Mercedes-AMG GLC 43 Testbericht

Der Mercedes GLC hat das alte kantige Design vom GLK abgelöst und präsentiert sich nun als einer der hochwertigsten und teuersten Kompakt-SUVs. Wir haben bereits den neuen GLC als 250d getestet und werfen nun einen Blick auf den Mercedes-AMG GLC 43 mit 367 PS. Von Thomas Majchrzak

Preislich beginnt der Mercedes-AMG GLC 43 bei gut 61.700 Euro, das sind gut 17.000 Euro mehr als der Einstiegspreis der GLC-Baureihe.





Exterieur

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Generell ist der hinten abgerundete GLC ein Produkt aerodynamischer Überlegungen, der cw-Wert liegt bei 0,31. Und das Auto ist im Vergleich zum GLK deutlich gewachsen, allein um zwölf Zentimeter in der Länge. Im direkten Vergleich zur normalen GLC-Version wirkt der AMG 43 deutlich sportlicher und dazu präsenter. Besonders auffällig ist der Diamantengrill, der vor allem auf weitere Distanz einen edlen und luxuriösen Eindruck hinterlässt. Außerdem verläuft horizontal die AMG-Kühlerstrebe quer durch den Kühlergrill. Zusätzliche Lufteinlässe, ein größerer Spoiler und serienmäßige 19-Zoll Felgen unterstreichen den sportlichen Look. Unsere Fotos zeigen optionale 20-Zoll-Felgen. Ebenfalls ist ein AMG-Sportfahrwerk mit an Bord, welches auf der Air Body Control basiert, sowie eine größere Bremsanlage. Am Heck finden wir prägnante Auspuffblenden.

Interieur

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Mit ihrem Prinzip der sensual purity (sinnliche Klarheit) haben die Mercedes-Designer fließende und edle Formen geschaffen, die möglichst wenige Lücken zeigen und diese geschickt mit Designlinien kaschieren. Grundsätzlich erinnert das GLC-43-Interieur an die verwandte C-Klasse, man hat für ein SUV also auch eher einen Cockpit-Blick. Das wirkt sportlich, schränkt aber die Übersicht ein. Charakteristisch ist die breite Mittelkonsole, die wahlweise mit offenporigem oder lackiertem Holz oder einer Fläche in Hochglanz-Schwarz belegt ist. Letztere ist aber besonders empfänglich für Fingerabdrücke. Überaus gelungen ist die Beifahrerseite, bei der die Armaturenbrett-Elemente leicht abgeschrägt ineinander übergehen.

Wer GLC fährt, muss kein Echtleder wählen und kann trotzdem hohen Luxus genießen, denn die serienmäßigen Sitze in der Kombination Mikrofaser Dinamica innen und Artico Kunstleder außen erfüllen ihren Job hervorragend. Gleiches Prinzip gilt im Übrigen für fast alle Mercedes-Produkte. Insgesamt muss man sagen, dass der Mercedes GLC damit eines der zukunftsfähigsten SUVs ist, denn hier wird Luxus mit Nachhaltigkeit verbunden, selbst in den hohen Ausbaustufen. Auf Nachfrage, so wurde uns zugesichert, erhält man sogar ein Kunstleder-Lenkrad und somit einen tierfreien Innenraum, kostenfrei und Sonderwunsch bei jeder Bestellung. Toller Service. Unsere Fotos zeigen allerdings die optionale Tierhaut-Ausstattung.

Fürs Navi muss man wie gewohnt separat etwas hinblättern, entweder 600 Euro, um das Audio 20 zu erweitern oder 3.500 Euro für das große Comand Online (siehe Fotos). Apple CarPlay ist noch nicht verfügbar, man verbindet das Phone über Bluetooth für Telefon- und Audiostreaming. Generell kann man sich seinen GLC 43 voll und ganz individualisieren, es gibt kaum etwas, was man nicht optional beziehen kann, nichtsdestotrotz sollte man überlegt vorgehen, denn schnell lässt sich der Preis verdoppeln. Gut gelungen ist die Ambientebeleuchtung, die gerade an den Innenseiten der Türen für Atmosphäre in der Nacht sorgt.

Das Platzangebot reicht für vier sehr große Erwachsene, ein insgesamt gutes Package. Ohne Panoramadach kommt man auch mit über 1,90 m auf den vier Plätzen noch gut zurecht. Das Ladevolumen ist bei umgeklappter Rückenlehne im Gegensatz zum GLK auf 1.600 Liter gestiegen. In der Tat ist die Ladefläche wunderbar zu nutzen, und praktischerweise gibt es auch die Funktion, dass man per Knopfdruck sowohl vom Fond aus als vom Laderaum aus die Rücksitze umklappen kann, einfach elektronisch.

