Toyota RAV4 Hybrid Test Fahrbericht

SUVs und Elektrifizierung sind in aller Munde. So hat Toyota den beliebten Kompakt-SUV RAV4 nun mit einem Update versehen und bietet ihn nunmehr als Toyota RAV4 Hybrid an. Hybrid-Kenntnisse lagen im Hause Toyota ohnehin schon vor, wie wir jüngst auch im neuen Toyota Prius getestet haben. Wir waren also gespannt, wie sich der RAV4 mit dem System macht. Von Thomas Majchrzak





Exterieur

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Das Toyota RAV4 Facelift hat eine neue Front gebracht, die das Kompakt-SUV moderner und schlanker aussehen lässt. Kühlergrill und Scheinwerfer formen eine schmale schlitzartige Einheit, die gut zu dem neuen Hybrid-Image passt. Im Seitenprofil hält der RAV4 am charakteristischen spitzen Abschluss des hinteren Fensters fest, die Fensterlinie steigt ferner leicht an. Das Heck ist durch das blau unterlegte Toyota-Logo gekennzeichnet und den herausstehenden Abschluss, der das Fenster überragt. Die Heckleuchten zeigen sich modern in einem transparenten Design.

Interieur

Das Interieur des Toyota RAV4 Hybrid ist gekennzeichnet durch ein Armaturenbrett, das relativ weit in den Innenraum hineinragt. Die Oberfläche des Armaturenbretts ist aus Hartplastik, hier könnte man angesichts des Preises mehr machen, wie jüngst beim kleineren Hybrid-Crossover-Konkurrenten Kia Niro gesehen. Knöpfe und Drehschalter sind im Toyota RAV4 dagegen sehr ordentlich verarbeitet. Auch die Verkleidung des unteren Armaturenbretts vor Bildschirm und Temperatur-Einheit ist hochwertig, es handelt sich um unterfüttertes Kunstleder. Ins Auge fallen ferner die hellen Kontraste wie die hellgrauen Umrandungen der Fußmatten, das schafft eine freundliche und moderne Atmosphäre. Lobend zu erwähnen sind auch die standardmäßigen bequemen Stoffsitze. In ein nachhaltiges Hybrid-Fahrzeug gehören nämlich auf gar keinen Fall Sitze mit Tierhautbezug. Platz ist reichlich vorhanden, selbst auf den hinteren Sitzen hat man mit über 1,90 m noch genügend Kopf- und Beinfreiheit. Zudem fällt auf, dass man hinten relativ hoch sitzt. Die Lehne der hinteren Sitze lässt sich in der Steilheit verstellen, mit demselben Hebel an der Seite kann man die Sitzbank auch komplett umlegen – leider nicht vom Kofferraum aus. Letzterer ist für ein SUV dieser Größe etwas eingeschränkt, zudem ergibt sich ein Anstieg vom Kofferraum zu den Rücksitzen. Die Hybrid-Variante verliert gut 50 Liter Kofferraumvolumen, im praktischen Nutzen hält sich der Nachteil aber wirklich in Grenzen.

Unser Testwagen zeigt die Ausstattung Comfort, die Basis-Ausstattung für den Hybriden. Diese bietet gegenüber der Serie schon folgendes:

– 17-Zoll-Alus
– LED-Scheinwerfer
– Regensensor
– Tempomat
– Klimaautomatik
– Komfortsitze in Stoff
– Multimedia-System mit Bluetooth und Rückfahrkamera

Diese Kombination empfehlen wir auch, man braucht gar keine Extras. Darüber gäbe es nämlich noch die Linie “Edition” (18 Zoll Alus, keyless Entry) und Executive (Tierhautsitze und Sitzheizung).

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Motoren

Los geht es mit der Hybrid-Variante bei 32.000 Euro – das hält sich für ein Auto mit Elektro-Technik in Grenzen und zeigt, dass Toyota durch den massenhaften Einsatz der Hybridtechnik fast keinen Kostennachteil mehr diesbezüglich hat. Denn der Hybrid inkludiert nämlich direkt eine höherwertigen Ausstattung. Zum Einsatz kommt ein 2,5 Liter Vierzylinder Sauger-Benziner, der zusammen mit dem Elektromotor auf gut 200 PS Systemleistung kommt. Verfügbar sind eine Variante mit Frontantrieb (Elektromotor unterstützt nur die Vorderräder) oder mit einem zusätzlichen Elektromotor für die Hinterachse. Wer einen Anhänger ziehen möchte, muss auf jeden Fall die Allrad-Variante (3.000 Euro extra) nehmen, da sich die Anhängelast dabei von 800 auf 1.650 kg erhöht. Beim Allrad-Antrieb gibt es keine Verteilung von Achse zu Achse, elektronisch wird der Kraftfluss an der Hinterachse gesteuert und kann vom Fahrer nicht beeinflusst werden.

