Neuer Infiniti QX30 crossover Testbericht

Mit dem Infiniti QX30 kommt ein neuer Crossover auf den Markt, der sich an den Infiniti Q30 anlehnt. Wir testen die Unterschiede und die allgemeine Kompetenz des Premium-Kompaktwagens mit Offroad-Look. Von Thomas Majchrzak

Den Infiniti Q30 hatten wir hier bereits getestet. Die Crossover-Variante Infiniti QX30 feierte ihre Premiere auf der L. A. Motor Show 2015, nun ist der QX30 auch bei den Händlern und bei uns angekommen. Dabei ist er einmal als Ausstattungslinie Premium ab 38.600 Euro und andererseits als Premium Tech ab 43.170 Euro erhältlich. Damit reiht sich der Japaner zwischen den etablierten Premium-Crossovern à la Mercedes GLA und den eher günstigeren Fahrzeugmodellen ein. Abgesehen von optionalen Features erhalten beide QX30-Modelle in Deutschland den 2.2 Liter Dieselmotor mit 170 PS, der 2.0 Liter Turbomotor ist im QX30 anderen Märkten vorbehalten.





Exterieur

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Das Außendesign des Infiniti QX30 beruft sich im Allgemeinen auf klassische Elemente eines SUVs, setzt jedoch zum Teil deutliche Akzente, wodurch sich der Japaner von der Konkurrenz abheben kann. Eindeutiges Merkmal sind die Frontleuchten, die in einen Chromrahmen übergehen und somit eine unmittelbare Verbindung zum Waben-Netz aufbauen. Die Scheinwerfer wurden von der Form des menschlichen Auges inspiriert. Während im trim level Premium nur Halogenlampen inkludiert sind, so wird der Premium Tech serienmäßig mit LED-Beleuchtung ausgeliefert, gleiches gilt für das Adaptive Kurvenlicht. Auch sehr schön ist die leichte Krümmung der Motorhaube, die dem Kühlergrill ein wenig mehr Struktur verleiht.

Schaut man sich den Infiniti QX30 von der Seite an, so erkennt man eine schöne Wellenform, die von der Motorhaube bis zum Heck führt und dabei immer die Türgriffe umschließt. Eine leichte Einkerbung am unteren Türrahmen verstärkt diesen Eindruck im dreidimensionalen Stil. Außerdem gehören 18 Zoll Felgen zur Serienausstattung beider Ausstattungs-Varianten. Der QX30 erhält dabei gesonderte Felgen-Designs.

Die erwähnte Wellenform geht auch einmal quer über das Heck und verbindet damit die Fahrzeugseiten. Generell fällt einem bei dem QX30 auf, dass Infiniti eher Abstand zu aggressiven und scharfen Elemente hält und stattdessen sich eher auf Rundungen konzentriert. Für uns eine gute Entscheidung, auch wenn ein „scharfes“ Design auch seinen Reiz hätte. Weiterhin erkennt man das runde Design an den Rückleuchten, die in beiden Modellen mit LED serienmäßig ausgestattet sind.

Interieur

Treue Leser werden an dieser Stelle kennen, wie sehr wir es mögen, dass das Außendesign auch im Innenraum übertragen wird. So ist es beim Infiniti QX30, denn die Wellenform spiegelt sich in der Fahrerkabine wieder, indem sie Fahrer und Beifahrer visuell miteinander verbindet. Sowieso hinterließ das Interieur einen mehr als soliden Eindruck bei uns. So oder so gibt es schon für den einfachen QX30 eine ordentliche Ausstattung, darunter ein 7 Zoll Infotainmentssystem, ein aktives Geräuschunterdrückungssystem (nur in Verbindung mit dem Diesel), Spracherkennung und das Infiniti InTouch Navigationssystem inkl. einer Verkehrszeichenerkennung. Das Navi kann man, im Gegensatz zur Mercedes A-Klasse, auch per Touch bedienen. Wer im Rahmen des Noise Cancellings den Musikgenuss erhöhen möchte, kann optional auf das Bose Soundsystem zurückgreifen. In der höheren Preiskategorie kommt dann noch eine Holzverkleidung für die Mittelkonsole, eine Rückfahrkamera und Keyless Entry hinzu. Optional kann der Premium auch mit diesen Features und mit dem Parkassistenten mit Rundumsicht im Technikpaket für rund 1.200 Euro ausgestattet werden. Zur Option steht auch ein Panoramadach.

