Skoda Octavia RS Facelift Fahrbericht 230 PS

Ein paar Wochen nach dem Facelift des Octavia schiebt Skoda zwei Modell-Varianten nach. Den Combi Scout, eine offroadtaugliche höher gelegte Variante und den RS, das tiefer gelegte sportliche Modell. Mehr PS und Korrekturen am Fahrwerk machen ihn noch dynamischer. Da fast jeder sechste verkaufte Octavia ein RS ist, eine sinnvolle Verbesserung. Der neue Skoda Octavia RS bei uns im Fahrbericht. Von Holger Majchrzak

Exterieur

Über das neue Design des Skoda Octavia wurde bei Autogefühl schon hinreichend diskutiert. Das Facelift macht das Auto in den Augen der Designer optisch breiter und unverwechselbarer, auch innerhalb der Skoda-Familie. Vor allem die jetzt durch einen Steg geteilten Scheinwerfer sind der Knackpunkt, für den es viel Lob gibt, aber auch Kritik hagelt.

„Wir bemühen uns um schlichte, unauffällige Schönheit“, so definiert Karl Neuhold, der Chef-Designer von Skoda, die Arbeitsweise seiner Abteilung. Am neuen Octavia RS wurde vor allem an den Leuchten vorne und hinten gefeilt und damit das Aussehen verändert. Ansonsten bleibt die Linienführung im Wesentlichen unverändert. Die Stoßfänger gelten zwar als neu – da muss man allerdings ganz genau hinsehen, um das festzustellen. Einige Details wurden aber eckiger gezeichnet. Rund ist out bei Skoda, alles soll in das Kristall-inspirierte Design passen. Die wenigen Änderungen wirken sich aber schon so aus, dass der Wagen kantiger und somit aggressiver wirkt. Was natürlich gerade der Sportversion RS entgegenkommt.

Interieur

Black is beautiful heißt das Designkonzept innen, rote oder graue Ziernähte lockern das etwas auf. Alu und Carbon-Teile unterstreichen ebenfalls das Sportwagengefühl. Die neuen Sportsitze mit integrierter Kopfstütze gibt es in Stoff oder Alcantara und sie sind genau abgewogen zwischen komfortabel und stützend – sie helfen dem Fahrer sowohl bei dynamischer Fahrweise als auch auf langen Strecken. Letztlich ist der Octavia doch ein Fahrzeug für jeden Tag und kein Rennwagen, da ist dieser Kompromiss geboten und auch gut ausgeführt.

Gut gefallen hat uns im Testwagen das neue optionale Infotainmentsystem mit 9,2 Zoll Bildschirm. Verbaut ist die Top-Ausstattung namens Columbus, die sehr übersichtlich, schnell reagierend und benutzerfreundlich ist. Mit Google Maps und Street View navigiert es sich sehr schön, natürlich sind auch Smartphone-Anbindungen über Android Auto, Mirror Link oder Apple CarPlay möglich. Auf dem Touchscreen erscheinen auch die diversen Fahrmodi, die einiges am Setting des Fahrzeugs verändern. Vor allem das Verhalten des Gaspedals und die Federung fallen dabei auf; wer von Comfort auf Sport ändert merkt schon eine deutliche Differenz.

Nur mit einem Satz erwähnt – weil einfach Skoda-typisch – das riesige Platzangebot. Vorder- und Rücksitze und ein mächtiger Kofferraum lassen da eigentlich keine Wünsche offen. Das unten abgeflachte Lenkrad kann nun auch beheizt werden.

Wenn man meckern will, dann über einige Hartplastikflächen; die trüben aber den sehr guten Gesamteindruck nicht. Kritisiert wird von Bestandskunden z.B., dass die Innenseiten der Türen früher mit Soft-Touch-Plastik ausgestattet war und in der jüngsten Generation nicht mehr.

Die ohnehin beim Octavia schon lange Liste der Assistenzsysteme wurde nochmal erweitert, ebenso die Zahl der „Simply Clever“-Lösungen, der kleinen pfiffigen Details im Auto. Zum Beispiel der 230 Volt Anschluss an der Rückbank dürfte bei machen Insassen mit akuten Powerproblemen auf Smartphone, Tablet oder Notebook bestens ankommen.

