VW Tiguan R-Line 240 PS Diesel Testbericht

Zu Beginn des Jahres hatten wir den neuen Volkswagen Tiguan zum ersten Mal bei uns im Test. Nun haben wir auch explizit die sportliche VW Tiguan R-Line Version getestet, auf die viele schon gewartet haben – in Verbindung mit dem neuen 240 PS BiTurbo-Diesel. Von Thomas Majchrzak

Ganz generell ist das R-Line Design eine optische Aufwertung für den Tiguan für außen oder für außen und innen, eine Variante, von der auch schon andere Modelle, wie der Golf oder der Passat profitiert haben. Beim neuen VW Tiguan ist diese Ausstattungsvariante nicht für die Basisversion Trendline erhältlich, sondern ab dem Ausstattungslevel Comfortline, und dann natürlich auch für die Top-Ausstattung Highline.




Exterieur

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In der Front erinnert der neue Tiguan an den Passat, zeigt einen horizontal weit gezogenen Kühlergrill, der für Klarheit und Breite steht. Insgesamt ergibt sich ein sportlicheres Bild, denn die Gesamtbreite ohne Außenspiegel ist um 3 cm gewachsen, während der Tiguan nun 3 cm flacher ist. Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Tiguan außerdem um 6 cm länger, hat einen um 7 cm längeren Radstand und dabei kürzere Überhänge. Man kann das sehr schön im Seitenprofil sehen, dass das Auto fast dort endet, wo die Räder enden. Dramatisch ist die seitliche Designlinie auf der Höhe der Türgriffe, die tief ins Blech einschneidet. Das Heck ist nun weniger eigenständig, es sieht eigentlich aus wie ein höher gelegter Passat Variant. Das verleiht dem Heck für SUV-Verhältnisse aber eine klare und dezente Form.

In der R-Line kommt der VW Tiguan mit 19 Zoll Felgen namens „Sebring“ als Anspielung auf den Sebring International Speedway in Florida, und besitzt dazu am Kühlergrill und entlang der Seite ein eigenes R-Line Logo. Optional kann man die auf den Fotos zu sehenden 20 Zöller namens „Suzuka“ beziehen (nach der Rennstrecke in Suzuka, Japan), diese setzen jedoch das Adaptive Fahrwerk DCC voraus. Der kleine Spoiler am Heck ist ebenfalls im R-Line Stil gehalten. Außerdem sind die Schweller in Wagenfarbe gehalten und mit Chromleisten verziert, die Radlaufverbreiterungen sind in Schwarz gehalten. Die scheinbar großen Auspuff-Endrohre sind Fake, der eigentliche Auspuff befindet sich dahinter.

Dem SUV wurde darüber hinaus ein Sportfahrwerk verpasst. Wenn man schon über das Fahrwerk spricht, so kann man, wie bei den 20-Zoll-Felgen schon erwähnt, optional die Adaptive Fahrwerksreglung DCC beziehen. Die DCC ermöglicht es, das Fahrwerk auf Komfort, Sport oder Normal ausrichten. Der Aufpreis für das Exterieur R-Line Design beträgt 2.480 Euro bei Comfortline und 1.945 Euro bei Highline.

Farblich schränkt das R-Line Paket übrigens etwas ein, man kann nicht mehr alle Farben auswählen, aber man hat immer noch genügend Auswahl.

Interieur

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Standard R-Line Sitze mit Kombination Stoff/Mikrofaser/Kunstleder

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Im Innenraum profitiert der neue Tiguan nun von der Technik des MQB (Modularer Querbaukasten), erhält somit auch die aktuellsten Infotainment-Systeme mit optional großen Bildschirmen mit Näherungssensor. Auch das digitale Cockpit aus dem Passat (Active Info Display) ist nun erhältlich sowie ein Head-up-Display. Auf der weiteren technischen Seite kann man sich nun für den Tiguan das App-Connect bestellen, das dann die Konnektivität mit MirrorLink, Android Auto oder Apple CarPlay herstellt. Die Bedienung des Multimedia-Systems erfolgt intuitiv und unkompliziert, insofern hat man hier einen guten Standard geschaffen, auf den man dann auch hier zurückgreift.

Für gut 300 Euro kann man sich nun auch das Security & Service Paket bestellen, das dann drei Anruf-Knöpfe im vorderen Dachhimmel hinzufügt. Einen für ein SOS-Signal, einen für Pannenhilfe und einen für allgemeine Fahrzeuginformationen. Dabei werden jeweils auch Daten vom Fahrzeug wie die Position mit gesendet, damit die jeweiligen Call Center besser Auskunft geben können.