Motoren

Der Mercedes-AMG GLC 43 besitzt einen V6 Motor mit 3,0 Litern Hubraum und 367 PS unter der Haube. Das Allradsystem 4Matic ist, wie bei allen anderen Motoren der Baureihe, serienmäßig. Das Allrad-System tendiert jedoch eher in Richtung Heckantrieb, da die grundsätzliche Verteilung 31:69 beträgt. Das 9G-Tronic Automatikgetriebe darf auch nicht fehlen. Von 0 auf 100 km/h benötigt der GLC 43 knapp 4,9 Sekunden und die maximale Geschwindigkeit beträgt 250 km/h. Die Beschleunigung ist damit übrigens identisch zum Konkurrenten BMW X4 M40i, der Porsche Macan GTS kommt auf 5,2 Sek.

Unser Testverbrauch im Mix: 12 l / 100 km.

Des Weiteren sind generell noch folgende Motorisierungen für den Mercedes GLC erhältlich.

Diesel
GLC 220d 4MATIC mit 170 PS
GLC 250d 4MATIC mit 204 PS
Benziner
GLC 250 4MATIC mit 211 PS

Fahrverhalten

In der Kompakt-SUV-Klasse haben bislang nur Mercedes GLC und Porsche Macan eine Luftfederung im Angebot. Der GLC fährt sich damit wie auf Wolken. Im Mercedes-AMG GLC 43 kommt die Luftfederung ebenfalls zum Einsatz, allerdings wäre diese für die sportliche Gangart in der Standard-Einstellung etwas zu weich. Daher hat man sie auf AMG-Verhältnisse ausgelegt. Das konterkariert allerdings etwas die Eigenschaften einer Luftfederung. Denn spüren, dass man mit einer Luftfederung fährt, tut man nicht mehr. Das Fahrwerk ist straff, nicht allzu extrem, es ist immer noch auf einem sehr guten Niveau, aber wer den vollen Luftfederungskomfort möchte, der sollte vom GLC 43 Abstand nehmen. Sportlich Interessierte kommen dagegen voll auf ihre Kosten und man hat eine Agilität à la Macan GTS oder BMW X4 m40i.

Die Performance ist wie beschrieben ebenso vorhanden, durch den Allradantrieb wird die Kraft harmonisch auf die Straße gebracht. Die Lenkung fühlt sich natürlich an, sie ist nicht allzu progressiv wie bei Audi oder Porsche, sondern erfordert etwas mehr Lenkweg – Geschmacksache, was einem besser gefällt. Die Geräuschisolierung ist top, die Scheiben in unserem Tester sind auch mit einem Akustik-Paket versehen, das die Scheiben doppelwandig macht. So kann man sogar entspannt bei 200 km/h fahren, auch wenn die Möglichkeiten dafür natürlich sehr eingeschränkt sind.

Löblich: Der Collision Prevention Assist Plus ist serienmäßig, er umfasst eine Kollisionswarnung inklusive adaptivem Bremsassistent und autonomer Teilbremsung zur Kollisionsminderung oder -verhinderung.

Abmessungen

Länge: 4,65 m
Breite: 1,89 m
Höhe: 1,63 m
Radstand: 2,87 m

Fazit: Der Mercedes-AMG GLC 43 ist zweifelsohne eines der Traum-SUVs auf dem Markt. Sportliche AMG-Akzente außen, ein kräftiger V6 unter Haube und ein sportliches Interieur. Das Platzangebot ist für ein Kompakt-SUV ordentlich, und so kann man seinen GLC 43 auch für alle Gelegenheiten von alleine über Familie bis Freizeitsport gut nutzen. Das Fahrwerk ist betont straff, das macht ein bisschen den Nutzen einer Luftfederung zunichte, man muss die sportliche Gangart also wirklich mögen. Wer den Maximum-Komfort möchte, nimmt lieber einen 250er Benziner und nimmt sich für die Optik eine AMG-Line dazu. Wer es dagegen schön sportlich mag, kommt mit dem 43er voll auf seine Kosten.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel




One Response to Mercedes-AMG GLC 43 Testbericht

  1. […] und einem Bezug in der Mischung Alcantara/Tierhaut in Grau oder Schwarz. Schade, dass Audi es hier im Gegensatz zu Mercedes erneut versäumt, komplett nachhaltige Sitzbezüge anzubieten. Sitzheizung ist dagegen […]

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