Jaguar F-PACE S V6 Benziner Fahrbericht

Den neuen Jaguar F-PACE, das erste Jaguar SUV, sind wir bereits in beiden Diesel-Varianten gefahren. Nun folgt bei uns der Test der Topversion, dem Jaguar F-PACE S als V6 Kompressor. Die S-Variante gibt es zwar auch für den 3.0 l Diesel, wir konzentrieren uns nun auf den Benziner. Von Thomas Majchrzak

Während ein F-PACE mit 2.0 Diesel bei 43.500 Euro beginnt, liegt der V6 Benziner mit 340 PS bei 59.000 Euro. 76.500 Euro müssen schließlich für den noch umfangreicher ausgestatteten und PS-stärkeren F-PACE S mit V6 Kompressor und 380 PS bezahlt werden.




Exterieur

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Bekanntlich besteht das Jaguar Design aus nur wenigen Designlinien, so dass ein unkomplizierter, aber dennoch sinnlicher Eindruck entsteht. Das beginnt beim großen Kühlergrill in der Front. Schade ist hier nur, dass wie schon bei XE und XF das schöne Jaguar-3D-Logo weichen muss, wenn die adaptive Geschwindigkeitskontrolle verbaut ist. Dann gibt es ein plattes 2D-Jaguar-Logo mit einer sensorschützenden Platte. Sieht nicht gerade toll aus, auch wenn die ACC natürlich eine sinnvolle Option ist. Der Jaguar F-PACE S zeigt zudem kräftigere Lufteinlässe und Frontspoiler. Die Haupt-Designlinie des Jaguar F-PACE führt seitlich zu breit ausgestellten Schultern, das macht ihn so kraftvoll. In der Seitenansicht wird das hintere Fenster coupéartig aufgefangen. 18 Zoll Alus sind schon Standard. Optional geht es hoch bis 22 Zoll. Die Heckleuchten wiederum sind inspiriert vom F-TYPE, was wiederum auf den E-TYPE zurückgeht: die Auswölbung der Leuchten nach unten. Insgesamt zählt der Jaguar F-PACE durch den mächtigen Kühlergrill, die prägnante LED-Signatur und die fließenden Formen sicherlich zu den schönsten SUVs auf dem Markt, Design ist hier ein entscheidender Verkaufsgrund.

Interieur

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Das Interieur des neuen Jaguar F-PACE orientiert sich grob an den vorher gezeigten Neuheiten Jaguar XE und Jaguar XF. Highlight im F-PACE ist die geschwungene Designlinie an den Innenseiten der Türen, hinter der auch das stimmige Ambiente-Licht Platz findet. Überhaupt darf der F-PACE als SUV mehr geschwungene Linien benutzen und wirkt dadurch von innen insgesamt sanfter als die Limousinen-Kollegen. Die Cockpit-Atmosphäre und der Aufbau ist generell in Richtung sportlich. In dieser Hinsicht teilen sich die modernen SUVs derzeit auf. Die einen wollen eher ein luftiges Gefühl und viel Platz bieten, die anderen möchten eher eine Flugzeug-Cockpit-Atmosphäre anbieten, die an Sportwagen erinnert. Beim F-PACE ist letzteres der Fall. Insgesamt befindet sich alles qualitativ auf ordentlichem Niveau, auch wenn der Abstand in dieser Hinsicht zu der deutschen Premium-Konkurrenz noch bleibt.

Zur löblich umfangreichen Serienausstattung der Basisversion zählen:

– Regensensor
– Puddle Light / Begrüßungslicht
– LED-Heckleuchten
– 2-Zonen-Klimaautomatik
– Armaturentafeloberseite aus Kunstleder
– Bluetooth
– Autonomer Notbremsassistent
– Einparkhilfe hinten
– Alarmanlage

Prestige und Portfolio sind die höheren Ausstattungen, die in Richtung klassischer schwerer Luxus gehen, R-Sport und S die Sportvarianten. Wie kann man Tierhaut vermeiden? Entweder mit reinen Stoff-Sitzen in der Einstiegs-Ausstattung Pure oder mit R-Sport in der Mischung Stoff/Kunstleder. Prestige und Portfolio kommen mit ganzer Tierhaut, S hat immerhin den Mix Tierhaut außen Velours innen.

Hier der Überblick über die F-PACE S Ausstattung:
– 20 Zoll Leichtmetallfelgen
– S-Exterieur – S-Frontstoßfänger und Heckschürze, Zierleisten in mattem Chrom
– LED-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht im J-Blade-Design
– Bremssättel in Rot
– Adaptive Dynamics (Adaptives Fahrwerk)

– Edelstahl-Einstiegsleisten mit S-Emblem
– Sportsitze mit Sitzflächen in Premium-Velours, außen Tierhaut
– 10/10-Wege-Sitzeinstellung – elektrisch verstellbar
– Paneele in Aluminium in Maschenoptik
– Polierte Edelstahlpedalerie
– Schaltwippen in mattem Chrom
– Dachverkleidung in Premium-Velours in Jet (Schwarz)

Das Navi für den inkludierten 8“-Bildschirm (InControl Touch) kostet 600 Euro, der große Bildschirm 10,2“ (InControl Pro) liegt bei 2.150 Euro inklusive Navi. Außerdem sind für 700 Euro auch die vorderen Instrumente digital erhältlich (12,3“).

