Kia Optima Sportswagon GT Kombi Fahrbericht

Die neue Generation des Kia Optima gibt es nun auch als Kombi. In der Topversion GT zählt der Kia Optima Sportswagon mit 245 PS sogar zu den leistungsstärksten Mittelklassekombis. Preislich beginnt der Sportswagon bei gut 26.000 Euro. Mehr Details zum neuen Kia Optima Sportswagon GT und der neuen Plugin-Hybrid-Variante liefert unser Testbericht. Von Michel Weigel

Offizieller Release-Tag ist der 24. September 2016 für den Kia Optima Sportswagon, welcher nur in Europa erhältlich sein wird. Darunter sind fünf verschiedene Ausstattungslinien verfügbar: Edition 7, Vision, Spirit, GT Line und GT. Der Grundpreis liegt bei 26.000 Euro. Damit liegt man preislich ähnlich wie die Konkurrenz von z.B. Mazda6, VW Passat oder Skoda Superb. Allerdings hat der Kia Optima für denselben Preis mehr Ausstattung inklusive. Die Top-Ausstattung Kia Optima Sportswagon GT mit dem 245 PS Turbo kommt schließlich auf fast 42.000 Euro.

Der Kia Optima teilt sich die Plattform mit dem Hyundai Sonata, der in Deutschland nicht verkauft wird. Da es vom Sonata bereits eine Plugin-Hybrid-Variante gab, folgt diese nun etwas verspätet auch für den Kia Optima. Zunächst als Limousine, in 2017 sogar auch für den Kombi.





Exterieur

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Rein von den groben Spezifikationen unterscheiden sich Limousine und der sportliche Kombi nicht. Beide sind 4,86 Meter lang und tragen bis auf die hintere Dachlinie dieselben Designmerkmale. Auffällig ist die Gestaltung des Kühlergrills, welcher nicht wie bei anderen Herstellern entweder mit horizontalen oder vertikalen Designlinien ausgestattet ist, sondern mit der Diamantstruktur seinen ganz eigenen Weg geht. Vor allem die Verbindung mit den kantigen Frontleuchten sorgt für einen sportlichen Look. Die Tigernasen-Form hat sich zum Markenzeichen der neuen Kia-Modelle entwickelt, auch bei den kleinen und kompakten Modellen, wie man z.B. auch jüngst beim neuen Kia Niro gesehen hat. Ferner verjüngt sich die Fensterlinie, je näher man im Seitenprofil dem Heck kommt. Auch beim Kombi senkt sich das Dach gleichzeitig ein wenig. Das verleiht den Kia Fahrzeugen eine sportliche Linie und schafft ebenso einen Wiedererkennungswert. Der Sportswagon GT verfügt dazu über eine Dachreling und nur ein paar Zentimeter darunter verläuft parallel eine weitere Chrom-Linie. Diese endet erst beim Spoiler, was ein wenig unplatziert wirkt, da der Fensterrahmen deutlich eher aufhört. Am Heck zeigt sich natürlich der größte Unterschied zwischen Kombi und Limousine. Der Sportswagon verfügt über eine deutlich größere Heckklappe und (natürlich) über mehr Stauraum, aber dazu später mehr. Die Rückleuchten sind wohl der Eye-Catcher des Sportswagon, weil diese sportliche und elegante Akzente miteinander verbinden. Sie können optional mit der LED-Technologie ausgestattet werden, gleiches gilt für die Frontleuchten.

Im Kia Optima Sportswagon GT kommen sportliche Elemente hinzu: So sind Lufteinlässe Spoiler in der Front größer geraten, ebenso die spezifische Bremsanlage. Ein GT-Sportfahrwerk sort für einen engeren Kontakt zur Straße. Am Heck findet man in GT Line (nur optische Merkmale) und GT (auch mit der starken Motorisierung) zwei kräftige Auspuffendrohre.

