Bentley Bentayga W12 SUV Test Fahrbericht

Nun auch Bentley. So kann man Bentleys Einstieg in den SUV-Markt mit dem Bentayga am besten beschreiben. Der neue Bentley Bentayga basiert ebenso wie die zweite Generation des Audi Q7 auf der Volkswagen-Konzern MLB-Evo-Plattform (Modularer Längsbaukasten). Der Name Bentayga ist eine Mischung aus dem Begriff Taiga, welches u.a. Schneegebiete im Norden beschreibt, und den ersten drei Buchstaben des Luxusherstellers. Wir haben das teuerste SUV-Vergnügen getestet. Von Thomas Majchrzak





Exterieur

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Elegant und edel wirkt der Luxus-SUV, und von vorne sagt der breite Chrom-Kühlergrill ganz klar: Ich bin ein Bentley. Die klassisch rund gehaltenen LED-Frontleuchten zeichnen sich von der Konkurrenz ab, die hier ein moderneres Design bevorzugt. Die Lampen reinigen sich übrigens automatisch. An den Seiten finden wir einen fingierten Luftauslass, der geschickt in Form eines „B“ gestaltet ist. Tiefe Einkerbungen im Blech verlaufen entlang der Seite, sie formen starke Schultern aus. Optional können Felgen bis zu 22 Zoll ausgewählt werden, wie wir auch auf unseren Fotos sehen. Zum Heck hin erscheint das Fahrzeug ein wenig breiter, jedoch ist das hintere Abteil ansonsten unspektakulär, sehr konservativ gestaltet. Ebenfalls setzen die Briten hierbei auf abgerundete Heckleuchten. Optisches Highlight stellen die Chromrahmen entlang der Auspuffanlage und die unter der Heckscheibe verlaufende Kontrastlinie dar. Von Haus aus hat man eine sehenswerte Auswahl an Farben, sollte man jedoch individuelle Wünsche haben, etwa damit es genau die Farbe einer bestimmten Handtasche wird, so kann man auch dies gegen Aufpreis erhalten.

Unser Testfahrzeug zeigt die Farbe Marokko-Blau sowie Karbon-Kontraste an Spoilern und Außenspiegeln.

Interieur

Das Interieur ist die Stelle, bei der Bentley am meisten punkten kann. Denn hier kann man Handarbeit anlegen, wie wir auch jüngst bei unserer Werksbesichtigung erlebt haben. Im Innenraum kann man grundsätzlich zwischen 15 verschiedenen Farbkombinationen auswählen. Darüber hinaus gibt es natürlich Sonderwünsche, denn wer eine Viertelmillion für ein Auto ausgibt, darf auch etwas mehr erwarten als das, was von der Stange kommt. Serienmäßig kommt der Bentayga ausschließlich mit Lederausstattung, schade, da Echtleder keinen nachhaltigen Luxus darstellt. Die Gestaltung steht allerdings außer Zweifel, denn die Eleganz von außen überträgt sich nach innen, so strahlen Cockpit und die mit Holz verzierten Furniere Exklusivität aus. Auch die Steppnähte im Rautenmuster sorgen für Luxusatmosphäre. Immer wieder entdeckt man neue schöne Details. Ein Highlight sind stets die Luftauslass-Knöpfe in Form von Ventilen. Dann die analoge Uhr, deren Zeiger im selben Orange leuchten wie die Zeiger in den Instrumenten. Oder die Symmetrie des Armaturenbretts, denn geschwungen werden Fahrer- und Beifahrer getrennt. Unser Fahrzeug zeigt auch das optionale Panoramadach, das viel Licht in den Innenraum lässt, allerdings nicht zu öffnen ist. Platz und Luxus ist auf den Vordersitzen mehr als vorhanden, lobend zu erwähnen sind die vielseitigen Massageoptionen.

Für Infotainment und Entertainment ist ebenfalls gesorgt. Der 8-Zoll große Touchscreen wurde überarbeitet und ermöglicht nun eine einfachere und vor allen Dingen schnellere Bedienung. In bisherigen Bentley-Modellen ließ die Reaktionszeit des Screens durchaus zu wünschen übrig. Jetzt kann man in der Navi-Karte scrollen und zoomen wie am iPad, es gibt ein übersichtliches Menü und auch eine ordentliche Konnektivität mit Apple CarPlay & Co. – und das alles ansprechend gestaltet. Fahrgäste auf den hinteren Sitzen können optional ihre eigenen Filme auf 10,2 Zoll großen Tablets, die an der Hinterseite der Sitze platziert wurden, anschauen. Die Tablets lassen sich sowohl innerhalb des Autos als auch außerhalb verwenden. Des Weiteren ist ein 4G WLAN-Hotspot verfügbar.

Im Fond finden wir zwei Einzelsitze, die den Bentayga auch für Chauffeur-Zwecke rüsten. Und das macht tatsächlich Sinn, wenn während man in klassischen Limousinen eher in eine Liegeposition gerät, sitzt man hier auch hinten aufrecht. Es bleibt auch für große Erwachsene genügend Platz, aber insgesamt ist die Raumausnutzung angesichts der Länge des Fahrzeugs eher mager. Im Kofferraum des Bentayga hat man für einen Bentley aber die beste Lademöglichkeit seit Bestehen der Marke. Optional erhält man auch eine Picknick-Sitzkante, die man bei Bedarf ausklappen kann, ähnlich wie beim Range Rover. So kann man sich während einer Pause auf einer langen Autofahrt gut entspannen. Optional bietet Bentley Zubehör wie einen Picknick-Korb für diese Gelegenheit an. Im normalen Setup bleibt ein gut nutzbarer Laderaum, nur beim Umklappen der Sitze ist Schluss, denn das ist nicht vorgesehen. Dafür finden wir eine Ski-Durchreiche für kleinere lange Gegenstände.

