Skoda Superb SportLine Testbericht: der Superb RS?

Wir haben den neuen Skoda Superb als Limousine und als Kombi getestet. Das Resultat war jeweils gleich: die dritte Superb Generation hat uns durch und durch überzeugt. Nun ist für beide Modelle eine Sportvariante mit bis zu 280 PS erhältlich, die Skoda Superb SportLine, bei uns im Test. Zwar gibt es die RS Variante noch nicht, aber die SportLine in dieser Motorisierung ist wohl das, was einem Skoda Superb RS derzeit am nächsten kommt. Von Thomas Majchrzak

Der Basispreis für den neuen Skoda Superb Combi liegt bei 26.100 Euro, er kostet damit 1.000 Euro mehr als die Limousine. Das gleiche spiegelt sich auch in der SportLine wieder, bei welcher der Kombi bei 35.500 Euro beginnt und die Limousine bei 34.900 Euro. Im Vergleich zu einer höheren Ausstattung „Style“ und demselben Motor beträgt der Aufpreis für die sportlichen Extras etwas unter 3.000 Euro. In der Kombination mit dem 280 PS AWD Motor landet man bei 46.000 Euro. Wenn man allerdings andere Wettbewerber vergleicht, so sind diese mit vergleichbaren Ausstattungen deutlich teurer.





Exterieur

Seinen Charme hat der Superb seit der Weltpremiere keineswegs verloren. Weiterhin sind wir begeistert vom Kühlergrill mit den senkrechten Lamellen. Die kristallklaren Frontleuchten erinnern uns in der Dynamik an Seat, sie gehen aber noch einen Schritt weiter, sehen noch spektakulärer aus, weil sie einen tiefen Blick ins Innere gewähren. Wie Tigerkrallen laufen feine Streben ins Innere, wo man dann auf gekreuzte kristallartige Strukturen blickt. Serienmäßig finden sich Bi-Xenonscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht wieder. Die Rückleuchten sind von Haus aus mit LED-Technologie ausgestattet. Des Weiteren verfügt das Lichtsystem über eine automatische und situationsabhängige Lichtsteuerung, ein dynamisches Kurvenlicht, eine Leuchtweitenregulierung und eine Reinigungsanlage für die Scheinwerfer.

Seitlich sehen wir die vom VW Passat bekannte Dropping-Line, die in Licht und Schatten unterteilt und das Auto dadurch interessanter macht. Die Einkerbung an der Tür lässt den Superb aggressiver wirken. Serienmäßig kommt die Ausstattung SportLine mit großen 19-Zoll-Felgen in Anthrazit, im Vergleich dazu sind die Standardversionen entweder mit 16 oder 17 Zoll Felgen serienmäßig ausgestattet. Von Haus aus sind ebenfalls sportlich wirkende Außenspiegelgehäuse, Fensterumrandungen und Seitenleisten dabei. Am Heck finden wir einen chromverzierten Diffusor wieder. Die Limousine verfügt dabei über einen Dachspoiler und der Kombi über eine Dachreling. Serienmäßig für die SportLine ist ferner ein Sportfahrwerk mit 10 mm Tieferlegung und DCC. Bei diesem adaptiven Fahrwerk (Dynamic Chassis Control) lässt sich die Fahr-Charakteristik ändern, die verfügbaren Fahrmodi sind: Normal, Sport, Comfort, Eco und Individual. Auf diese gehen wir im Fahrverhalten weiter ein.

Interieur

Zunächst kümmern wir uns um den Innenraum, bei dem Skoda in der Basis-Ausstattung nicht so viel Mut bewiesen hat wie beim Exterieur. Skoda-Kunden finden sofort bekannte Elemente und wir finden nicht allzu viele Spielereien. Keyless Entry ist serienmäßig mit an Bord.

Für die SportLine stehen einem serienmäßig Sportsitze, ein Sportlederlenkrad inkl. Schaltwippen und die LED-Ambientebeleuchtung zur Verfügung. Zwar ist das Lenkrad mit Tierhaut überzogen, jedoch erfreuen uns die standardmäßigen Alcantara-Sitzbezüge. Die Sitze sind exzellent in Qualität, Komfort, Langstreckentauglichkeit und Sportlichkeit, ein echtes Meisterstück. Kontrastnähte geben dem schlichten Interieur ein wenig mehr Tiefe. Ebenso die Ambientebeleuchtung, die zum Wohlfühlen einlädt. Im Infotainmentsystem stehen exklusiv für die SportLine Performance-Anzeigen wie bei Sportwagen zur Verfügung. Ferner ist der Dachhimmel in Schwarz gehalten.

Das optional verfügbare Canton Soundsystem überzeugte uns, aber kommt nicht ganz heran an die bislang besten Klangergebnisse aus Volvo XC90, Mercedes E-Klasse und Audi Q7. Und ja, man kann den Skoda Superb locker mit den Konkurrenten aus der oberen Mittelklasse vergleichen, auch wenn man damit viel Geld spart. Des Weiteren kann man im Skoda Superb für 140 Euro eine 230 Volt-Steckdose beziehen. Im Prinzip eine gute Idee, jedoch lassen sich damit überwiegend nur Smartphones aufladen, da ansonsten die Stecker für z.B. Laptops zu groß sind. Einen Stecker vom Macbook kann man so eben hineinquetschen. Grundsätzlich ist die Steckdosen-Möglichkeit aber super.

