Seat Leon Cupra 290 Test Fahrbericht

Vor kurzem hat Seat den neuen aktualisierten 290 PS starken Motor für den Seat Leon Cupra vorgestellt (bislang 280 PS), wir schauen uns somit nun noch einmal den kompakten Rennflitzer genauer an – in einer besonderen Farbkombination. Der Seat Leon Cupra 290 in Alor-Blau mit Performance-Paket Orange. Von Thomas Majchrzak

Für nun 25 PS mehr gegenüber dem Cupra 265 muss man gut 1.800 Euro hinlegen. Somit beginnt der Preis für die 290 PS Version bei 35.120 Euro und für die Version mit 265 PS bei 33.320 Euro (jeweils Dreitürer SC). Weiterhin kann man den Seat Leon Cupra entweder als Drei- oder Fünftürer oder als Kombi (ST) beziehen.




Exterieur

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Der Seat Leon Cupra profitiert von den bereits dynamisch gezeichneten Scheinwerfern des Basismodells. Der Kühlergrill ist in Wabenform gehalten und mit einem Cupra-Logo versehen. Darunter thront ein kräftigerer Spoiler. Am Heck besitzt der Leon Cupra 290 einen kleinen Heckspoiler. Im Vergleich zu der Einstiegs-Cupra-Variante mit dem 265 PS starken Motor gibt es rein äußerlich kaum Unterschiede zur 290er-Version. Einziger sofort sichtbarer Unterschied ist, dass man mit dem stärkeren Motor auch 19-Zoll-Felgen, anstatt der serienmäßigen 18-Zöller erhält.

Unser Testwagen ist in der farblich spektakulären Kombination Alor-Blau mit orangefarbenen Felgen gehalten. Letztere sind zusammen mit der Umrandung des Kühlergrills und dem orangefarbenen Cupra-Schriftzug am Heck im Performance-Paket Orange enthalten, das für gut 2.500 Euro Aufpreis ferner eine Brembo 4-Kolben-High-Performance-Bremsanlage vorsieht. Das Paket ist optional ferner mit Semi-Slicks bestellbar.

Insgesamt ist der Seat Leon Cupra in dieser Kombination das wohl auffälligste Fahrzeug in diesem Segment, was gleichzeitig eine sportlich-elegante und stringente Designlinie verfolgt. Ausfallender ist z.B. nur der Honda Civic Type R.

Interieur

Der Innenraum punktet mit einer soliden bis zu ausgezeichneten Verarbeitung und Qualität. Seat hat es geschafft, bereits im Nicht-Premium-Segment eine Premium-Verarbeitung zu bieten. Vor allem hat es uns erfreut, dass serienmäßig Alcantara Sitzbezüge innen mit Lederoptik außen an Bord sind. Eine sinnvolle Kombination, die Seat konsequent in den Sport-Varianten verfolgt. Natürlich kann man auf Echtleder aufsteigen, doch dazu können wir nicht raten. Darüber hinaus geben die Sportsitze dem Fahrer einen besseren Halt, ebenso bei den Beifahrern, wodurch auch einem Rennstreckenbesuch nichts im Wege stehen würde. Standardmäßig erhält man die Sportsitze mit bereits besserem Seitenhalt, optional stehen wie auf den Fotos zu sehen Sportschalensitze für 1.500 Euro extra zur Verfügung, mit demselben überzeugenden Sitzbezug. Anzumerken sei auch, dass die Sitze, unabhängig vom verwendeten Material, nur in Grau- und Schwarztönen erhältlich sind. In puncto Komfort verhält es sich so: Wer gerne eine ausgeprägte Wölbung im Bereich der unteren Wirbelsäule hat, wird mit den Supersportsitzen glücklicher. Wer das nicht so gerne mag/verträgt, bleibt lieber bei den normalen Sportsitzen.

Das Platzangebot ist auf den Vordersitzen auch für große Menschen gut. Der SC/Dreitürer macht das Besteigen des Fonds natürlich etwas hinderlicher. Trotzdem können vier große Erwachsene Platz nehmen, gerade die Kopffreiheit ist erstaunlich, von außen sieht es nicht danach aus. Nur in der Kniefreiheit kann es hinten eng werden bei vier 1,90 m Personen. Der Kofferraum ist für ein Kompaktfahrzeug Standard. Die Sitzbank lässt sich vom Fond aus umklappen, ferner ist auch eine Ski-Durchreiche verfügbar.

Schöne Kontrastnähte geben dem sehr gut in der Hand liegenden und kompakten Lenkrad noch ein wenig mehr Struktur und es macht einfach Spaß, es zu nutzen. Beim Einsteigen (vor allem bei Dunkelheit) wird man von einer LED-Beleuchtung begrüßt. Die Beleuchtung bleibt beim Fahren an und passt sich jeweils an den gewählten Modus an, so leuchten sie standardmäßig in Weiß und beim Umstieg in den Cupra Modus wechselt die Farbe zu Rot.

Den Mittelpunkt stellt das 5,8 Zoll Display dar, welches durchaus schnell reagiert und eher kurze Ladezeiten mit sich bringt, etwa wenn man im Navi eine neue Adresse eingeben möchte. Darüber hinaus ist die Full Link-Technologie mit an Bord, wodurch man bspw. sein Smartphone via Bluetooth mit dem Fahrzeug verbinden kann.

