Audi RS6 Avant Performance Fahrbericht

Mit dem Audi RS6 Avant Performance bietet Audi eine neue Spitzenversion im Kombi-Bereich: 605 PS katapultieren den Kombi der oberen Mittelklasse nun in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Wir haben den Kraftprotz getestet, den derzeit schnellsten und teuersten Kombi der Welt. Von Thomas Majchrzak

Während ein gewöhnlicher Audi A6 Avant bei 41.500 Euro startet mit einem 1.8 TFSI mit 190 PS, stehen folgende PS-starken Versionen zur Verfügung:

– Audi S6 Avant mit 4.0 TFSI quattro S tronic/Doppelkupplungsgetriebe und 450 PS (79.000 Euro) 4,6 Sek. 0-100 km/h
– Audi RS6 Avant mit 4.0 TFSI quattro 8-stufige tiptronic/Wandlerautomatik und 560 PS (110.000 Euro) 3,9 Sek. 0-100 km/h
und nun auch
– Audi RS6 Avant Performance mit 4.0 TFSI quattro 8-stufige tiptronic/Wandlerautomatik und 605 PS (117.000 Euro) 3,7 Sek. 0-100 km/h

Die RS-Versionen gibt es nur als Avant, bei der Limousine gibt es maximal “nur” die S-Version.

Die derzeitige Generation des Audi A6 läuft seit 2010, im vergangenen Jahr kam das allgemeine Facelift für alle Varianten. Die Performance-Version ist nun also der letzte große Aufschlag, bevor das Modell komplett erneuert wird.





Exterieur

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In der Frontansicht zeichnet sich der Audi RS6 Avant Performance von den gewöhnlichen A6 Modellen durch große Lufteinlässe, tiefe Schweller und wabenförmige Gitter ab. Im Gegensatz zum RS6 Avant trägt die Performance-Variante zusätzlich noch einen großen quattro‑Schriftzug. Wie bei allen RS6-Modellen kommt auch der Performance mit LED-Scheinwerfern. Grundsätzlich verleiht die spitze Scheinwerfer-Signatur dem Fahrzeug eine Dynamik. Die dezenten Designlinien auf der Motorhaube und an der seitlichen Verkleidung machen fast den Eindruck, als wären sie direkt einer Designskizze entsprungen. Im Seitenprofil geht es zudem um verbreiterte Radhäuser und Schweller und um die größeren Felgen, beim RS Performance Modell heißt das: 21 Zoll, wie auch hier zu sehen auf den Fotos. Optional gibt es darunter eine Keramik-Bremsanlage, die ebenso hier verbaut ist und großartige Bremsleistungen hervorbringt. Am Heck gibt es einen massiven Diffusor und eine Sportabgasanlage. Insgesamt versprüht der Audi RS6 Avant Performance durchaus noch eine Eleganz, trägt nicht zu dick auf. Die einzige sehr spektakuläre Ansicht gibt es am Heck, ansonsten ist der RS6 noch gut alltagstauglich, auch visuell.

Interieur

Für das Interieur hat Audi die RS‑Sportsitze mit ausgeprägten Seitenwangen und integrierten Kopfstützen vorgesehen. Während beim RS6 Avant wenigstens noch eine Alcantara/Tierhaut-Kombination Serie ist, setzt man beim RS6 Avant Performance ganz auf Voll-Leder – angesichts der Racing-Ausrichtung des Fahrzeugs unverständlich. Alcantara-Mittelbahnen müsste man sich hier mit einem Exclusive-Paket für 3.000 Euro extra dazubestellen. Unser Testwagen zeigt dagegen einen Exclusive Innenraum mit einer Extra-Tierhaut. Die Wabensteppung allerdings ist eine clevere Idee, sie sieht gut aus und sorgt auch für ein anderes Sitzgefühl. Sitzheizung und 4-Zonen-Klimaautomatik sind Serie, auch das Navi muss man ausnahmsweise nicht zusätzlich bezahlen. Die Dekoreinlagen sind serienmäßig im Carbon-Stil, wahlweise kann man auch Alu, Klavierlack oder Holz nehmen. Serienmäßig ist ein 10-Lautsprecher-System, optional gibt es 14.