Wer SmartLink, also Apple CarPlay, Android Auto oder MirrorLink, nutzen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Rund 1.500 Euro kostet das größere Infotainmentsystem, welches dazu über eine Freisprecheinrichtung, Sprachbedienung, ein 8 Zoll Display mit Radio-Navigationssystem und eine kabellose Aufladestation verfügt. Für weitere 1.000 Euro kommt u.a. ein W-LAN-Hotspot hinzu. Weitere optionale Features, wie z.B. die Verkehrszeichenerkennung für Navigationssysteme oder Skoda Media Command, wodurch man das Navi und die Musik über sein Smartphone oder Tablet steuern kann, können ebenfalls gegen Aufpreis geordert werden. Somit bleibt festzuhalten, dass man ganz einfach den Preis in utopische Regionen führen kann.

Wie gewohnt sind die verwendeten Materialien sorgfältig verarbeitet worden, man kann noch so nach einem Fehler suchen, man findet keinen. Ein wahres Platzwunder bleibt der Superb auch weiterhin. Vier, eigentlich sogar fünf große Erwachsene können ohne Größeneinschränkung mitfahren. Alleine in der Limousine ist Platz für bis zu 1.760 Liter und im Kombi sind es knapp 2.000 Liter. Somit stehen einem keine Steine für den Wocheneinkauf oder den bevorstehenden Urlaub im Weg. So lassen sich mit der SportLine Sportlichkeit und Alltagsnutzen verbinden.

Im Hinblick auf Sicherheit sind serienmäßig ein Berganfahrassistent und der Frontradarassistent inkl. City-Notbremsfunktion mit dabei, welche das Fahrzeug in einer Gefahrensituation autonom bremsen kann. Optional kann man einen Fernlichtassistenten (190 Euro), die Müdigkeitserkennung (50 Euro), sowie den dynamischen Fahrlichtassistenten inkl. Spurhalte-, Spurwechsel- und Ausparkassistenten für 990 Euro beziehen.

Motoren

Für den Skoda Superb sind folgende Benziner erhältlich:

1.4 TSI ACT, 150 PS, 5,6 l/100 km (mit 7-Gang-DSG oder Allrad plus 6-Gang-DSG)
1.8 TSI, 180 PS, 5,9 l/100 km (7-Gang-DSG erhältlich)
2.0 TSI, 220 PS, 6,2 l/100 km (immer mit 6-Gang-DSG)
2.0 TSI, 280 PS, 7,2 l/100 km (immer mit 6-Gang-DSG und Allrad)
0-100 km/h: 5,8 Sek.
Testverbrauch: 9 l / 100 km

Für Dieselfreunde steht folgende Auswahl parat:

2.0 TDI, 150 PS, 4,7 l/100 km (6-Gang-DSG)
2.0 TDI SCR, 190 PS, 5,1 l/100 km (DSG oder DSG+Allrad erhältlich)

Um einen realistischen Verbrauchswert zu haben sollte man in der Regel zwei bis drei Liter auf die Werksangaben addieren.

Fahrverhalten

Grundsätzlich zeichnet sich der Skoda Superb durch den langen Radstand durch eine starke Souveränität im Fahrgefühl aus. Entspannung pur, ohne langweilig zu werden. Ohne Frage kann der Superb auch in puncto Fahrverhalten mit bekannten Premium-Wettbewerbern der oberen Mittelklasse mithalten. Die Übersicht bleibt durch die aufrechten Fenster übrigens jederzeit gewährleistet. Man spürt zwar, dass man ein langes Auto bewegt, aber das ist keinesfalls unangenehm, der Superb bleibt auch im Stadtverkehr durch die Progressivlenkung einfach zu bedienen. Und bei einer sportlichen Gangart macht die Lenkung erst so richtig Freude.

Durch geringere Bodenfreiheit zeigt der Superb SportLine einen besseren Straßenkontakt, zudem ist die Lenkung hier noch etwas direkter. In Verbindung mit dem 280 PS Allrad Motor wird dann aus der Sportlichkeit ein Schuh draus. So fühlt sich ein Superb SportLine mit dieser Motorisierung tatsächlich schon so an wie ein Superb RS. In 5,8 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h.

Gleichzeitig überzeugt der Skoda Superb weiterhin mit einem exzellenten Langstreckenkomfort, guter Geräuschisolierung und einem in mehreren Disziplinen überzeugendem Fahrwerk.

Abmessungen

Länge: 4,85 m
Breite: 2,03 m
Höhe: 1,47 m
Radstand: 2,84 m

Fazit: Der Skoda Superb ist generell das wohl beste Preis-Leistungs-Angebot in der oberen Mittelklasse, und zu diesem Segment kann man den Superb locker zählen, denn das scharfe Design und der top verarbeitete Innenraum lassen nichts zu wünschen übrig. Die SportLine fügt dabei eine dynamische Note hinzu, die gerade dem Innenraum sehr gut tut und auffrischt. Die Alcantara-Sportsitze sind ein Traum, und insgesamt ist der Skoda Superb SportLine ein wahres Traumauto, das gleichzeitig noch massig Platz bietet und im Preis völlig in Ordnung geht. Und ja, das hier ist eigentlich schon ein Skoda Superb RS.

Autogefühl: *****

Text: Autogefühl, Thomas Majchrzak
Fotos: Autogefühl, Michel Weigel


One Response to Skoda Superb SportLine Testbericht: der Superb RS?

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