Klassische Motoralternativen wären ein 2,0 Liter Turbodiesel (von BMW zugeliefert) mit 143 PS (ab 27.000 Euro, Fronttriebler und Handschaltung) und ein 2,0 Liter Sauger-Benziner mit 151 PS (ab 28.000 Euro).

Fahrverhalten

Wir fahren die günstigere Vorderradantrieb-Variante, die für die meisten Kunden relevanter ist. Denn Allrad braucht man in den meisten Fällen nicht, und der Aufpreis ist ja auch durchaus erwähnenswert. Grundsätzlich gut finden wir, dass hier noch ein Sauger-Benziner zum Einsatz kommt, da diese realistischer an den angegeben Verbrauchswerten bleiben und auch kein Turbo kaputt gehen kann.

Von 0 auf 100 km/h geht es in 8,3 Sekunden, das ist fix und fühlt sich durch die Elektro-Unterstützung sogar noch schneller an. Die Schaltung erfolgt wie z.B. auch bei einigen Subaru- und Hondafahrzeugen über eine CVT, continuously variable transmission, ein gangloses Automatikgetriebe.

Fährt man langsam an, lässt ausrollen oder rollt bergab, ist man im rein elektrischen Modus unterwegs, dies wird auch in den Instrumenten angezeigt. Beim Verzögern wird ferner rekuperiert, d.h. Energie wieder in die Batterie eingespeist. Somit ist kein Bergabfahren umsonst. Und der Hybrid lohnt sich in der Stadt wirklich, gerade, wenn man rangiert oder einparkt, das kann man dann immer lautlos machen. Zudem hilft der Hybrid dabei, dem angegebenen Verbrauch von 5 l / 100 km nahe zu kommen. Effektiv verbrauchen wir im Mix etwas weniger als 7 l / 100 km. Auf der Autobahn bei hohen Geschwindigkeiten ist der Hybrid ein Nachteil, weil man mehr Gewicht mit sich herum schleppt. Bei niedrigem Tempo in der Stadt oder bei Bergabpassagen, auf denen man rekuperieren kann, ist man dagegen im Vorteil.

Die Lenkung ist sehr leichtgängig, so braucht man beim Kurbeln/Einparken kaum Kraft aufwenden. Nachteil: Die Lenkung fühlt sich beim dynamischen Fahren eher etwas künstlich an.

Insgesamt ergibt sich ein komfortables und unkompliziertes Fahrverhalten, wir sind zufrieden.

Abmessungen

Länge: 4,57 m
Breite: 1,84 m
Höhe: 1,66 m
Radstand: 2,66 m
Leergewicht: 1.680 kg

Fazit: 4.000 bis 5.000 Euro Aufpreis kostet der Hybrid, dafür erhält man aber auch gleich ein Automatikgetriebe und die nächst höhere Ausstattung, so dass der Preisunterschied nicht mehr groß ins Gewicht fällt. Das ist Toyota sehr hoch anzurechnen. Zudem kommt der Hybrid mit einer attraktiven und nachhaltigen Stoffsitz-Ausstattung. Die Platzausnutzung ist gut, das Interieur zweckmäßig. Etwas mehr Verarbeitungsqualität könnte Toyota aber ruhig liefern. Der Hybrid lohnt sich beim Fahren, niedrige Spritverbräuche sind zu realisieren und gerade auf der letzten Meile oder in der Nachbarschaft kann man “für Ruhe sorgen” oder auch lautlos im Stau mitschwimmen. Der Toyota RAV4 Hybrid bietet somit ein überzeugendes Konzept im Kompakt-SUV-Bereich und darüber hinaus.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos & Video: Autogefühl, Michel Weigel

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3 Responses to Toyota RAV4 Hybrid Test Fahrbericht

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  3. Fabian says:

    Hallo Thomas ich habe mir dein YouTube Video mehrmals angeschaut. Mittlerweile im Dezember 2017 habe ich mir einen RAV4 Hybrid in der Ausstattung Team-D gekauft . Wir Sind als Familie mittlerweile 2000 km mit diesem Auto herumgefahren hauptsächlich in der Stadt und auf der Landstraße . Das Auto hat ungefähr die Abmessungen eines VW Touran es ist besonders komfortabel gefedert mit guten sitzen und Guter Geräusch Dämmung. Auch der Kofferraum ist groß genug für uns vier. Der Hybridantrieb ist etwas Besonderes er ist nicht wie beim Prius darauf ausgelegt den letzten Tropfen Benzin zu sparen. Sondern er ersetzt eher den turbolader. Das Auto fühlt sich an wie ein Turbodiesel . Gleichzeitig bleibt der Spritverbrauch im erträglichen Rahmen bei etwa 6,5 Litern in der Stadt und auf der Landstraße. Auf der Autobahn sind es etwa 7,5 Liter bei 140 kmh.

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