Leider gibt es im Premium Tech keine andere Variante zu Tierhautbezügen, was zugegebener Maßen ein wenig seltsam ist, da hier der Dachhimmel serienmäßig mit hochwertigem Dinamica (Mikrofaser) ausgestattet wird, wieso also nicht dann auch Dinamica-Sitze anbieten? Wer auf Tierhautsitze verzichten möchte, kommt um die günstigere Ausstattungsvariante nicht herum, da hier Stoff verwendet wird.

Für das Premium Tech Modell ist darüber hinaus ein Café Teak Paket für 550 Euro erhältlich (siehe Fotos), welches die Tierhautbezüge braun färbt, dazu kommen Außenspiegel mit LED-Blinkeranzeige, Aluminium-Fußleisten und verdunkelte Seiten- und Heckscheibe.

Serienmäßig sieht die Sicherheitsausstattung wie folgt aus:
– Parksensoren hinten
– Spurverlassenswarner
– Auffahrwarnsystem mit Stopp-Funktion
– Berganfahrhilfe
– Adaptiver Bremsassistent
– LED-Tagfahrlicht
– Geschwindigkeitsregelung und -begrenzer

Während der Sitzkomfort sehr gut ist, haben größere Menschen nicht allzu viel Platz. Das Cockpit vermittelt eher eine engere sportliche Atmosphäre. So kann man mit 1,90 m nicht mehr nach vorne schauen, wenn man die Sonnenblende heruntergeklappt hat. Für kleinere Menschen ist das Cockpit dagegen besser geeignet. Auch im Fond ist die Platzausnutzung nur mäßig, das ist nicht die Stärke des Infiniti QX30. Die liegt eher im Design und in der hochwertigen Verarbeitung, die noch einen Tick besser erscheint als bei Mercedes. Im Kofferraum hat man so viel Platz wie in anderen Kompakt-Fahrzeugen, umklappen kann man die Sitze dann an der Spitze der Rückbank, besser geht das vom Fond aus.

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Motoren

Wie schon erwähnt steht für beide Varianten ein Dieselmotor zur Verfügung:

2,2 Liter, 4 Zylinder, 170 PS, Allradantrieb, 7-Gang-Automatikgetriebe

Laut Hersteller soll ein Verbrauchswert von 4,9 l/100 km im kombinierten Zustand möglich sein. Um einen realistischen Wert zu erhalten kann man gut und gerne mal zwei oder drei Liter auf diese Angabe addieren. Wir erzielen gut 7,5 l / 100 km im Test.

Fahrverhalten

Geht man vom Infiniti Q30 aus, liegt die Infiniti Q30 Sport Version 20 mm tiefer und der Infiniti QX30 als Crossover 20 mm höher. Damit sich gleichzeitig die Seitenneigung bei Kurvenfahrten nicht erhöht, hat man die Federungsabstimmung geändert, der QX30 ist also etwas straffer ausgelegt. Das sorgt für ein sportliches Fahrverhalten. Trotzdem ist der QX30 komfortabel genug, uns gefällt die Abstimmung. In Verbindung mit der Lenkung, die sich geschwindigkeitsabhängig anpasst, ergibt sich ein sehr feinfühliger und hochwertiger Fahreindruck.

Der Diesel ist im Vergleich mit dem Noise Canceling auch eher unauffällig, auch wenn wir den 2.0 Liter Turbo im QX30 bevorzugt hätten. Der Diesel liefert genügend Durchzug auf der Autobahn, auch wenn der Verbrauch etwas niedriger sein könnte.

Überzeugend sind die von Mercedes bekannten Assistenzsysteme von adaptiver Cruise Control und Toter-Winkel-Warner und Notbremsfunktion, alles funktioniert einwandfrei und somit zählt der QX30 zu den sichersten Fahrzeugen seiner Klasse.

Abmessungen

Länge: 4,43 m
Breite: 1,82 m (ohne Außenspiegel)
Höhe: 1,52 m
Radstand: 2,70 m

Fazit: Der Infiniti QX30 zählt in Design, Verarbeitung und Fahrverhalten zu den hochwertigsten und exklusivsten kompakten Crossover-Fahrzeugen, er ist noch exklusiver als der plattformgebende Bruder. Kleines Detail: Hier erhält man z.B. auch schon im 2,2 Liter Diesel den AMG-Automatikwahlhebel. Einzige Schwäche ist die bedingt optimale Platzausnutzung, dafür artet das sinnliche Design an vielen Stellen zu voluminös aus.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel
Video: Aditya Jayaram (Report), Michel Weigel (Kamera), Thomas Majchrzak (Schnitt)

Und hier geht’s zum Fahrbericht von motoreport. Auch die Kollegen von automativ haben ihre Zeilen zum Besten gegeben.




4 Responses to Neuer Infiniti QX30 crossover Testbericht

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