Verarbeitung und Klarheit im Design wurden weiter verbessert, interessant sind insbesondere die vielen attraktiven Sitzoptionen. Die Sitzposition ist wie gewohnt angenehm und aufrecht, weil das Fahrzeug an Größe gewonnen hat, fühlt es sich nun fast an wie ein Touareg. Man könnte das vom Platzangebot her tatsächlich annehmen. Vier Erwachsene mit 1,90 m oder größer haben auf allen Plätzen alle Freiheit. Der Laderaum ist praktisch und die Rücksitze lassen sich vom Fond und vom Kofferraum aus umklappen.

In puncto R-Line kann man leider das Interieur-Paket nicht einzeln anwählen. Man kann entweder die R-Line außen wählen oder kombiniert R-Line außen und innen. Beim Passat ist das anders, dort kann man innen und außen für die R-Line gesondert bestellen.

Wenn man also auch noch das R-Line Interieur-Paket haben möchte, muss man gegenüber dem Exterieur-Paket noch einmal 1.075 (Comfortline) bzw. 820 Euro (Highline) drauflegen, insgesamt ergeben sich dann Gesamt-Paketpreise von 3.550 bzw. 2.760 Euro.

Der Dachhimmel im VW Tiguan R-Line ist dann in Titanschwarz gehalten und das Multifunktionslenkrad besitzt ein R-Line Logo. Leider ist dieses mit Echtleder ausgestattet. Die Sportsitze in der Front sind erstaunlich gemütlich und versprechen einen guten Halt, sobald die G-Kräfte einsetzen. Darüber hinaus sind alle Sitze serienmäßig mit Stoff ausgestattet. Die Sitzinnenwangen sind dazu mit Microfaser überzogen, welches das Ambiente nochmals ein wenig aufwertet. Die Außenwangen sind wie die Türinnenseiten aus Kunstleder. Das ist die optimale Kombination für den Sitzbezug. Zumal die graue Sitzoberfläche einen zusätzlichen Kontrast bildet. Eine Echtlederoption ist wie ebenfalls auf den Fotos zu sehen gegen Aufpreis erhältlich, wovon wir deutlich abraten können, ganz abgesehen von den ethischen und ökologischen Gründen, sondern auch aufgrund des Preises von 2.500 Euro für die Highline und 2.995 Euro bei der Comfortline.

Motoren

Der VW Tiguan bleibt grundsätzlich bei Diesel und Benziner bei vier Zylindern. Folgende Benziner stehen zur Verfügung:

1.4 TSI
125 PS
6-Gang-Schaltgetriebe
6,1 l/100 km

1.4 TSI
150 PS
6-Gang-Schaltgetriebe (dann auch im Verbindung mit Allrad) oder 6-Gang DSG
6,9 l/100 km

2.0 TSI
180 PS
7-Gang DSG (immer mit Allrad)
7,4 l/100 km

Des Weiteren stehen diese Dieselmotoren zur Auswahl:

2.0 TDI
115 PS
6-Gang-Schaltgetriebe
4,8 l/100 km

2.0 TDI
150 PS
6-Gang-Schaltgetriebe oder 7-Gang-DSG (dann auch in Verbindung mit Allrad)
4,8 l/100 km

2.0 TDI
190 PS
7-Gang DSG (immer mit Allrad)
5,7 l/100 km

neu:
2.0 TDI Bi-Turbo
240 PS
7-Gang DSG (immer mit Allrad)
6,3 l/100 km
0-100 km/h ca. 7 Sek.

Vebrauchsangaben: laut Werk, realistischerweise eher + 2 l / 100 km.

Fahrverhalten

Traditionell darf man bei der R-Line keine großartige und revolutionäre Veränderung beim Fahrverhalten erwarten, da es sich eher um eine Ausstattungsvariante handelt. Jedoch lässt sich der Tiguan mit dem adaptiven Fahrwerk auf Knopfdruck ein wenig agiler bzw. sportlicher fahren, wodurch sich der Fahrspaß erhöht. Und überhaupt ist der VW Tiguan in der neuen Generation ein vergleichsweise agiles SUV. Die Lenkung ist angenehm direkt und erfordert keine großen Lenkeinschläge, man kann immer beide Hände am Lenkrad belassen, gerade, wenn man mit einem DSG fährt.