Interieur

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Der Innenraum wurde in der neuen Generation des Kia Optima komplett neu aufgelegt. Auf den ersten Blick erinnert er etwas an BMW – etwa die senkrechten Versteller für die Lüftungsdüsen und die zwei Einheiten für Sound-System und Klimaeinheit, die noch vorwiegend per Knopf bedient werden. Denn nicht alle Knöpfe sind ins Infotainment-System gewandert, und die Knopfleisten sind horizontal angeordnet. Hier orientiert man sich an eher konservativen Nutzern. Design-mäßig mag das zwar nachteilig sein, aber es fällt direkt auf, dass alle Schalter und Knöpfe sehr intuitiv angeordnet sind, relativ groß gestaltet und somit insgesamt sehr einfach zu bedienen sind. Zudem finden wir überwiegend eine hohe Verarbeitungsqualität. Größtenteils kommen Soft-Touch Oberflächen zum Einsatz, was in dieser Preiskategorie nicht immer gängig ist. Nur hier und da findet man noch eher suboptimale Verarbeitungen, wie z.B. bei der Klimaanlage, wo sich die Umrandung der Drehknöpfe etwas biegen lässt.

Der Infotainment-Screen ist nicht tief eingefasst, es soll eher der Effekt eines insgesamt flachen Armaturenbretts entstehen. Die Reaktionszeiten des Systems sind extrem kurz, man kann sich also schnell durchs Menü tippen. Außerdem ist auch hier die Menüführung angenehm intuitiv. Optional (bzw. je nach Ausstattungsvariante) kann man sein Smartphone auch induktiv laden. Angenehm ist auch wieder, dass man sich ein beheizbares Lenkrad bestellen kann.

Wie bereits angedeutet besitzt der Kia Optima Sportswagon ein breites Spektrum an Serienausstattung, darunter z.B. ein einfaches Navi, eine Rückfahrkamera, Tempomat und eine Klimaanlage. Darüber hinaus gibt es optional LED-Scheinwerfer, ein Intelligentes Parksystem, eine 360 Grad Kamera, ein Panoramadach oder ein Premium-Soundsystem. Keyless Entry ist ebenso verfügbar, genauso wie ein noch umfangreicheres Navigationssystem. Die optionale LED Ambientebeleuchtung verleiht dem Fahrzeug noch einen persönlicheren Bezug.

In puncto Sitzbezüge startet der Kia Optima Sportswagon mit Stoff, die GT Version kombiniert allerdings leider automatisch Tierhaut auf den Sitzen. Dementsprechend wird für diese Sitze zum Temperatur-Ausgleich Sitzheizung und –kühlung angeboten.

Ein Grund für einen Kombi ist immer der mögliche Stauraum. Der Kofferraum fasst bis zu 552 Liter, durch das Umklappen der Rückbank erhöht sich das Fassungsvermögen auf 1.686 Liter. Im Vergleich zum Skoda Octavia sind dies 50 Liter weniger. Im Übrigen lässt sich die Rückbank im Verhältnis 40:20:40 teilen, was durchaus besonders ist, da die meisten Fahrzeuge auf einen klassischen 1/3-2/3-Split zurückgreifen. Auch finden wir es gut, dass die Abdeckung mit Hilfe von Schienen in einer ordentlichen Fassung vor- und zurückgeschoben wird.

Generell ist der Kombi in den Ausstattungslinien Edition 7, Spirit, Vision, GT-Line und GT (Top-Ausstattung) verfügbar. Je nach dem ist serienmäßig ein autonomer Brems- und Spurhalteassistent mit an Bord. Unserer Meinung nach sollte die Notbremsfunktion unabhängig von der gewählten Ausstattung immer serienmäßig implementiert sein.

Motoren

Die GT-Version wird ausschließlich mit dem 2.0 T-GDI Benziner angeboten, im Detail sehen die Daten wie folgt aus:

2.0 T-GDI (Turbo)
245 PS (GT-Version)
8,2 l/100 km

Die GT-Version kommt dazu serienmäßig mit einem 6-Stufen-Automatikgetriebe und bringt das Fahrzeug in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Durch das adaptive Fahrwerk lässt sich der Optima noch sportlicher fahren.