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Motoren

Ein neues Fahrzeug bedeutet häufig auch neue Motoren, und genau das ist auch hier der Fall mit dem neuen Bentley 6,0 l W12. 608 PS, 900 Nm Drehmoment und nur 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h spiegeln eindeutig die Leistungsfähigkeit des neuen Motors wider. 300 km/h stellen die maximale Geschwindigkeit dar. Vor allem darf man bei der Beschleunigung nicht das erhebliche Leergewicht von 2.422 Kg außer Acht lassen. Serienmäßig kommt der Bentayga mit einem 8-Gang-Automatikgetriebe und ist auch vorerst nur als Benziner erhältlich. Ein umweltfreundliches SUV findet man aber damit natürlich nicht vor, denn mindestens 13 Liter auf 100 Kilometern ist schon ein ziemlich hoher Verbrauch. Erfahrungsgemäß kann man jedoch eher von 15 bis 16 Litern ausgehen.

Später folgt noch ein V8 und eine Hybrid-Variante. Auch soll ein großer Diesel im Gespräch sein.

Fahrverhalten

Der Bentley Bentayga ist mit seinen knapp 2,5 Tonnen Gewicht natürlich kein agiles Leichtgewicht. Trotzdem lässt er sich vergleichsweise agil bewegen. Er neigt sich in den Kurven nicht sonderlich zur Seite, sondern lässt sich gut dirigieren. Auch der Wendekreis stellt kein Problem dar. Lediglich enge Tiefgarageneinfahrten mag der Bentayga nicht. Abhilfe schafft da ein wenig das gute Kamerasystem, das auch eine fingierte Vogelperspektive anbietet. Das Luftfahrwerk sorgt im Zusammenspiel mit der exzellenten Geräuschdämmung für ein weiches und angenehmes Fahrgefühl, ohne – wie gesagt – zu schwammig zu werden. In puncto Geräuschdämmung, Komfort und Fahrwerk ist das bislang der beste Bentley, und man merkt in der Tat, dass Bentley hier von der Audi-Expertise profitiert.

Interessanterweise findet man keinen „Eco“-Modus wie bei anderen Herstellern, dafür kann man zwischen Komfort, Sport und Bentley auswählen. Bentley stellt hierbei dann einen erweiterten Komfortmodus dar, der das Fahrverhalten automatisch angenehmer machen soll. Der Bentayga ist ebenso das erste Model der Marke, das mit einer Start-Stop-Funktion auf den Markt gebracht wird. Allerdings wird das den Verbrauch auch nicht mehr retten. Auf dem Papier liegt er bei 13 l / 100 km, effektiv erzielen wir 15 l und mehr.

Tritt man aufs Gaspedal, so fühlt sich die Beschleunigung an wie in einem Jumbo-Jet. Man spürt, dass Gewichtsmassen bewegt werden müssen. Insofern ist die krasse Beschleunigung, die durch den Motor möglich ist, nicht besonders angenehm, wenn man sie ganz ausreizt. Die Stärke des Bentayga besteht eher in der Souveränität der Fortbewegung. Im Vergleich zu den Bentley Limousinen ist die Übersicht übrigens deutlich besser. Die hohe Sitzposition und die vergleichsweise quadratischen Abmessungen vermitteln ein besseres Gefühl dafür, wo das Auto aufhört.

Möchte man die Geschwindigkeit wieder reduzieren, merkt man übrigens erneut das Gewicht, man muss kräftigt aufs Bremspedal treten. Insofern sei auch noch mal dazu geraten, die Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h nicht auszureizen.

Abmessungen

Länge: 5,14 m
Breite: 2,00 m (2,22 m mit Außenspiegeln)
Höhe: 1,74 m
Radstand: 2,99 m
Leergewicht: 2.440 kg

Fazit: Der Bentley Bentayga zeigt gegen den Trend viele klassische Design-Elemente am Exterieur und punktet mit liebevoller Bentley-Handarbeit im Interieur. Immer wieder findet man neue Details, wie die vielen metall-gerändelten Knöpfe. Nachbessern muss Bentley dagegen im Angebot von Mikrofaser und/oder hochwertigen Kunstledern, wie man sie auf Spitzen-Yachten findet. Im Fahrverhalten ist der Bentayga klar der Komfortkönig der Marke, dafür sorgen aufrechte Sitzposition, Top-Fahrwerk und auch die exzellente Geräuschdämmung. Auch wenn der Mulsanne das Flaggschiff ist, sitzt man im Bentayga auch als Fond-Passagier deutlich bequemer. Nun sind wir noch gespannt auf die neuen Motorisierungen, denn möglicherweise erhält der Bentayga noch den neuen V8-Diesel aus dem Audi SQ7 oder auch einen Hybrid-Antrieb.

Autogefühl: ****

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak

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One Response to Bentley Bentayga W12 SUV Test Fahrbericht

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