Vorne fällt die einfach zu bedienende Memory-Funktion der Sitze auf, mit der man mit einem Klick auf die M-Taste nahe den Außenspiegel-Verstellungen und den zweiten Klick auf den gewählten Slot (eins bis drei) sogar während der Fahrt seine Sitzposition abspeichern kann. Optimal für Paare, die beide das Auto abwechselnd bewegen. Im Fond bleibt ausreichend Platz für große Menschen, wobei angesichts der Länge der Platz nicht optimal ausgenutzt ist. So viel Platz hatten wir auch schon in deutlich kürzeren SUVs. D.h. das Platzangebot ist mehr als ausreichend, aber der Platz im Innenraum ist nicht die Hauptstärke des Jaguar F-PACE. Der Kofferraum ist dagegen der mit Abstand praktischste aller derzeitigen Jaguar-Modelle. Eine gerade Ladekante, viel Raum, die Möglichkeit, die Rückbank vom Kofferraum aus umzuklappen… was will man mehr. Auch die elektrische Heckklappe ist vom Sensor so eingestellt, dass sie sensitiv genug ist, wenn Kinder einmal dazwischen kommen. Top.

Negativ in puncto Elektronik bleibt: Manchmal kann es passieren, dass bei der Bluetooth-Verbindung die Musik stehen bleibt. Und die adaptive Fahrwerksfunktion mit den Drive Modes hing sich auch zweimal auf, ein Neustart hilft.

Motoren

Diesel

2.0 l 4-Zylinder mit 180 PS 8,7 Sek. 0-100 km/h
3.0 l V6 mit 300 PS 6,2 Sek. 0-100 km/h

Für den 180 PS Diesel ist auch ein 6-Gang-Schaltgetriebe erhältlich, ansonsten schaltet immer eine ZF-8-Gang-Automatik (Wandler). Den kleinen Diesel erkennt man außen auch daran, dass zwei Abgasendrohre links platziert sind, die anderen Motorisierungen haben die Endrohre auf rechts und links verteilt. Generell raten wir für den Komfort zur Automatik, dafür werden sich wohl auch die meisten Kunden entscheiden.

Benziner

3.0 l Kompressor mit 340 PS 5,8 Sek. 0-100 km/h
3.0 l Kompressor mit 380 PS (S-Version) 5,5 Sek. 0-100 km/h

Fahrverhalten

Grundsätzlich kann man sagen, dass der 2.0 l Diesel für das Fahrzeug in Ordnung geht. Der kleine Diesel nagelt etwas mehr als der große, wird aber langfristig deutlich Sprit sparen. Der große 3.0 l Diesel ist natürlich über jeden Beschleunigungszweifel erhaben. Der mittlerweile schon etwas ältere Motor bringt den Jaguar F-PACE in 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h – das ist nur geringfügig langsamer als die 5,5 Sekunden vom V6S Benziner. Nur bringt der Diesel natürlich nicht dasselbe Sound-Erlebnis.

Der Jaguar F-PACE S als V6-Benziner sorgt eben für den passenden Sound, brüllt ordentlich los, wie man es schon vom F-TYPE V6 kennt. Das sorgt für einige Hingucker, wenn man denn Aufmerksamkeit erregen möchte. Zudem macht der V6 Benziner schon deutlich mehr Spaß, weil er einfach gut am Gas hängt.

Mit dem Jaguar F-PACE möchte man allerdings generell eher komfortabel unterwegs sein, es kommt nicht das Gefühl auf, als wolle man um jede Kurve rasen. Wer es also richtig sportlich haben möchte mit seinem Jaguar, sollte lieber auf XF oder XE zurückgreifen. Der F-PACE bietet dagegen die aufrechte Sitzposition und ein entspannteres Reisegefühl. Allerdings hat Jaguar durchaus einige Features zum Thema Sportlichkeit eingebaut: Die Aluminium-Architektur sorgt dafür, dass der F-PACE gut 300 kg leichter ist als ein Range Rover Sport – das spürt man auch. Ebenfalls liegt die Gewichtsverteilung wie bei einem Sportwagen bei 50:50. Das serienmäßige Torque Vectoring hilft dabei, schneller durch die Kurven zu kommen. Und das adaptive Fahrwerk ist optional oder in der S-Version direkt enthalten. Dieses vermittelt einen direkteren Kontakt zur Straße, ohne aber zu polternd zu sein. Insgesamt eine ausgewogene Mischung.

Abmessungen

Länge: 4,73 m
Breite: 1,93 m / 2,17 m (mit Außenspiegeln)
Höhe: 1,65 m
Kofferraumvolumen: 650 l – 1.740 l
Anhängelast: 2.400 kg

Fazit: Der neue Jaguar F-PACE ist eine Schönheit unter den SUVs, als Sportversion vereint er Ansprüche an Racing-Design und Komfort. Das Innenraumdesign ist ebenfalls sinnlich, auch wenn die Verarbeitungsqualität auf gutem Niveau, aber etwas hinter der Premium-Konkurrenz liegt. Positiv anzumerken ist, dass sich seit den ersten Vorserienfahrzeugen noch mal einiges getan hat, in der Produktion wird also gefeilt. Fahrdynamisch zeigt der neue Jaguar F-PACE ordentliche Leistungen, ist aber im Vergleich zu seinen Limousinen-Brüdern eher auf den komfortablen hohen Fahrgenuss ausgelegt. Der Jaguar F-PACE S mit V6 Kompressor und adaptivem Fahrwerk macht das Fahrverhalten sportlicher und gibt vor allen Dingen den entsprechenden Sound von sich.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel

Mehr zum F-PACE mit 3.0 l Diesel gibt es bei motoreport.




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