Für alle anderen Versionen des Kia Optima Sportswagon stehen noch die Einstiegsmotorisierungen zur Verfügung:

2.0 CVVL (Sauger-Benziner)
163 PS

1.7 Diesel
141 PS

Außerdem gibt es den Kombi in 2017 auch als Plug-In Hybrid, dieser verspricht dann eine rein elektrische Reichweite von 43 Kilometern. Dabei kommt neben dem Elektromotor ein 2.0 Liter Benziner zum Einsatz und gemeinsam erreichen sie eine Leistung von 205 PS.

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Fahrverhalten

Grundsätzlich ist es angenehm, dass Kia noch Sauger-Benziner anbietet, versprechen diese Motoren doch eine harmonische Beschleunigung und eine hohe Haltbarkeit. Wer es spritziger bevorzugt, wählt dann den Turbomotor, den wir im GT testen. Mit 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h zeigt der Motor genügend Power, auch bei Autobahn-Überholmanövern reicht ein kurzer Tritt aufs Gaspedal. Dafür ist der Turbo dann vorteilhaft. Trotz hoher Geschwindigkeiten ist der Motor nicht überdurchschnittlich laut. Dies liegt auch daran, dass Kia mit der neuen Optima-Generation an der Schalldämmung gearbeitet hat, so dass der Geräuschkomfort nun auch bei höheren Geschwindigkeiten besser geworden ist.

Die GT-Version lässt sich spürbar sportlicher fahren als der normale Kia Optima. Zwar klebt der Kombi nicht auf der Straße wie reine Sportfahrzeuge, nichtsdestotrotz hat man nie das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Auch beim schnelleren Fahren fühlt man sich wohl, wobei einem auch der großzügige Innenraum zugute kommt. Im Fahrmodus Sport beschleunigt das Fahrzeug schneller, weil die Gänge höher drehen und später wechseln und das Fahrwerk wird ein wenig härter. Das kann man ab und an mal probieren, doch für längere Fahrten ist dies eher weniger geeignet, hier empfehlen wir den Komfort-Modus. Grundsätzlich ist das Fahrwerk noch gutmütig ausgelegt, noch deutlich in Richtung Komfort, ähnlich wie beim Mazda6. Die deutschen Konkurrenten gehen da eher in eine noch sportlichere Richtung, es kommt hier darauf an, was man möchte.

Das Lenkrad ist wie erwartet in der GT-Version sehr direkt. Bei niedrigen Geschwindigkeiten oder beim Einparken benötigt man nicht viel Kraft. Bei höheren Geschwindigkeiten ist die Lenkung vielleicht sogar ein wenig zu direkt, ähnlich wie bei der Alfa Romeo Giulia. Zu Beginn ist dies ein wenig merkwürdig, aber man gewöhnt sich schnell an das Lenkverhalten.

Grundsätzlich hat man zu den Seitenfenstern einen sehr guten Überblick, darüber hinaus unterstützt die Blind Spot Detection (Toter-Winkel-Warner), in Situationen, in denen man sich unschlüssig ist, ob die Fahrbahn tatsächlich frei ist.

Abmessungen

Länge: 4,86 m
Breite: 1,86 m
Höhe: 1,46 m
Radstand: 2,80 m
Gewicht: 1.530 – 1.720 kg

Fazit: Ein solides Ambiente innen und eine Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit außen, das eher schon Premium-Feeling aufkommen lässt, und das zu einem günstigen Preis. Denn hier ist stets schon mehr Ausstattung enthalten als bei der Konkurrenz. Das ist der Kia Optima. Nun als Kombi bietet er noch mehr Praxiswert. Und der Kia Optima Sportswagon GT lässt sich deutlich sportlicher fahren als die Einstiegsversion. Zusammen mit dem starken Turbo-Motor und der hohen Ausstattung landet der Optima Sportswagon allerdings schnell über 40.000 Euro, da stellt sich die Frage, ob man nicht mit einem günstigeren Sauger-Benziner und der ohnehin schon reichhaltigen Basisausstattung günstiger glücklich wird. Jedenfalls kann man mit dem Kia Sportswagon GT die Ansprüche an Familientauglichkeit und Sportlichkeit miteinander verbinden, ein heißer Mitbewerber im Mittelklasse-Segment.

Autogefühl: ****

Text & Fotos: Autogefühl, Michel Weigel

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