Bei den Assistenzsystemen sind neu: Front Assist System mit City-Notbremsfunktion, Toter-Winkel-Warner, Rear Traffic Warner, ein Anhängerrangierassistent, ein neuer Parkassistent und die Adaptive Cruise Control, die jetzt bis zu 210 km/h funktioniert. Optional kann man den Octavia RS nahezu zur Premium Class aufrüsten.

Motoren

10 PS mehr als der Vorgänger durch Optimierung der Motor-Software, das gibt es kurz und bündig zum Standard-Motor des RS zu sagen. Jetzt 230 PS (169 KW) mit Top Speed 250 km/h und einem Spurt von null auf hundert in 6,7 Sekunden. Erhältlich ist auch ein Diesel, der mit 184 PS deutlich schwächer ist und dementsprechend weit entfernt von den Leistungen der Benzinmaschine. Wobei 232 Spitze auch nicht so schlecht ist. Und: Den Diesel gibt es auch mit Allrad.

Später im Jahr wird Skoda den Benzinmotor in einer noch stärker optimierten Variante anbieten, dann werden 245 PS aus der 2.0 Liter Maschine geholt. Beim Benziner wird es vorerst beim Vorderradantrieb bleiben.

Die Verbrauchsangaben des Herstellers sind speziell bei der RS Variante mit Vorsicht zu genießen. Bei aggressiver Fahrweise schluckt der Benziner fix 12 Liter, 8,5 Liter / 100 km bei gezügelter Fahrweise sind aber erreichbar.

Fahrverhalten

Dass der neue Octavia beim Fahrverhalten zulegen konnte, hat Autogefühl bereits im Bericht über das Facelift der normalen Limousine/Kombi erläutert. Verantwortlich dafür ist vor allem das optionale verstellbare Fahrwerk DCC (Dynamic Chassis Control). Der RS gewinnt noch zusätzlich durch 15 mm weniger Bodenfreiheit und 30 mm mehr Spurweite der hinteren Achse. Damit liegt der Octavia noch satter auf der Straße. Die progressive Lenkung sorgt für schnelles Einlenken. Das doch recht lange Fahrzeug lässt sich so fix auch durch enge Kurven treiben. Insgesamt bleibt es aber doch beim Eindruck, einen sehr, sehr schnellen Kombi oder eine agile Limo zu fahren, Sport und Komfort bilden immer eine Einheit. Anders etwa bei einigen RS Modellen von Audi, die viel brutaler Richtung Tempo und Beschleunigung hin optimiert wurden. Der Skoda verleugnet nicht sein Konzept, ein Familienauto zu sein.

Abmessungen

Länge: 4,67 m
Breite: 1,81 m
Höhe: 1,44 m
Radstand: 2,69 m

Fazit: Die Preise für den RS fangen bei 30.890 Euro an, mit ein paar sinnvollen Optionen ist man fix auch ein paar tausend Euro mehr los. Wir haben allerdings immer den Eindruck, dass diesem Geld auch eine reale Leistung gegenübersteht, bei Skoda wird nicht für’s Image bezahlt. Der RS ist ein rasantes Fahrzeug, mit dem man Kinder zur Schule bringen, Holz vom Gartenmarkt holen und fünf Erwachsene ins Theater chauffieren kann, aber wenn der Fahrer/die Fahrerin ein bisschen Rennsport-Gefühl haben will, dann geht das eben auch. Im Vergleich zu den normalen Modellen ist das auch nicht überteuert, was erklärt, warum insgesamt 13 Prozent, in Deutschland sogar 20 Prozent aller Octavia-Käufer zum RS greifen. Ein sehr gutes Auto wurde noch ein wenig besser gemacht.

Autogefühl: ****

Text: Autogefühl, Holger Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Thomas Blachetzki


One Response to Skoda Octavia RS Facelift Fahrbericht 230 PS

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