehr einförmige Audi-Design sehr auf. Dadurch polarisiert er, Stimmen werden laut nach dem hässlichsten oder nach dem schönsten Audi. Das kann einem Modell auch mal gut tun. Im Interieur zeigt der Q2 eine top Verarbeitung, aber hinten eine nur mäßige Platzausnutzung. Trotzdem ist er innerhalb der Modellpalette als recht praktisch anzusehen. Große Klasse ist der Q2 in Sachen Fahrkomfort und Agilität, hier verbindet er so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Letztlich hat man mit dem Q2 schon so viel Audi, wie man sich nur wünschen kann, und dass ohne ein großes Schiff zu dirigieren. Auch kein günstiger Einstieg in die Audi-Welt, aber günstiger und kleiner als die meisten anderen, dieser individuelle Premium-Stadt-Crossover.

Autogefühl: ****

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Kamera (Video): Autogefühl, Thomas Blachetzki

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13 Responses to Neuer Audi Q2 Fahrbericht

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  3. Florian Painke says:

    Hallo,

    erstmal vielen Dank für Eure schönen und ausführlichen Reviews!

    Ein bisschen schade finde ich jedoch, dass bei den Assistenzsystemen der Lane Assist nicht erwähnt wird. Lt. Audi Website könnte der Stauassistent mehr als hier gezeigt und auch oberhalb von 65 km/h wird von Lenkunterstützung gesprochen. Mich würde doch sehr interessieren, wie gut das in dem Segment funktioniert, auch im Vergleich z.B. zum neuen Tiguan. Man findet online leider verdammt wenig verlässliches, einzig ein paar Einträge in Foren.

    Trotzdem nochmal Danke, Top und ich mag die persönliche Note!

    Viele Grüße,
    Florian.

    • Autogefühl says:

      Hallo Florian,

      Den Stauassistenten haben wir im Video ja auch getestet, hast du das gesehen?

      LG

      Thomas

      • Florian Painke says:

        Hallo Thomas,

        vielen Dank für Ihre Antwort!

        Ja, allerdings sagen Sie in dem Video, dass der Fahrer nur noch lenken müsse. Ich verstehe, dass das natürlich korrekt ist, dennoch wüßte ich gerne, wie gut die Lenkunterstützung tatsächlich ist – im Stau und auch im Bereich oberhalb der 65 km/h.

        Auf der einen Seite kursieren im Netz ja diverse Videos von Leuten, die dem Auto mittels verschiedener Tricks ein quasi-autonomes Fahren aufzwingen. Auf der anderen Seite gibt es ältere Tests mit z.B. einem Passat im Netz zu finden, wo dann erwähnt wird, dass dieser oftmals die Spur nicht erkennt oder sehr lange braucht und dadurch der Lenk-Assistent eigentlich unbrauchbar ist.

        Ich gehe mal davon aus, dass Audi und VW hier im Prinzip die gleichen Systeme einsetzen, jedoch dürfte es evtl. Unterschiede in der Software geben?

        Es interessiert mich natürlich wenig, wie man die Systeme (illegalerweise) überlisten kann. Aber über den tatsächlichen Stand der Dinge findet man verdammt wenig belastbare Informationen jenseits der Aussagen des Herstellers.

        Z.B. sehr interessant fand ich Ihren Tests des Drive Pilot in der neuen E-Klasse!

        Viele Grüße,
        Florian.

        • Autogefühl says:

          Also der Lenkassistent unterstütz beim Geradehalten des Lenkrads, wenn eindeutig die Straßenlinien erkannt werden, wie z.B. auf der Autobahn. Die Software ist ähnlich im gesamten VW-Konzern.

  4. ColdRiver says:

    Hello
    Thank you for helpful review about Q2.

    Unfortunately, I find out a supplier for Q2 ambient light at cockpit module.

    If you have information that, would you please reply to me?

    Thanks.

    • Autogefühl says:

      Hey,

      thanks for. That sorry what exactly is your question?

      Alll the best

      Thomas

      • ColdRiver says:

        Thanks for the reply to my comment.
        I am sorry for the confusion.

        What is the name of the ambient lamp parts manufacturer?
        I guess manufacturer is Faurecia but I don’t know exactly.
        Please help me.

  5. […] Mokka X (ab 18.990 Euro) Audi Q2 (ab 24.990 Euro) Mini Countryman (ab 20.400 […]

  6. Walter Kisser says:

    Habe Autogefühl gerade für mich neu entdeckt! Einfach Super. Bin großer AUDI Fan und auf der

    Suche nach einem neuen Modell

  7. Celina says:

    Hallo,

    Ich bin sehr begeistert von dem Wagen, allerdings würde mich auch noch interessieren, wo die werkstattkosten liegen für Inspektion oder Reparaturen.

    Lg

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