Insgesamt ist der Innenraum hochwertig, funktionell, stilvoll, sportlich und einfach genau richtig für dieses Fahrzeug. Kleine kuriose Schwachstelle: Die Kante des kleinen Airbagschild-Stoffzipfels an der Seite des Sitzes kann am Arm kratzen, wenn man sich angurtet und dabei kurze Ärmel trägt.

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Motoren

Der neue 290 PS starke Benziner besitzt in allen Cupra Varianten (Cupra, SC Cupra, ST Cupra) dieselben Werte:

2.0 TSI mit Start & Stopp-Funktion
290 PS (213 kW)
6,8 l/100 km (Werksangabe)
5,6 Sek. 0-100 km/h (mit DSG)

Die Motorvariante mit 265 PS braucht 0,2 Sekunden länger auf 100 km/h. Zur Auswahl stehen jeweils ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder ein 6-Gang-DSG. Je nach Fahrweise und Witterungsbedingung variiert der Benzinverbrauch. Unserer Erfahrung nach liegt ein realistischer Wert zwischen 8 bis 10 Litern.

Je nach ausgewählter Cupra Variante verändert sich der Preis, so zahlt man beim Cupra mindestens 33.720 Euro, beim SC Cupra 33.420 Euro und der ST Cupra ist ab ca. 35.000 Euro erhältlich. Unser Testwagen mit Optionen wie Performance-Paket, Rückfahrkamera und Co. landet schließlich bei 42.000 Euro.

Fahrverhalten

Beim dynamischen Fahren helfen nicht nur die 19 Zoll großen Felgen, sondern auch die Fahrwerksregelung DCC dabei, den sportlichen Kontakt zur Straße zu halten. Man hat das Gefühl, dass die kleine Rennmaschine praktisch an der Straße klebt. Das kompakte Lenkrad und die progressive Lenkung lassen Fahrer und Auto eins werden. Der kurze Radstand und die kompakten Abmessungen machen den Leon Cupra zu einem Spaßmobil. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass ein 290er Cupra mit 19-Zoll-Felgen schon unkomfortabler ist als ein normaler Leon, die straffere Gangart muss man mögen. So werden Schlaglöcher doch an den Fahrer weitergegeben.

290 PS an der Vorderachse sind gewaltig, und so ist ein Sperrdifferenzial notwendig, damit man z.B. beim kräftigen Herausbeschleunigen aus Kurven bei nasser Fahrbahn keine durchdrehenden Vorderräder hat. Auf trockener Straße funktioniert das alles noch geschmeidig, auch wenn sich zeitweise die Anzeige der Traktionskontrolle meldet. Beeindruckend ist der Vortrieb auch in höheren Geschwindigkeitsbereichen, selbst oberhalb von 150 km/h beschleunigt der Seat Leon Cupra 290 noch wie ein Achtzylinder.

Das alleine vermittelt nicht nur das Gefühl von Sportlichkeit, sondern auch von Souveränität. Die Sicherheit kann darüber hinaus optional verstärkt werden mit einer Müdigkeitserkennung, einem Spurhalteassistenten, dem Front Assist, welches den Aufprall zu einem vorausfahrenden Fahrzeug vermeidet, und dem Fernlichtassistenten, welcher dafür sorgt, dass man den Gegenverkehr nicht blendet und sich automatisch an die Lichtbedingungen anpasst. Sollte man selber nicht in der Lage sein, nach einem möglichen Zusammenstoß weiter zu bremsen, um weitere Kollisionen zu vermeiden, so bremst das Fahrzeug mit Hilfe der Multikollisionsbremse autonom und hält das Fahrzeug am Unfallstandort fest. Die Sicherheitsfeatures sind jedoch leider nicht serienmäßig mit an Bord. Um den vollen Umfang zu erhalten, muss man sowohl das Fahrassistenz-Paket I wählen, bestehend aus Fernlicht- und Spurhalteassistent für 300 Euro, und das Fahrassistenz-Paket II, welches die ACC, den Front-Assist und die Notbremsfunktion beinhaltet.

Abmessungen

Länge: 4,27 m
Breite: 1,82 m (ohne Spiegel)
Höhe: 1,44 m
Radstand: 2,63 m
Leergewicht: 1.466 kg

Fazit: Der Seat Leon Cupra 290 mit Performance-Paket in Orange ist ein auffälliges Traumauto seiner Klasse. Er vereint Aufmerksamkeit mit sportlicher Eleganz. Ebenso ist das Interieur erstklassig und die verwendeten Materialien zeigen, wie man Luxus, Sportlichkeit und Nachhaltigkeit vereinen kann. Ein sportliches Kompakt-Auto wie aus dem Bilderbuch. Das agile Fahrverhalten tut sein übriges. Nur wer vorwiegend Komfort sucht, wird mit einem Basis-Leon und mit kleiner dimensionierten Felgen glücklicher. Mit allen Optionen ist der Cupra 290 natürlich kein günstiger Seat mehr, aber bleibt im Vergleich zur Konkurrenz gut dabei.

Autogefühl: *****

Text & Fotos: Autogefühl, Thomas Majchrzak




2 Responses to Seat Leon Cupra 290 Test Fahrbericht

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  2. […] hilft ein Michelin Pilot Sport Cup 2 Reifen, den Autogefühl jüngst auch im Seat Leon Cupra 290 mit Performance-Pack getestet hat. Dabei handelt es sich um Reifen für den Hobbysportler, die für […]

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