Der grundsätzliche Eindruck ist wie bei allen anderen Audi-Modellen der eines aufgeräumten und super verarbeiteten Cockpits. Der A6 ist dabei noch vergleichsweise klassisch, zeigt also nicht zu viel futuristische Elemente. Das bevorzugen einige Kunden in der Tat. So ist auch die Software nicht die allerneuste, die Smartphone-Spiegelung fehlt zum Beispiel, man verbindet das Telefon klassisch per Bluetooth. Der große Bildschirm lässt sich dafür noch, anders als beim neuen A4, formschön zurückfahren und lässt dann einen freien Blick auf alle Zierleisten zu.

Das Platzangebot ist durchweg überzeugend, vorne wie hinten. In unserem Testwagen ist kein Panorama-Dach verbaut, so hat man selbst noch mit 1,90 m Körpergröße massig Kopffreiheit. Der Kofferraum ist wunderbar nutzbar, zudem kann man einfach die Sitze fernentriegeln. Mit cleveren Laderaumsystemen kann man einzelne Bereiche abtrennen. Einziger Kritikpunkt: Die Sensitivität der elektrischen Heckklappe ist beim Schließen nicht ausreichend, so dass ein guter Kinder-Einklemmschutz nicht gewährleistet ist.

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Motoren

Wie oben bereits beschrieben gibt es genau eine Motorisierung, und zwar den 4.0 TFSI quattro (also Allrad) mit einer 8-stufigen tiptronic (Wandlerautomatik) und 605 PS. In 3,7 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h. Die Wandlerautomatik kommt wie schon beim RS7 zum Einsatz, da Audi ab einer gewissen Drehmoment-Größe vom Doppelkupplungsgetriebe absieht. Und von 0 auf 200 km/h geht es in 12,1 Sekunden.

Unser Testverbrauch beträgt gut 12 l / 100 km.

Fahrverhalten

Die grundsätzliche Allrad-Auslegung ist 40 Prozent Vorderachse und 60 Prozent Hinterachse, bei Bedarf wird die Kraftverteilung dann noch optimiert. Grundsätzlich führt dieser Allradantrieb dazu, dass wir eine sehr harmonische Beschleunigung haben. Das ist insofern verwunderlich, als dass brutale Kräfte walten. Der Vortrieb ist also wahnsinnig schnell, aber trotzdem geschmeidig. Ebenso der Vorwärtslauf, denn dank des langen Radstands ist der Audi RS6 Avant Performance wohl eines der besten Autobahn-Autos überhaupt. Einen derart souveränen Geradeauslauf haben wir selten. Einziger Nachteil: Der Wendekreis ist recht groß. Ansonsten verspricht die direkte Lenkung großen Fahrspaß, der suggeriert, man würde in einem kleineren Fahrzeug sitzen.

Wie beim “normalen” RS6-Modell ist die Luftfederung integriert. Mit ihr liegt das Fahrzeug grundsätzlich 20 mm tiefer als das Serienmodell. Optional kann man sich das härtere Sportfahrwerk bestellen (keine Luftfederung), was aber nicht viel Sinn macht. Wir fahren das DRC-Fahrwerk, das deutlich straffer ausgelegt ist. Erstaunlicherweise hat es Audi geschafft, das Fahrwerk trotzdem noch alltagstauglich bequem zu machen, wobei im Vergleich zur Luftfederung trotzdem zu viel Komfort wegfällt. Nur wer das Auto über viele viele Jahre halten möchte, kann überlegen, von der Luftfederung abzusehen – aufgrund der eventuellen Reparaturkosten. Dagegen kann man allerdings auch wieder halten, dass in diesem Preisbereich eine eventuelle Reparatur der Luftfederung nach zehn Jahren finanziell ziemlich irrelevant ist.

Abmessungen

Länge: 4,94 m
Breite: 1,87 m
Höhe: 1,46 m
Radstand: 2,91 m

Fazit: Kein Kombi ist schneller, keiner ist teurer. Der Audi RS6 Avant Performance markiert die Weltspitze der Avants, herausgefordert wird es nur bald wieder von der C63 Version der neuen Mercedes E-Klasse (T-Modell). Trotz Sportelemente bleibt noch Eleganz beim Exterieur, die Verarbeitung im Interieur ist super, lediglich die Lederalternativen sollten üppiger ausfallen, gerade hier im übermotorisierten Performance/Sport-Bereich. Mit dem Audi RS6 Avant Performance kann man den wohl praktischsten Nordschleifen-Renner fahren.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos & Video: Autogefühl, Michel Weigel

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3 Responses to Audi RS6 Avant Performance Fahrbericht

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  3. Roland says:

    Beim Audi RS6 geginnt der Spass am Autofahren.

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