Die Sportsitze geben dabei den nötigen Halt und sind auch für größere Menschen geeignet. Bei der rasanten Beschleunigung des neuen BiTurbo-Diesels ist mehr Seitenhalt auch geeignet. In gut 7 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h, auch die Beschleunigung in den oberen Geschwindigkeitsbereichen kann sich sehen lassen, das zeigt sich gut im Autobahn-Test in unserem Video.

Abmessungen

Länge: 4,48 m (5-Sitzer SWB) / 4,63 m (7-Sitzer LWB, kommt 2017)
Breite: 1,83 m
Höhe: 1,63 m
Radstand: 2,68 m (5-Sitzer SWB) / 2,79 m (7-Sitzer LWB)

Fazit: Der VW Tiguan hat sich in der neuen Generation bereits an die Spitze des Kompakt-SUV-Segments geschraubt. Er bietet eine tolle Mischung aus Eleganz, Verarbeitungsqualität und Platzangebot. Der Wettbewerb kann nur günstiger. Dieser Unterschied wird mit der R-Line natürlich noch größer, denn damit styled man sich seinen Tiguan noch attraktiver. In der Vorgänger-Generation haben sich bereits gut 15 Prozent der Kunden für die R-Line entschieden. Besonders attraktiv sind die Standard-R-Line-Sitze mit mehr Seitenhalt und kontrastierendem Stoff. Ein echtes Traum-SUV, das von der Größe her für alle Belange reicht und nun auch noch sportlicher aussehen kann. Der neue BiTurbo Diesel ist zwar kein Verbrauchswunder, aber zeigt sportliche Leistungen. Wer den Tiguan zum Autobahn-Bomber machen möchte, liegt hiermit richtig. Ansonsten warten wir noch darauf, ob Volkswagen dem Tiguan die GTE-Variante verpasst, die bereits auf der IAA stand, aber es bislang noch nicht in die Serie geschafft hat.

Autogefühl: *****

Produktion (Text, Foto, Video): Autogefühl, Michel Weigel & Thomas Majchrzak

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8 Responses to VW Tiguan R-Line 240 PS Diesel Testbericht

  1. […] VW Tiguan R-Line 240 PS Diesel Testbericht, gefunden bei http://www.autogefuehl.de (0 Buzz-Faktor) […]

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  3. Fosch says:

    Hallo,

    erstmal ein Dankeschön für die tollen Reviews, die ihr schreibt/filmt. Macht immer wieder Spaß!

    Ich habe noch eine Frage zu den R-Line Stoffsitzen:
    Sind die elektrisch verstellbar? Bei den R-Line Echtleder-Sitzen ist das auf den Fotos deutlich sehbar und auch im Konfigurator beschrieben. Bei den Stoffsitzen wird eine elektrische Einstellung nirgendwo erwähnt.

    Würde mich freuen, wenn ihr die Frage beantwortet.

  4. Autogefühl says:

    Hi!

    Besten Dank dafür. Ja in der Tat scheint die voll-elektrische Einstellung an die Tierhaut-Ausstattung geknüpft zu sein, das ist blöd. In der Stoff/Mikrofaser-Variante ist dann die Lendenwirbelsäule elektrisch und die Massage-Funktion, falls diese gewählt ist. Evtl. auch die Rücken-Neigung? Der Rest aber manuell. Ich würde trotzdem die Stoffsitze nehmen, um im Sommer nicht zu schwitzen und im Winter nicht zu frieren.

    LG

    Thomas

    • Fosch says:

      Hi THomas,

      danke für die Info. Hab mittlerweile auch verschiedene Abbildungen durchgeguckt, die bestätigen deine Aussage. Elektrische Verstellung nur mit Leder oder OHNE R-Line Interieur, also mit den normalen Sitzen.

      Da bin ich auch voll bei dir, es wäre schön eine Umwelt- und Tier-freundliche Version der Sitze zu haben, mit elektrischer Verstellung.

      Noch eine Folgefrage:
      Hast du im Seitenhalt einen Unterschied zwischen den normalen und den R-Line Stoff-Sitzen gespürt? Den Abbildungen nach sehen die Seitenteile und Flächen sehr ähnlich aus.

      Hintergrund dazu: Wenn die Sitze ähnlichen Seitenhalt bieten, spricht ja eigentlich nur noch wenig für das R-Line Interieur.

      • Autogefühl says:

        Hi!

        Also man kann R-Line Interieur mit Stoffsitzen nehmen und manueller Verstellung oder normales Interieur mit Stoffsitzen und elektrischer Verstellung?

  5. Fosch says:

    Hi,

    Genau. Weißt du wie die normalen Stoffsitze im Seitenhalt sind?

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